Ferienfestival 2016

Samstag, 13. August 2016

Neue Verdiente Verdiener


Produktivitätsgewinne, aber nicht für Werktätige
1,7 Milliarden Euro haben Hartz-IV-Bezieher in den letzten zehn Jahren durch Sanktionen der Jobcenter verloren, was nur dann keine beeindruckende Zahl ist, wenn man überlegt, dass Berlin demnächst für ungefähr dieselbe Summe seine Verkehrsinfrastruktur zugunsten der Radfahrer-Community ruinieren muss. Doch für den einzelnen der mehr als vier Millionen Menschen, die oft unverschuldet in Not gekommen sind, ist eine Kürzung der ohnehin geringen Bezüge oft existenzerschütternd. Ebenso schlimm der psychische Druck, der durch Sanktionsinstrumente der als Dienstleistungsstelle getarnten Behörde aufgebaut wird. Es wird so getan, als gäbe es Arbeitsplätze im Überfluss, doch ist das nur ein virtueller Popanz, um Druck auf die Sozialsysteme und die (potentiellen) Mitarbeiter auszuüben. Gerade im Bereich der qualifizierten Arbeitsplätze, um die es angeblich hinsichtlich des Angebots Jobsuchender so schlecht bestellt ist, sieht es besonders dürftig aus. Und hinsichtlich der immer nötigen billigen Dreckjobs ist man ja gerade dabei, sich reichlich neue Billiglöhner ins Land zu holen. All dies spielt sich vor einem Hintergrund der Umverteilung ab, zu dem es hier schon am 16. Juni 2012 niederschmetternde Fakten und Analysen zu lesen gab...

Samstag, 30. Juli 2016

Neu-Wild auf Bild

Bildzeitung ohne Exklusivrecht auf Lügen
Die sogenannte Springer-Presse, die es ja dank lukrativer Weiterverkäufe kaum noch gibt, hat die Lügenpresse zwar nicht erfunden, ist aber doch ein Teil von ihr. Dennoch gilt im neuen Milieu der gutmenschlichen Massenmanipulation die „Bild“ immer noch als einzigböser Außenseiter. Das liegt natürlich zum einen daran, dass das Milieu sich aus Altachtundsechzigern und deren Erben rekrutiert, für die diese Zeitung alles Böse der Welt inkarniert, zum anderen, dass jeder Bösewicht immer etwas braucht, zu dem er als Tarnung „Haltet den Dieb" rufen kann. Denken wir nur an die plumpe Boateng-Falle, die die FAZ kürzlich AfD-Gauland stellte - wo muss die Gürtellinie liegen, um noch tiefer kommen zu können? Doch nach wie vor kann man bei Facebook Sätze wie diesen lesen: „Habe gerade im Zug auf dem Weg ins Literaturhotel … neben einem Mann gesessen, der eine Stunde (!) lang die Bildzeitung gelesen hat. Wie geht das???“. Und als Konrad Kustos sich nicht verkneifen konnte zu fragen, wo denn für die Autorin das Problem sei, fing er sich noch einen veritablen Shitstorm ein. Höchste Zeit also, einen Text in Erinnerung zu rufen, der sich hier schon im Juni 2012 angesichts einer damaligen Anti-Bild-Kampagne der Verlogenheit hinter der „linken“ Bildkritik widmete.

Samstag, 16. Juli 2016

Neues Oster-Poster

Weil die Grünen gerade keine anderen Sorgen haben, denken sie über die Rente nach. Und als Lieblingssprössling eines Systems der Umverteilung von Arm nach Reich kommen sie mithilfe des DIW in einer Studie vom Mai diesen Jahres zu merkwürdigen, wenn auch keineswegs merk-würdigen, Ergebnissen: Wenn man die Einkommen von 2,3 Millionen Selbständigen anzapfte und alle Frauen in das Berufsleben integrierte, könnte, Donnerwetter, die Rente um ein ganzes Prozent steigen. Das bedeutete dann im Klartext die Zwangsverbannung auch der letzten im Familienverbund erzogenen Kinder in staatliche Bewahranstalten und ein Festhalten am unsozialen Generationenmodell der Alterssicherung. Der erst von Adenauer erfundene Generationenvertrag stellt sicher, dass der gesellschaftlich produzierte Mehrwert nicht mehr oder nur noch teilweise den Profiteuren dieses Mehrwerts und nicht ebenso den ihn erschaffenden Werktätigen zugute kommt. Soviel zum basisdemokratischen Erbe der Grünen. Fast zeitgleich legte auch die Regierung eine Studie vor, die zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt. Es wird eben konzertiert weitergearbeitet an der Demontage der Alterssicherung unter dem Stichwort "Demografiestrategie". Die Herrschaft eines postkapitalistischen Blockparteienkollektivs tarnt sich immer weniger. In welche Richtung das System marschiert, wurde aber auch schon zu Ostern 2012 in diesem Blog beschrieben…

Samstag, 2. Juli 2016

Neuer Frustball total

Fußball EM als Zeitzeichen
Vor vier Jahren standen wir am Abgrund, nun sind wir einen entscheidenden Schritt weiter. Nicht nur, aber auch bei der Fußball-Europameisterschaft. In Berlin lädt das Christentum, bekanntlich immer um den gottesfürchtigen Zeitgeist bemüht, in eine große Kirche zum Public Viewing ein. Immerhin ohne Vuvuzelas, aber dafür mit Orgelmusik. Noch zeitgemäßer entpuppte sich die Grüne Jugend in Tateinheit mit Jusos und älteren CDU-Funktionären: Das Schwenken der deutschen Fahne sei ein Zeichen von Nationalismus. „Denn es kann keine Sommermärchen geben, wenn brennende Geflüchtetenunterkünfte die abscheuliche deutsche Realität darstellen.“ Realität und Kausalität spielen offensichtlich keine Rolle mehr, wenn der Hass gegen das eigene Land und gegen die Menschen, die dort noch leben, von der Antifa kommend die Ebene der etablierten Politik erreicht hat. Vielleicht erklärt sich aus solchen schmerzlichen Absurditäten, dass diese Europameisterschaft weit weniger Begeisterung auszulösen scheint als jeder andere internationale Fußballwettbewerb seit Jahrzehnten.

Samstag, 25. Juni 2016

Kustos kopiert: NoPegidas Weltsicht

Die deutsche Bevölkerung teilt sich mittlerweile ziemlich säuberlich in zwei Gruppen. Eine mit dem Primat der Humanität und die andere mit dem Primat der Vernunft, man könnte auch sagen, sie teile sich in die Orientierung auf Wollen und Können. Trotz des weiter bestehenden hilflosen Versuchs, die Gegensätze in der Gesellschaft weiter mit Begriffen wie links und rechts einzuordnen, ist dies längst der Hauptwiderspruch, der sich nicht nur in der Flüchtlingsfrage, sondern auch im Gegensatzpaar Globalisierung/Protektionismus zeigt oder darin, als Handlungsmaxime zu wählen zwischen dem Bekämpfen von Phantomproblemen (Klimawandel etc.) und einem sachorientierten Business as usual. Auffällig ist, dass die „Humanisten“ sowohl auf der institutionellen als auch auf der individuellen Ebene mit hoher Aggressivität, Selbstgerechtigkeit und Beugung der Wahrheit gegen die Realisten vorgehen. Die Studie „NoPegida“ einer Forschergruppe um den Göttinger Demokratieforscher  Franz Walter, die kürzlich im Cicero unter dem Motto „Hier wir Guten, dort die Nazisvorgestellt wurde, thematisiert das sowohl gewollt als auch ungewollt am Beispiel der Aktivisten gegen die islamkritischen Widerstandsbewegung.

Samstag, 18. Juni 2016

Mehr schlecht als Recht

 
Rechtsbruch als Merkmal neuen Staatswesens
Wer behauptet, wir lebten in einem Unrechtsstaat, der verkennt und verharmlost das Wesen einer Diktatur. Wer aber verkennt und verharmlost, dass sich Deutschland auf dem Weg zu einem solchen Unrechtsstaat befindet, der arbeitet daran mit. Zu deutlich sind die Zeichen, dass die Herrschenden existierende freiheitliche Gesetze, also das elementare Element einer demokratischen Gesellschaft, nach eigenem Gutdünken interpretieren, ignorieren oder gar konterkarieren. Dabei wird diesem existierenden deutschen Recht ohne eine rechtsstaatliche Kontrolle ein diffuser und rechtsferner Humanismus supranationaler Organisationen wie EU oder UNO übergeholfen. Das stört die Entscheider nicht groß, denn weil „das Gute an sich“ für den Gutmenschen keiner Definition oder Rechtfertigung bedarf, setzt es für ihn nicht nur gesellschaftliche Diskurse, sondern auch gleich die geltenden Spielregeln unseres Zusammenlebens außer Kraft.

Samstag, 11. Juni 2016

Beobachtung 12

"Rette sich, wer kann"
Berlin ist immer noch die grünste Stadt der Welt, jedenfalls im Frühjahr. Dies gilt zumindest subjektiv auch dann, wenn jüngste Statistiken das Gegenteil beweisen wollen. Berlin ist aber nicht nur deshalb ein Ort zum Genießen - jedenfalls wenn man die Hornhaut an den richtigen Stellen hat. Konrad Kustos hat nun bloß das Problem, dass ihm diese Hornhaut immer dann abhanden kommt, wenn er sich mehrmals im Jahr mehrere Monate fernab der Heimat an einem ähnlich schönen Ort aufhält. Und dann entwickelt sich die Rückkehr mehr und mehr zu einem Spießrutenlauf.