Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Sonntag, 29. Mai 2011

Quoten-Idioten

Das Schicksal konnte diese Geschichte nicht besser schreiben: Ausgerechnet der französische Fußball-Nationaltrainer Laurent Blanc (dt.= Weiß) trat kürzlich einen "Rassismus-Skandal" los. Er und seine weißen Funktionärskollegen hatten leise darüber nachgedacht, wie man den Einfluss von (nichtweißen) Afrikanern und Arabern auf den französischen Spitzenfußball begrenzen könne. Eine 30%-Quote war ihnen eingefallen, mit der die Anzahl der "Übersee"-Franzosen in Sportschulen und Leistungszentren begrenzt werden sollte, um die Chancen der nichtmigrierten Franzosen zu verbessern. Trotz sechs Siegen der Equipe Tricolore in Folge wurde daraufhin von den auch in Frankreich (bei solchen Themen) hochsensiblen Medien Blancs Kopf gefordert.
Nun war das Überlegen, die französische Nationalmannschaft ein bisschen französischer aussehen zu lassen, sicherlich nachvollziehbar und angesichts des mit rund zehn Prozent Anteils der Migranten an der Gesamtbevölkerung weit unter der geforderten Kappungsgrenze von 30 Prozent und damit auch irgendwie begründbar. Doch letztlich war das Ansinnen bloß unverschämt und schwachsinnig. Schwachsinnig, weil es Frankreich vielleicht um begnadete Fußballer bringen könnte, und unverschämt, weil es Bürger, die eine Leistung bringen wollen und können, vom Erfolg ausschlösse.

Dienstag, 24. Mai 2011

Freiheit hat Freizeit

Freiheit ist anerkanntermaßen ein hohes Gut. Getoppt wird es im Ansehen unserer Kultur höchstens noch vom Frieden, wobei den wenigsten bewusst ist, dass Freiheit immer wieder unfriedlich erkämpft werden muss – gegebenenfalls auch mit härteren Bandagen. Vielleicht wird das bei uns auch deswegen so selten belichtet, weil wir hierzulande seit Jahrzehnten eine seltene Synthese der beiden F-Wörter erleben. Seit Jahrzehnten können wir ohne Kanonendonner ins Bett gehen (falls der Nachbar nicht wieder seine Heimkinoanlage aufgedreht hat) und genießen gleichzeitig unsere Freiheit. Oder etwa doch nicht?
Es gibt viele Varianten der Freiheit. Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, individuelle Freiheit, Hamburger Freiheit u.s.w., und während tatsächlich das Individuum immer mehr mehr oder weniger machen kann, was es will, ohne reglementiert zu werden, sieht es bei Verstößen gegen herrschende Ideologien schon ganz anders aus.

Freitag, 6. Mai 2011

Lampen-Alarm

Wenn berechtigte Sorgen übertrieben werden, nennt man das wahlweise Paranoia oder Hysterie. Wie nennt man es dann, wenn unbewiesene Behauptungen so dreist übertrieben werden, dass der normale gesunde Menschenverstand sich außerstande sieht, nicht darauf hereinzufallen? Wie wäre es mit „Niedergangsdefätismus“? Wie auch immer ist das eine der Methoden der neuen Destruktivität, an die wir uns gewöhnen müssen. Dahinter steht die Aufkündigung des Vertrauens in das selbst erfahrene Wissen zugunsten des unhinterfragbaren Wissens von Experten, das jedem Scharlatan die Schranken unserer Wahrnehmung öffnet.
Ein Klassiker dieser real existierenden Virtualität ist das Thema Energiesparlampen, die vorgeblich einer vorgeblich menschverursachten Klimaerwärmung entgegenwirken können sollen. Ich werde hier nicht noch einmal wie in meinem Buch „Chaos mit System“ detailliert auf die Fülle von Lügen und Nachteilen für Konsumenten eingehen, mit der die EU-Bürokratie für die Industrie auf Kosten ihrer Bürger zwangsweise einen neuen Markt erschlossen hat. Es gilt jedoch, den Wissensstand zu aktualisieren und den Sinn zu schärfen, wie „Manipulation für den guten Zweck“ funktioniert.

Voll verkabelt

Nein, hier ist nicht der Platz mit Verspätung eine Kernkraftnutzungsdiskussion loszutreten.  Es wäre allerdings wohl die einzige in diesem Land, denn wo wird sonst schon diskutiert? Alle sind sich einig – von den grünen Neoliberalen bis zu den schwarzen Linksopportunisten. Von den Medien bis zu den (zu vielen der) repräsentativ Befragten. Dank der staatlich verordneten Massenhysterie bin ich jedenfalls vom vorsichtigen Kernkraftskeptiker zum moderaten Kernkraftverteidiger mutiert.
Wenn Dinge nicht mehr offen diskutiert werden können, weiß ich, dass Niedergangsprozesse am Werk sind – und deren Wirkung ist in jedem Falle schlimmer als jede Atomkatastrophe. Wenn wir nicht in der Lage sind, Entscheidungen nach kollektiver Debatte zu fällen, muss der gesellschaftliche Geigerzähler nicht nur in Bezug auf die Demokratie, sondern für die Zukunft der ganzen Zivilisation rattern. Dann sind Werte gestorben, die für das Überleben unverzichtbar sind.
 „50 Helden sind dem Tod geweiht“, meldete die Hamburger Morgenpost Mitte März und zitierte einen Münchner Strahlenbiologie-Professor, dass in Fukushima eingesetzte Aufräumarbeiter alle innerhalb der nächsten Wochen sterben werden. Anfang Mai gab es (zum Glück) immer noch keinen Toten. Für die Medien mussten daher in einem riesigen Aufriss zwei tote Mitarbeiter, die bereits bei beim Erdbeben oder dem Tsunami gestorben waren, als Kraftwerksopfer herhalten. „Rettungskräfte suchen verstrahlte Opfer“ titelt der Focus, und keiner der Leser erfährt danach, ob ein verstrahltes Opfer gefunden wurde oder eben dass keine Opfer gefunden wurden. Das wäre ja auch keine echte Meldung in einer Niedergangsgesellschaft.