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Donnerstag, 10. November 2011

Beobachtungen 7

Plötzlich drei Grad tagsüber und Lichtverhältnisse wie in Mordor. Na ja, irgendwann musste es ja so kommen. Wenigstens liegt das am wenigsten am Niedergang, sondern an der Jahreszeit. Erstaunlicherweise kriegt diesen ruppigen Wechsel manch einer nicht mit, oder besser manch eine. Junge Mädchen im Frühling des Lebens schaukeln scharenweise ihre Dekolletes unter knappen Hemdchen weiter durch die Gegend als gäbe es nicht schon seit Wochen Schokoladenweihnachtsmänner bei Aldi. Statt Schmunzeln oder Stirnrunzeln soll das Anlass sein, mal wieder über kybernetisches Denken nachzudenken.
Der erste, „lineare“ Gedanke ist, die Mädels holen sich damit eine mittelschwere Bronchitis. Der zweite Gedanke fragt, wie nötig es die jungen Damen wohl haben müssen, wenn sie unter diesen Bedingungen weiter am gesamtgesellschaftlichen Brustvergleich teilnehmen. Aber schon der nächste Gedanke verlässt scheinbar sicheres Terrain: Vielleicht wird man durch Kühllagerung der Weichteile gar nicht krank, sondern stärkt, wie bei einer Impfung, nur die Abwehrkräfte. Und vielleicht probieren deshalb die Mädels nur intuitiv, einer gesunden Evolution folgend, aus, wo ihre biologischen Grenzen liegen. So gesehen, würde aus dem ganzen nämlich ein konstruktiver Akt (auch wenn es strenggenommen ja kein richtiger Akt, sondern nur eine Teilentblößung ist).

Doch der gute Kybernetiker hört nicht auf zu denken und geht noch einen Schritt weiter. Wenn die Mädchen schon das Risiko eingehen, also wenn sie mit ihrer eigenen Gesundheit vielleicht zu recht experimentieren, warum geschieht das dann nicht zum Erreichen höherer Ziele wie Körperertüchtigung beim Sport, Lernen auf der Parkbank oder meinetwegen Füttern ohrloser Ohreulen, sondern durch archaisches Zeigen sekundärer Geschlechtsmerkmale? Womit wir dann doch noch die Kurve zum Niedergang gekriegt haben.


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