Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Weihnachten des Wahnsinns

Das Weihnachtsfest musste schon einiges aushalten. Erst haben die Christen es von den Heiden vereinnahmt, dann wollten sie es wieder verbieten, schließlich rückte der Dämon Mammon in den Vordergrund und nun gerät es zunehmend, und das macht es richtig sympathisch, in die Schusslinie der politisch-moralisch korrekten Kämpfer für das selbstgestrickte Gute. Doch der Reihe nach…
Als das Christentum im alten Rom Staatsreligion wurde, funktionierte man kurzerhand die Saturn-Feierlichkeiten zur Feier der Geburt Christi um. Aber in unseren „christlichen“ Weihnachtsbräuchen ist auch sonst nicht viel authentisch christlich. Nimrod, ein mythisch-mystischer vorderasiatischer König zweifelhaften Rufs, könnte der Vorläufer des durch den Kamin rutschenden Nikolaus gewesen sein. Immergrüne Feierbäume gab es schon im alten Ägypten, das Datum der Wintersonnenwende nutzten schon die Druiden und auch vorgeschichtliche Menschenopferer.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Beobachtungen 8

Nachts sind Berlins öffentliche Verkehrsmittel voll von jungen Menschen aus allen vorstellbaren Ländern. Sie unterscheiden sich in Sprache, Outfit und vermutlich auch den Zielen, die sie ansteuern. Eigentlich gibt es bei Ihnen nur zwei Gemeinsamkeiten: Wenn sie alleine oder zu zweit reisen, schauen sie die ganze Zeit wie verzaubert auf kleine Geräte, die ihnen die Wirklichkeit ersetzen. In größeren Gruppen halten sie stattdessen Bierflaschen in den Händen und kommunizieren leise und entspannt. Das Interessante daran ist: Diese Bierflaschen sind fast immer voll, die jungen Leute hingegen nie.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Schwiriche Wirrsicht

Kürzlich hat sich Udo Lindenberg politisch geäußert: Die Demonstrationen gegen die Banken begrüße er. Da war die Welt dankbar, dass sich hier ein Mann der komplexen Analysen und der vorbildlichen Lebensführung klar positioniert hatte. Er finde die neue deutsche Protestkultur „geil“, fügte er noch erklärend hinzu. Soweit, so na ja. Doch dann fügte er etwas hinzu, was nicht nur wegen des wirren Satzbaus den entschiedenen Protest dieses Blogs hervorrufen muss: „Deutschland ist auf einem guten Weg. … Jetzt müssen wir nur noch das Individuum heiligsprechen, dass jeder Mensch eine absolute Kostbarkeit ist.“ Wie bitte: In einer vom Individualismus zerfressenen Gesellschaft soll das Individuum jetzt auch noch heiliggesprochen werden?

Sonntag, 11. Dezember 2011

Lohn der Intervention

Eine virtuelle Gesellschaft erfindet immer wieder neue Wörter, um missliche Dinge schöner aussehen zu lassen als sie sind. Umsiedlung statt Vertreibung, Lohnangleichung statt Lohnsenkung und Entsorgungspark statt Mülldeponie. ‚Intervention’ ist auch so ein Wort, suggeriert es doch, dass kompetente Kräfte eingreifen, um das Schlimmste zu verhindern. Dabei liegt man mit dem deutschen Terminus ‚Einmischung’ viel näher dran: Leute, die sich einbilden, sie seien kompetent, oder die dies aus Eigeninteresse vorgeben, mischen sich mehr oder weniger ungefragt in die Angelegenheiten anderer Leute ein. Was dabei herauskommt, gehört meistens in den Entsorgungspark. In dieser Woche waren 1000 mehr oder weniger kompetente Leute in Bonn, um über die Folgen der Intervention in Afghanistan nachzudenken. Das konnte nur so erfolgreich enden wie die Rettung des Euro oder wie der Versuch, weggelutschte Bonbons wieder in die Tüte zu stecken.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Relativer Rassismus

Die Gruppen der Fußball-Europameisterschaft wurden dann doch tatsächlich ausgelost, obwohl die Sportart wieder einmal gegen alle Regeln des politisch korrekten Fair Play verstoßen hat. Das meinten jedenfalls voller Zorn und Häme die üblichen Sichaufreger von Politik und Medien (wo ist eigentlich noch der Unterschied?). Verursacher war diesmal der 75-jährige offizielle Anführer der Fußballgemeinschaft Sepp Blatter, seines Zeichens Präsident des Weltverbandes FIFA, der es wagte, einmal in seinem Leben die Wahrheit zu sagen. Was war sein „Verbrechen“? Er hat bestätigt, dass es auf dem Fußballplatz häufig und naturnotwendig zu Beleidigungen kommt. Was war sein Fehler? Er hat nicht bedacht, dass manche Wahrheiten wahrer sind als andere.