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Sonntag, 4. März 2012

Demografen-Demagogie



Bevor uns eine mysteriöse Klimaerwärmung einen kalten Winter nach dem anderen bescherte, bevor uns baufällige Atommeiler einen Strahlenschauer nach dem anderen den Rücken runterjagten, und bevor wir ernsthaft fürchten mussten, dass rechtsradikale Horden demnächst die Macht in Deutschland übernehmen, hatten wir ganz andere Sorgen. Wir sorgten uns, dass die Überbevölkerung die Welt aus den Nähten platzen lassen könnte, dass sie die Lebensgrundlagen dieses einzigen verfügbaren Planeten zerstören könnte, dass sie zu einer unbeherrschbaren Lawine anschwellen könnte. Das ist vorbei: In Umfragen zu den dringendsten Problemen landet das Thema Überbevölkerung inzwischen zuverlässig unter ferner liefen. Vielleicht gehört es zur menschlichen Natur, sich bei den wirklich schlimmen Dingen die Bettdecke über die Ohren zu ziehen?

Natürlich haben auch Medien, Politiker und andere, die es mit uns und sich gutmeinen, neue Prioritäten gelehrt, damit wir uns auch mit dem Kopf im Sand noch toll finden können. Wenn die Überbevölkerung überhaupt erwähnt wird, dann im Zusammenhang mit Hunger und Wasserknappheit in den unterentwickelten Ländern, aber nicht mit den geopolitischen Folgen. Aber Hunger und Wasserknappheit sind meistens keine physikalischen oder mystischen Probleme, sondern ein Phänomen des Gesamtproblems. Nahrungsmittellieferungen und Wassersparprogramme zögern die Katastrophe optimistisch betrachtet bloß hinaus, und höchstwahrscheinlich verschlimmern sie sie aufschaukelnd.


Wenn die Einwohnerzahl nicht mit einem Wachstum der Produktivkräfte korreliert, kommt es naturgesetzlich zur Katastrophe. Oder umgekehrt gesagt: Die verwirklichbaren Produktivkräfte setzen der erträglichen Bevölkerungszahl objektive Grenzen. Das weiß der Leser dieses Blogs natürlich längst, aber es spielt in den Texten, Überlegungen und Konzepten der Experten kaum eine Rolle.


Stattdessen gibt es diese moralisierenden Appelle an die reichem Länder, weniger schimmliges Brot wegzuwerfen und weniger Wasser zu verbrauchen. Das hilft höchstens virtuell, nämlich gegen das eigene schlechte Gewissen. Prognosen und Statistiken ersetzen dabei komplexe Analysen. Dank der Demografen wissen wir immerhin, dass es im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen gibt - um uns mit diesem Wissen wieder den Alltagsgeschäften oder Neurosen zuzuwenden.


Diese Demografen machen sich natürlich auch um Deutschland Gedanken, denn das scheint in der durch sie befeuerten öffentlichen Meinung geradezu zu implodieren. 2050, also wenn es neun Milliarden Menschen auf der Welt gibt, sollen hier „nur noch“ 75 Millionen Deutsche leben. Das sind ganze sechs Millionen weniger als bisher. Die Stimmung legt Gedanken nahe an leere Stadien und U-Bahnen und Straßen leer wie nach der Neutronenbombe.


Dem sei hier ein nicht ganz sachlicher, aber umso anschaulicherer Hinweis gegenübergestellt: Weltweit leben trotz aller Chinesen, Inder und Afrikaner durchschnittlich 50 Menschen auf einem Quadratkilometer, in Asien allein sind es immerhin 137 und in Deutschland: 230!


So schnell wird also nicht ausgestorben. Die Demografen sind bestimmten Interessengruppen zumindest nützlich, wenn sie derart verkürzt informieren und damit manipulieren. Das wurde hier auch schon zum Thema Rentenlüge nachgewiesen. Uns wird vermittelt, der Geburtenrückgang bedeute ein sterbendes Deutschland ohne arbeitende Bevölkerung, in dem höchstens noch Greise vom Bett zur Essenausgabe taumeln. Doch tatsächlich werden hierzulande bei einer Reproduktionsrate von 1,4 seit dem Pillenknick weiterhin konstant um die 660.000 Kinder geboren. Das Max-Planck-Institut hat kürzlich sogar eine „Trendwende“ in der Gebärfreudigkeit und eine Rate von 1,6 ausgemacht.


Zuletzt nahm die Gesamtbevölkerung entgegen aller Prognosen sogar zu. 50.000 waren es im vergangenen Jahr dank eines Wanderungsgewinns von 240.000 insgesamt. Na ja, Gewinn? Sollte es nicht eigentlich statt um die reinen Zahlen um die Qualitäten dahinter gehen? Ein auch in Zukunft prosperierendes Deutschland braucht nicht irgendwen, sondern Menschen aus sozial stabilen Verhältnissen und Kulturräumen, die erfolgreich integrierbar sind. Sie müssen gut ausgebildet oder ausbildungsfähig sein und erwarten lassen, dass sie nützlich für die Gemeinschaft sind. Wenn Demografen die Zahlen hier nicht aufschlüsseln und uns mitteilen, kommen ihre Werte Lügen gleich.


Über diese Qualität erfahren wir nur indirekt, wenn wir von den auffällig vergeblichen Bemühungen der Autoritäten lesen, ausländische Fachkräfte anzuwerben (während übrigens im Bekanntenkreis von Konrad Kustos etliche deutsche Fachkräfte frustriert weiter Hartz IV beziehen). Deutschland schrumpft also tatsächlich massiv - aber weniger an Zahl als an seiner „Deutschheit“. Eine schon in der vergangenen Woche thematisierte, vorgeblich gerechte Bevölkerungsförderungspolitik nach dem Gießkannenprinzip, die zudem bei der „Urbevölkerung“ eher die bildungsfernen Schichten zum Gebären motiviert, forciert einen „Fall der Kulturrate“, also sowohl den Identitäts- als auch den Qualitätsverlust des Landes.


So gesehen könnte doch eine noch stärkere Bevölkerungsabnahme - sei es bei der Migration als auch bei den Geburtenzahlen -, wenn sie sozialverträglich gesteuert würde, sogar zu einem Gesundschrumpfen führen. Sicherheitshalber sei an dieser Stressstelle gesagt: Solche Steuerung muss sich immer vor dem Hintergrund einer demokratischen Verantwortung, eines Rechtsstaates und ohne Zwangsmaßnahmen abspielen. Die Verteidigung unseres Selbstverständnisses darf nur auf der Grundlage solcher Werte fußen. In jedem Fall ist es keine Lösung, sozusagen mit Migranten um die Wette gebären zu wollen.


Warum also fälschen die Demografen die Wirklichkeit? Zum einen, weil sie Wissenschaftler sind, und es nicht besser können. Beim Bemühen, sich einer Sache konsequent zu nähern, verlieren sie das große Ganze naturnotwendig aus den Augen. Es ist ohnehin ein Hauptproblem der Gesellschaft des Niedergangs, dass sie exponentiell wachsende Probleme durch eine Reduktion des Blickwinkels auf wenige Äußerlichkeiten virtuell beherrschbar scheinen lassen will. „Ein Problem, eine Lösung“ lautet diese Aufgabenstellung, wo sich doch die realen Probleme an keine Virtualität halten und immer stärker vernetzt auftreten. Deshalb beschreibe ich in meinem Buch "Chaos mit System", wie dringend wir ein neues, ein vernetzendes, ein „kybernetisches“ Denken brauchen.


Zum zweiten ist das so, weil sie, also die Demografen, eben auch Menschen sind, die auf komplexe Fragen, die gar keine fertigen Antworten erlauben, dennoch welche anzubieten versuchen. Und zum dritten, weil sie letztlich auf den Lohn- und Beförderungslisten einer herrschenden Weltanschauung stehen, die permanentes Wachstum in ihrem genetischen Code hat. Solches Wachstum ermöglicht schließlich, ein auf Schulden fußendes Finanzsystem mittelfristig aufrechtzuerhalten, wobei speziell das Bevölkerungswachstum ermöglicht, weiter wachsend Produkte zu verkaufen und Arbeitslöhne nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage vom Wachstum auszuschließen.


Warum sonst sollte die Bevölkerung konstant bleiben oder gar steigen, wo doch die OECD, also sozusagen der ideelle Global-Kapitalist, gerade vermeldet hat, dass die Zahl der Erwerbstätigen, also auch der Arbeitsplätze, in Deutschland bis 2025 von jetzt gut 43 Millionen auf etwas über 40 Millionen fallen werde. Auch diese unvermittelt in die Welt gesetzte Zahl hatte den Grund, Deutschland aufzufordern, das Wachstum anzukurbeln.


Sei die ziemlich nachvollziehbare, aber nicht beweisbare Theorie, Überbevölkerung führe naturgesetzlich zu Krieg, einmal ausgeklammert, bleiben genug fatale Folgen eines unbegrenzten (Bevölkerungs-) Wachstums: Endlichkeit der Ressourcen, Belastung der natürlichen Kreisläufe mit Abfallprodukten, Kahlfraß von Kulturlandschaften, wachsendes menschliches Elend, Verteilungskämpfe und die Verselbständigung all dieser Faktoren, weil die Probleme schneller wachsen als die Lösungen. Nach einer Schätzung der Umweltorganisation WWF müssen in den kommenden 40 Jahren so viele Lebensmittel hergestellt werden wie in 8000 Jahren zuvor.


Je eher die Wachstumsdoktrin beerdigt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden, desto eher haben wir eine Überlebenschance. Dazu gehört mit Priorität, das Bevölkerungswachstum zu stoppen. Schon 1798 schrieb der britische Ökonomen Thomas Malthus, dass die hohe Fertilität weltweit zu Armut und Elend führen werde. Warum geben wir also mehr als 200 Jahre später, wo das Problem längst virulent ist, Milliarden aus, um vergeblich eine vorgeblich schädliche CO2-Produktion stoppen zu wollen, und ignorieren die Hauptquelle des Übels?


Es ist nunmal ein Phänomen zunehmender Zivilisiertheit, dass die Geburtenzahlen zurückgehen. Die Evolution scheint, wie es bei archaischen Gesellschaften gesetzmäßig beobachtet wurde, auf geringere Sterblichkeitsraten mit einer Senkung der Gebärfreudigkeit zu reagieren. Also sollte dort, wo die Zivilisation schon ist, der Geburtenrückgang akzeptiert werden, und dort, wo die Zivilisation noch fehlt, eine solche gefördert werden - und wenn es nur in Form von Verhütungsmitteln ist und der Vermittlung des Bewusstseins, diese auch anzuwenden.


Ein Aufbäumen gegen die letztlich für alle schädliche bis tödliche Überbevölkerung kann jedenfalls nicht nur Pakistan und Umgebung betreffen. Einschneidende Maßnahmen in der dritten Welt zu fordern und zuhause die Geburten- und Migrationszahlen mit teuren Fördermitteln und billiger Propaganda anzukurbeln wäre da nämlich eine Ausgeburt der Arroganz.

Kommentare:

  1. Sehr geehrte Damen und Herren

    Alle großen Probleme der Menschheit (Umweltschutz, Lebensqualität, gesellschaftlicher Zusammenhalt, wirtschaftliche Entwicklung) hängen direkt oder indirekt mit dem ungehemmten Wachstum der Weltbevölkerung, die auch die Hauptursache für sehr viele weitere Übel auf der Erde ist.

    So wird beispielsweise der Klimawandel durch den vermehrten CO2-Aussstoß von immer mehr Erdenbewohnern beschleunigt und wächst sich zu einer Klimakatastrophe ungeheuren Ausmaßes aus, wenn nichts wirklich Greifendes dagegen unternommen wird, die Folgen noch zu minimieren.
    Durch eine nachhaltige, weltweite Beschränkung der Geburtenraten könnten wir Menschen unsere Erdenheimat wieder gesünder, bewohnbarer und insgesamt friedlicher und harmonischer gestalten. Als Menschen sind wir dies uns selbst, unseren Nachkommen und der Natur schuldig, denn wir sollten die Hüter und Bewahrer der Erde und der gesamten Natur sein, und nicht die Ausbeuter und Zerstörer, als die wir uns derzeit leider (noch) entpuppen.
    Meiner Ansicht nach müssen wir den Mut haben, weltweite Geburtenregelungen auf den Weg zu bringen, die mit friedlichen, zwanglosen und menschenwürdigen Mitteln dazu führen, daß die Weltbevölkerungszahl auf ein gesundes Maß gebracht werden kann. Dies müsste von allen Regierungen und allen Völkern aus logischer Einsicht, Vernunft und Verantwortungsbewußtsein heraus beschlossen und umgesetzt werden, allen voran durch die Vereinten Nationen und alle Regierungen der Welt.

    Ich bitte Sie daher, darüber nachzudenken und die diesbezüglich formulierte Kampagne auf Ihrer Webseite, bei change.org, den sozialen Medien usw. zu unterstützen. Diese wird unter anderem vom auch vom deutschen Anatom, Verhaltensforscher, Human- und Evolutionsbilogen Carsten Niemitz (http://de.wikipedia.org/wiki/Carsten_Niemitz) unterstützt.

    Hier geht es zur Kampagne für weltweit verbindliche Geburtenregelungen:
    http://www.change.org/de/Petitionen/weltweite-geburtenregelungen-verbindlich-einf%C3%BChren-introduce-obligatory-worldwide-birth-controls
    Zitat eines Befürworters der Petition:
    "Die Überbevölkerung der Erde ist eine gewaltige Katastrophe und zeigt das Bild eines egoistisch denkenden Menschen, der sich keinen Deut mehr um seine Umwelt schert und die Erfüllung der eigenen Wünsche zum obersten Prinzip seines Lebens erhoben hat. Die Qualität des zukünftigen Lebens aller Menschen ist untrennbar verbunden mit dem Zustand der Natur. Die ungehemmte Plünderung, Ausbeutung und damit einhergehende Zerstörung, Verwüstung und Vergiftung des Erdreichs, der Luft und des Wassers, ausgelöst durch den gewaltigen Bedarf an Nahrungsmitteln und Gütern aller Art einer immer noch explosionsartig wachsenden Bevölkerung, stellt die Menschen vor unlösbare Probleme. Überbevölkerung ist kein Unwort, sondern die genaue Bezeichnung für eine nicht mehr von der Natur verkraftbare Anzahl von Menschen, hervorgerufen durch vernunftloses und verantwortungsloses Zeugen von Kindern. In jedem Land sollten nur so viele Menschen Leben, wie dieses aus eigener Kraft auch ernähren kann. Daneben müssen auch Fauna und Flora genügend Raum zur Entfaltung haben, um ihre lebenswichtigen Funktionen in einem gut funktionierenden Ökosystem erfüllen zu können. Daraus wird ersichtlich, dass sozusagen sämtliche Länder der Erde überbevölkert sind und etwas dagegen tun müssten. Die Eindämmung der Überbevölkerung bedeutet nicht, dass irgendwelche Menschen weg müssen und hat auch nichts mit Rassismus zu tun, sondern sie fordert vom Menschen, gleich welcher Hautfarbe, dass mit aller Kraft eine vernünftige Geburtenregelung angestrebt und durchgeführt werde."

    Mit besten Grüßen
    Achim Wolf

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  2. Punktlandung! Chapeau. In Ägypten müsste jeden Tag eine neue Schule gebaut werden, um eine Schulausbildung für jeden zu ermöglichen. Für das gleiche Geld bekommt man auch einen Panzer. Was geht schneller? Woran verdienen wir im Westen? Decke über den Kopf! Gendermainstreaming und die konsequente Diskussion über die erwachende nationalsozialistische Gewalt ist vieeeel wichtiger!

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