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Freitag, 30. März 2012

Nach-Gedacht: Schlecker

Nun geht also Schlecker entweder den Weg der marktwirtschaftlichen Gesundung oder den alles Irdischen. So weit, so gut. Aber die Tradition der Misswirtschaft soll nicht abreißen.


10.000 Beschäftigte (oder wie die Zeitungen politisch-korrekt schreiben: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen) der runtergewirtschafteten Drogeriemarktkette stehen vor der Kündigung. Das ist hart, das ist ungerecht, das ist das Leben. Ein Leben, dem sich in einer Welt, die keine Geschenke verteilt, viele stellen müssen. Weil es aber plötzlich so viele neue Arbeitslose auf einmal sind, sehen die Schauspieler, die sich Politiker nennen, die Chance, das alte Rührstück „Wir sind die Humanisten“ aufzuführen. Sie wollen eine „Transfergesellschaft“ gründen, in der die Leute weiter für Schlecker arbeiten, aber ihr Geld von dieser Gesellschaft bekommen, die wiederum über Landesbürgschaften in Höhe von 70 Millionen Euro, also vom Steuerzahler, finanziert würde.
Ausgerechnet SPD und Grüne, die Parteien, die mit der Einführung von Hartz IV und damit der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe Millionen fleißige Menschen zu Sozialhilfeempfängern degradiert haben, deklamieren nun über „Soziale Kälte“, weil die FDP die Luftnummer hat platzen lassen. Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann wagt sogar den Euro-Vergleich, der vielen durch den Kopf geht: Dort werden Milliarden verjuxt, und hier sind die paar Millionen nicht da? Ein morbider Vergleich, denn weder Äpfel noch Birnen sollten aus dem Fenster geworfen werden, also weder die Europa-Milliarden noch die Schlecker-Millionen. Und sind nicht die Grünen in der unseligen Europa-Politik trotz ihrer angeblich antiglobalisierten Anhängerschaft die, die am lautesten den europäischen Zusammenschluss des Großkapitals bejubeln?
Wie auch immer: Nun ist die FDP, die tatsächlich eine Partei der sozialen Kälte ist, der letzte Anker der Vernunft in der Schlecker-Seifenoper und hat den transfervergesellschafteten Transfer von Steuergeldern in die Taschen eines Pleiteunternehmers gestoppt. Die Nichtmehrbeschäftigten kriegen dadurch statt reduziertem Gehalt nun Arbeitslosengeld, wie es andere Entlassene auch erleiden. Dafür haben sie nämlich in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt und das steht ihnen zu.
Damit ist ein erneuter Versuch des Niedergangssystems gescheitert, seine Opfer mit dem Geld derer zu besänftigen, die hierzulande noch Werte produzieren. Das ist auch deshalb so wichtig, weil wenigstens diesmal noch Marktwirtschaft bemüht wird: In das Schleckersche Marktvakuum werden nämlich die anderen Ketten vorstoßen und damit wieder Arbeitsplätze schaffen. Der Markt ist in der Lage, die Strukturen zu regulieren, nicht die geschauspielerte Wahlkampf-Moral der Etablierten. Sollte es dabei nicht genug Arbeitsplätze geben, dann gibt der Markt eben nicht mehr her. Da helfen aber auch keine Transfergesellschaften.

Kommentare:

  1. Ich finde den Euro-Vergleich absolut zulässig - aber mit umgekehrter Schlussfolgerung. Wenn denn die Schlecker-Transfergesellschaft von der FDP berechtigerweise zu Fall gebracht wurde, dann müsste sie genauso konsequent in der Euro-Politik sein. Das heißt: Eine Anti-Schlecker-FDP ist nur glaubwürdig, wenn sie auch die immer weiter aufgestockten Rettungsschirme ablehnt. Aber das tut sie nicht, sondern sie beteiligt sich wie alle anderen am Verrat am eigenen Volk. Auch mit der FDP ist der Bundeshaushalt zum Selbstbedienungsladen der europäischen Pleitesstaaten geworden. Also: Bitte ein bisschen mehr Schlecker in Europa!

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  2. Da hat sich der Gutbürger mal auf seine real exestierende Macht besonnen, dem Konsumverhalten, und dem Sklaventreiber Schlecker einen Deckzettel verpasst indem er den Filialen fern blieb. Fast möchte der Pessinist frohlocken! Da brüllen die betrogen Sklaven um ein noch härteres Joch. Welche Zukunft erhoffen sich die Verblendeten in einer Auffanggesellschaft? Da zerbricht der Optimismus! Warum wehren sich Manche so stur dagegen nicht verwaltet und verarscht zu werden?
    Und lasst die "arme" FDP in Frieden. Als Lachnummer erfüllt sie doch zumindest einen Zweck. Am Ende werden die Möchtegernreformer noch ohne Mandat dastehen und enden als Paulaner in der Realwirtschaft. Was können die da für Schaden anrichten?.... Dirk

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