Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Sonntag, 18. März 2012

(P)fusch Fake Fukushima

Die Kraft der Strahlen
Pastorin Nora Steen brachte soviel Betroffenheit rüber, wie es eben nur ein evangelischer Pastor oder hilfsweise ein grüner Bundestagsabgeordneter vermag (falls das noch unterschieden werden muss). Sie hatte aber auch allen Grund, wollte sie doch in ihrem Debüt als Wort-zum-Sonntag-Kommentatorin die ein Jahr zurückliegende Erdbeben-Tsunami-Atom-Katastrophe und somit 19.000 Tote beweinen. Tat sie dann aber doch nicht, denn die 19.000 Toten waren ihr kein Wort wert. Stattdessen bramarbasierte sie über verstrahlte Sandkästen, Mütter mit Geigerzählern und unbewohnbare Landstriche. In diesem verstrahlten Kommentar voller Glauben statt Wissen kolportiert sie Folgen der Atomkatastrophe, die es so von Anfang an nur in den Medien und in Verlautbarungen anderer interessierter Kreise gegeben hat. Und da war sie an diesem Gedenktag nicht die einzige.


Fakt ist: Es hat in Fukushima nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse keine Toten als Folge einer Strahlenbelastung gegeben. Auch die anderen Schäden durch das durchgegangene Atomkraftwerk sind im Vergleich zu Tschernobyl oder zu dem, was hätte passieren können, eher gering. Während in Japan der tatsächlichen Flut- und Erdbebenopfer gedacht wurde, werden in deutschen Köpfen die genüsslich immer wieder präsentierten Bilder der Zerstörung automatisch und fast ausschließlich mit dem Reaktorunglück verbunden. Das ist nicht einfach nur verlogen und dumm - das ist angesichts von 19.000 realen Toten zynisch und menschenverachtend.


Um das zu bewirken, bedurfte es nicht nur einer bloßen Gehirnwäsche, sondern eines waschechten Gehirntsunamis. Konrad Kustos erntete im Gespräch auch bei sonst kritischen Denkern nur blankes Erstaunen und Unglauben, wenn er sie mit den Fakten vertraut machte. Es bleibt nur zu mutmaßen, in welcher geistigen Verfassung ein Volk ist, das sich dem sachlichen Zugang so verschließt und sich stattdessen in freiwillige Blindheit, kollektive Weinerlichkeit und Hysterie begibt. Meine liebste These dazu wäre, dass die Menschen den sich überall manifestierenden Zusammenbruch der Zivilisation spüren, ihn aber nicht als solchen erkennen und deshalb an unberechtigter Stelle zum berechtigten Entsetzensschrei ansetzen.


Dazu kommen die sensationsgeilen Medien, die mit bloßen Erdbeben hierzulande keine Existenzängste auszulösen vermögen, sowie eine sich konstituierende Energiewende-Lobby und deren Propagandaapparate. Und schließlich reiben sich die Atomkraft-Nein-Danke-Veteranen aus Brokdorf und Umgebung die Hände nach dem Motto: Wir haben es ja schon immer gesagt.


Nur um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Der Schaden von Fukushima ist riesengroß, verbindet sich mit großem menschlichen Elend, beinhaltet die Möglichkeit erheblicher Spätfolgen und wäre vor allem noch viel schlimmer möglich gewesen, etwa, wenn der Wind damals aus anderer Richtung geblasen hätte. Möglicherweise stellen auch verstrahlte Lebensmittel eine große Gefahr für die Gesamtbevölkerung Japans dar (wobei interessant wäre zu wissen, in welcher Relation diese Strahlung zu der steht, die in Deutschland durch die radioaktive Haltbarmachung von Lebensmitteln entsteht). In jedem Fall ist ein 20-Kilometer-Umkreis der Reaktorblöcke weiter gesperrt, und 100.000 Menschen mussten oder wollten fliehen.


Nur rechtfertigt keine Gefahr der Welt, dass man sie zur eingetretenen Realität umlügt. Nach Angaben der „Ärzte gegen den Atomkrieg" leben in Japan weiterhin rund 70.000 Menschen in einem 870 Quadratkilometer großen „hoch radioaktiv verstrahlten“ Gebiet. Dummerweise sagen sie nicht, können sie auch nicht sagen, was „hoch verstrahlt mit dem bis zu 200-Fachen der natürlichen Hintergrundstrahlung“ eigentlich für die Gesundheit der Menschen bedeutet, denn die Wissenschaft hat das bisher weder ausreichend erforscht noch definiert.


Es gibt nur relativ willkürlich gezogene Grenzwerte, und nach denen ist der von den Antiatomärzten angegebene Wert von maximal 200 Millisievert gerademal viermal so hoch wie erlaubt. Wieviel Gefahr das bedeutet, kann bisher ebenfalls niemand sagen, aber viermal liest sich doch schon viel weniger dramatisch als ein über die in der Sache unerhebliche Hintergrundstrahlung konstruiertes „200mal“. Die Ärzte hätten solches Tricksen doch wohl nicht nötig, wo sie doch eigentlich die erfolgreichste Organisation der Welt sind: Schließlich hat es sicher nur dank ihres nimmermüden Einsatzes noch nie einen Atomkrieg auf der Welt gegeben.


Wir können uns der Wahrheit angesichts ausstehender wissenschaftlicher Erkenntnisse also wieder nur kybernetisch nähern. Wenn die Berufskassandras also mit ihren Warnrufen recht hätten, wo blieben dann die schrecklichen Bilder von verstrahlten Kindergesichtern und dahinsiechenden Kraftwerksarbeitern in den Medien? Wo blieben die offiziellen Bilanzen des Schreckens oder wenigstens einigermaßen substanzhaltige Berichte aus einschlägigen Kritikerkreisen. Haben die Medien, die sonst noch bei jedem Prominentenmord oder bei jeder Heidi-Klum-Trennung mit ihren Paparazzi vor Ort sind, diesmal gerade keine Fotografen zur Hand gehabt? Ist es der bösen, bösen japanischen Regierung, die immerhin so unfasslich blöd war, reihenweise Atomkraftwerke in Erdbebenzonen und auf Meereshöhe bauen zu lassen, gelungen, alle Beweise unter den nuklearen Teppich zu kehren? Blödsinn: Wir haben einfach nochmal Glück gehabt, ohne dass damit eine Entscheidung für oder gegen die Kernkraft zu fällen wäre.


Es ist jedoch ein wahres Unglück, wenn zum Zeitpunkt der Katastrophe in den Medien Tausende Strahlentote innerhalb der nächsten Wochen prognostiziert werden und bei Ausbleiben derselben dies weder eine Meldung noch eine Nachfrage kritischer Kreise wert ist. Diese Atom-Illusion ist härter als der Beton der japanischen Meiler.


Anscheinend wollen alle weiter in dieser Schreckensvision leben, Jodtabletten horten und ulkig bemalte Kinder mit langweilig bemalten Plakaten auf Demos schicken. Schamhaft am unteren Rand von Wissenschaftsseiten der Tageszeitungen fanden sich schließlich einige verschämte Entwarnungen - unbeachtet von den Pastoren und Politikern dieses Landes.


Pastorin Steen jedenfalls hat versprochen, mit einer langen Lichterkette die Menschheit daran zu erinnern, dass diese mit der Atomkraft den falschen Weg eingeschlagen habe. Danke Nora, gut, dass die Menschheit dich hat und dass du dich so gut auskennst. Wie weit sind eigentlich diese moralisierenden Lichterketten noch von jenen historischen Fackelzügen entfernt, die durch ihren romantischen Schein schon einmal beginnendes deutsches Unglück beleuchtet haben?


In Japan jedenfalls findet die Strahlenhysterie, wenngleich sie hier viel weniger ausgeprägt ist als am anderen Ende der Welt in Deutschland, Opfer, wo man sie nicht erwartet hätte. Evakuierte und Umsiedler müssen Spießrutenlaufen, sie werden aus Restaurants und Hotels gewiesen, weil man sie für wandelnde Kobaltbomben hält. Schüler werden schikaniert, Erwachsene gemobbt, und eine Stadt forderte gar einen Strahlenfreiheitsnachweis. Auch politische Führer wurden Opfer der Hysterie: Als der neue Industrieminister scherzhaft seinen Ärmel an dem eines Journalisten rieb, brach ein Sturm der Entrüstung los, und der Spaßvogel musste zurücktreten.


Der Schaden hierzulande sieht bekanntlich ganz anders aus: Deutschland hat die Energiewende mit laut ZDF-Umfrage tatsächlich 76-prozentiger Zustimmung der Bürger ausgerufen und lässt sich das oder besser gesagt die Verbraucher Milliarden kosten. Die Nachbarländer Großbritannien, Frankreich und Polen setzen weiter auf Atomstrom und Kraftwerksneubau, was bedeutet: Egal wie toll wir sind und wie recht wir vielleicht haben - wenn’s knallt, sitzen wir mittendrin, nur dass der Spaß für uns teurer war und wir uns nicht darum kümmern konnten, wie sicher die Produktion des Stroms war, den wir nun einkaufen mussten.


Das alles stört die atomfürchtige Pastorin nicht. Nora will nun ganz im Sinne ihrer geistigen Puppenstube auch auf dem Spielplatz ihres Sprösslings Kerzen anzünden. Ich stelle mir das bildlich vor, wie sie dort, die armen Kinder indoktrinierend und instrumentalisierend, ihre Show abzieht. Bei dem Pathos vergeht mir das Strahlen endgültig.

Kommentare:

  1. Weil Deine Ausdrucksweise ernsthaft wirkt, möchte ich Dir hier einen Link auf einen Untersuchung über einen Teil der in den USA in Folge des Fukushima-Ereignisses an Strahlenschäden verstorbenen geben:
    http://www.politaia.org/kriege/falludscha-fukushima-und-die-globale-strahlenkatastrophe-teil-1/
    http://www.politaia.org/israel/falludscha-fukushima-und-die-globale-strahlenkatastrophe-%E2%80%94-teil-2/

    Ich würde mich freuen, wenn Du Deine Gedanken zum Thema Atom erweitern könntest.

    Infoliner

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  2. Wenn hier irgendwas wirklich verstrahlt ist, dann dieser von Dir empfohlene Artikel. Komm wieder runter aus der Wahnwolke, lasse nur schlüssige Argumentationen zu und glaube nicht belegfreie Phantasiezahlen und hanebüchene Konstruktionen (Millionen Strahlentote in USA etc).

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  3. Es ist ja lustig, auf eine Pfarrerin einzudreschen, die einmal das Wort zum Sonntag vorlesen darf. Und die Prügel sind verdient, weil sie ihre Stellung für politische Statements missbraucht. Aber was ist eigentlich mit der Tochter jenes Pfarrers, der einst von West nach Ost ging, als ihm Millionen entgegenkamen? Nora muss noch eine ganze Menge Scheiße bauen, bis sie die oberste Deutsche eingeholt hat, die sich mit ihrer Atom-Panikreaktion beim Volk und den manipulierenden Journalisten beliebt machen wollte.

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  4. Klar: Alles in bester Ordnung in Fukushima und Umgebung! Klar: Das mit den Sandkästen damals haben sich alle nur eingebildet! Und weil die Tsunami-Katastrophe so schlimm ist, kriegt jeder was auf die Fresse, der das Atomunglück focussiert!
    Mannmannmannmann. Dieser Blog hier ist ja so selbstherrlich, da kann man gar nicht genug kotzen!

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  5. Geht es jetzt besser? Lies den Blog vielleicht nächstes Mal, bevor Du kotzt. Und dann beehre uns mit ein paar Argumenten.

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  6. Herr Kustos,
    ich bin Arzt und habe meine Radiologieprüfung beim Nachfolger des Herrn Röntgen abgelegt....
    Strahlendosisgrenzwerte und insbesondere deren Einheit mSievert werden in der Medizin nicht durch antiatom - Ärtzte festgelegt sondern , wie mir mein Herr Professor bestätigte durch den, wie immer nur durch Strahlen -Lobbyisten kontrollierten Gesetzgeber!.....mein Rötgengerät habe ich abgeschafft!
    wenn Sie bedenken , daß zum Ausgleich der natürlichen Strahlung von ca. 3 mS jährlich, lebende Zellen über eine DNAseaktivität verfügen, um diese Schäden innerhalb von 365 Tagen zu reparieren und , wenn Sie nun die für eine Röntgendosis veranschlagte Dosis von ca. 1 mS vergleichen, dann sind Sie sicher auch bereit mal ein Paar Bilder von Ihrem Inneren fertigen zu lassen.
    Stimmts? So einfach , wie Sie sich Ihren Gehirntumor zugezogen haben. Ihnen wurde bei der Dosis nämlich die Zeit der Einwirkung verschwiegen.
    kommen Sie anhand dieser Informationen unter Umständen nicht mal darauf, obwohl Sie in Biologie,Physik und anscheinend auch VWL nicht richtig aufgepasst haben , dass bei Hereinrechnung der Kosten für die millionenjahrelange Lagerung von Atommüll,Fukushima,T%schernobyl und den vielleicht auch mal planmäßig durzuführenden Rückbau der Atommeiler, die Kosten für eine Kilowattstunde Atomstrom auch um einen Faktor von 10 hoch 9 größer wird.

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  7. Halt habe mich vertan es handelt sich sogar nur um 0,1 bzw. 0,3 mS an Aufnahmen bzw. natürlicher jährlicher Strahlendisposition
    .....vergleiche man die von Ihnen zitierten "erlaubten Dosen" natürlich auch ohne Zeitangabe wirds hoffentlich auch Ihnen Angst und bange:-)

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  8. Keine Freigabe für Argumente ...? also tatsächlich schon tumorös entartet dieser Blog!

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  9. Lieber Herr Dr. Anonym,
    entschuldige Sie, dass ich am Montag abend um 23 Uhr nicht auf Ihren 3. Kommentar gewartet habe. Aber ein bisschen mehr als zwei Minuten Zeit hätten Sie mir schon gewähren sollen, um zu antworten oder Ihre Texte freizustellen. Der erste Kommentar übrigens gefällt mir am besten: klare Syntax, keine Rechtschreibfehler und eine Aussage, die man so stehen lassen kann. Bei den Kommentaren 2+3 habe ich das Gefühl, dass Sie recht haben könnten, wenn ich verstünde, was Sie schreiben. Das frustriert ein bisschen. Sie als Arzt sollten wissen, dass Drogen noch gefährlicher sein können, als Strahlen in Japan, und bei der Blog-Lektüre nicht automatisch zu großen Geistesleistungen animieren. Apropos Ärzte: Da ist wirklich mal wieder ein Post fällig, wie eine arrogante, inkompetente Minderheit mit ihrem Allmachtspathos die Leute an der Nase herumführt und sie letztlich kranker macht als sie schon sind. Zum Glück glaube ich Ihnen nicht, dass Sie ein Arzt sind. Aber es hat Spaß gemacht, tumorös entartet zu antworten.

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