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Dienstag, 3. April 2012

Nach-Gedacht: Solarstrom

Als hier im Januar der Post zum Thema Solarstrom erschien, hätte man noch witzeln können: „Wie geht’s dem Solarstrom? Na, so la(r)la(r).“ Doch jetzt ist mit Q-Cells der vierte große Produzent in Deutschland insolvent, und für diese Industrie, in die Staat und Bürger Milliarden an Förderung investiert haben, bricht die Eiszeit an.

Die Branche leidet unter Konkurrenz anderer Länder und unter dem allgemeinen Preisverfall der Bauelemente für Photovoltaik. Einst strahlende Namen wie Solon, Solar Millennium, Solarhybrid und eben Q-Cells lernen, dass ein künstlicher Markt nur solange funktioniert, wie die Fördergelder sprudeln – höchstens. Da ist wohl was richtig falsch gelaufen.
Nun musste also auch der Solarzellenhersteller Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt den Insolvenzantrag stellen. Das börsennotierte ehemalige Vorzeigeunternehmen der Solarbranche hatte im Jahr 2011 einen Verlust von 846 Millionen Euro bei einem Umsatz von 1,02 Milliarden Euro gemacht. Ein unglaublich desaströses Verhältnis.
Eigentlich wollte man dann, wie es so Mode wird, auf Kosten von Geldgebern, in dem Falle wohl hauptsächlich staatlicher Institutionen, mit einem Schulden- und Kapitalschnitt wieder auf die Beine kommen. Das klappte nicht, weil sich eine dafür ungünstige Rechtsprechung abzeichnete.
Was passiert also, wenn mit Subventionen der Markt ausgehebelt werden sollte und dies naturnotwendig scheitert? Es wird nach mehr Subventionen gebrüllt. Sogleich meldete sich also die PR-Vorhut der Alternativ-Stromer, in diesem Falle in Gestalt des BUND, einer bekannten Umweltschutzorganisation und warf der Landesregierung von Sachsen-Anhalt eine zu zögerliche Haltung vor. Das Land „kann es sich nicht erlauben, das so einfach platt gehen zu lassen und noch nicht mal helfend einzugreifen“. Ein mögliches Ende von Q-Cells sei, so wird der moralische Druck erhöht, ein „großes Problem für das Image von Sachsen-Anhalt.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hofft noch auf den Erhalt der Arbeitsplätze: „Bisher haben wir aus jeder großen Insolvenz eine Fortsetzungslösung entwickelt“. Das lässt befürchten, dass den Euro-Milliarden noch weitere Milliarden hinterhergeworfen werden sollen. Unwahrscheinlich, dass Haseloffs Parteifreund Klaus-Dieter Weber und dessen CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung in Sachsen-Anhalt Gehör findet. Die warnten nämlich vor weiteren staatlichen Finanzhilfen und Zusagen. Q-Cells sei nicht wegen einer zu geringen Förderung in die Pleite gerutscht. Angesichts üppiger Subventionen habe die Vorstandsetage schlichtweg vergessen, dass es Markt und Wettbewerb gibt.

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