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Samstag, 18. August 2012

Neuer Lampen-Alarm

Im September ist es soweit, die Glühlampe ist Geschichte. Das EU-Glühlampenverbot gilt dann für alles, was mehr verbraucht als 10 Watt. Dann werden wir noch mehr stolpern, kneisten und geduldig warten, bis das Licht die Dinge relevant erhellt. Selbst die Niedergangs-Experten in der EU scheinen inzwischen zu erkennen, dass sie bei den Lampen nicht die Hellsten waren. So sprach ein Europaabgeordneter inzwischen vom Nichtbewusstgewesensein der Tragweite und von blindem Kopieren australischer Alibi-Gesetze. Ändern wird sich durch die späte Erkenntnis am Missstand natürlich nichts. Immerhin wurde ein neuer Markt eröffnet, und viele Leute verdienen viel Geld an den neuen PoCo-Funzeln.

Dafür musste auch ordentlich gelogen werden: Rund 1/6 des Stroms soll nur noch verbraucht werden, es ist aber höchstens 1/4. Die angegebene Lebensdauer setzt voraus, dass die Lampe nicht häufig geschaltet wird, sonst sinkt sie beträchtlich. Sowieso beträgt die Helligkeit der Energiesparlampe nach der Hälfte der Lebenszeit auch nur noch Hälfte, müsste also schon längst ausgetauscht sein. Das Giftpotenzial wurde verschwiegen. Und schließlich wurden die Ökobilanzen (z.B. Quecksilbertransporte aus China) gefälscht, um die Energiesparlampe virtuell im reinen Licht erstrahlen zu lassen.


Andere Argumente gegen die Willküraktion der EU gab es bei Konrad Kustos’ Lampen-Alarm schon am 6.Mai 2011 reichlich zu lesen:


Wenn berechtigte Sorgen übertrieben werden, nennt man das wahlweise Paranoia oder Hysterie. Wie nennt man es dann, wenn unbewiesene Behauptungen so dreist übertrieben werden, dass der normale gesunde Menschenverstand sich außerstande sieht, nicht darauf hereinzufallen? Wie wäre es mit „Niedergangsdefätismus“? Wie auch immer ist das eine der Methoden der neuen Destruktivität, an die wir uns gewöhnen müssen. Dahinter steht die Aufkündigung des Vertrauens in das selbst erfahrene Wissen zugunsten des unhinterfragbaren Wissens von Experten, das jedem Scharlatan die Schranken unserer Wahrnehmung öffnet.


Ein Klassiker dieser real existierenden Virtualität ist das Thema Energiesparlampen, die vorgeblich einer vorgeblich menschverursachten Klimaerwärmung entgegenwirken können sollen. Ich werde hier nicht noch einmal wie in meinem Buch „Chaos mit System“ detailliert auf die Fülle von Lügen und Nachteilen für Konsumenten eingehen, mit der die EU-Bürokratie für die Industrie auf Kosten ihrer Bürger zwangsweise einen neuen Markt erschlossen hat. Es gilt jedoch, den Wissensstand zu aktualisieren und den Sinn zu schärfen, wie „Manipulation für den guten Zweck“ funktioniert.


Schon im Dezember hatte das Umweltbundesamt gemeldet, dass aus einer zerbrochenen Energiesparlampe soviel Quecksilber austritt, dass der Grenzwert für Innenräume zwanzigfach überschritten wird. Dem trotz der oktroyierten Lampen noch einigermaßen gesunden Menschenverstand stellt sich die Frage, warum dieses Amt der Umweltexperten sich nicht vor Einführung des neuen Brennmittels dazu schlau gemacht hat. Vielleicht weil die sicher gutwilligen Mitarbeiter wussten, dass gegen die EU-Bürokratie sowieso kein Kraut gewachsen ist? Oder weil sie der „guten Sache“ nicht im Wege stehen wollten?


Mir stellt sich noch eine ganz andere Frage. Warum gingen die Experten gerade jetzt mit einer Weisheit an die Öffentlichkeit, die mittlerweile jedem bekannt ist, der sich mit dem Thema auch nur hobbyweise beschäftigt hat. Quecksilber war schon bei den seit Jahrzehnten gebräuchlichen Leuchtröhren ein ungelöstes Problem, denn sie gehören deshalb auf den Sondermüll, wo sie aber zu weniger als 20 Prozent landen – wie eben auch bei den ach so umweltfreundlichen Energiesparlampen.


Nicht gerade erleuchtend war dann die Art und Weise, wie die sonst recht sorgfältige Stiftung Warentest mit dem Thema umging. Wenn es um die virtuelle Rettung der Welt geht, dann nimmt auch sie es mit den Worten und der Wahrheit anscheinend nicht mehr so genau. Zwar bestätigte „Test“ im Januar die Quecksilbergehaltsmessung der staatsgetragenen Umweltretter, doch seien die „2 Milligramm mit bloßem Auge kaum sichtbar“.


Dann kam dort die Logik des Niedergangs aber erst richtig in Fahrt: Weil zwei Kilogramm Fisch soviel Quecksilber enthalten wie eine Energiesparlampe sei Umweltschutz wichtig. Wer Energiesparlampen benutzt, trägt zum Umweltschutz bei, und zwar, weil diese 80 Prozent weniger Strom verbrauchen (eine hinreichend widerlegte Behauptung). Deshalb komme eben weniger Quecksilber aus den Kraftwerkschornsteinen (auch bei Atomkraftwerken?). Also alles kein Problem. Und zuhause ist auch schnell alles wieder in Ordnung: Viel lüften, mit Gummihandschuhen die Reste des Kolbens zusammenkehren, den Teppich mit Klebeband abtupfen, erst dann staubsaugen und den Beutel sofort entsorgen. Und schon ist es wieder schön gemütlich daheim, besonders wahrscheinlich, wenn eine alte, stimmungsvolle Glühlampe eingeschraubt wurde.


Ja wenn, und wenn es nicht immer noch dicker käme. Kurz vor Ostern meldete der NDR in einer Verbrauchersendung, dass die Öko-Leuchtmittel offenbar auch während des Betriebs Dämpfe absondern, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Der Sachverständige sagte sogar, die meistabgegebenen Substanzen seien die mit dem höchsten Krebsrisiko. Wir werden sehen, wie schnell Stiftung Warentest und andere Verdunkler der Wirklichkeit mit Verbalberuhigung zur Stelle sein werden.


Aber es gibt auch gute Nachrichten: Immer mehr sind die alten, seit Urzeiten bewährten Glühlampen wieder zu erhalten – voll korrekt angeboten als Heizelemente.

Kommentare:

  1. Kicher ... ich gehöre zu jenen, die noch mal Hamsterkäufe veranstaltet haben. Unsere Glühlampen daheim halten noch einige Jahre ...

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  2. Habe auch für Jahrzehnte 60er und 100er Birnen gekauft!
    Sollen die korrupten, verkommenen Politarschgeigen ruhig weiter im Dunkeln rumtappen, ich habe das wenig Lust zu.

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  3. Zum Energiebezug sind alle Angaben FALSCH. Der normale Endkunde bezahlt die Wirkleistung, die ist bei ESL wirklich geringer, aber tatsächlich muss die Blindleistung erzeugt werden und die liegt bei 60 -70 Watt.
    D.h. der Kunde spart, EVU muss trotzdem die gleiche Energiemenge bereitstellen und somit die Preise erhöhen.

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  4. Muss ich das verstehen? Hat das was mit meinem Post zu tun?

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    1. Natürlich, die "Energiesparlampe" spart keine Energie, sie nimmt lediglich weniger Wirkleistung auf.
      "Fazit: Energieversorgungsnetze (Generatoren, Transformatoren und Kabel) müssen Scheinleistung erzeugen und liefern. Würden nun alle Haushalte die 60 W Glühlampen durch diese 12 W Energiesparlampen ersetzen, bedeutete dieses für das Netz sogar eine leichte Erhöhung der Leistungsaufnahme, denn alle Komponenten im Netz müssten dann diesen Strom übertragen."
      http://bmb.lcd.lu/science/Power_factor_and_harmonics/hoehere_Netzbelastung.pdf erklärt das zwar sehr wissenschaftlich, aber übrig bleibt: Man treibt den Teufel mit dem Belzebub aus.

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    2. Falls die Behauptung zutrifft, dass die Energiesparlampe tatsächlich am Kraftwerk keine Energie spart, sondern nur so ne komische Wirkleistung, dann wäre das sehr relevant. Aber hier werden 2 Sachen zusammengemischt, die elektrische Energie, die durch Verbrennen von Kohle, Gas oder Atomen ;-) erzeugt wird, und die Belastung des Netzes durch Blindströme, die durchaus real sein kann, aber nicht annähernd die selben Primärenergiekosten hervorruft wie Wirkleistungen. Und die Blindströme können auch ausgeglichen werden - Zitat aus o.g. PDF: "So könnten sich Energiesparlampen, Fernsehgeräte und Computernetzteile gegenseitig aufgrund unterschiedlicher Phasenlagen der Stromharmonischen kompensieren.".

      Langfristig gedacht könnte auch eine Niederspannungsquelle in den Wohnungen Geräte mit niedriger Leistungsaufnahme versorgen, die könnte dann viel effizienter sein als die vielen Billig-Netzteile, und wäre sogar an lokale Solarzellen etc. besser anzukoppeln.

      Abgesehen davon finde ich es nett, dass Konservative meistens den Ist-Zustand als das erstrebenswerte ansehen und nicht bedenken, dass dieser vor vielen Jahren von anderen Konservativen als ganz böse bekämpft wurde - das Gaslicht durch elektrisches zu ersetzen zum Beispiel (das ist sogar noch aktuell, bei Straßenlampen), oder die sympathischen Pferdekutschen durch lärmende Benzinfahrzeuge (in diesem Fall stehe ich auf Seiten der Altkonservativen...).

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  5. Abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, wie Du das mit den Gaslampen meinst (bist Du nun dafür oder dagegen, und wer ist da der Konservative, der früher keiner war oder so?), wäre festzuhalten, dass natürlich jeder Wertbewahrende an der Geschichte gemessen werden muss und kann. Irgendwann verliert ein Wert seinen Wert und (erst) dann wird Konservativismus reaktionär. Unabhängig davon können Konservative durchaus in verschiedenen historischen Perioden unterschiedliche Dinge verteidigen, so wie zuerst das Gaslicht und dann eben, wenn das Gaslicht nicht zu retten ist, die Glühbirne gegen undurchdachte Kopfgeburten wie die Energiesparlampe. Letztere brauchst Du übrigens nicht zu verteidigen, die ist jetzt schon mausetod (bald ersetzt durch LED, OLED oder die Wiedergeburt der Glühbirne als Sonderleuchtmittel). Die Konzerne haben schließlich ihren Reibach schon gemacht.

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