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Samstag, 30. Juni 2012

Klima-Müll


Berlin bekommt jetzt eine „Klimatonne“. Das ist auch gut so, denn dann können wir unser Klima, dass uns seit mindestens 2005 statt der versprochenen Erwärmung meist kaltes und schlechtes Wetter verschafft, eben mal in die Tonne treten. Oder hat dann jeder eine Tonne zuhause, wo er ein bisschen Klima rauslassen kann, wenn das mal knapp werden sollte? Gut gedacht, aber weit gefehlt: Mit der Klimatonne ist eine Mülltonne gemeint, die das private Geldverdienen mit Hilfe unserer Umweltfreundlichkeit optimieren soll. Dabei kommt - nicht nur in Berlin - jeder Euphemismus und jede Übertreibung recht, selbst wenn sie noch so albern ist. Denn bei der Tonne ist noch lange nicht Schluss, wenn es um die Knebelung der Wirklichkeit im Dienst der „guten“ Sache geht.

Während die sich lawinenartig vermehrenden Menschen weiter Wälder abholzen, Bodenschätze plündern, die Meere verseuchen und mit Ruß und Blei die Atemluft vergiften, lernen wir aus der Klimatonne und ähnlichem Wortmüll unterschwellig wie fälschlich, dass Müllrecycling eine Sache des Klimaschutzes und nicht des Umweltschutzes ist. Der Unterschied geht anscheinend in den Köpfen vieler Leute so durcheinander wie der Unterschied von Naturheilkunde und Homöopathie.


Klimaschutz ist die aktuelle Parole des Niedergangs, also der Ablenkung von den wirklichen Problemen. Beinahe zwangsläufig wird dann Müll und Klima synonym verwendet, um die Mülltonne sexy zu machen. Dabei gab es Mülltrennung in Berlin schon vorher, doch nun wollen die privaten Entsorger eine größere Scheibe vom lukrativen Geschäft mit dem Müll abhaben und bemühten ihre Werbeagentur für ein bisschen Wortkosmetik.


Es wird also gar nichts besser, außer den Versprechungen eines wortmächtigen Labels, und das ist bedauerlich, denn es bestünde durchaus Handlungsbedarf: Laut Statistik hat die Berliner Durchschnittsfamilie nämlich schon fünf Mülltonnen (wenngleich nach ebenfalls fragwürdiger Datenbasis), doch nur 36% des Mülls aus der gelben Tonne muss das duale System wiederverwerten, der Rest wird sowieso umwelt- oder meinetwegen klimaschädlich verbrannt.


Noch schlimmer: Mehrere der zehn jetzt beteiligten privaten Entsorger haben es abgelehnt, Elektroschrott, Spielzeug, Metalle, Datenträger, Alttextilien und Altholz in die klimatisierte Tonne aufzunehmen, weil ihre Sortierungsanlagen dafür nicht geeignet sind. Bislang konnten diese Materialien in der „Orange Box“ des kommunalen Entsorgers BSR gesammelt werden. Der „marktwirtschaftliche“ Kompromiss sieht nun vor, dass in die neue Tonne nur Verpackungen und „stoffgleiche Nichtverpackungen“ hineindürfen. Der restliche Müll, für den ein Recycling sinnvoll wäre, kommt also wieder in den Hausmüll und damit auf die Deponie. Solch Klimakosmetik durchzieht die ganze aufgeregte virtuelle Welt des menschgemachten Klimawandels.



Mein Bäcker des Vertrauens packt jetzt seine Erzeugnisse in „klimaneutrale“ Tüten. Ich bin sicher, dass im ganzen Produktionsprozess eine dünne Papiertüte die geringste Umweltauffälligkeit hat. Dennoch: Tüten sind so umweltschädlich wie nötig, auf keinen Fall aber klimaneutral. Ich verstehe natürlich was gemeint ist: Der Bäcker kauft Ablassscheine bei den aus dem Boden schießenden Klima-Dienstleistern, bezahlt also Aufforstung in Uganda, um hierzulande Kohle zu machen. So kann sich sogar eine "Superwurst" an die Rettung der Welt machen. Aber das ist für mich wenn nicht sogar von fragwürdigem Nutzen so doch auf alle Fälle eine Täuschung des Verbrauchers. Das gilt für duftendes Krustenbrot natürlich ebenso, wie für die als Ökoware angepriesenen „Klimaneutralen Duftkerzen“, die wie andere Duftkerzen auch sogar gesundheitsschädlich sein dürften.


Besonders dreist segelten Aldi und Rewe auf dem Umwelt-Bluff. Sie versprachen den Kunden kompostierbare Einkaufstüten, was die Hemmschwelle beim Verbrauch dieser umweltbelastenden und Erdöl verbrauchenden Konsumgüter erfolgreich senkte. Dummerweise wurden die Tüten weder kompostiert noch recycelt und waren dazu auch gar nicht geeignet. „Greenwashing“ nannte das die „Deutsche Umwelthilfe“, die den üblen Trick aufdeckte und damit den Tütenzauber wieder vom Markt verschwinden ließ.


Vielleicht den Vogel abgeschossen hat aber der FSV Mainz 05, der sich „erster klimaneutraler Club der Fußball-Bundesliga“ nennt. Wie jetzt, atmen die Mainzer Kicker weniger Kohlendioxid aus als die Sportkameraden anderswo? Fahren und fliegen sie nicht mehr durch die Gegend, um Spiele zu bestreiten? Heizen sie die Umkleideräume nicht, und spielen sie ohne Flutlicht? Weit gefehlt, sie haben nur einen lukrativen Kooperationsvertrag mit dem Öko-Energieversorger Entega geschlossen, der dem Verein Millionen bringt, und vermutlich kostenlosen, weil durch gutgläubige andere Verbraucher hochsubventionierten Ökostrom.


„Um vollkommene Klimaneutralität zu erreichen, werden die Restmengen an produziertem CO2 vom Verein kompensiert“, heißt es in einer Erklärung. „Vollkommene“ „Klimaneutralität“, was mag das sein? Da müssen wohl die Fans dem Stadion fernbleiben und ihr CO2 zuhause vor ihrem hoffentlich klimaneutralen Fernseher ausatmen. An die Fans wurde aber tatsächlich gedacht. Sie mögen doch bitte, so hieß es zumindest am Beginn der Kampagne, ohne Auto zum Spiel anreisen. Damals stand Mainz an der Tabellenspitze, sollte sich Klimavirtualität, äh, Klimaneutralität etwa auf die Leistung auswirken?


Noch lächerlicher machte sich die Berliner SPD, die allen Ernstes das Regierungsziel ausgab, die Stadt bis 2050 CO2-frei zu machen. Über die Unmöglichkeit schon einer CO2-Neutralität mal hinweggesehen, aber CO2-Freiheit...? Wie denn, unter einer Glaskuppel mit künstlich erzeugter Atmosphäre und nicht atmenden Menschen, Tieren und Pflanzen? Da muss aber noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

1 Kommentar:

  1. Es gibt nur drei Methoden, wie es auf der Erde nachhaltig wärmer werden kann.Vergleicht man die Erde mit einem Döner-Spieß wird es sofort klar

    a) Der Döner-Spieß muß sich langsamer drehen, um schneller gar zu werden
    b) Der Döner-Spieß muß näher zum Grill geschoben werden, um schneller gar zu werden
    c) Der Grill muß auf die stärkste Stufe eingestellt werden, um den Döner-Spieß schneller zu garen

    a) Die Erde muß sich langsamer um sich selbst drehen
    b) Die Erde verkürzt ihren Abstand zur Sonne
    c) Die Sonne verstärkt ihre Aktivität

    Anthropogene globale Erderwärmung gibt es nicht / Auch nicht durch Kohlendioxid (CO2)
    https://aufgewachter.wordpress.com/2012/10/17/anthropogene-globale-erderwarmung-gibt-es-nicht-auch-nicht-durch-kohlendioxid-co2/

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