Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 29. September 2012

Un-Vermögenssteuer

Quelle: http://de.toonpool.com
250 Milliarden Euro werden in Deutschland jährlich vererbt, großteils in Form von Immobilien. Kein Wunder, denn die, die reichlich haben, werden immer reicher. Je höher die Einnahmen desto höher die Einnahmenzuwächse. Die 50% der Bürger mit geringerem Einkommen verfügen nur über ein Prozent des gesamten Nettovermögens, dafür teilen die oberen zehn Prozent eine volle Hälfte dieses Nettovermögens unter sich auf. Gleichzeitig schwinden die Besitztümer der öffentlichen Hand. In den zehn Jahren seit 1992 sank das Nettovermögen des Staates um 800 Milliarden Euro. Da scheint die Forderung nach einer sozialen Umverteilung und einer Vermögenssteuer nahezuliegen, doch kybernetisch gesehen ist natürlich alles ganz anders.

Samstag, 22. September 2012

Klimakomp(s)ensation

Internet ist schuld
In Berlin werden jetzt an einigen Bushaltestellen die Bänke beheizt. Das ist dann ein echter Hot Spot, denn hier gibt es auch noch einen Internetanschluss für alle dazu. Wenn aber Bänke im Winter den Leuten im Freien den Hintern heizen, müsste man aus Umweltgesichtspunkten den Verantwortlichen Feuer unter demselben machen. Doch statt dass hier ein Sturm der Entrüstung losbricht, muss sich pauschal das arme Internet als Umweltschänder brandmarken lassen. Jede Google-Suche verbrauche soviel Strom wie eine Stunde Energiesparlampe, sagen aufgeregt manche CO2-Strategen, andere sprechen von 66 Google-Suchen für solch ein erleuchtendes Ereignis. Warum aber muss sich die Propaganda der Klimaretter ausgerechnet gegen das Suchen von Information mittels weltumspannender Datennetze wenden? Immerhin liegt in diesen Netzwerken eine der wenigen Chancen, dem unbeherrschbar werdenden Informationswachstum beizukommen.

Samstag, 15. September 2012

Euro-Gericht richtet es nicht

Eine neue Studie hat ergeben, dass man ganz Berlin für 239 Milliarden Euro kaufen kann. Damit sind natürlich die Immobilien gemeint, die Politiker kosten extra. Fast dieselbe Summe, nämlich 190 Milliarden Euro, ist jetzt mit Billigung des Bundesverfassungsgerichts durch EU-Gremien von deutschen Staatskonten abbuchbar, ohne dass Deutschland dazu gefragt werden muss. Das sollte uns natürlich nicht weiter irritieren, denn wenn von Deutschland mehr Geld gefordert wird, und das wird es werden, dann sind in bekannter Praxis weitere Zahlungen schnell auf den Weg gebracht. Dieses Deutschland handelt nicht so, wie es die Deutschen wollen, sondern wie es seine demokratisch gewählten Politiker in Opposition dazu wollen. Die Schere zwischen dem Volkswillen und dem Volksvertreterwillen wird immer größer, die Demokratie schafft sich ab.

Montag, 10. September 2012

Nach-Gedacht: Paralympics

Die Zeitung schrieb über Gänsehaut-Atmosphäre in vollbesetzten Arenen, eine Metropole voller fröhlicher Menschen und einen begeisterten Präsidenten: „Die Londoner haben uns das Gefühl gegeben, dass die Paralympics das zweite Olympia waren. Und zwar nicht in der Reihenfolge, sondern nebeneinander stehend.“ Diese Wahrnehmung wollen wir dem Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbandes lassen, aber wie schon zu Beginn der Spiele in diesem Blog angesprochen, scheint hier trotz aller Freude über die Leistungen der Aktiven vieles durch die virtuelle Brille betrachtet. Wenn alles perfekt zu sein behauptet wird, muss geradezu etwas faul sein.

Samstag, 8. September 2012

Energie-Wände

Unsere schöne neue Welt kennt den Zwang zum „ökologischen“ Benzin, zu „energiesparenden“ Leuchtmitteln und nun auch den Zwang zur ökologischen Haussanierung. Appelle an Vernunft und Marktwirtschaft sind im Wahn der Klima-Clowns out, „gutmeinender“ Zwang ist in. Nun werden - mithilfe des eigens für die Energiewende umgeschriebenen Baugesetzbuches - zunehmend die Hausbesitzer genötigt, ihre Häuser ökologisch umzubauen. Das ist aber nicht nur teuer, sondern je nach Bauzustand oft auch absurd. Ein Eigenheim energetisch zu sanieren kostet nach Betroffenenaussagen durchschnittlich 70.000 Euro. Das amortisiert sich trotz Förderung dann in rund 35 Jahren - bis dahin ist das Dämmmaterial aber längst wieder von der Wand gefallen. Kommt „dämmen“ denn von „dämlich“?

Donnerstag, 6. September 2012

Nach-Gedacht: Beschneidung


Manchmal kann man gute und schlechte Dinge an ihrer Dynamik unterscheiden. Gut Ding will Weile haben, und es ist leichter eine Sandburg zu zertreten als sie aufzubauen. So gesehen kann man die Eile, mit der Berlin auf die Beschneidungsdiskussion reagiert hat, auch als Bestätigung der erst am Sonntag in diesem Blog geäußerten Kritik an der archaischen Praxis sehen. Noch bevor der bundesdeutsche Gesetzgeber Gelegenheit gefunden hat, sich landesweit dem Druck rückwärtsgewandter Religionsgemeinschaften zu beugen, schafft die Hauptstadt innerhalb ihrer Mauern als erstes Bundesland vollendete Tatsachen.

Samstag, 1. September 2012

Schneidloses Beschneiden

„Die spinnen, die Römer“, meinte einst ein bekannter Hinkelsteinträger. Doch das ist ein Vorurteil, lieber Obelix. Immerhin verbot der römische Kaiser Hadrian 132 n. Chr. die Beschneidung kleiner Jungen. Das beweist mehr Vernunft und Zivilisiertheit, als es offenbar in der Gesellschaft des Niedergangs erwartet werden kann. Zwar hatten sich ein paar unserer (sonst gerne PoCo-liberal richtenden) Juristen zuletzt aufgemacht, der jahrzehntelang tolerierten Barbarei einiger ewig gestriger Religionsgemeinschaften den Garaus zu machen, doch sie hatten die Rechnung nicht mit deutscher Toleranz und deutscher Büßerethik gemacht. Es ist also anscheinend an der Un-Zeit, unser Rechtsverständnis dem Unrecht anzupassen - planen wir doch schonmal die Beschneidung kleiner Mädchen oder die Legalisierung des Ehrenmords.