Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 8. September 2012

Energie-Wände

Unsere schöne neue Welt kennt den Zwang zum „ökologischen“ Benzin, zu „energiesparenden“ Leuchtmitteln und nun auch den Zwang zur ökologischen Haussanierung. Appelle an Vernunft und Marktwirtschaft sind im Wahn der Klima-Clowns out, „gutmeinender“ Zwang ist in. Nun werden - mithilfe des eigens für die Energiewende umgeschriebenen Baugesetzbuches - zunehmend die Hausbesitzer genötigt, ihre Häuser ökologisch umzubauen. Das ist aber nicht nur teuer, sondern je nach Bauzustand oft auch absurd. Ein Eigenheim energetisch zu sanieren kostet nach Betroffenenaussagen durchschnittlich 70.000 Euro. Das amortisiert sich trotz Förderung dann in rund 35 Jahren - bis dahin ist das Dämmmaterial aber längst wieder von der Wand gefallen. Kommt „dämmen“ denn von „dämlich“?

Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation vieler Eigenheimbesitzer ist bei solchen Kosten der Weg von der Zwangssanierung zur Zwangsenteignung (der Pleonasmus sei hier bitte verziehen) nicht weit. Aber Eigenheimbesitzer gehören ja zum Volk, und das Volk ist nach Meinung des ideologisch herrschenden ökologisch-virtuellen Komplexes eben doof. Wer sich über die realen Interessen der Menschen hinwegsetzt, tut dies also mit dem beruhigenden Gefühl, ihnen damit auch noch einen Gefallen zu tun.

Ein anderer Faktor wird unter dem Primat der Klima-Hysterie völlig ignoriert: die Wärmedämmung selber ist umweltbelastend. Das Zeug muss umweltschädlich und energieaufwendig hergestellt werden und ist nur schwer zu entsorgen. Vielleicht zeichnet sich sogar eine neue Asbestkatastrophe ab. Außerdem kann es im Haus zur Schimmelbildung kommen und die Atemluft belastet werden.

In Marburg beschloss die rot-grüne Regierung davon unbeeindruckt schon 2008 ein bislang einmaliges Regelwerk: Hausbesitzer wurden zum Einbau einer solarthermischen Anlage verpflichtet, falls sie neu bauen, ihr Dach oder ihre Heizung erneuern wollen. Wer nicht mitmacht, sollte bis zu 15.000 Euro Strafe zahlen. Die Strafe ist vorerst vom Tisch, aber das Gesetz gültig, mit der Folge, dass die Bürger auf notwendige Bestandserhaltungsmaßnahmen verzichten, weil sie sich keine Öko-Großtaten leisten können.

Ähnliche Erfahrungen hat die abgewählte baden-württembergische Landesregierung gemacht. Nachdem die CDU-Umweltministerin Hausbesitzer verpflichtete, bei einem Heizungsaustausch teilweise auf erneuerbare Energien umzustellen, gingen die Sanierungsraten stark zurück. Noch können die Bürger sich gegen sie überfordernden Klimaaktionismus mit Kooperationsverweigerung wehren - bis sich die Schlinge aus Propaganda und gesetzlicher Gängelung noch enger zieht.

Die chronisch klamme Metropole Berlin ist da wieder einen teuren Schritt weiter. Schon 2008 erging die Anweisung an alle Hausbauer, die ohnehin strenge Energieeinsparverordnung um 30% zu unterbieten, was auch für Altbauten als erklärtes Ziel formuliert wurde. Weil hier aber vornehmlich Mietshäuser betroffen sind und Hausbesitzer Investitionen auf die Miete umlegen können, führte das zu erheblichen Mietsteigerungen und massiven Notlagen bei den wirtschaftlich Schlechtgestellten. Konnten oder wollten das die Klimaretter nicht einkalkulieren, wo sie doch sonst so weit vorausschauen, dass sie sich den Horizont als Gürtel umbinden könnten?

Berlin ist kein Einzelfall. Eine vom Bundesverband der Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) beauftragte Studie betonte schon vor Jahren die „soziale Dimension des Klimaschutzes“. Es sei anzunehmen, dass einkommensschwache Haushalte kaum die Möglichkeit haben, eine Sanierung, die auch nur teilweise auf die Miete umgelegt wird, mitzutragen. Dadurch steige die Nachfrage nach unsaniertem Wohnraum und mit ihr die Gefahr der Segregation (d.h. der Gettobildung). Betroffen seien rund 20% der deutschen Haushalte.

Das hehre Engagement des Gesetzgebers endet spätestens dort, wo ihm selber das Geld ausgeht. Zwar brüstet sich die staatliche Förderbank KfW für das erste Quartal 2012 mit steigenden Prozentzahlen beim Umwelt- und Klimaschutz (von 32 auf 44% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011), doch sind die zur Verfügung stehenden Mittel von 22,7 auf 14,7 Milliarden Euro geschrumpft. „Besonders unsinnig“ nannte es schon vorher der GdW, wenn die Politik parallel zur Kürzung der finanziellen Mittel eine weitere Verschärfung der energetischen Standards der Energieeinsparverordnung plant.

Der Weg in die Diktatur beginnt, wenn nicht mit einem Putsch, immer mit Sendungsbewusstsein und ideologischer Beeinflussung der Menschen. Immer versprechen die späteren Machthaber die Errettung von irgendwelchen Übeln, und immer sind die Menschen hinterher übel dran. Und immer hat man vorher nichts davon gewusst. Der Weg in die Ökodiktatur ist noch am Anfang, aber die Zeichen sind eindeutig: Einseitige Information, moralische statt sachliche Debatten, Staatseingriffe, neue bürokratische Apparate, wirtschaftliche Destabilisierung, ideologische Gleichschaltung, Realitätsverlust.

Kommentare:

  1. Das Volk soll in voll gedämmten isolierten Plastik-gehäusen zum Zahlesel verdummen.

    AntwortenLöschen
  2. Anmerkung I

    Neuerdings sind einige wärmeisolierte Wände für Spechte ein Platz zum Bau von Bruthöhlen. Diese müssen dann Sachgerecht wieder verschlossen werden damit keine Feuchtigkeit, Schimmelbildung !, eindringt oder sich eine Wärmebrücke bildet. Einige Wärmeisolierungen sind feuergefährlich ( z.b. Styropor) , dies führt bei einem Brand zu giftigen Dämpfen, sehr ökologisch. Lohnt es sich Nachkriegshäuser ( 50, 60 iger Jahre ) die für ca. 30 Jahre geplant waren teuer zu sanieren, wäre ein Neubau nicht langfristig besser. Nach einer Wärmeisolierung müßte auch die Heizung ausgetauscht werden da ihre Berechnungsgrundlagen nicht mehr stimmen.


    Anmerkung II

    Wenn die Bevormunder (Volksvertreter oder doch nur Vertreter ? ) weiter so die Freiheit eingrenzen sehe ich schon Lebensmittelkarten am Horizont wieder erscheinen. Dann wird jedem Bürger vorgeschrieben wie viel Energie, Wasser, Bekleidung, Lebensmittel, Wohnraum, welches Auto, wohin Reisen usw. er verbrauchen/benutzen darf. Natürlich werden sich die Bevormunder mehr zugestehen, siehe ihre Altersversorgung .

    Anmerkung III

    Der Klimawandel durch Kohlendioxid ( CO2 ) ist Fakt, daher ist eine Reduzierung von CO2 notwendig. Selbst ohne den Klimawandel wäre eine Reduzierung notwendig da die fossilen Brennstoffe nicht mehr lange reichen und es viel bessere Nutzungen gibt wie sie zu verbrennen.

    AntwortenLöschen