Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 27. Oktober 2012

Austreten statt Ausreden

Quelle: toonpool.com
Beginnen wir heute mit einem so schönen wie richtigen Zitat. „Für Millionen Menschen sind die Aussichten auf einen Arbeitsplatz noch immer zu schlecht, die Kluft zwischen Armen und Reichen ist noch immer viel zu groß.“ Und weil’s so schön ist, noch eins drauf: „Ohne größere Gerechtigkeit und Gleichheit ist das Wachstum nicht nachhaltig.“ Der Kamm in der Suppe ist nur, wer das gesagt hat, nämlich Christine Lagarde die Direktorin des Internationalen Währungsfonds und Jim Yong Kim, seines Zeichens Weltbankpräsident und gelernter Arzt, also die beiden mächtigsten Vertreter der beiden mächtigsten Finanz-Institutionen, die dafür sorgen, das die Finanz- und Wirtschaftstrukturen der Welt so bleiben, wie sie sind. Dafür können wir uns also ungefähr so viel kaufen, wie demnächst für den Euro, nämlich gar nichts.

Samstag, 20. Oktober 2012

Friede, Freude, Eurokuchen

In nur vier Monaten hat die rechtsradikale griechische Partei "Goldene Morgendämmerung" ihre Umfragewerte auf 14% verdoppelt. Die Linksradikalen sind schon bei 30%. Das Pulverfass Europa glimmt, wir werden weiter unten noch darauf zurückkommen. Währenddessen werkelt man gewohnt einvernehmlich auf höchsten europäischen Ebenen an neuen Methoden, die Augen vor der Realität zu verschließen. Immerhin haben sich Merkel und Hollande am Donnerstag auf ihrem soundsovielten Krisengipfel mal öffentlich gezankt, heraus kam aber wieder nur ein fauler Kompromiss, nach der die Bankenaufsicht zügig eingeführt werden soll, aber eben nicht völlig ohne Vorbereitung, wie es die zum Lager der Hasardeure übergelaufenen Franzosen wollten. Jetzt wird also erst mal ein „Rechtsrahmen“ erarbeitet, bevor das virtuelle europäische Geld des Rettungsschirms ESM direkt an die Pleitebanken durchgereicht wird, damit das Schuldenkonto der jeweiligen Länder nicht mehr belastet werden muss. Das klingt nur solange gut, wie man zu den Lügnern gehört oder zu denen, die belogen werden wollen.

Samstag, 13. Oktober 2012

Blind Date

Die Welt ist ungerecht, aber anstatt sie gerechter zu machen, wird mit allerhand Ungerechtigkeit dafür gesorgt, dass sie gerechter aussieht. In meinem Buch "Chaos mit System" nenne ich dieses Phänomen die Virtualisierung der Welt. Das hat leider noch nicht viel daran geändert, dass immer wieder politisch Korrekte ihre Stunde gekommen sehen, der Gesellschaft neuen und noch gerechteren Blödsinn unterzujubeln. Jetzt müssen wir auch noch lernen, dass man Diskriminierungen Jobsuchender am besten vermeidet, indem man nichts von ihnen weiß.

Samstag, 6. Oktober 2012

Islam-Tamtam


In Pakistan kippten Anhänger des Islam am Tag der Liebe zum Propheten ganze Schiffscontainer um, der Verkehrsminister setzte ein Kopfgeld auf Beleidiger des Propheten aus (und wurde dafür von der Taliban von deren Todesliste genommen), weltweit randalierten die Massen. Bekanntermaßen war der Anlass für den Aufruhr ein sogenanntes Schmähvideo, das sich über Mohammed lustig machte. Leute wie wir, die weder an Propheten noch an gekreuzigte Gottessöhne oder das Fliegende Spaghettimonster glauben, schütteln sich vor Entsetzen und den Kopf über solche Irrationalität. Doch irrational ist nicht nur, was schlichte Menschen bisweilen in wirtschaftlich und zivilisatorisch schlechtgestellten Ländern tun, sondern auch, wie der aufgeklärte Westen damit umgeht.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Beobachtungen 11

Das Ampelmännchen gilt als Symbol für forsches Voranschreiten, jedenfalls das männliche, das grüne Exemplar. Dennoch kann eine Verkehrsampel ein prima Exempel für Immobilität sein. Oder auch für Paradoxien im Leben, etwa wenn Radfahrer mit derselben Verlässlichkeit über rote Ampeln sausen, wie es regnet, wenn man den Regenschirm vergessen hat - aber das nur nebenbei. Hier geht es um ein Erlebnis an der Kreuzung der Friedrichstraße mit der Mittelstraße in Berlin-Mitte, wo derzeit Studien zu treiben sind, wie Menschen ihre kostbare Individualität der Unterordnung unterordnen. Man lernt daraus, dass die Wahrheit auch im Bezirk Mitte nicht in den Extremen von Richtig und Falsch, sondern irgendwo in der Mitte liegt.