Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 29. Dezember 2012

Zensur bei Ben Hur

Spätestens nach dem Massaker in Connecticut festigte sich der Eindruck, dass das kommende Jahr nur noch ein besseres werden könnte. Doch positives Denken ersetzt nicht ebensolches Handeln, und das positive Handeln im Niedergang ist schwierig, wenn die Strukturen der Gesellschaft dem entgegenstehen. Man nehme nur mal ein paar der Maßnahmen, die nach Connecticut ergriffen wurden, um zu erkennen, dass derzeit eher Weltverbesserer als Weltverbesserung angesagt sind. Der Fernsehsender Fox beispielsweise strich unmotiviert zwei Folgen von „Family Guy" und „American Dad!" aus dem Programm. Doch kann Selbstzensur aus Anlass einer Katastrophe alltägliches verantwortliches Denken ersetzen?

Man hatte wohl begriffen, dass diese teilweise äußerst grausamen, aber dennoch normalerweise im Kinderprogramm laufenden Zeichentrickserien in einem solchen Moment als zynisch empfunden werden könnten. Doch das von Konrad Kustos als Erwachsenenprogramm sehr geschätzte Family Guy ist wegen seines kritischen und sarkastischen Umgangs mit der amerikanischen Gesellschaft eher eine Kraft gegen die Erosionsprozesse des Niedergangs.

Die weiteren Geschehnisse zeigten, dass die Fernsehverantwortlichen sonst zwar hirnlos, diesmal aber kopflos handelten. So warf der Sender Syfy eine Folge der Serie „Haven“ aus dem Programm, nur weil es darin um Gewalt an einer Highschool ging. Wir sollen lernen, dass ein Problem dadurch zu beseitigen ist, dass man es totschweigt. Verkehrung der Kausalität. Die Welt als schlecht programmiertes Videospiel. Welch ein schönes Beispiel für die neue Virtualität unserer Existenz.

Die darüber hinausgehende Frage ist allerdings, was wird zensiert oder kontrolliert und was nicht? Hier soll ja gar nicht die Frage thematisieren werden, ob es in den USA nicht eher eine Kontrolle von automatischen Waffen geben sollte. Von den speziellen Bedingungen dort drüben verstehen wir zu wenig, um den Besserwisser zu spielen. Allerdings verstehen wir viel von der Zensur kritischer Kulturprodukte und der freien Rede, denn das ist ein weltweites Phänomen. Beispielsweise sei erinnert, dass nach dem Fukushima-Vorfall der Sender ProSieben in Deutschland keine Simpsons-Folgen mehr zeigte, in denen das Atomkraftwerk von Mr. Burns vorkommt…

Ist es ein Zufall, dass, aus welchem Anlass auch immer, besonders häufig kritische oder satirische Medienprodukte einer „weltverbessernden“ Zensur zum Opfer fallen? Als der Schauspieler Ashton Kutcher in einem ziemlich lustigen Online-Werbespot des Kartoffelchipsherstellers „Popchips" verschiedene schräge Typen darstellte, darunter einen Klischee-Inder, protestierten erst einige Inder, dann die „New York Times" und schließlich nahm die Firma den Spot aus dem Programm und entschuldigte sich vielmals.

Warum haben sich eigentlich nicht auch die Rocker oder die Modeschöpfer, die ebenfalls von Kutcher karikiert wurden, beschwert? Weil sie von der politisch korrekten Meinungsführerschaft nicht als arme, unterdrückte Minderheit angesehen werden, für die zu zensieren man berechtigt ist. Und: Weil sich deshalb in dieser Minderheit keine Leute darauf spezialisieren, Medienaufmerksamkeit durch Betroffenheitsproteste zu erregen. Geradezu peinlich schließlich, dass der Spot schließlich um den „Inder“ kastriert wieder ins Netz gestellt wurde.

Wie auch immer: Genau die, die immer Toleranz fordern, sind die, die mit Toleranz die größten Probleme haben. Das, wofür sie ihre Toleranz aktivieren, ist nur ein kleiner Ausschnitt einer großen vielfältigen Welt. Zu groß eben für Kleingeister. Toleranz bei abweichenden Denkweisen gehört jedenfalls nicht in diese Geisterwelt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die große Welt frei von politisch-korrekten Kleingeistern wäre. Wir erinnern uns: Als in Österreich die rechtmäßig und demokratisch zur zweitstärksten Partei gewählte rechtskonservative FPÖ in die Regierung eintreten wollte, stellten die Regierungen der anderen EU-Staaten die diplomatischen und politische Kontakte mit Österreich vorübergehend ein und drohten sogar wirtschaftliche Sanktionen an. Das PoCo-Kartell schickte sich also erstmals an, staatliche Souveränität direkt auszuhebeln.

Dementsprechend sieht es mit unserer alltäglichen Souveränität kläglich aus. Als ein Arbeitgeber in einer Stellenanzeige einen Softwareexperten suchte, der sehr gutes Deutsch beherrschte, landete er wegen Diskriminierung vor Gericht. Als für die Hobbits des Hobbit-Films hellhäutige Darsteller gesucht wurden, musste Peter Jackson nach einer Klage seinen Casting-Direktor feuern und sich von allem distanzieren. Gibt es also bald die „Quoten-Neger“ auch in Mittelerde? Und das alles, obwohl doch Tolkien mit seiner literarischen Vorlage ohnehin eine durch und durch rassistische Parabel geschrieben hatte. Muss demnächst eine (schwarze) Frau beim nächsten Remake von Ben Hur in den Kampfwagen steigen?

PoCo-Indoktrinierungen werden in diesem Blog häufig thematisiert. Erst zuletzt mit der Ent-Identifizierung mit dem Weihnachtsmann und seiner Rauchgewohnheiten. Aber der Versuch, individuelles Denken mit all seinen Vor- und Nachteilen gegen ein normiertes „Gutverhalten“ auszutauschen, ist inzwischen nicht mehr an einzelnen „Höhepunkten“ zu messen, sondern Bestandteil des Alltags. In Amerika erfahre ich deshalb vom Etikett meiner Bierflasche, dass ich nicht während der Schwangerschaft trinken soll, dass Bier meine Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt und dass es meiner Gesundheit schaden kann. Aber dieses Etikett verschweigt, wieviel Alkohol eigentlich in der Flasche ist. Die Information, mit der ich meinen Konsum verantwortungsbewusst regeln könnte, fehlt, stattdessen gibt es Parolen, die keiner liest und wenn doch, keiner ernstnimmt.

Konrad Kustos könnte hier jetzt weit ausholen, warum das alles so ist und wohin es führen wird. Weil aber am Montag Silvester ist und dieser Post schon so traurig begonnen hat, soll er nur mit einer Anekdote enden, die so traurig ist, dass man schon wieder darüber lachen kann.

In Australien gibt es eine Meldestelle für Rennpferde. Dabei gibt es einiges zu beachten: Ein Pferd darf nur einen Namen tragen, der 18 Buchstaben nicht übersteigt. Der Name darf sich innerhalb von 17 Jahren nicht wiederholen, um Verwechslungen zu vermeiden. U.s.w. Doch auch in Political Correctness erwies sich die Behörde jetzt als sattelfest.

Weil jemand den Namen „Blackman“ für seine Stute (!) ausgewählt hatte, bekam er institutionell die Pferdearschkarte gezeigt. Bei diesem Akt der Obrigkeit handelte es sich nicht, wie man vermuten könnte, um ein Gender-Problem, sondern um schieren Pferderassismus. Der Stutenname sei nämlich dazu geeignet, dass sich farbige Menschen beleidigt fühlen könnten, lautete der Bescheid, nachdem sich ein farbiger Mensch beleidigt gefühlt hatte. Nun ist ein weibliches Pferd offensichtlich kein Mann und kann zudem auch schwarz sein. Wenn aber in einem solch banalen Fall wirklich in böswilligen Analogien gedacht werden sollte, stellt sich trotzdem die Frage, was an einem edlen schwarzen Pferd so negative Assoziationen wecken sollte.

Ganz konsequent war die australische Zensurinstitution allerdings nicht, denn sie hätte auch noch zum Bildersturm auf die Werke des Malers Charles Blackman aufrufen müssen. Nach dem sollte nämlich das Pferd genannt werden. Mittlerweile heißt das vor den Karren der PoCo gespannte Tier „Lady Blackman“ - mal sehen, wie lange das gut geht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen