Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 28. Dezember 2013

Philadelphia-Phänomen

Nicht alles ist Käse, aber mit dem Käse geht es doch eigentlich schon los: Wer hat einmal versucht, in einem Discounter seiner Wahl eine Packung Doppelrahmfrischkäse zu kaufen? Den richtigen, den weißen, den Vater aller Frischkäse? Den, der im Volksmund zumeist und zu unrecht auf „Philadelphia“ reduziert wird? Dann wisst er, wovon ich spreche. Der ist nämlich meistens nicht zu haben. Stattdessen hat der Hersteller Varianten auf Lager mit Knob- und Bärlauch, fettarm und –frei, mit Joghurt und Schmand, rot und grün, mit Kräutern und Gewürzen. So gut wie kein Mensch will das künstlich aufgepumpte Zeug essen, weshalb man in einem zerwühlten Haufen von Käsefälschungen wühlen muss, stets hoffend, doch noch ein Original zu erhalten. Für die Variante „Natur“ müsste man eigentlich inspiriert wie einst Gerd Müller exakt zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Und das Phänomen beschränkt sich keineswegs auf den einen  Hersteller. Wie kommt es trotz Marktwirtschaft zu solcher Mangelwirtschaft?

Samstag, 21. Dezember 2013

Wahnsinn dank Weihnachten

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Irgendwie scheint das immer häufiger hereinzuschneien. Das kann sich ja nur um eine Verschwörung der NWO handeln, denn die ist ja bekanntlich an allem schuld. Aber da wir das, wie so vieles andere, nicht ändern können, sollten wir es vielleicht einfach mal genießen, solange es die Grünen noch nicht verboten haben, um der Diskriminierung anderer Religionen vorzubeugen. Weihnachten als Genussmittel ist aber leichter gesagt als gefeiert, wenn zuvor das ganze Jahr lang unsere persönlichen Krisen sozusagen unter den Teppich gefegt wurden. Denn dann schlägt zu Weihnachten plötzlich die Stunde der Wahrheit. Und um den kybernetischen Bogen vollends rundherum zu schlagen: Weihnachten als Fest der Liebe ist doch beinahe schon wieder ein Oxymoron, denn ebenso ist es auch das Fest der Lüge.

Samstag, 14. Dezember 2013

Sperrige Straßen



Vor einigen Jahren beschloss die Kreuzberger Bezirksverordnetenversammlung, das ist das Operettenparlament des hier schon häufiger erwähnten grünen Vorzeigebezirks der Hauptstadt, die traditionsreiche Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße umzubenennen. Ziel war es, den dort ansässigen Axel-Springer-Verlag mit einer neuen Postadresse, lautend auf den Namen seines größten Gegners, zu brüskieren. Der Verlag zückte kaum beeindruckt das Scheckbuch und verlegte kurzerhand und aufwändig seinen Haupteingang um die Ecke in die dank intensiver Lobbyarbeit ebenfalls umbenannte neue Axel-Springer-Straße. So ist das, wenn sich die Unterschiede von Politik und Kindergarten verwischen. Doch die Zeit solcher Tollheiten ist noch lange nicht zu Ende, wie Gastautor Bernhard Kempen zu berichten weiß.

Samstag, 7. Dezember 2013

Kompetenz und Dekadenz

Nach einer Studie der FU Berlin können viele Jugendliche nicht zwischen Demokratie und Diktatur unterscheiden. Rund 40% von ihnen sehen kaum Unterschiede zwischen Nationalsozialismus, der DDR oder der Bundesrepublik und sogar die Hälfte der Befragten hält die alte Bundesrepublik von vor der Wiedervereinigung für ein undemokratisches System. Das ist zwar offensichtlicher Blödsinn, aber blöderweise anscheinend Bestandteil des Volksbewusstseins. Als verantwortlich dafür muss dann bei Kritikern gerne die Schule herhalten, doch die ist nur ein Teil des Problems und selbst die Summe der Teile beschreibt nur mangelhaft das Ausmaß des Dramas.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

kurz-geklagt: Show-Rassismus

Die Debatte zum Rassismus krankt unter anderem daran, dass es keine vernünftige Definition gibt, was das eigentlich sein soll. Unterstellt wird ein irgendwie weiter gültiger Rassenbegriff der Nazis, doch wissenschaftlich gibt es gar keine Rassen mehr - höchstens noch in Form von Rassekatzen o.ä.. „Rassismus“ ist stattdessen mehr und mehr zum ideologischen Kampfbegriff geworden und schließt nationale, xenophobe und kulturelle Konflikte kurzerhand ein. Dennoch kann ein präzise verwendeter Begriff „Rassismus“ helfen, weitverbreiteten Ungerechtigkeiten gegen andere Kulturen und deren Mitglieder entgegenzutreten. Das funktioniert allerdings nur solange, wie der Begriff nicht weiter für absurde Ränkespiele missbraucht wird. Den bisherigen Höhepunkt in dieser Disziplin beschreiben die Vorgänge um die FIFA-Party am kommenden Freitag. Der FIFA, dem Weltfußballverband und damit Vertreter von knapp 300 Millionen Sportlern, wird tatsächlich vorgeworfen, rassistisch zu sein, weil die geplanten Moderatoren der Show hellhäutig sind.

Samstag, 30. November 2013

Medizinisches Handaufhalten

Nachdem die Schulmedizin nachhaltig ihre Unfähigkeit bewiesen hat, Probleme, die sich gängiger medikamentöser oder operativer Methoden entziehen, auch nur einigermaßen hinreichend zu bewältigen, wächst und wächst ein Schattenreich der Pseudomedizin. Alle möglichen Präparate und Methoden von völlig unglaubwürdig bis nicht beweisbar, von Esoterik bis zu überstrapazierter Naturheilkunde machen Milliardenumsätze. Schlimmer noch: Unser guter alter Halbgott in Weiß, der moralisch unantastbare und scheinbar unfehlbare Arzt, wird mit seinem bunten Angebot nicht seriöserer individueller Gesundheitsleistungen immer mehr zum medizinischen Äquivalent des Staubsaugervertreters.

Samstag, 23. November 2013

Schuld und Schule


Mit jedem Jahrgang verbessern sich die Noten unserer Schüler. Ein Durchschnitt mit einer 1 vor dem Komma ist inzwischen beim Abitur eher die Regel als die Ausnahme. In Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der Abiturienten mit Bestnote 1,0 von 2007-2011 von 455 auf 1000 mehr als verdoppelt. Die schlechteste Abitur-Durchschnittsnote unter den Berliner Gymnasien war zuletzt 2,4. Und da redet Konrad Kustos immer vom Niedergang, wo doch statistisch alles besser zu werden scheint. Demgegenüber stehen immer neue Meldungen und Erfahrungen von unglaublichen Unvermögen moderner Schüler. Ein beispielhafter Dialog: „Was ist eigentlich Infrarot?" „Das is doch das, wo man in den Arm reingucken kann mit!" Nein, liebe Schülerin, das wäre wohl Röntgen gewesen. Und wie man hört, sieht die Realität so aus, dass Handwerker selbst Abiturienten nur notgedrungen als Lehrlinge akzeptieren, weil weder deren Können noch ihre Kenntnisse für viele Jobs ausreichen. Trauen wir also eher unserer Wahrnehmung als den Zahlen, steht hinter diesen Wundernoten ein komplexes System der Selbst- und Fremdtäuschung, steht „Chaos mit System“.

Samstag, 16. November 2013

Kopfloses Kopf-Rechnen

Das Jahr 2013 nähert sich dem Ende, und das ist in vielerlei Hinsicht gut so. Beispielsweise war es das „Wissenschaftsjahr zum demographischen Wandel“, eine Kopfgeburt, die viel über die Wissenschaft selbst, aber auch viel über ihre Auftraggeber aussagt. Deutschland stirbt nach deren Erkenntnissen aus. Die Frauen wollen, so heißt es, partout nicht so viele Kinder in die Welt setzen, wie es die Demographen als erforderlich ausgerechnet haben. Es drohten demnach Folgen für die Rente, die Arbeitskräfte der Unternehmen und natürlich, aber weniger offen formuliert, den Soldatennachwuchs. Schon bald wird das Land also leer sein wie die Antarktis. Im Jahr 2050 beispielsweise werden, so sagen es jedenfalls die bestenfalls nur überforderten Demographen, hier nur noch 70 Millionen Menschen leben. 70 Millionen Köpfe? Sollte das für ein kleines Land nicht genug sein? Und reicht nicht allein diese Zahl aus, das ganze Gerede vom schrumpfenden Deutschland als das zu erkennen, was es ist, nämlich Propaganda interessierter Kreise?

Donnerstag, 14. November 2013

Neu nach-gedacht: Platzangst

So rührend menschenfreundlich war es gedacht, und doch fand es mehrfach die Kritik von Konrad Kustos: Der unter grüner Kontrolle stehende Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg duldet seit langem die Besetzung eines zentralen Stadtplatzes durch selbsternannte politische Flüchtlinge und angebliche Asylbewerber. Die sich als Revolutionäre und Systemüberwinder verstehenden Menschen sind in der benachbarten, ebenfalls seit einem Jahr besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule untergebracht. Nun hat es dort eine Messerstecherei gegeben, bei der ein 20-Jähriger schwer verletzt wurde; ein Spezial-Einsatzkommando der Polizei musste das Haus stürmen. Die grünen Zauberlehrlinge erleben jetzt die Konsequenzen ihrer falsch verstandenen Humanität.

Samstag, 9. November 2013

Besessen Bio essen

Der Edel-Italiener hat seine berühmte Bohnensuppe zwar noch im Angebot, doch verweist er auf der Speisekarte zeitgemäß darauf, welch schändliche Folgen die auf Genuss folgende Furzerei für das Weltklima hat. Was waren das noch für Zeiten, in denen man die Bohnen schlicht mied, um seine Mitmenschen nicht mit den biologischen Folgen zu traktieren. Nun wird politisch korrekt gegessen - also auch auf den schnellen Hamburger verzichtet, denn der kommt von Kühen, und na, Ihr wisst schon… Aber nicht nur wegen der großen Fragen der Welt, sondern auch hinsichtlich persönlicher Betroffenheit muss sich das Essen inzwischen ideologischer Angriffe erwehren. Ganze Kohorten von selbsternannten Ernährungsexperten erzählen uns, was unserer Gesundheit guttut. Und wie es bei Experten häufig und bei Ideologen meistens so ist, liegen sie damit ganz schön daneben. Dem Geschäft schadet es nicht: „Bio“ ist schwer angesagt.

Samstag, 2. November 2013

Mischen impossible


Vor dem Möbelgeschäft an der Ecke des bürgerlichen Wohnviertels hielt die Polizei. Der Laden mit arabischem Kitsch war eigentlich immer leer, also kam die Staatsgewalt vielleicht wegen Geldwäsche? Eine Nachfrage in der Apotheke nebenan schafft Klarheit: „Ach was, das waren die Roma mit einem Überfall, die kommen jetzt hier dauernd vorbei. Bei mir sind sie auch regelmäßig, versuchen mich abzulenken und Ware mitgehen zu lassen.“ Sagt es und zeigt ihr Pfefferspray, mit dem sie die ungewollte Kundschaft bisher noch loswird. Die Gegenseite ist aber nicht weniger unerfreulich: Hilflose Menschen werden familienweise in Zimmern zu Wucherpreisen zusammengezwängt. Ihre zivilisatorische Ferne zur deutschen Lebenswirklichkeit macht es ihnen bei besten Willen mehr als schwer, hier Fuß zu fassen. Also muss es nach zwei Texten zu politischen Begleiterscheinungen der Balkanmigration noch einmal abschließend um die „Endabnehmer“ einer verfehlten Politik gehen: um die betroffenen Menschen auf beiden Seiten. Aber wie es sich bei Konrad Kustos gehört, werden auch daraus grundsätzliche Strukturen und Prozesse des Niedergangs erkennbar werden.

Samstag, 26. Oktober 2013

„Alles muss rein“

Glaubt man den jeweiligen offiziellen Verlautbarungen, dann ist jedes Land das schönste und freundlichste und verfügt über die angenehmsten Lebensbedingungen der Welt. Ausgerechnet die Briten wollen nun anscheinend aus der Schar der Selbstbeweihräucherer ausscheren - und zwar paradoxerweise aus Sorge um die nationale Souveränität: Es heißt, die britische Regierung prüfe, mit einer Negativkampagne gegen den Migrantenzuzug vorzugehen. Egal, wie weit diese Pläne noch konkretisiert werden, in Deutschland ist selbst das Nachdenken über so etwas undenkbar. Die Propagandamaschine der Einflussreichen arbeitet unentwegt daran, uns die Vorzüge einer Zuwanderung von jungen, kultivierten, gut ausgebildeten Menschen schmackhaft zu machen, die sich an den Landesgrenzen nur so zu drängeln scheinen, doch die, die kommen, sind größtenteils die, denen selbst zuhause keiner nachweint.

Samstag, 19. Oktober 2013

Post-Post


Früher konnte „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ durchaus eine Verheißung darstellen, zumindest, wenn es sich um Jack Nicholson und einen Kinofilm handelte. Die meisten Leute gaben sich aber auch schon damit zufrieden, wenn die Post einmal klingelte und pünktlich erschien. Heute, angesichts einer wachsenden Bedeutung des Postwesens durch den Internethandel, kann man heilfroh sein, wenn überhaupt jemand vom entmonopolisierten Zustellwesen klingelt. Denn besonders beim Paketservice ist es inzwischen reine Glücksache, ob einen das Bestellte erreicht. Das hat Gründe, und die liegen im hier schon oft beschworenen Niedergang begründet. Fast hatten wir gelernt, damit zu leben, doch die Dreistigkeit, mit der die postalischen Serviceunternehmen in den vergangenen Wochen das Blaue vom Himmel versprachen, erfordert nun einen Post zur Post.

Samstag, 12. Oktober 2013

Verbiestert verbieten

Die Zeiten sind schwer, und deshalb können sich die Menschen nur noch um die wirklich wichtigen Dinge kümmern. Wenn also in den USA jemand auf die Idee kommt, ein neuer Teekessel könne aussehen wie Adolf Hitler, dann ist es Zeit für einen Shitstorm, dem es dann tatsächlich gelingt, den Hersteller zu veranlassen, das edle Designgerät vom Markt zu nehmen. Unnötig zu erwähnen, dass die Kanne mit Hitler so viel Ähnlichkeit hat wie Goofy mit Barack Obama. Doch dieser Fall ist kein einzelner und auch nicht auf Amerika beschränkt: das Bier nach Feierabend, das Rauchen in der eigenen Wohnung, das Essen von Fleisch - vieles was wir für selbstverständlich gehalten haben, ist von einer neuen, „fortschrittlichen“ Verbotskultur bedroht. Natürlich nur „in unserem eigenen Interesse“.

Samstag, 5. Oktober 2013

Importe krimineller Sorte

"Sei kein Ausländerfeind -
und bring mit neue Handy morgen!"
Die schwedische Polizei hat also, wie gerade zu erfahren war, geheime Datenbanken geführt, in denen ausschließlich Roma geführt wurden. Ausgerechnet die fortschrittlichen Schweden taten dies, und handelten sich natürlich Ärger ein. Die Polizeiführung und Politiker aller Provenienz waren schockiert und leiteten Untersuchungen ein. Keiner allerdings fragt, warum die Polizei das getan hat. Alles nur Vorurteile? Amtliche Willkür? Oder nur eine übertriebene und in der Tat problematische Reaktion auf reale Probleme? Fakt ist, dass die Dateien in Zusammenhang mit einem Konflikt mehrerer krimineller Gruppen angelegt wurden. Fakt ist auch, dass die geradezu hektische Grenzöffnungspolitik in der Europäischen Union zu einer erheblichen Zunahme sowohl der Armutsmigration als auch des Kriminalitätstourismus geführt hat. Und da sind nicht nur die Schweden betroffen.

Samstag, 28. September 2013

Macht und Moral

Ausgerechnet in Göttingen, wo grüne Jugendliche federführend darin waren, den Wahlkampf der AfD gewalttätig zu behindern, zeichnete Jürgen Trittin 1981 für ein Kommunalwahlprogramm der Grünen verantwortlich, in dem gefordert wurde, Sex zwischen Erwachsenen und Kindern straffrei zu stellen. Ausgerechnet eine aufgewärmte Sexdebatte statt der aktuellen Gewalttätigkeit dürfte mitverantwortlich am katastrophalen Wahlergebnis der Partei sein. Ausgerechnet also ein mehr als 30 Jahre alter Fehltritt, wenn es denn überhaupt einer war, hat bewirkt, was zeitgenössische Gründe nicht vermochten, nämlich der grünen Politik der Denkverbote die rote Karte zu zeigen. Dies war wohl nur möglich, weil Politiker und besonders die Medien eine beispiellos polemische Kampagne geführt haben, ohne sich auch nur einmal mit dem Streitpunkt selbst auseinandergesetzt zu haben. Da muss nun ausgerechnet Konrad Kustos die Grünen einmal in Schutz nehmen.

Samstag, 21. September 2013

Wahn-Wahl als Mahnmal


Als SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles daranging, unter der Parole „Spenden für den Wechsel“ im Internet selbige einzuwerben, rief sie versehentlich zu Überweisungen an die CDU auf. Künstlerpech, könnte man sagen, doch auch hier hat das Chaos System. Demotivierte Mitarbeiter arbeiten für Politiker denen zwar der Erfolg, nicht aber die Sache wichtig ist. Im konkreten Fall hatte der Mitarbeiter einfach den Text der Christdemokraten aus dem Internet geklaut und nicht einmal genug Sorgfalt aufgebracht, die Spuren zu verwischen. Und wie sollte da eine Frau Nahles, die viel Höheres als ordentliche Arbeit im Sinn hat, wissen, was ihre Mitarbeiter in ihrem Namen so veranstalten. Hier im Kleinen wie auch im Großen wird die Bundestagswahl zu einer Fake-Veranstaltung, die mangels Alternativen nichts wirklich zur Wahl stellt, sondern Herrschaftsstrukturen legitimiert und stabilisiert.

Samstag, 14. September 2013

Wahl der Gewalt

"Gepflegter Diskurs"
Wenn in einem Wahlkampf zum Deutschen Bundestag Kandidaten bedroht, geschlagen, getreten und beleidigt werden, wäre normalerweise ein Aufschrei der Empörung fällig. Bei den bundesweit und durchgängig erfolgten Angriffen auf Unterstützer der Alternative für Deutschland, der Partei der Euro-Gegner, war dies nicht der Fall. Im Gegenteil, es paarten sich konsequentes Totschweigen mit klammheimlicher Freude. Offensichtlich geht es also nicht mehr um einen Zusammenhalt der Demokraten, sondern um einen Zusammenhalt der Mächtigen, zu denen die AfD keinesfalls gehören darf. Die Vorfälle im Umfeld des Wahlkampfs zeigen aber noch mehr als eine Demokratie-Inkompetenz der etablierten Parteien: Der Rechtsstaat ist auf einem gefährlichen Weg der Aufweichung von Steuerungsfähigkeit und demokratischer Kultur.

Samstag, 7. September 2013

Giftige Bomben

Es ist Zeit zu handeln. Die Lage ist unerträglich. Menschen kommen zu schade. Wir tragen Verantwortung. Diese Schlagworte passen eigentlich in jeder beliebigen Periode zur weltpolitischen Situation, aber derzeit assoziieren wir sie automatisch mit Syrien. Warum das? Weil die Medien und das in Washington beheimatete selbsternannte Weltgewissen uns das suggerieren. Unbestritten geschehen in Syrien furchtbare Dinge, aber ohne eine kybernetische Betrachtung, warum dies so ist und wie man helfend eingreifen könnte, droht die Gefahr, dass es durch jedwede Intervention schlimmer statt besser wird. Dessen ungeachtet werden aber die Kriegstrommeln geschlagen, und wir fragen uns im Durcheinander möglicher Motive hilflos, wer eigentlich ein Interesse an diesem Krieg in und gegen Syrien hat.

Samstag, 31. August 2013

Neues Verschworen verloren

Explosionen im Weißen Haus, schon wieder? Ein verletzter Präsident? Nein, diese Fehlmeldung, die im Frühjahr über die Presseagentur AP verbreitet wurde, war nur ein übler Streich von Hackern, die den AP-Twitter-Account geknackt hatten. Ganz real war allerdings, dass die Börsenkurse daraufhin absackten. In unserer Informationsgesellschaft, in der kaum einer mehr weiß, was jenseits der abstrakten Meldungen wirklich vorgeht, ist alles möglich zu vermelden, und wer es liest, wird es meistens glauben. So funktioniert eben das menschliche Bewusstsein, das auf medialen Lug und Trug von der Natur nicht vorbereitet wurde. Die Lüge regiert, und viele Lügner profitieren - beispielsweise auch mittels Verschwörungstheorien. Schon am 18. September 2011, also vor zwei Jahren und zehn Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center wurde das bei Konrad Kustos' "Verschworen verloren" thematisiert und dabei wurden auch einige grundsätzliche Überlegungen zum "Chaos mit System" abgeleitet.

Samstag, 24. August 2013

Neuer Wirklicher Wandel

Wenn man keine Erfolge hat, verkündet man sie eben. Wenn also von der Klimaerwärmung weder in Europa noch in den USA oder am Himalaja etwas davon, sondern meist das Gegenteil zu bemerken ist, werden einfach unerlässlich Messergebnisse publiziert, die die verwegenen Theorien beweisen sollen. Oder man macht es wie manche Klimaforscher, die die immer kühleren Temperaturen zwar einräumen, sie aber zu einer Zwangsläufigkeit deklarieren, die einer wirklichen Erwärmung in einigen Jahrzehnten vorausgeht. Früher haben nur die Wahrsager mit solchen Methoden gearbeitet, heute ist es die Wissenschaft. Die neueste Meldung des berüchtigten Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung ist nun, dass der Meeresspiegel um 60% schneller steigt als berechnet. Mit Satellitenmessungen (!) habe man ermittelt, dass das Wasser um sage und schreibe 3,2 mm pro Jahr steige. Das muss eine komplizierte, natürlich streng wissenschaftliche Formel sein, die bei solchen Millimeterkonstruktionen nicht nur Ebbe und Flut, Windeinflüsse und die Tatsache einrechnet, dass der Höhenunterschied von Atlantik und Pazifik allein schon etliche Meter beträgt. Doch die unermüdliche Propaganda hat unsere Gesellschaft schon lange bis in die feinsten Strukturen erfasst, wie hier schon am 31.Juli 2011 zu erfahren war:

Samstag, 17. August 2013

Neue Quoten-Idioten

Manche predigen Wasser und trinken Wein. Das ist gar nicht so schlimm, denn uns ist nichts Menschliches fremd und manch ein PoCo wird die Dinge nach einem Glas Wein vielleicht nicht mehr ganz so verkniffen sehen. Dennoch bleibt eine klammheimliche Freude, wenn eine Ikone der Umweltbewegung, Erin Brockovich, die es mit ihrem Kampf gegen die Verseuchung des Trinkwassers sogar zu einer oscarprämierten Verfilmung gebracht hat, ihr Ticket wegen Trunkenheit am Steuer ausgerechnet auf einem Boot entgegennahm. Einem Wildhüter war aufgefallen, dass die 52-Jährige es nicht schaffte, ihr Boot (mit 1,6 Promille) rückwärts einzuparken. Das mit dem für ein bestimmtes Geschlecht schwierige Rückwärtseinparken haben wir alle schon mit eigenen Augen erlebt, wenngleich wir nicht darüber reden dürfen, denn sonst wären wir Frauenfeinde, und das kommt in der Negativhierarchie gleich nach den Rassisten. Weil es also ideologisch nicht sein darf, dass unterschiedliche Geschlechter unterschiedliche Fähigkeiten haben, muss die Quote her, um gleichzumachen, was nicht gleich sein kann. Erst vor kurzem ging es hier und hier um Frauen in Führungspositionen, doch schon am 29. Mai 2011 gab es in diesem Blog Grundsätzliches dazu zu lesen:

Samstag, 10. August 2013

Neues vom Ekel-Menetekel

Bisher glaubte ich, das Schlimmste, was man mit Lebensmitteln tun könne, sei Ketchup auf Gouda zu streichen, in Milch zu baden, oder Alkohol zu verschütten. Bei einer Recherche für einen am 11. September 2011 veröffentlichten Post stieß ich aber auf das Ekel-Menetekel, das Berliner jährlich auf ihrer Oberbaumbrücke veranstalten und damit die Dekadenz trotz „Wetten, dass“ und Brustvergrößerungen auf ein unerreichbar geglaubtes Maß geschraubt hat. Aber was heißt ‚jährlich’: Für dieses Jahr gibt es zur Zeit der Niederschrift noch keinen Termin für eine neue Gemüseschlammschlacht auf der Oberbaumbrücke, also können wir noch hoffen, dass es diesmal keine neuen „Ekel-Menetekel“ geben wird. Diese Strukturen aber sind in jedem Falle systemimmanent:

Samstag, 3. August 2013

Neue Hysterische Heilsuche

Weil Schwachsinn ein grenzüberschreitendes Phänomen ist, tagten zu Beginn des Sommers in Berlin die „Homöopathen ohne Grenzen“, um herauszufinden, wie die Segnungen dieser Pseudowissenschaft auch anderen Völkern übergeholfen werden könnten. Über diese esoterische Lehre wurde hier schon geschrieben und wird noch mehr geschrieben werden. Zu schön lässt sich daran nachweisen, wie Lügen und der Wunsch, belogen zu werden, immer wieder eine ungesunde Einheit eingehen. Heute soll aber einmal nur kurz der monetäre Aspekt betrachtet werden: 70% der Krankenkassen finanzieren das verantwortungslose Tun von Abertausenden deutscher Ärzte, die wirkungslose Pillen verschreiben. Das bedeutet ein Geschäft, an dem alle verdienen außer die hilfesuchenden Patienten. Als Konrad Kustos seinen Orthopäden einmal zur Rechenschaft ziehen wollte, breitete der nur die Hände aus und sagte: „Sie und ich wissen, dass das Zeug nichts hilft, aber wenn ich es nicht verabreichen würde, könnte ich meinen Laden zumachen.“ Medizin ist ein Geschäft, da sage ich niemandem etwas Neues. Wie sehr aber, zeigte am 28. August 2011 ein Post zum Thema Seuchenbekämpfung:

Samstag, 27. Juli 2013

Neuer Rad-Rat

Kürzlich bekam eine Italienerin einen Strafzettel für falsches Parken in Höhe von 32.000 Euro. Das lag allerdings nicht an der Verwerflichkeit ihres Tuns, sondern an der fehlenden Fehlertoleranz des Niedergangssystems. Der Polizist hatte nämlich beim Eintippen versehentlich anstatt 2008 als Jahreszahl 208 vermerkt, und mit Zins und Zinseszins rechnet der Computer da allerhand zusammen. Doch die Tücken des Verkehrs und seiner Regelung erfahren wir oft viel alltäglicher als in dieser kleinen Anekdote mit großem Hintergrund und stellen fest, dass kleine Verfehlungen in der Masse durchaus große Probleme ergeben können. Schon am 27. Juli 2011 war darüber in diesem Blog zum Thema ‚Ratschläge und Radschläge’ einiges zu lesen:

Samstag, 20. Juli 2013

Neu verkabelt


Berliner Rieselfelder
Das klang doch nach einer guten Idee. Mit einem Volksbegehren versucht eine Berliner Initiative die Energieversorgung der Stadt wieder in hoheitliche Hände zu legen. Nicht ein schwedischer Konzern soll die Preise und die Qualität des Angebots diktieren, sondern, wie es vor der Privatisierungspolitik des Postkapitalismus üblich war, der Staat. Dieser klugen Meinung schlossen sich 250.000 Berliner mit ihrer Unterschrift an, weswegen es nun, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Bundestagswahl, einen Volksentscheid unter allen Hauptstädtern geben wird. Von einem Sieg des „Berliner Energietischs" ist auszugehen, denn der dicke Pferdefuß ist schwer zu erkennen.


Wenn es dann an die praktische Umsetzung geht, wird das Heulen und Zähneknirschen allerdings groß sein. Die schlauen Basisdemokraten haben es nämlich geschafft, den Berlinern klammheimlich ein zweites, völlig andersgeartetes Projekt unterzujubeln. Das ist ungefähr so, als wenn man sich ein kostenloses Zeitungsprobeabo andrehen lässt und mit der Unterschrift gleichzeitig ungewollt eine Waschmaschine kauft. So wird also vermutlich das fortschrittliche Berlin ein „Stadtwerk“ erhalten, das die Stromproduktion komplett auf zweifelhaften Ökostrom umstellt und die Stromkosten dafür dramatisch erhöhen muss. Eine entsprechende Information der Bevölkerung findet bis jetzt weder durch die Initiatoren noch durch die Politik statt. Und nicht nur in der Brieftasche werden es die Bürger zu spüren bekommen: Schon jetzt haben die Planer vorgesehen auf der wunderschönen innerstädtischen Heidelandschaft der Berliner Rieselfelder einen Windmühlenwald zu pflanzen. Das nennt sich dann wohl grüne Energiepolitik. Über andere Auswüchse dieser scheinbar guten und tatsächlich fatalen Politik hat Konrad Kustos „Voll verkabelt“ schon am 6.Mai 2011 geschrieben. An den Aussagen hat sich bis heute nichts geändert:

Samstag, 13. Juli 2013

Neue Gesänge des Grauens

Obwohl die Lage der Welt glänzend scheint, müssen immer irgendwelche Miesepeter versuchen, uns die gute Laune zu rauben. Da haben doch Forscher der Universität von Canterbury (Neuseeland) die Gesichtszüge von 6000 Lego-Figuren analysiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Zahl der von negativen Gefühlen gezeichneten Grimassen zunimmt. Vorausgesetzt, die Studie hat recht, stellt sich natürlich die Frage, ob es eine Korrelation mit den tatsächlichen menschlichen Gesichtern gibt oder ob es mit den sich im Laufe der Zeit wandelnden Lego-Verkaufsstrategien zu tun hat - oder worin da der Unterschied läge. Keinen Unterschied werden auch Eurovisionssongcontestenthusiasten, Justin-Bieber-Anhänger oder Fußballfans finden, denen gemeinsam kein Anlass blöd genug ist, Gesänge des Grauens anzustimmen, über die hier schon am 21. August 2011 zu lesen stand:

Samstag, 6. Juli 2013

Neues Prima Klima

Weihnachtsbäume 2013 ?
Wissenschaftler wissenschaftlern gerne rum, erzählen über den Jahrmarkt im Himmel und wie man den Teufel mit Beelzebub austreiben kann. Dabei sind sie meistens ziemlich nützlich, aber weil die meisten unter uns ihnen bedingungslos vertrauen, auch oft gefährlich. Da brauchen wir nicht die Alchemie, dass Geozentrische Weltbild oder die Rassenlehre zu zitieren. Normalerweise ziehen die folgenreichen Fehler keine persönlichen Folgen für die Verursacher nach sich, doch kürzlich hat es gleich sieben auf einen Streich erwischt. Weil die italienischen Seismologen 2009 eine Erdbebengefahr ausgeschlossen hatten, starben mehr als 300 Menschen in 10.000 zusammengebrochenen Häusern. Inzwischen wurden die sieben Neunmalklugen vom Gericht dafür mit Haftstrafen zur Rechenschaft gezogen. Wird dies auch mit all den Klimatologen geschehen, die mit ihren Kassandra-Rufen weltweit Milliardenkosten, Umweltschäden und Verunsicherung auslösen? Wir wissen es nicht, aber schon am 7. August 2011 gab es hier allerhand Skeptisches zur Klimaforschung zu lesen:

Montag, 1. Juli 2013

Nach-Gedacht: Platzende Plätze

Wie naiv von mir, in einem globalisierten Niedergang über einen schnöden Platz in Berlin zu schreiben. Das zeigt sich spätestens einen Tag nach der Veröffentlichung des Posts über den Missbrauch des öffentlichen Raums durch „revolutionäre Asylbewerber“. Andere Städte haben nämlich ähnliche, schlimmere Probleme, besonders München, wo am Sonntag ein Zeltlager mit hungerstreikenden Asylbewerbern geräumt wurde. Auch hier hätte die „fortschrittliche“ Stadtverwaltung sich das böse Spiel sicher noch lange angesehen, wenn die Aktivisten das Maß nicht überzogen und mit Toten gedroht hätten.

Samstag, 29. Juni 2013

Ein Platz platzt

Hätte ein Deutscher am Berliner Oranienplatz einen Asylbewerber niedergestochenen, wäre die Meldung um die Welt gegangen. Nun war es aber ein Türke oder ein Türkischstämmiger, so genau war das nicht zu erfahren, und deshalb reichte es nur zu einer Fußnote in der Lokalpresse. Suggeriert wird dort, dass es sich bei dem Täter um einen durchgeknallten Einzelgänger handelt, doch das greift zu kurz. An diesem einst aufwendig gestalteten Schmuckplatz im Zentrum der historischen Luisenstadt, Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt vom berühmten Gartenbaumeister Lenné, haben revolutionäre Asylsuchende und ihre deutschen Unterstützer schon im vergangenen Jahr mit Duldung der Behörden ein sogenanntes Flüchtlingscamp eingerichtet, das den dortigen Anwohnern - zum großen Teil türkische Migranten - gehörig auf die Nerven geht. Hier haben also vorgeblich gutwillige Gutmenschen ein Pulverfass kreiert, bei dem es nur eine Frage der Zeit war, bis es zu ersten Entladungen kommt.

Samstag, 22. Juni 2013

Die Arroganz der Intendanz

"Lächeln für den Niedergang"
Die gute Nachricht ist: Tom Buhrow moderiert nicht mehr die Tagesthemen. Die schlechte: Er ist jetzt Intendant des WDR. In der vergangenen Woche nahm er Abschied vom Bildschirm und muss nun nicht mehr sein eigenes Gesicht zeigen, wenn es um schlechten Journalismus geht. Stattdessen, wie es der Niedergang von ihm verlangt, ist er nun in höchster Position für diesen schlechten Journalismus verantwortlich. Eben noch dafür zuständig, die Probleme der Welt virtuell wegzulächeln, verfügt er nun über den größten und mächtigsten Sender der ARD mit einem Jahresetat von 1,4 Milliarden Euro. Bei einer solchen Ausgangspositionen ahnt man schon kybernetisch, dass diese Fehlbesetzung kein Fehler ist, sondern „Chaos mit System“.

Samstag, 15. Juni 2013

Armes Deutschland

Die gute Nachricht ist: Nur 5% der Deutschen fühlen sich laut einer EU-Studie arm. Die schlechte Nachricht lautet: 20% sind es. Nun gibt es Armutsdefinitionen reichlich, doch nach den Kriterien der EU bedeutet es, dass in Deutschland bei rund 16 Millionen Menschen „erhebliche materielle Entbehrungen" oder eine „sehr geringe Erwerbsbeteiligung", also Geldmangel, vorliegen. In der Zahl enthalten sind von Armut Bedrohte, deren Einkommen unter 952 Euro monatlich liegt – das sind allein 15,8% der Bürger eines immernoch reichen Landes. Auffällig auch, dass es Jüngeren eher schlechter geht, was sowohl eine Aussage über einen nach unten gerichteten sozialen Vektor ist als auch eine über den Sinn der Geburtenbeförderungspolitik. Fakt ist, dass Armut nicht nur ein Problem für die Menschen mit Arschkarte ist, sondern durch ihre Auswirkungen und besonders durch die Umstände, die sie möglich gemacht haben, ein Alarmsignal für das ganze Gemeinwesen.

Montag, 10. Juni 2013

Neu Nach-Gedacht: Fukushima

Das war ja eine heftige Reaktion auf mein kürzliches Nach-Gedacht zu den ausbleibenden Fukushima-Toten. In den Kommentaren sind die Meinungsgegensätze ebenso gut abgebildet wie die unterschiedlichen Differenzierungsniveaus der einzelnen. Da hilft jetzt kein Nachkarten, aber die Frage bleibt, warum bei manchen Themen manche Leute so fest glauben, ohne zu wissen warum. Einem famosen Hinweis von Frank nachgehend möchte ich daher beispielhaft an der Position des IPPNW versuchen zu zeigen, wie Manipulation an der Grenze zur Gehirnwäsche funktioniert.

Samstag, 8. Juni 2013

Nie sollst Du mich befragen


Dem Jongleur ist nichts zu schwör.
Es hätte so eine schöne Nachricht für Konrad Kustos sein können: Deutschland hat gar nicht so viele Einwohner und es leben auch viel weniger Migranten hier. Das hieße beispielsweise weniger Arbeitslose, weniger Umweltbelastung, weniger Ressourcenverbrauch, weniger neurotische Enge, weniger soziale Konflikte. Hätte, wäre, könnte! Denn die jetzt bekannt gewordenen Zahlen der jüngsten Volkszählung ändern nichts an der Realität, sondern sie offenbaren nur, wie erfolgreich uns Politiker und Wissenschaftler mit ihren Behauptungen wieder einmal auf den Arm genommen haben.

Dienstag, 4. Juni 2013

Nach-Gedacht: Fukushima


Natürlich wollen und können wir offiziellen Verlautbarungen nicht unbesehen glauben. Gebrannte Kinder scheuen das Feuer. Aber zur Kenntnis nehmen müssen wir sie schon, denn sie enthalten immer direkte oder indirekte Informationen und müssen ja auch nicht zwangsläufig falsch sein. Oft erzählen sie auch im Zusammenhang mit dem Nichtgesagten sehr ausführliche Geschichten. Eine dieser Verlautbarungen ist der gerade veröffentlichte Bericht der Vereinten Nationen über die Folgen des Atomunfalls von Fukushima. Nach einer umfangreichen Untersuchung kommt die UN zu dem Schluss, dass als direkte Folge des Atomunfalls weder Menschen starben noch an Krebs erkrankten. Die Katastrophe habe überhaupt keine Gesundheitsfolgen für die Bevölkerung gehabt.

Samstag, 1. Juni 2013

Migranten-Varianten

Im glücklichen, wohlhabenden Schweden, weitab von allen Krisenherden dieser Welt, in diesem Fluchtziel romantischer Auswanderer brennen plötzlich die Autos, und es gab mindestens vier Brandanschläge auf Polizeistationen. Verursacher waren jugendliche Migranten, die in den Plattenbaugettos Stockholms ihre soziale Unzufriedenheit und ihre kulturelle Frustration auslebten. Da passt es vortrefflich, dass zur selben Zeit in Berlin der 6. Integrationsgipfel der Bundesregierung Hof hielt. Die diversen Lobbyisten diskutierten gewollt zielmeidend nicht ob oder wieviel Migration sinnvoll wäre, sondern wie möglichst vielen neuen Migranten der Zuzug ermöglicht werden kann.

Samstag, 25. Mai 2013

Voll ver-apple-d

Die Grünen haben die Machtübernahme voll im Blick, und dazu gehören in unserem politischen System natürlich Versprechungen, oft diametral zur gelebten Praxis. Dabei scheint es opportun, in einem Land, in dem viele wenig und wenige viel besitzen, eine Umverteilung von oben nach unten zuzusagen, wobei im Falle der Grünen vorausgesetzt werden muss, dass die Wähler die rot-grüne Realpolitik der Agenda 2010 vergessen haben. So sollen also künftig Vermögen, Erbschaften und höhere Einkommen überproportional stärker besteuert werden, was im Grunde bedeutet, Menschen und Familien, die sich mehr oder weniger ehrlich Geld oder Positionen erarbeitet haben, um den Ertrag ihrer Leistung zu bringen. Da stößt es besonders bitter auf, wenn bekannt wird, dass die Apple-Tochter ASI ihre Milliardengewinne völlig legal und ungehindert mit 0,05 Prozent versteuern durfte. Und das ist nur die Spitze des Geldbergs, den die multinationalen Konzerne auf Kosten von reich und arm gleichermaßen an den Völkern, Volkswirtschaften und Staaten der Welt vorbeischaffen.

Samstag, 18. Mai 2013

Schlau gedacht, Stau gemacht

Parkplätze werden verboten, Fahrspuren werden „rückgebaut“ und landesweit nicht nachvollziehbare Langsamfahrzonen werden geschaffen – der Autofahrer hat es nicht leicht. Nun mag ihn manches Unbill auch zu recht treffen, denn er ist nicht alleine auf der Welt, und Platz, auf dem Verkehr verkehren kann, nicht unbegrenzt vorhanden. Dennoch ist die Verkehrspolitik seit langem ein Schaufenster, in dem sich kaum gebremste ideologische Weltverbessererattitüde präsentiert. Es blieb aber der Hauptstadt des Landes Brandenburg vorbehalten, den Boden jeder nachvollziehbaren Sinnhaftigkeit zu verlassen: Potsdam also schaltet inzwischen an seinen Grenzen Ampeln auf kürzere Grünphasen und erzeugt bewusst kilometerlange Staus, um den Verkehr innerhalb der Landeshauptstadt selbst zu reduzieren. Das ist ungefähr so, als wenn sich jemand die Venen aufschneidet, um seinen Blutdruck zu senken.

Samstag, 11. Mai 2013

Arbeitende Arme - Arme Arbeitende

Die Grünen, die mit ihrem Kumpel Gerhard Schröder einst die Minijobs eingeführt haben, wollen diese nun auf 100 Euro im Monat begrenzen. Nach der Logik des Systems müssen dann demnächst wohl die „kurzfristig Beschäftigten“, wie sie offiziell heißen, für ein Viertel des bisherigen Stundenlohns arbeiten. Okay, das ist Sarkasmus, aber der ist auch angebracht, angesichts der Tatsache, dass mit den Minijobs ein zweiter Arbeitsmarkt entstanden ist, der keineswegs wie behauptet, die Brücke zur Vollbeschäftigung schließen hilft, sondern basierend auf wirtschaftlicher Not, ein Heer von rund sieben Millionen Menschen mit Minilöhnen und maximaler Verfügbarkeit ermöglicht hat.

Samstag, 4. Mai 2013

Spar mal war mal

Die Schulden der EU-Staaten sind im vergangenen Jahr noch einmal kräftig gestiegen, meldet die der EU eigene Statistikbehörde Eurostat. Vor allem Griechenland verfehlt die Sparziele völlig. Nanu? Hat man uns nicht erzählt, wenn die Hauptschuldner nur emsig sparen, werde es eine Konsolidierung der Euro-Finanzen geben? Nur deshalb hatte der Milliarden-Rettungsschirm überhaupt eine argumentative Grundlage (trotz seiner hanebüchenen Finanzierung). Diese „Nanu-Frage“ ist natürlich eine rhetorische, wussten wir dank der Rechenbeispiele einiger kluger EU-Skeptiker doch jederzeit, dass eine Konsolidierung beispielsweise Griechenlands angesichts der Produktionsdefizite und der Progression der Gesamtverschuldung rein rechnerisch gar nicht möglich ist. Die entscheidende Frage ist also: Warum haben sich die EU-Schamanen zu einer so offensichtlichen Lüge hinreißen lassen?

Montag, 29. April 2013

Nach-Gedacht: Arbeit macht krank


Manchmal ist Konrad Kustos der allgemeinen Erkenntnis nur einen kleinen Schritt voraus. Gerade wurde hier reflektiert, dass Arbeit krank macht, da hat das die offizielle Statistik auch schon herausgefunden: Arbeit macht krank, ziemlich oft sogar todkrank.

Samstag, 27. April 2013

Export ist Mord

Mit Euro Arm dran?
Zypern ist also gerettet. Zypern? Wäre es sonst im Meer versunken oder von der Landkarte gestrichen worden? Wäre es gar verschwunden, auf Knopfdruck wie die aus „Lost“ bekannte Insel? Nö, zwei Banken hätten pleite gemacht und damit verwüstete Staatsfinanzen noch ein bisschen mehr verwüstet. Moralisch, wie wir sind, haben wir Zypern (besser: seine Bankwirtschaft) trotzdem gerettet, d.h. der Bundestag hat das mit seinem demokratischen Votum getan, wir Normalos müssen es nur bezahlen. Allerdings ist das, wie man immer wieder von Herrn Gysi und anderen Experten hören muss, auch zu unserem Besten, denn Zyperns Einbindung in den Euro erhöht ja unseren Auto-Export. Unseren? Also Konrad Kustos hat noch kein einziges Auto nach Zypern geliefert.

Samstag, 20. April 2013

Alternativ zum Mief

Quelle: T-Online
Die Feinde meiner Feinde sind ja eigentlich tendenziell meine Freunde. Was macht man aber, wenn eine neue Partei gegen das politische Establishment antritt und den unseligen Euro ins Visier nimmt, die ansonsten leider für eine Wirtschaftspolitik steht, die derart dreist nicht einmal vom herrschenden Einheitsparteienkonsortium umgesetzt wird? Die Rede ist natürlich von der „Alternative für Deutschland“, die sich am vergangenen Sonntag gegründet hat und die der erste ernsthafte Versuch seit Einführung des Euro ist, einen erheblichen latenten Widerstand erfolgreich zu bündeln. Darf man also, um zur Kernfrage zurückzukommen, den Teufel mit Beelzebub austreiben? Eine Frage, der wir uns nur kybernetisch nähern können. Einen Hinweis liefert die Gülle, mit der die AfD aus Anlass ihrer Gründung vonseiten der Presse und der etablierten Parteien überschüttet wurde.

Samstag, 13. April 2013

Sanktionen, die sich lohnen

In einer Welt der steten Verwirrung hat es beinahe etwas Beruhigendes, wenn sich etwas kontinuierlich verhält. Neben wachsenden Lebenshaltungskosten fallen uns da spontan die Müllberge und die Dummheit ein. Eine weitere Konstante, die immerhin Millionen Menschen betrifft, wird von der Öffentlichkeit aber weitgehend ignoriert: Seit etlichen Jahren steigen die Sanktionen gegen erwerbsfähige Hartz-IV-Empfänger jährlich im zweistelligen Prozentbereich. Im vergangenen Jahr wurde nun die Millionengrenze geknackt und damit eine neue Rekordmarke gesetzt bei der Ausgrenzung eines erheblichen Teils unserer Gesellschaft. Ihr seid (noch) nicht betroffen und haltet das deshalb für unwichtig? Hoffentlich zumindest dann nicht mehr, wenn sich daran beispielhaft eine neue Facette der geistig-moralischen Verfassung Deutschlands zeigen lässt.

Samstag, 6. April 2013

Rosa-Zukunft

Angela Merkel hat sie nicht, denn sie muss in nächtelangen Sondersitzungen die Europäische, die Christlich-demokratische oder ihre persönliche Union retten. Günther Jauch hat sie nicht, denn er muss ununterbrochen die Intellektualität der Fernsehunterhaltung und nebenbei noch die Potsdamer Stadtlandschaft retten. Denis Scheck und Dieter Moor haben sie nicht, denn sie müssen die Kultur nach ihrem Gusto vor allen Missetätern retten. Konrad Kustos hat sie erst recht nicht, denn er muss wöchentlich die Welt ein bisschen vor dem Niedergang retten. Was mag dieses kostbare Gut sein, das uns allen fehlt? Es ist natürlich die Zeit, die umso flüchtiger wird, je mehr wir von ihr haben. Dass diese Knappheit an Zeit aber keineswegs eine Folge des Tuns notwendiger Dinge ist, sollte schon die anfängliche Aufzählung nachgewiesen haben, vielmehr handelt es sich um ein Strukturproblem der Niedergangsgesellschaft.

Samstag, 30. März 2013

Der Mangel in der Mangel

Drahtseilakt
Jedes dritte deutsche Unternehmen sieht in fehlenden Fachkräften die größte Gefahr für die eigene wirtschaftliche Entwicklung - und zwar schon für die nächsten Monate. Diese Statistik ist so absurd, dass es dafür nur zwei mögliche Erklärungen gibt: Paranoia oder arglistige Täuschung. Weil es soviel Wahnsinn selbst in der Welt des Wahnsinns nicht geben kann, bleibt nur Variante B. Und so trommelt die Propaganda des Konzernkapitalismus ihre Mär von einem notwendigen Wachstum, das immer mehr Fachkräfte erfordert, unters Volk. Das wird gerne wissenschaftlich mit Zahlenkolonnen und bunten Kurven untermauert, doch komisch, dass sich rund um Konrad Kustos stattdessen die arbeitslosen Akademiker häufen. Vielleicht, weil sie sich sperren, fachfremde oder unterbezahlte Arbeit anzunehmen? Oder weil sie mit Mitte Vierzig schon zu alt sind? Was sagen uns dann aber die 2222 jungen Berliner, die im vergangenen Juni nach erfolgreichem Abschluss ihrer Berufsausbildung den Weg zum Arbeitsamt antreten mussten?

Samstag, 23. März 2013

Euro-Eulen

In einer Studie über das „Dreiländereck“ Baden-Schweiz-Elsass haben interkulturelle Wissenschaftler Erstaunliches herausgefunden: Deutsche Kinder sind eher fettleibig, weil sie morgens früher in die Schule müssen. Ihre kulturellen Kontrahenten in der Schweiz und Frankreich hätten nämlich vor der Schule mehr Zeit und könnten gesünder frühstücken. Wir lernen: Essen macht schlank, französisches Frühstück ist gesund und Wissenschaftler wissen, was sie sagen. Dass auch beim Letzteren eher das Gegenteil der Fall ist, haben studierte Experten besonders am Beispiel EU massenhaft bewiesen, nun aber ist das Maß voll. Das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut hat vorgerechnet, dass Europa nur zu retten ist, wenn Deutschland in den anderen EU-Ländern die Arbeitslosigkeit mitfinanziert und ein System der „Umverteilung“ nationalen Besitzes in jährlichen Milliardenbeträgen eingerichtet wird. Die ohnehin bereits indirekt stattfindende Enteignung Deutschlands soll so intensiviert und institutionalisiert werden.

Samstag, 16. März 2013

Arbeit macht krank

In keinem anderen hochentwickelten Land der Welt ist die Wahrscheinlichkeit, dass man seinen 50. Geburtstag nicht mehr erlebt, so groß wie in den USA. Die (amerikanischen) Wissenschaftler, die das jetzt herausgefunden haben, sagen, sie wüssten nicht warum. Weil aber das Phänomen nach dem „Gesetz der kulturellen Zeitreise“, demzufolge die Amis alle Unarten rund zehn Jahre vor uns durchleben, in Kürze auch uns ereilen wird, lohnt es sich, in diesem Post einmal Kausalitätsforschung zu betreiben. Natürlich gibt es viele Ursachen, die zusammenspielen, aber der Favorit von Konrad Kustos sind die Arbeitsbedingungen, die der Niedergang mit sich bringt.

Samstag, 9. März 2013

Freiwild gekillt

„Frei.Wild" sind Freiwild. Das ahnten die Musiker aus Südtirol schon, jetzt wissen sie’s. Ihre Nominierung für den deutschen Musikpreis Echo wurde auf Druck konkurrierender Musiker, darunter die Berliner Band „Mia“, zurückgezogen, Diese vorgeblichen Gutmenschen behaupteten, Frei.Wild verträten „rechtes Gedankengut“. Ein Nachweis wurde nicht angetreten, dennoch cancelte der veranstaltende Bundesverband Musikindustrie die Einladung der Südtiroler – ein einmaliger bzw. besser erstmaliger Vorgang. Nicht die Gesinnung von Musik wird hier zensiert, sondern die Behauptung einer Gesinnung reicht schon für solche Zensur. An solchen Beispielen zeigt sich die Niedergangsgesellschaft immer offener als ein proto-totalitäres System. Das ist makaber, denn das System verleumdet seine Gegner in allerbester Spiegeltechnik genau mit den Vorwürfen, die auf es selbst zutreffen.

Samstag, 2. März 2013

Leid-Zeit-Arbeit

Copyright: Alff-Cartoon
Unerhört! Da begnügt sich Amazon nicht damit, uns billige Artikel und bisweilen auch verbilligte Artikel nahezubringen, sondern beschäftigt selbst billige Arbeiter. Das konnte die Medienwelt nicht billigen und initiierte einen Aufschrei der Empörung. Nun fragt sich sicher nicht nur Konrad Kustos, warum dies ausgerechnet jetzt geschah, wo doch unterbezahlte Leiharbeit ein Strukturkriterium der Niedergangsgesellschaft ist, also überall und das schon seit längerem stattfindet. Die Antwort dürfte im Detail zu finden sein: Die betroffenen Menschen waren diesmal Polen und Spanier, und erst damit bekommt es eine politische Komponente außerhalb des blinden Flecks der täglich verschwiegenen Ausbeutung. Für deutsche Zeitarbeiter hätte es diese humanisitäre Betroffenheit nicht gegeben.

Samstag, 23. Februar 2013

Reich-lich arm

Franz Beckenbauer gehören 150 Millionen Euro. Die hat er sich verdient als guter Fußballspieler und geschickter Vermarkter seines Ruhmes. Obwohl er oft dummes Zeug redet, schätzen die Leute seine Authentizität. Ähnliches gilt für andere Superreiche wie die beiden Aldi-Familien, die jede sogar 16 bzw. 17 Milliarden Euro auf der hohen Kante haben. Eine Neiddiskussion wäre hier völlig unangebracht, denn die Albrechts haben einst die Zeichen der Zeit erkannt und gesetzeskonform eine Marktlücke geschlossen. Ganz nebenbei haben sie dabei, wie es eine funktionierende Marktwirtschaft tun sollte, durch Schaffung einer Konkurrenzsituation die Lebenshaltungskosten der Massen reduziert. Das Problem liegt auf einer anderen statt einer personifizierten Ebene: Die Einkommen der Reichen und der Armen klaffen in der Summe, also strukturell, immer weiter auseinander und offenbaren, dass die Welt nicht mehr im Gleichgewicht ist.

Samstag, 16. Februar 2013

Macht macht Maske

Beim Fasching hat sich Annette Schavan jetzt noch einmal unter die Narren gemischt, nachdem sie das Land so ausdauernd zum Narren gehalten hatte. Fröhlich hat sie geschunkelt, nachdem sie jahrzehntelang in Amt und Würden geschummelt hatte. Die Gemeinsamkeit des scheinbar widersprüchlichen Verhaltens, ist, dass man sowohl beim Fasching als auch in der Politik eine Maske braucht.

Samstag, 9. Februar 2013

Weggedacht durch Medienmacht

An die Spitze geschrieben ...
Die Brüderle-Affäre bringt immer neue Untaten ans Licht. Die Medien wälzen dafür die Archive, um ihre Kampagne gegebenenfalls mit neuen Brüderles verlängern zu können. Auch wenn die Fundstücke bisher so wenig überzeugen können, wie der Fall Brüderle an sich, gibt es doch einen wirklich herben Vorfall: Im Herbst stand in einem Porträt der CSU-Agrarministerin Ilse Aigner zu lesen: „Bodenständig ist sie geblieben, und dirndltauglich ist sie eh.“ Dass die Autorin dieser Zeilen in der Illustrierten „Stern“ auf den schönen Namen Laura Himmelreich hört, hat die Lawine heuchlerischer Empörung aber nicht dämpfen können. Immer mehr offenbart sich, dass wir es hier tatsächlich mit einem Skandal zu tun haben, doch nicht mit einem sexistischen, sondern mit einem der Medien selbst. Wir sehen, dass die Medien immer weniger Skrupel haben, ihre selbstgestrickte Wirklichkeit den Menschen folgenreich als Wahrheit zu verkaufen. Dabei ist ihnen jedes Mittel recht.

Samstag, 2. Februar 2013

Sex-ist Mist

Antisexistischer Schutzwall
Unerhört, was dieser Brüderle von sich gegeben hat: „Manche glauben, wir wären das schwache Glied in der bürgerlichen Regierung“. Mit solchen männerfeindlichen Synonymen wollen wir nichts zu tun haben, wir fordern den Zwangsaustritt aus der FDP und die Deportation nach Hamburg. Möge er dort sein Himmelreich finden. So, das könnte der Post für heute gewesen sein. Doch weil das für Konrad Kustos' Blog eindeutig zu kurz wäre (Achtung: 'kurz' ist hier keine sexistische Anspielung), reden wir noch etwas über den vorangegangenen Brüderle-Fauxpas, über Dirndl, Kultur und kollektive Mundtotmachung und dessen Folgen für unser Zusammenleben.

Samstag, 26. Januar 2013

Unwort-Unart


Wer einem „Opfer-Abo“ zum Opfer fällt, für den kommt jede „Rettungsroutine“ zu spät. Dieser Satz ist nicht die Weisheit eines geistig Behinderten (oder politisch-korrekt korrigiert: eines „Menschen mit besonderen Fähigkeiten“), sondern eine typische Sprachoptimierung im Zeichen des Niedergangs. Beide Begriffe sind die jüngsten Unwörter und Wörter des Jahres - und eigentlich auch wechselseitig verwendbar. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat so entschieden, und die will es ja wissen. In Wirklichkeit will sie natürlich nicht der Sprache dienen, sondern in den Medien präsent sein, und deswegen ist sie sich auch für keine Dämlichkeit zu schade. Interessant ist, dass sich aus den Wortschöpfungen dieser Gesellschaft einerseits ablesen lässt, welchem politischen Duktus man folgen muss, um gehört zu werden, und andererseits, welche neue Sprache sich interessierte Kreise zu schnitzen versuchen, um ihr Regime auch ideologisch unangreifbar zu machen.

Samstag, 19. Januar 2013

Deportation, das hatten wir schon


"Alter Fahrplan reaktiviert"
In Amsterdam haben sie einst schlimme Erfahrungen mit Deportationen gemacht, deshalb könnte man da Sensibilität erwarten. Stattdessen erfahren wir jetzt, dass schon in diesem Jahr Menschen wegen leichterer Vergehen, vor allem aber wegen der falschen Gesinnung deportiert werden sollen. Vielleicht ist genau dies der Moment von dem Historiker sagen werden, dass die Entwicklung einer völlig neuen Form von Totalitarismus in eine entscheidende Phase getreten ist. In jedem Falle haben sich die Holländer damit vom Rechtsstaat verabschiedet - und das versteckt hinter der Maske des politischen Edelmuts. Und wenn das in einem mitteleuropäischen Land bereits möglich ist, wissen wir auch, dass diese Form der staatlichen Willkür in Deutschland nicht weit ist.