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Montag, 29. April 2013

Nach-Gedacht: Arbeit macht krank


Manchmal ist Konrad Kustos der allgemeinen Erkenntnis nur einen kleinen Schritt voraus. Gerade wurde hier reflektiert, dass Arbeit krank macht, da hat das die offizielle Statistik auch schon herausgefunden: Arbeit macht krank, ziemlich oft sogar todkrank.

  Mehr als zwei Millionen Menschen auf der Welt sterben nach Erhebungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) jedes Jahr durch Erkrankungen am Arbeitsplatz. Dazu kommen 321.000 Arbeitsunfälle mit Todesfolge. Eine beliebte Todesursache ist die Staublunge, besonders, aber nicht nur, in den weniger entwickelten Ländern. Manche Krankheiten brechen erst Jahrzehnte später aus-, allein in Westeuropa rechnet die ILO bis zum Jahr 2029 beispielsweise mit bis zu 500.000 Asbest-Toten.

So weit, so schlecht, aber schwer zu ändern, wenn die Betroffenen nicht gleich am Arbeitsplatz tot umfallen und man den Verursacher verantwortlich machen kann. Ansonsten sind es für die oberflächliche Weltsicht ja nur Individuen, die betroffen sind, weniger die Allgemeinheit und schon gar nicht man selber… Doch die ILO hat verdienstvollerweise auch vorgerechnet, dass daraus durch Arbeitszeitausfälle und Belastungen für das Versicherungssystem Kosten von 4% des Weltsozialprodukts entstehen. Allein in der EU dürften sich die Kosten danach auf mindestens 145 Milliarden Euro pro Jahr belaufen. Die Organisation fordert deshalb mehr Prävention, um Berufskrankheiten vorzubeugen. Dies sei effektiver und billiger als teure Behandlungs- und Rehabilitationsmaßnahmen.

Die beeindruckenden Zahlen können naturgemäß nichts über die Dunkelziffer aussagen. Wie effektiv war die Datenerhebung, wer ist sich schon bewusst, woher seine Krankheit kommt, und wer ist bereit, dann eine Schuldzuweisung auszusprechen? Schließlich versorgt uns unser christlicher kultureller Background mit der Grundüberzeugung, dass wir alle an unseren Krankheiten irgendwie selber schuld seien.

Die steigende psychische Belastung durch Mobbing und die vom Niedergang allgemein hervorgerufene Konfusion findet sich in solchen Statistiken schon gar nicht repräsentativ wieder. Gerademal seit 2010 werden bei der ILO, die die mangelnde Datenlage ausdrücklich beklagt, psychische Störungen überhaupt erst katalogisiert. Immerhin schlussfolgert man, dass auch Wirtschaftskrise und Rezession zu einem „gesundheitsschädlichen Stress“ beitrügen, der zu Depression und Selbstmord führen könne.

Für die deutsche Bundesanstalt für Arbeitsschutz gibt es hingegen keine Hinweise auf eine Zunahme von psychisch belastenden Arbeitsbedingungen. Soviel zu der Verlässlichkeit von Statistiken. Fakt ist: Die Krankheitstage durch psychische Erkrankungen haben sich in den letzten 15 Jahren in Deutschland fast verdoppelt. Jeder dritte Frührentner scheidet wegen einer psychischen Erkrankung aus dem Arbeitsleben. Für viele physisch Kranke ist die Psychomasche dabei sogar die einzige Chance, die Verrentung durchzubekommen, weil körperliche Krankheiten gerne von den Ärzten verharmlost werden.

Der ultimative Beweis, wie gefährlich Arbeiten ist, kommt allerdings aus einer ganz anderen Richtung. Nur im Krisenjahr 2009, als die Wirtschaft stark schrumpfte und weniger gearbeitet wurde, lag die Zahl der Arbeitsunfälle unter der Millionen-Marke. Möge jeder seine Schlüsse daraus ziehen, wie er will.

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