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Samstag, 17. August 2013

Neue Quoten-Idioten

Manche predigen Wasser und trinken Wein. Das ist gar nicht so schlimm, denn uns ist nichts Menschliches fremd und manch ein PoCo wird die Dinge nach einem Glas Wein vielleicht nicht mehr ganz so verkniffen sehen. Dennoch bleibt eine klammheimliche Freude, wenn eine Ikone der Umweltbewegung, Erin Brockovich, die es mit ihrem Kampf gegen die Verseuchung des Trinkwassers sogar zu einer oscarprämierten Verfilmung gebracht hat, ihr Ticket wegen Trunkenheit am Steuer ausgerechnet auf einem Boot entgegennahm. Einem Wildhüter war aufgefallen, dass die 52-Jährige es nicht schaffte, ihr Boot (mit 1,6 Promille) rückwärts einzuparken. Das mit dem für ein bestimmtes Geschlecht schwierige Rückwärtseinparken haben wir alle schon mit eigenen Augen erlebt, wenngleich wir nicht darüber reden dürfen, denn sonst wären wir Frauenfeinde, und das kommt in der Negativhierarchie gleich nach den Rassisten. Weil es also ideologisch nicht sein darf, dass unterschiedliche Geschlechter unterschiedliche Fähigkeiten haben, muss die Quote her, um gleichzumachen, was nicht gleich sein kann. Erst vor kurzem ging es hier und hier um Frauen in Führungspositionen, doch schon am 29. Mai 2011 gab es in diesem Blog Grundsätzliches dazu zu lesen:

Das Schicksal konnte diese Geschichte nicht besser schreiben: Ausgerechnet der französische Fußball-Nationaltrainer Laurent Blanc (dt.= Weiß) trat kürzlich einen „Rassismus-Skandal“ los. Er und seine weißen Funktionärskollegen hatten leise darüber nachgedacht, wie man den Einfluss von (nichtweißen) Afrikanern und Arabern auf den französischen Spitzenfußball begrenzen könne. Eine 30%-Quote war Ihnen eingefallen, mit der die Anzahl der „Übersee“-Franzosen in Sportschulen und Leistungszentren begrenzt werden sollte, um die Chancen der nichtmigrierten Franzosen zu verbessern. Trotz sechs Siegen der Equipe Tricolore in Folge wurde daraufhin von den auch in Frankreich (bei solchen Themen) hochsensiblen Medien Blancs Kopf gefordert.

Nun war das Überlegen, die französische Nationalmannschaft ein bisschen französischer aussehen zu lassen, sicherlich nachvollziehbar und angesichts des mit rund 10% Anteils der Migranten an der Gesamtbevölkerung weit unter der geforderten Kappungsgrenze von 30% und damit auch irgendwie begründbar. Doch letztlich war das Ansinnen bloß unverschämt und schwachsinnig. Schwachsinnig, weil es Frankreich vielleicht um begnadete Fußballer bringen könnte, und unverschämt, weil es Bürger, die eine Leistung bringen wollen und können, vom Erfolg ausschlösse.

Der deutsche Weg ist genau umgekehrt, aber noch ein ganzes Stück schwachsinniger. Wer erinnert sich etwa noch an Paolo Rink, der trotz nachhaltiger Erfolglosigkeit in die Nationalmannschaft berufen wurde, bloß weil er als Brasilianer als automatisch genial galt und sein Urgroßvater 1904 von Heidelberg nach Brasilien ausgewandert war? Und wenn ein in der dritten Generation in Deutschland lebender Mesut Özil als Beispiel gelungener Integration gefeiert wird, obwohl er weiterhin erhebliche Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hat und seine deutsche Frau ziemlich undeutsch zum Islam konvertieren ließ, bleibt ebenfalls ein Unbehagen zurück. Aber immerhin wird hier nicht ein guter Fußballer per Quote davon abgehalten, gut und auf höchstem Niveau zu spielen.

Dies ist eine Position, die der SPD vorbehalten bleibt. Die plant nämlich noch für dieses Jahr eine 15%-Mindestquote für Migranten in innerparteilichen Führungspositionen. Ex-Pop-Beauftragter und Parteichef Sigmar Gabriel, über den in meinem Buch „Chaos mit System“ schon anderes Unrühmliches zu berichten war, will damit wohl nach dem selbstverschuldeten Sarrazin-Desaster die zahlreichen Gutmenschen in seiner Partei beschwichtigen. Oder eben einfach Punkte sammeln in einer Niedergangsgesellschaft, in der mit Äußerlichkeiten Profil erworben werden kann.

Wieviele Migranten sind denn in der SPD? Jedenfalls keine 15 Prozent. Na gut, vielleicht sind die Migranten dafür viel besser als ihre deutschen Parteigenossen. Gut möglich, aber wer will das wie messen? Also geht es vordergründig darum, den armen, unterdrückten Migranten auf die Sprünge zu helfen, und hintergründig, sie mit schnellen Karrierechancen in die Partei zu locken. Nun ist es durchaus möglich, wenn nicht sogar zwangsläufig, dass auf diese Weise die Qualität der SPD-Führung deutlich verbessert wird, doch stellen sich bei solchem Vorgehen einige grundsätzliche Fragen.

Sind denn die Ausländer, die in die Politik gehen, noch repräsentativ für die Gruppe aus der sie kommen? Können sie das überhaupt sein, denn diese Gruppe ist überaus heterogen besetzt: Da gibt es Integrationsfähige, Integrationswillige, Unintegrierbare (aus vielerlei Gründen) und eine große Restmenge sozialer Trittbrettfahrer. Wieviel niedriger müsste die SPD-Quote sein, wenn nur die Gutwilligen in der Gutmenschen-Partei eine Karriere-Autobahn gebaut bekämen?

Und warum soll es nur für Migranten einen Quotenbonus geben? Sind andere nicht auch irgendwie unterprivilegiert? Quote bedeutet immer, dass die Interessen derjenigen, die nicht über eine Quote an der Macht beteiligt werden, ohne eine solche Lobby dastehen und dadurch benachteiligt werden. Was ist also mit den Behinderten, den Alten, den Arbeitslosen, den Gemobbten, den geistig Minderbemittelten? Aber auch: Was ist mit den Müllfahrern, den Kanalreinigern, den Zeugen Jehovas und den Atomkraftwerkmitarbeitern? Und schließlich: Müssen wir nicht auch an die lobbyisierte Postenversorgung für Auto-/Fahrradfahrer, Vegetarier/Allesesser, Nicht-/Raucher und Skatspieler denken? Wie muss man dann, überspitzt gedacht, umgehen mit dem autofahrenden, nichtrauchenden, farbigen Migranten, der als Arbeitsloser gemobbt wird, bis er alt und minderbemittelt ist? Addieren sich die politisch gewährten Vorteile dann, oder müssen komplizierte Prioritätsregeln geschaffen werden, wie in den USA, wo alle möglichen Minderheiten nach der „Affirmative Action“ gefördert werden? Und wird hier nicht überhaupt grundsätzlich gegen demokratische Gleichheitsgrundsätze verstoßen?

Heinz Buschkowsky, der Neuköllner SPD-Querdenker, der sich trotz aller Mobbingversuche in der Partei gehalten hat und mittlerweile mit einer Mischung aus Narren- und Migrantenexpertenstatus geduldet wird, sprach sich jedenfalls klar gegen die Quote aus. Statt Posten zu verteilen, sei es wichtig, mehr Migranten in die SPD zu holen. Die Quote verbinde nicht, sie trenne, schaffe ein Reservat für Migranten. Und außerdem gäbe es in der SPD soviel nach oben strebende Migrantengenossen wie Goldstaub, wie wolle man da die Quote überhaupt rein zahlenmäßig erfüllen?

Gut, dass es für alle Nichtgenossen nicht erforderlich ist, darüber nachzudenken, mit welchen Luschen man die Löcher zu stopfen gedenkt. Vielleicht können sie Paolo Rink aus Brasilien zurückholen; Deutsch wird er da aber inzwischen auch nicht gelernt haben - falls das für die SPD überhaupt noch wichtig ist. Da es aber zu erwarten ist, dass die SPD nur den Trendsetter spielt und demnächst, wie schon bei der Frauenquote für Aufsichtsräte in Großunternehmen geschehen, eine Migrantenquote auch für die Privatwirtschaft gefordert wird, steht ein direkter Eingriff ins Eigentumsrecht und damit in die Grundlagen unseres Systems bevor. Denkbar wären dann auch noch Migrantenquoten in der Schule: 15 Prozent oder wahlweise eine andere von der Politik zu bestimmende Menge von Schulabsolventen nichtdeutscher Herkunft müssten dann das Abitur bestehen, egal ob und welche Leistung sie bringen.

Und schließlich kann man die Problematik auch noch höher aufhängen. Ist es bei aller Notwendigkeit, Schlechterstellungen von Migranten zu erkennen und zu bekämpfen, der richtige Weg, deutsche, also einheimische Interessen unausgewogen zurückzudrängen? Es geht ja nicht nur um Minderheitenschutz, sondern auch um einen Schutz der hier geschaffenen Werte gegenüber real existierenden zuziehenden Profiteuren. Immerhin würde Deutschland, ohnehin schon als Einwanderungsland in seiner Integrationsfähigkeit seit Jahrzehnten rein quantitativ überfordert, durch eine solche Ausweitung der Quotenideologie besonders für Wirtschaftsflüchtlinge attraktiver. Und arbeitslose und unqualifizierte Nichtmigranten sollte es hier schon ohne Migration genug geben.

Quoten sind - nicht nur auf dem Spielfeld der Migration - per Definition ungerecht und stellen sich gegen das Leistungsprinzip. Sie schaffen Nischen für Karrieristen, Inkompetenz (meistens in Personalunion) und Faulpelze. Am Ende der Fahnenstange müssen dann wohl in jeder Mannschaft oder Frauschaft der Fußball-Bundesliga 15% Frauen spielen. Das wird rechnerisch zwar schwer, aber vielleicht kann man es ja nach Gewicht regeln?

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