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Samstag, 16. November 2013

Kopfloses Kopf-Rechnen

Das Jahr 2013 nähert sich dem Ende, und das ist in vielerlei Hinsicht gut so. Beispielsweise war es das „Wissenschaftsjahr zum demographischen Wandel“, eine Kopfgeburt, die viel über die Wissenschaft selbst, aber auch viel über ihre Auftraggeber aussagt. Deutschland stirbt nach deren Erkenntnissen aus. Die Frauen wollen, so heißt es, partout nicht so viele Kinder in die Welt setzen, wie es die Demographen als erforderlich ausgerechnet haben. Es drohten demnach Folgen für die Rente, die Arbeitskräfte der Unternehmen und natürlich, aber weniger offen formuliert, den Soldatennachwuchs. Schon bald wird das Land also leer sein wie die Antarktis. Im Jahr 2050 beispielsweise werden, so sagen es jedenfalls die bestenfalls nur überforderten Demographen, hier nur noch 70 Millionen Menschen leben. 70 Millionen Köpfe? Sollte das für ein kleines Land nicht genug sein? Und reicht nicht allein diese Zahl aus, das ganze Gerede vom schrumpfenden Deutschland als das zu erkennen, was es ist, nämlich Propaganda interessierter Kreise?


Solches Gegendenken fällt uns deshalb so schwer, weil der Schulterschluss der Propagandisten in diesem Fall fast lückenlos ist. Menschen sind unglücklicherweise gewohnt, Behauptungen eher nach ihrer Quantität denn ihrer Qualität zu bewerten. Das hindert unser kritisches Denken, gezielten Fehlinformation schnell auf die Schliche zu kommen. Deshalb wenigstens an dieser Stelle schnell noch ein paar Gegeninformationen.

Eine längerfristige Prognose der Bevölkerungsentwicklung ist, wie die Vergangenheit gezeigt hat, kaum möglich und daher schon ihr Versuch problematisch. Hätte man beispielsweise 1950 die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2000 geschätzt, wäre die Antibabypille genauso wenig berücksichtigt worden wie die Anwerbung und der Zuzug von ausländischen Arbeitskräften, der Trend zur Kleinfamilie, zum Singledasein oder die Öffnung der Grenzen im Osten. Noch weiter zurück, im Jahr 1900, hätte man sogar locker über zwei Weltkriege hinweggerechnet. Selbstverständlich waren in den jüngsten Berechnungen auch die durch die europäische Wirtschaftskrise hervorgerufenen Wanderungsbewegungen nicht enthalten.

Erst kürzlich wurde hier über die peinliche Panne bei der Schätzung der deutschen Gesamtbevölkerung berichtet, bei der eben mal anderthalb Millionen Menschen rechnerisch verlorengegangen waren. Bei einer Bestandszählung wohlgemerkt, nicht bei einer noch viel wackligeren Zukunftsspekulation.

Viel entscheidender ist aber die Frage, ob überhaupt die grundsätzliche Unterstellung, Deutschland brauche eine stabile oder gar wachsende Bevölkerung, zutrifft. Vor jeder Auseinandersetzung mit dem Thema wird einfach behauptet, das Land brauche Wirtschaftswachstum und dieses sei nur mit einer bestimmten Zahl von Arbeitern und Konsumenten zu erreichen. Es wird dabei verschwiegen, dass die Grenzen des Wachstums längst erreicht und überschritten sind, und nur eine stabile Wirtschaftsordnung noch Zukunftschancen haben könnte.

Es wird behauptet, nur mit zusätzlichen Menschen könne die Rente stabil sein, wobei verschwiegen wird, dass ein mögliches Rentenproblem überhaupt nur aus Adenauers unsäglichem Generationenvertrag erwächst und nicht aus der Produktivität des Landes, die bisher seit Jahrhunderten dafür gesorgt hat, dass die Gesellschaft ihre Alten alimentieren konnte. Es wird behauptet, wir brauchten zusätzliche Arbeitskräfte, dabei sind die Arbeitsämter voll von Menschen, die nach Arbeit suchen, und mir sei diesmal die Prognose erlaubt, dass sich daran nicht viel ändern wird.

Weil aber die interessierten Kreise, die diese Gehirnwäsche betreiben, ihr Vertrauen in eine ausreichende Gebärfreudigkeit der deutschen Frau wohl verloren haben, betreiben sie nun eine rücksichtslose Einwanderungspolitik. Beim kürzlichen Integrationsgipfel in Berlin jubelte Sozialministerin Ursula von der Leyen: „Jeder gewinnt, die jungen Leute, weil sie im Beruf durchstarten können, unsere Wirtschaft, weil Fachkräfte auf die vielen offenen Stellen nachströmen." Zudem sinke in den Herkunftsländern der Druck der Arbeitslosen.

Während also in den Herkunftsländern die Fachkräfte abgeworben werden und hierzulande junge Deutsche vergeblich nach qualifizierten, echten und fairen Lehrstellen suchen, mehren sich die Integrationsprobleme. Auf jeden Fall wächst die Bevölkerungszahl, wenn auch am wenigsten durch die versprochenen Fachkräfte. Die Wirtschaftskrise in Südeuropa und die EU-Osterweiterung haben Deutschland im vergangenen Jahr mehr als eine Million Zuwanderer gebracht – so viele wie seit 17 Jahren nicht mehr.  Noch 2012 hatten Bevölkerungsforscher behauptet, die Zuwanderung stoppe bald. Soviel zur Seriosität der Demographie.

Doch nun zurück zur Kernfrage, wer diesen Schulterschluss des Irrtums und der Lüge befördert, und welches Interesse er daran hat. Natürlich dieselben, die schon vor Jahrhunderten die Kindersterblichkeit bekämpften, damit bald darauf mehr arbeitslose Erwachsene die Löhne drücken halfen. Heute würden wir sie Konzernkapitalisten nennen, wenn sich nicht in diesem Falle mancher aus dem Mittelstand unrühmlich in dasselbe Boot setzte. Die gleichen Motive lenken solche „Integrationsgipfel“, die von Menschenfreundlichkeit reden und brutale Strukturpolitik betreiben.

Von der hohen Qualifikation der neuen Zuwanderer ist die Rede, was mit nackten, scheinbar unbestechlichen Zahlen unterlegt wird und in Wirklichkeit komplexe Verhältnisse verschleiern soll. Schon die Erfahrung, die Logik und der Augenschein zeigen, dass in der Regel nicht die Eliten nach Deutschland kommen. Anders als bei den frühen Gastarbeitern, bei denen hauptsächlich Muskelkraft gefragt war, sind ja nun angeblich Fachkräfte mit guter Ausbildung angesagt. Selbst bei wirklichen Fachkräften, so sie denn kämen, wären hinsichtlich ihrer Ausbildung Zweifel angebracht, da die Ausbildungsgänge und Titelvergaben international kein bisschen vergleichbar sind. In den meisten Ländern gibt es nicht einmal eine Lehrlingsausbildung, wie wir sie kennen. Der Wert vieler dieser Abschlüsse zeigt sich auch in der Fragwürdigkeit von UNO-Statistiken, nach denen selbst manches Entwicklungsland einen höheren Ausbildungsstand als Deutschland haben soll.

Unbesehen davon kann, unbeachtet von den Zahlenjongleuren des Niedergangs, auch die Mentalität der Job-Einwanderer zu Problemen im Betrieb führen. Nicht weniger als drei Führungskräfte in verschiedenen Ländern erzählten mir beispielsweise verzweifelt von ihren Erfahrungen mit Indern. Sie seien teamunfähig, Meister der Intrige, uninspiriert und verweigerten jede Verantwortungsübernahme. Aber die obersten Manager halten sie für Innovationsgaranten - und billig, wenn auch nicht preiswert, sind sie obendrein.

Hinzu kommt allgemein die Kommunikationsproblematik. Wie soll man qualifizierte Arbeiten ausführen, ohne ein höher entwickeltes Verständnis für die hier gesprochene Sprache? Und schließlich, wenn die Einwanderer tatsächlich mehrheitlich eine höhere und hier nutzbare Qualifikation als die Deutschen hätten, sollte man dann nicht mehr für die Qualifizierung der Alteingesessenen tun, deren Arbeitsplätze sonst noch mehr in Gefahr geraten als ohnehin?

Kommentare:

  1. Kein Thema eignet sich mehr zum Streiten als das Thema "Einwanderer", insbesondere in einer Stadt, die im wesentlichen durch Einwanderer aus dem Sumpf gezogen wurde. Gut, die Holländer, die Hugenotten, überhaupt die deutschsprachigen Einwanderer in dem slawischen Landstrich zwischen den alten Slawenburgen Spandau und Köpenick, das ist lange her.

    Jetzt wollen wir nur noch gut ausgebildete und leicht integrierbare Einwanderer, aber natürlich ohne uns wie Australien als Einwandererland darstellen zu müssen. Und wir wollen im Alter gepflegt werden, zu bezahlbaren Preisen, notfalls von illegalen Einwanderern, aber sie sollen bittesehr gehen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

    Den Einwanderern zu niedrige Fähigkeiten vorzuwerfen, ist doppelt sinnfrei. Erstens ist daran zum Teil der Filter schuld, den das Land bei der Anwerbung angesetzt hat - wer Arbeiter für Drecksjobs sucht, bekommt diese, und keine Professorenkinder. Und zweitens werden mit so einem Ansatz genau die vertrieben, die den Schnitt heben. Ich kenne auch ein paar persönlich, und von denen sind nicht mehr alle im Lande. Unter denen, die noch hier sind, sind übrigens ein paar der fittesten Softwareentwicker und -entwicklerinnen, die ich kenne.

    Aber da ja auch schon die AfD Zuckungen in Richtung der Einwanderer zeigt, ist es wahrscheinlich besser, man bleibt selbst mobil und sucht sich irgenwann ein wirklich zukunftsfähiges Land.

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  2. Es passiert leider sehr häufig, dass Kommentatoren nicht auf meinen Text eingehen, sondern gegen die Feindbilder argumentieren, die sie im Kopf haben, oder so tun, als ob sie mir widersprechen, obwohl sie das wiederholen, was ich geschrieben habe. Was soll ich da machen? Immer wieder kommen dann bei der Einwanderungs- pardon Migrationsdebatte die Hugenotten als Beispiel gelungener Integration. Die aber wären zum einen nie gekommen, wenn sie nicht vertrieben worden wären, vor allem war das aber eine Elite, die ins kulturell unterentwickelte Deutschland kam. Jetzt kommen zu 99% Leute, die schon in ihrem unterentwickelten Heimatland keiner haben will. Es ist unseriös, das nicht zu unterscheiden. Und dass das zwar nicht unsere Schuld, aber die Schuld unser Mächtigen ist, wenn sie die für die Drecksjobs holen, hatte ich doch geschrieben. Außerdem war das Thema des Posts eigentlich die Unseriosität der Demografie und die Lüge vom aussterbenden Deutschen. Nicht gemerkt?

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  3. Wie anders als Homo-Dummkopf soll man Menschen bezeichnen die nach den Vererbungsgesetzen Jahrhunderte lang erfolgreich Pflanzen- und Tierzucht betreiben, diese aber für sich selbst verneinen?

    Das dann die geistige Fähigkeit fehlt zwischen den Hugenotten und den heutigen "Leistungszuwanderern" zu unterscheiden, ist biologisch korrekt.

    Die Naturgesetze werden sich gnadenlos dieser Differenz annehmen.

    Grüße wolfswurt

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  4. Wenn ich den Text mal abschnittweise durchzähle, komme ich auf 7 Abschnitte zur "Demografielüge" und 5 zur Einwanderer-Diskussion. Da halte ich es durchaus für gerechtfertigt, Bemerkungen zu letzterer zu machen, insbesondere da ich die Bevölkerungsgruppe der Demografen zur Zeit nicht als ernstlich bedroht ansehe.

    Es zuckt mir in den Fingern, auch auf die "99%, die keiner haben will", zu antworten, bzw. auch auf den anonymen von Wölfen besiedelten Hügel aus Stallmist und Siedlungsschutt (http://www.geodaten.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=8726&article_id=25262&_psmand=28 ), aber ich lasse das mal. Zu deprimierend.

    Dafür eine Verteidigung der Demografie - wer ihr vorwirft, 2012 nicht geahnt zu haben, dass die Zuwanderung sich infolge der Wirtschaftskrise wieder erhöhen wird, verkennt das Wesen der Demografie. Sie beschäftigt keine Hellseher, die externe Ereignisse vorhersagen, sondern Mathematiker, die langlaufende Bevölkerungsentwicklungen und ihre Folgen modellieren. Natürlich kann es sein, dass die Bevölkerungsentwicklung sich spontan verändert, aus allen möglichen Gründen. Aber eine Politik kann man nur auf den wahrscheinlichsten Fall ausrichten, und dieser ist nunmal ein Schrumpfen.

    Das muss nicht unbedingt schlecht sein, aber man muss über die Konsequenzen nachdenken, was passiert, wenn z.B. ein immer kleinerer Teil der Bevölkerung den Rest ernährt und dazu noch die Schulden der letzten 40 Jahre abzahlt. Eine der Folgen sind die Negativzinsen, jetzt schon real und bald auch nominell, die zur Zeit immer häufiger diskutiert werden. Aber das ist ein anderes Thema...

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    1. Dass die Demografen Wissenschaftler sind und keine Hellseher, sehe ich auch so. Warum aber gerieren sie sich dann so? Das ist genau meine Kritik!
      Dass dieses System jemals die Schulden abbezahlen will oder kann, ist so sicher, wie damals niemand die Absicht hatte, eine Mauer zu bauen. Diese Schulden sind der Versuch, die zusammenbrechende Weltwirtschaft kurzfristig zu stabilisieren. danach kommt der Zusammenbruch, nach dem es auch keine Schulden mehr gibt.
      Dingodog, solange Du den instrumentalisierenden Lügen des Systems glaubst, wird ein zu großer Teil Deiner wertvollen Geisteskapazitäten verjuxt.

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    2. In der Natur findet Mathematik nicht statt!
      Mathematik ist Fehlleistung des Großhirns.
      Versuchen Sie mal den Wachstumsprozeß einer Pflanze mathematisch zu erklären.

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    3. Konrad, eigentlich bin ich berüchtigt dafür, dass ich erstmal gar nichts glaube. Muss mal in mich gehen, und untersuchen, welche Lügen des Systems, und wenn ja welchen Systems ich glaube. Das ist der Fluch meiner naturwissenschaftlichen Ausbildung - neben dem Zehnfinger-Tippen habe ich auch noch gelernt, dass Materie fast leer und Zeit eine Illusion ist. Vielleicht ist es die Grundlage der Macht unserer Kanzlerin, dass dies ihr von der Ausbildung her auch bewusst ist - hilft bei Verhandlungen.

      Aber Scherz beiseite, gerade heute gab es in der SZ einen schönen Artikel zum Thema Demografie, mit erschreckendem Ergebnis gerade für Deutschland. Hier der Link zur dort zitierten Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (Teil des Systems, ich weiss... übrigens Vorsicht, das verlinkte PDF ist nicht barrierefrei):
      http://www.bib-demografie.de/SharedDocs/Meldungen/DE/Aktuelles_Box/2013_11_27_gdm_11_medianalter.html?nn=3075450

      bzw. mit etwas mehr Material hier
      http://epp.eurostat.ec.europa.eu/statistics_explained/index.php/Population_structure_and_ageing/de

      Das Medianalter der Deutschen (also das Alter, bei dem die Hälfte der Bevölkerung darunter und die andere darüber liegt) liegt danach bei rund 45 Jahren und damit in Europa am höchsten. Das erschreckende ist, dass es laut SZ seit 1990 um 7,4 Jahre nach oben gegangen ist. Und die jeweilige Politik muss wohl Einfluss haben - in Schweden ist es im gleichen Zeitraum nur um 2,4 Jahre nach oben gegangen.

      Das könnten nun alles "System"-Propagandazahlen sein... aber man kann ja selbst mal eine Statistik der eigenen Hausnachbarn machen oder so. Fürchte, das ist zumindest grob korrekt.

      Falls man als Wähler oder Politiker meint, dass diese Entwicklung eventuell etwas ungut ist, wäre der logische Weg, z.B. nach Schweden zu schauen und zu betrachten, was dort anders gemacht wird als hier. Komischerweise finden solche Diskussionen praktisch nirgendwo statt, sie würden zu viel voreingenommenes Denken stören (so ähnlich wie bei der Krankenversicherungs-Diskussion in den USA). Aber die Alternative, die Demografen als Übermittler der Botschaft zu beschimpfen, erscheint mir nicht sinnvoll. Und, wie Anonym meint, Mathematik für eine Fehlleistung zu halten, ebenfalls nicht - schon beim Überqueren einer Straße merkt man es schnell, wenn man die Formel Geschwindigkeit * Zeit = Wegstrecke für eine Fehlleistung hält. Wobei ich merke, dass ich mir hier selbst widerspreche und damit den Kommentar beende.

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  5. Oho, Du weißt sehr wohl als Wissenschaftler und Zehnfingerschreiber, dass die beste Lüge die ist, die sich auf die Wahrheit beruft. Nie war hier strittig, dass die Deutschen älter werden. Du beleidigst nun meine Intelligenz, indem Du mir das nachweisen willst. Strittig ist, aus diesem momentanen Umstand und der Projektion, dies werde so anhalten, weitgehende Folgerungen für unser politisches Handeln abzuleiten. Erst recht, wenn dieses Handeln sich undemokratisch gegen bestimmte Gruppen der Bevölkerung richtet. Schlimmerweise kommt hinzu, dass, selbst wenn wir all das für sinnvoll erachteten, die Maßnahmen (Einwanderung, Rentenkürzung) höchst destruktiv und im Interesse bestimmter Krisengewinnler und/oder Idioten sind. Zu Deinem Berufen auf die Wissenschaft empfehle ich, die erste Säule in meinem Buch zurate zu ziehen und bedanke mich ausdrücklich bei Anonym, der die Anmaßung der Wissenschaft, die Natur im Griff haben zu können, so wunderbar auf den Punkt gebracht hat.

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    1. Korrekt, am liebsten lüge ich mit der Wahrheit, schon seit meiner Jugend. Aber ich darf doch darauf hinweisen, dass der Satz "70 Millionen Köpfe? Sollte das für ein kleines Land nicht genug sein?" leider gar nichts über die Altersverteilung dieser 70 Millionen aussagt. Sie ist eher eine typische Politiker-Beruhigungspille, klingt nach wenig Veränderung über einen langen Zeitraum. Eine Aussage wie "jedes Jahr wird Deutschland als ganzes 4 Monate älter" tut da schon mehr weh.

      Wir können die Augen davor verschliessen, wie die Japaner, für die Maßnahmen wie Einwanderung oder Rentenkürzung auch als höchst destruktiv gelten. Andererseits habe ich heute bei zerohedge, einem etwas negativ eingestelltem Finanzerforum, einen schönen Artikel gelesen, bei dem es um die Frage ging, WIE man am effizientesten vom großen Finanzknall in Japan profitieren kann - die Unsicherheit besteht laut dem Artikel nicht darin, OB er kommt. Dafür haben sie wunderbare demographische Charts vorgelegt, siehe
      http://www.zerohedge.com/news/2013-11-30/anti-widowmaker-trade-get-paid-wait-japanese-house-card-collapse

      Nein, die Frage ist nur, WANN der japanische Kollaps kommt, und die Haie überlegen sich im Artikel Methoden, um dieses Problem abzufangen. Nett, nicht wahr? Sollte das für uns nicht Motivation sein, über Lösungen nachzudenken (und Einwanderung ist nicht Lösung #1, auch nicht aus meiner Sicht), statt das Problem kleinzureden?

      Aber gut, ich werde mir das 1. Kapitel über die Wissenschaft wieder mal vornehmen, nachdem ich durch die spannende spätrömische Untergangsgeschichte durch bin, die ich gerade lese.

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    2. Du vermengst gerne Dinge, ohne sie zu gewichten. Alles folgt irgendwie aus allem, aber das beweist erstmal garnichts, solange man nicht kausale Beziehungen herstellen kann. Das tust Du in auffallender Weise nicht. So kann man ALLES "beweisen". Also dringend auch noch die 6. Säule lesen!!!

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  6. @dingodog

    Diese Aussagen zur Demographie sind nun wirklich Schall und Rauch.

    Man sollte schon soweit die Zusammenhänge begreifen, die Demographie und die Bevölkerungsdichte zu vergleichen.

    Alles andere ist Schindluderei.

    wolfswurt

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  7. Nochmal ein Nachtrag zum Verhältnis Population/Raum:

    Das der Zustand einer Population(Pflanze, Tier) in unmittelbarer Abhängigkeit vom zur Verfügung stehenden Raum steht, ist jedem Gärtner und Bauern bekannt.
    Die Maßnahmen zum Überleben von Tieren in Massenställen haben ja gerade deswegen ein solches Ausmaß erreicht, weil der benötigte Raum für das Individium nicht vorhanden ist.
    In freier Wildbahn benötigt kein Reh, Wildschwein, Hase oder Fasan Medikamente um wenigstens 6 Monate über die Runden zu kommen.

    Nun zum Mysterium Mensch:
    Das Großhirn ist schon in der Lage diese Zusammenhänge zu erkennen.
    Allerdings versucht es mit Chemie und Technik dieses sich in der Natur stets einpendelnde Population/Raum Verhältnis zu überwinden.
    Abgesehen von der Tatsache das sich das Großhirn nicht in die von ihm selbst erkannten Zusammenhänge bereit ist einzuordnen.
    Der Plattenbau war ein erstrebenswertes Ziel einer ganzen Epoche und ist in seinem Kern nichts anderes als eben jener Massenstall für Vieh.
    Natürlich ist die Entstehung aus einer zu hohen Bevölkerungsdichte abzuleiten.
    Aber selbst jetzt im Rückgang der Bevölkerung, was ja mehr Raum für das Individium bedeutet und damit bessere Lebensbedingungen, stemmt sich das Großhirn mit aller Macht dagegen anstatt es zu fördern.

    Diese paradoxe Verhaltensweise ist Resultat einer Störung des Großhirns durch exakt jenen Raummangel.

    Grüße wolfswurt

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    1. @ wolfswurt - möchte wissen, was an diesen Demografiezahlen Schall und Rauch ist. Natürlich sind sie nur ein Aspekt des Verhältnisses aus Bevölkerung und Land. Aber eine so schnelle Veränderung einer wichtigen Kennzahl (+1 Jahr alle 3 Jahre) muss ernstgenommen werden und sollte nicht mit fadenscheinigen Argumenten vom Tisch gewischt oder ignoriert werden. Ich warte noch auf konstruktive Vorschläge?

      Dass der Mensch eine weit höhere Bevölkerungsdichte hat, als es ohne "Großhirn" der Fall wäre, ist unbestritten. Und dass die Methoden, mit denen er das macht, auch auf ihn selbst zurückschlagen, hat schon Desmond Morris mit seinem Buch "Der menschliche Zoo" 1969 erkannt.

      Die These, dass dieser in der neolithischen Revolution eingeschlagene Weg langfristig (also auf einige 1000 Jahre hin) ein Fehler ist, stammt übrigens von einem Mathematiker, Theodore Kaczynski. Grundsätzlich hat er ja recht (zumindest wenn man nicht über diesen einen Planeten hinaus denkt), bloß seine Vorschläge, wie dieser Fehler zu korrigieren ist, sind so aussichtslos wie inhuman.

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