Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 29. März 2014

Schönheit muss sch(n)eiden

Bildquelle: Jantoo.com
Die Zahl der medizinisch nicht notwendigen Schönheitsoperationen in Deutschland steigt so rasant, wie die der Menschen sinkt, die Politikerversprechungen noch glauben. 2011 begaben sich rund eine Million Deutsche der Schönheit zuliebe unters Messer. Manchmal hilft das, aber manchmal sehen die, die dem Schicksal nachhelfen wollten, hinterher nicht viel besser aus als Frankenstein persönlich. In jedem Falle handelt es sich dabei nicht bloß um ein gesellschaftliches Phänomen, sondern um ein gesellschaftliches Problem. Kein Thema sind jene Operationen, mit denen die Opfer von Brustkrebs oder Verbrennungen möglichst originalgetreu wiederhergestellt werden. Nicht einmal das Anlegen von Segelohren soll hier infrage gestellt werden. Doch beim näheren Betrachten des Geschäfts mit der künstlichen Schönheit offenbart sich, dass mit dem durch den Schönheits- und Jugendwahn induzierten Eingreifen in den Bauplan der Natur sowohl der Einzelne als auch die Gesamtgesellschaft verlieren müssen.

Donnerstag, 27. März 2014

Nach-Gedacht: Freiwilds Echo

Was für ein Echo. Nachdem die Südtiroler Band Frei.Wild vor fast genau einem Jahr wegen der Boykottdrohung einiger politisch besorgter „Kollegen“ vom Echo, dem wichtigsten Preis der deutschen Musikindustrie, ausgeschlossen wurde, gab es nun für die heutige Neuauflage gleich zwei bemerkenswerte Reaktionen: Erstens distanzierte sich die Musikindustrie von ihrem damaligen Verhalten, indem sie die Heimat-Rocker demonstrativ erneut nominierte, zweitens distanzierten sich Frei.Wild diesmal vom Echo. Beides sind beherzte Reaktionen.

Samstag, 22. März 2014

Wie die Medien sich erledigen

„In Kiew erschossen sich Menschen auf offener Straße“, schrieb kürzlich das bürgerliche Renommier-Magazin „Zeit“ (-online). Donnerwetter, das ist ja auch eine Meldung: Nicht nur dass die da Bürgerkrieg haben, sie scheinen auch massenhaft öffentlichen Selbstmord zu begehen. Doch keine Sorge, es handelt sich nur um die fehlende sprachliche Kompetenz des Autors Steffen Dobbert (von Beruf Sportreporter) und die Unfähigkeit einer medialen Instanz mit intellektuellem Führungsanspruch, selbst einfache Fehler vor der Drucklegung zu korrigieren. Da wundert es nicht, wenn eine andere Qualitätszeitung in der Überschrift schreibt: „Wir bleiben so lange hier, wie wir gebaucht werden“. So geht es täglich die Medien rauf und runter. Einfache Schreibfehler paaren sich mit inhaltlichen Mängeln und schlichter Schlamperei, was die Akzeptanz und das Vertrauen in unsere Informationsmedien grundlegend erschüttert. Die Fehltritte sind im Einzelnen zwar oft ziemlich komisch, aber in der Summe wirft es ein beängstigendes Bild auf das Können, die Sorgfalt und die Leistungsbereitschaft in unserer Gesellschaft.

Montag, 17. März 2014

Nach-Gedacht: Kein Krim-Sekt für EU


Eigentlich ist alles gesagt. Die Politiker, die Medien, die Diplomaten und auch das kritische Internet haben hier und anderswo alle Fakten zur Krim-Krise genannt und die Argumente ausgetauscht. Doch nun wurden auch noch die Bürger der Krim-Provinz gefragt - ein unerhörter Vorgang, der bei den Friedensstrategen der EU schon deshalb Stirnrunzeln ausüben muss, weil die ja ihre eigenen Bürger auch nie oder höchst ungern um deren Zustimmung bitten. Das Wahlergebnis ist dann auch weniger wegen der Zustimmung zur Angliederung an Russland durch die 60% dort lebenden Russen erstaunlich, sondern viel mehr, weil auch die Nichtrussen dem zustimmten, was sich zwingend aus dem überwältigenden Gesamtergebnis von 95,5% aller Wahlberechtigten ergibt. (Angesichts der bisher so einseitigen Berichterstattung wundert es nur, dass noch nicht die Wahlfälschungskarte ausgespielt wurde, aber vielleicht kommt das noch.) Doch nun zu glauben, der Anschluss der Krim an Russland sei demokratische Formsache, wäre naiv.

Samstag, 15. März 2014

Platz-Verweis

Jetzt kommt Bewegung in die traurige Posse am Berliner Oranienplatz. Der Senat garantiert rechtsbrechenden Platzbesetzern die Erfüllung ihrer Forderungen, wenn sie denn nur ihre Besetzung beendeten. Der Staat beugt sich der Gewalt, aber ob selbst das hilft, bleibt ungewiss. Schließlich ist es schon einmal passiert: Kaum war die erste Generation der Besetzer in einem Heim der Caritas im Bezirk Wedding untergebracht, da hatte die Unterstützerszene die freundlicherweise nicht abgebauten Zelte schon mit neuen Flüchtlingen gefüllt. Und schließlich ist das Ganze noch viel komfortabler geworden, haben doch die Besetzer inzwischen auf dem historischen Schmuckplatz ein ganzes Dorf aus 40 Bretterhütten mit Heizung und Internet errichtet. Berlin ist also wieder einmal nicht nur eine Reise wert, sondern auch an der Speerspitze des Niedergangs unterwegs.

Samstag, 8. März 2014

Friedens-FrEUden

Quelle: WZ-newsline
Es gab einmal eine Zeit, da hatte ein gewisser Adolf Hitler die Zukunft Deutschlands im Osten gesehen. Weil das für Deutschland und den Rest der Welt nicht so wirklich gut endete, entschlossen sich die Deutschen, und das nicht nur auf Druck der Siegermächte, von allen Formen militärischer Machtpolitik, die über eine Verteidigungsbereitschaft hinausgeht, künftig möglichst die Finger zu lassen. Das war die Zeit, in der sich Deutschland mühsam eine neue Ostpolitik erarbeitete und mit seiner Friedenspolitik Sympathien in der ganzen Welt gewann. Kürzlich hatte sich nun erneut ein deutscher Außenminister nach Osten gewendet und in der Ukraine für Frieden, nun, wenigstens einen Waffenstillstand, gesorgt. Und weil ein deutscher Außenminister heutzutage nichts mehr alleine entscheiden kann, hatte er auch noch ein paar EU-Kollegen mitgenommen. Aber was wie die Fortsetzung der freundlichen deutsch-europäischen Friedenspolitik aussehen sollte, war schlicht und einfach der Startschuss für eine neue Expansionspolitik einer neuen Möchtegern-Großmacht.

Samstag, 1. März 2014

Hollywoods Höllenfahrt

Den Golden Globe hat er schon, den Oscar will er am Sonntag noch: „12 years a slave“. Der Film verfügt über große Bilder, große Schauspielleistung, große Tragik und erst recht einen großen Anspruch - und umso größer ist sein Scheitern. In den Medien und der anderweitigen Öffentlichkeit wird das allerdings nicht wahrgenommen. Hier adelt ihn seine eindeutige moralische Position und seine Aufarbeitung eines schrecklichen Kapitels der amerikanischen Geschichte. Doch reicht das aus? Die erzählte Geschichte verlässt sich in dreistem Maße auf das gezeigte menschliche Elend und eine unglaubliche und unnötige Zurschaustellung von Brutalität, mit der davon abgelenkt wird, dass die Geschehnisse und die handelnden Personen undifferenziert geschildert werden und damit unglaubwürdig und blass bleiben. So  könnte man kalauern, es handele sich um eine echte Schwarz-Weiß-Story. Das aber wiederum ist Absicht und der Grund, warum dieser Film in der Herstellung wirklich ärgerlich ist und in der Rezeption ein verallgemeinerbares Schlaglicht auf das Kulturverständnis des Niedergangs wirft.