Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 26. April 2014

Der Bürokraten tEUre Taten

Ein EU-Witz macht die Runde, und der geht so: „Anruf in der Notzentrale. ‚Wir sind in der Hand skrupelloser Verbrecher und brauchen dringend Hilfe’. ‚Wo sind Sie und wie viele?’ ‚In Deutschland und rund 80,5 Millionen.’“ Witze sind oft der Versuch, sich trotz Sprachlosigkeit zu artikulieren. Die Auslieferung an eine fremde Machtzentrale außerhalb der eigenen Landesgrenzen und die Erfahrung, deren Entscheidungen irgendwo zwischen fragwürdig und kontraproduktiv einordnen zu müssen, hinterlässt dieses Gefühl der Sprach-, genauer: Hilflosigkeit. Deshalb werden auch die Absurditäten der europäischen Politik so weitgehend widerstandslos hingenommen; sie werden geduldet, weil sich die Menschen machtlos fühlen. Kritik keimt manchmal, wenn die überbordende Bürokratie zum Thema wird. Wenn den Menschen bewusst wird, dass 55.000 hochqualifizierte und teuer bezahlte Beamte eine Arbeit für Europa verrichten, ohne die vermutlich alles mindestens genauso gut wenn nicht besser funktionieren würde.

Samstag, 19. April 2014

Kybern für Anfänger

Was ist daran falsch, wenn es der Tier- und Pflanzenwelt in der Berliner Müggelspree möglichst prächtig gehen soll? Warum protestiert ausgerechnet die linke Gesundheitsstadträtin des Bezirks Köpenick gegen diesen Zustand? Kann es hier überhaupt mehr als zwei Meinungen geben? Der Widerspruch ergibt sich ganz einfach aus der unterschiedlichen Interessenlage von Tieren, Pflanzen und Menschen und was die maßgeblichen Kräfte unserer Gesellschaft daraus zu machen gedenken. Einerseits haben seit Jahrhunderten an den traditionsreichen Badestellen Menschen gebadet, und von Tieren und Pflanzen ist da noch nichts zu sehen. Andererseits gibt es eine so umweltfreundliche wie menschenfeindliche „Wasserrahmenrichtlinie der EU“, die nach moralisch Höherem strebt und die sich die Politkommissare der Stadtentwicklungsverwaltung zu eigen gemacht haben. So können unterschiedliche Interessen, Fakten und Argumente aus einer wirklichen Wirklichkeit plötzlich viele Wirklichkeiten machen.

Samstag, 12. April 2014

Enorm konform

Wenn über Kanzlerin Merkel auf Seite eins einer angesehenen Zeitung berichtet wird, sie wolle einen Streit „versachlichen“, weil es in der eigenen Partei „immer schrillere Töne“ gebe, ist das keine politische Information, sondern ein Hinweis auf den Zustand unserer Medien. Ein Artikel, der in seiner Machart nicht als Einzelfall, sondern als Teil des Mainstreams schrill und unsachlich wertet, zeigt, dass der Wertekanon der Presse in eine Krise geraten ist. Unübersehbar dreist wird hier schon in der Wortwahl unverfroren parteigenommen - eigentlich eine Todsünde des Journalismus, jedenfalls dessen, der sich noch an Werte gebunden fühlte. Tatsächlich ging es hier um die Debatte zur Armutseinwanderung, bei der einige Mitglieder der ehemaligen Volkspartei CDU nicht mehr bedingungslos der Führung bei ihrer Einwanderungspolitik folgen wollten. Und deshalb sagt uns dieses Zitat auch noch ein zweites: Der Journalismus hat sich von einer korrigierenden Gegenkraft zur willfährigen Gefolgschaft der Mächtigen entwickelt.

Samstag, 5. April 2014

Denkste?!

Beim Besuch religiöser Webseiten besteht ein dreimal höheres Risiko, sich einen Computervirus einzufangen, als auf sogenannten erotischen Seiten. Die US-Computer-Sicherheitsfirma Symantec, die die Studie dazu erstellte, vermutet, dass die Pornobetreiber ein höheres Interesse haben, sichere Seiten anzubieten, um die User nicht zu verprellen. Das mag so sein, aber es erfasst nicht das ganze Phänomen. Beispielsweise könnte man mutmaßen, dass religiöse Seiten aus ideologischen Gründen stärkeren Angriffen ausgesetzt seien oder voller Gottvertrauen weniger technische Vorkehrungen träfen, um Hacker abzuwehren. In fast jeder Sache gibt es so einen „geheimen“ Content, doch in einer auf Erfolg und einfache Antworten ausgerichteten Gesellschaft muss meist die verkürzende „Wenn-Dann-Funktion“ ausreichen. Das ist im Einzelfall schon misslich, doch als System-Faktor eine Katastrophe. Abhilfe böte ein neues Denken, ein „kybernetisches“ Denken, wenn unsere Kultur es denn nur zuließe.