Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 31. Mai 2014

Regulieren statt regieren

In Großbritannien soll kürzlich unter Verweis auf EU-Gesetze ein Drahtseilartist gezwungen worden sein, bei der Ausübung seines Berufs einen Helm zu tragen. Na klar, bei einem Hochseil hätte er sich ja auch im Fangnetz den Kopf stoßen und über ein Bodenseil hätte er stolpern können. Über diese und andere Geschichten, wie beispielsweise über ein Ökolabel für Matratzen oder ein Klo mit europäisch begrenzter Wasserspülung, wird gerne der Kopf geschüttelt, aber nun wird es ernst: Ab Juni (13.) gelten EU-weit einheitliche Regeln für den Widerruf eines Fernabsatzgeschäftes, also auch den Online-Kauf. Es entfällt die begründungslose und portofreie Rückgabe. Zudem müssen Kunden nun für jede Retoure ein Formular ausfüllen und den Widerruf begründen. Selbst die einheimische Versandbranche klagt, dass „das alte Recht ein Segen“ gewesen sei und unseriösen Händlern das Leben schwer gemacht habe. Sicher haben die Regulierer in Brüssel sich etwas dabei gedacht, aber nicht nur dieser Fall zeigt, dass Gedanken aus dem Wolkenkuckucksheim in der Realität nicht viel taugen - erst recht nicht für die Bürger des neuen Europa.

Samstag, 24. Mai 2014

Bau-Banausen

Europawahl - was ist das? Irgendwelche Hanseln versorgen sich mit neuen Pfründen, na und? Das ist uns hier natürlich keinen Post, keine zweite Zeile wert. Der morgen parallel in Berlin stattfindende Volksentscheid ist hingegen ein ganz anderes Kaliber. Eine Bürgerinitiative möchte auf der Freifläche des ehemaligen Tempelhofer Flughafens die von der Stadt geplante Mischung aus Grünanlage und Wohnbebauung verhindern. Auch wenn das Ansinnen noch scheitern könnte, ist es doch allein wegen der im Vorfeld gesammelten 220.000 Unterschriften ein beredtes Beispiel für eine neue Gutsherrenmanier mit der eine neue Generation von (die eigene) Weltverbesserern anderweitige Anstrengungen für ein funktionierendes Gemeinwesens torpediert. Anstrengungen, die tatsächlich selbst im Niedergang bisweilen noch vorhandenen sind.

Samstag, 17. Mai 2014

Wundernde Wissenschaft

Bildquelle: fu-berlin.de
Kokain und Koffein, Testosteron und Viagra - diese Gesellschaft setzt auf Leistung und unter Leistungsdruck. Jederzeitige Verfügbarkeit und immerwährender Durchblick scheinen die Voraussetzung für Erfolg. Zu ganz anderen Ergebnissen kam jedoch eine amerikanische Studie, die einmal die Leistungsfähigkeit nach Maßgabe der Müdigkeit der Probanden ermittelte. Es zeigte sich, dass die analytischen Fähigkeiten vom jeweiligen Fitnesszustand im Prinzip unabhängig waren, hingegen steigerte sich das kreative Potenzial im Zustand der Müdigkeit um rund 30%. Anscheinend, so mutmaßten die Wissenschaftler, verstelle gerade der analytische Denkapparat das Finden weniger naheliegender, aber besserer Lösungen. Die Dämpfung durch die Müdigkeit setzt also Kräfte frei und plötzlich ist weniger mehr. Da sind wir also dank dieser Erkenntnis der Wissenschaft schon wieder mitten in kybernetischen Paradoxien und wünschen uns, dass auch andere hellwache Wissenschaftsdisziplinen ihre Ergebnisse besser im Schlaf gefunden hätten.

Montag, 12. Mai 2014

kurz-geklagt: Die zwei Seiten der Wurst


Heute geht es um die Wurst, ach nein, den Wurst. Da hat ein „Travestiekünstler“ diesen unsäglichen, aber dank seichtspülender Medien populären ESC (Eurovision Song Contest) gewonnen. Normalerweise wäre das für den meist wertkonservativen Konrad Kustos ein Anlass gewesen, gegen die Dekadenz des Niedergangs zu wettern. Doch siehe da, es kommt ganz anders. Er hörte bei allem Getöse den Geist der Innovation durchklingen. Die Dekadenz lag dann eher bei der Begleitmusik und betraf die Jubelchöre, die Propaganda beim schlichteren Teil des Volkes initiieren kann. Schlussakkorde in Moll müssen befürchtet werden.

Samstag, 10. Mai 2014

Grün-der-Wahn

"Grüne Prokrustes-Couch"
Nach den Plänen eines grünen Bezirksstadtrats sollte im kommenden Jahr in Berlin ein ganzer Innenstadtteil zugunsten eines „Eco-Mobility-Festivals“ für einen ganzen Monat von jeglichem fahrenden oder stehenden Kraftfahrzeugverkehr befreit werden. Wenige Tage danach hat sein Bürgermeister im Einvernehmen mit anderen Stadträten aller Couleur die grüne Allmachtfantasie vorerst gestoppt. Doch das Szenario war beeindruckend: 20.000 Anwohner hätten dann täglich einen Weg von teilweise mehr als einem Kilometer bis zur U-Bahn, 3500 Autos dürften nicht nur nicht fahren, sondern müssten anderswo abgestellt werden. Das hier zum Glück noch zahlreich ansässige Gewerbe könnte nicht mehr beliefert werden, und Kunden blieben fern. Aber es wäre natürlich ein vernichtender Schlag gegen den weltweit dräuenden Klimawandel. Wundert es uns, dass dieses Vorhaben vor seinem schmählichen Ende in der Planung schon weit gediehen war und Unsummen verschlungen hatte, aber weder im Bezirk noch im Senat oder gar bei den Bürgern bekannt war? Das Ganze ist auch nicht nur ein Ausrutscher eines durchgeknallten Politikers, sondern ein vorerst gescheiterter Zwischenschritt auf dem Weg zur grünen Umgestaltung der Demokratie in ein weltfernes Bevormundungssystem.

Samstag, 3. Mai 2014

Scham-Lippenbekenntnisse

Quelle: howstuffworks.com
„Wer lang hat, lässt lang hängen“, hieß es einst, und jeder dachte sich dann sein Teil. Weil man sich heute weniger denkt und dafür mehr zeigt, ist nun die Hodensack-Straffung im Trend. Und nicht nur die: Im Intimbereich ist es inzwischen durchaus gängig, Teile an- oder aboperieren zu lassen, von denen man bis vor kurzem noch gar nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Schamlippenstraffen, Penis verlängern oder verdicken, Jungfernhäutchen zunähen, Fettabsaugen am Venushügel - alles ist drin und schon für wenige Tausend Euro zu haben. Letzteres pro OP versteht sich. Nachdem hier erst kürzlich über die fragwürdigen Motivationen bei „normalen“ Schönheitsoperationen, also denen im sichtbaren Bereich, nachgedacht wurde , stellt sich nun die Frage, was diese Schnippelei an der eigenen Existenz mit der damals vermuteten sozialen Konkurrenz und überzogenem Karrieredenken zu tun haben könnte. Eher gar nichts, denn da diese Konkurrenz in der Regel nicht beim monatlichen Saunabesuch, unter der Bettdecke oder beim Arzt stattfindet, steht ernsthaft zu vermuten, dass es sich bei diesen Trend um eine kollektive narzisstische Persönlichkeitsstörung handelt.