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Samstag, 7. Juni 2014

Grüne Gründerzeit

Wenn eine Eigenschaft das Christentum durch die Jahrhunderte seiner Existenz begleitet hat, dann ist es die Lustfeindlichkeit. Was Spaß macht, ist gottlos, es sei denn, es dient der Fortpflanzung. Aufbauend auf dieser kulturellen Prägung sind die Grünen nahtlos an die Stelle altmodisch gewordener Heilsversprechungen getreten. Autofahren, Süßigkeiten, Rauchen im Biergarten und Ponykarussells auf Jahrmärkten - es gibt kaum ein Verbot, das Grünenpolitikern nicht einfiele, um unser Leben im Interesse der von ihnen definierten „gerechten Sache“ zwar ärmer, aber dafür noch gerechter zu machen. Es soll allerdings nicht geleugnet werden, dass Konrad Kustos mit einigen dieser Verbotsbestrebungen durchaus sympathisiert, beispielsweise hinsichtlich verkaufsoffener Sonntage und der Umweltverschmutzung durch unentgeltlich ausgegebene Plastiktüten. Und manchmal versuchen sich die Grünen sogar an konstruktiven Vorschlägen - doch wie unsicher man auf dieser terra incognita agiert, zeigt das Beispiel des Europa-Grünen Michael Cramer, der die Güterversorgung von Großstädten jetzt auf Lasträder umstellen will. Oder ist alles genau so beabsichtigt...?


Der EU-Abgeordnete glaubt tatsächlich, gestützt von einer (vermutlich von ihm beauftragten und von der EU bezahlten) Verkehrsstudie, jeden zweiten Berliner Lieferwagen durch Lastkrafträder ersetzen zu können. Leiser, gesünder und vor allem klimafreundlicher würde die Stadt dadurch werden. Alle Transporte, die weniger als 200 Kilo wiegen, selbst Matratzen, könnten mit batterieunterstützten Fahrrädern transportiert werden. Ein in Kreuzberg schon in diesem Zukunftsmarkt tätiger Unternehmer schwärmt flankierend: „Kein Stau, keine Parkplatzsuche, keine Spritkosten. Was wir dadurch sparen, geben wir für das Fahrergehalt aus.“

Allerdings kann man mit einer einfachen Überschlagsrechnung erkennen, dass angesichts des immensen Transportvolumens in der Stadt die Umverteilung auf Fahrräder zu einem kompletten Zusammenbruch sowohl des motorisierten als auch des pedalisierten Verkehrs führen würde. Fahrräder, erst recht schwer beladen, verbrauchen gemessen an der transportierten Last ein Vielfaches an Verkehrsfläche. So viel, dass selbst die großzügigen Berliner Straßenprofile dafür niemals ausreichen könnten. Erst recht nicht, wenn auch die Verweilzeit des Verkehrsmittels aufgrund der geringeren Geschwindigkeit in Zehnerpotenzen steigen würde.

Für den zitierten stolzen Unternehmer rechnet sich das also nur bisher als Trittbrettfahrer einer noch relativ stabilen Verkehrssituation. Doch jedes zusätzliche Lastkraftrad würde die restlichen 50% des Lieferverkehrs mit Gepäck über Matratzengröße oder zur Belieferung des Einzelhandels genauso wie den normalen Verkehr und andere Lastkrafträder mehr behindern - bis zum kompletten Stillstand.

Von dem Zeitverlust bei nicht lokalen Lieferungen und dem Sicherheitsrisiko für Fahrer und Gepäck ist da noch keine Rede. Hinzu kommt: Wenn jetzt ein Lkw 200 Pakete mit einer Fahrt in einzelne Haushalte transportiert, fiele dann für fast jedes Paket ein eigener Fahrweg an. Man stelle sich nur die Transportbewegungen der DHL vor, wenn sie alle Millionen Pakete einzeln mit Fahrrädern ausführte…

Aber es gibt auch noch eine andere, viel wichtigere Komponente. Derartige Pläne gehen von einer gewollten Verringerung der Maschinenleistung und einer Zunahme körperlicher menschlicher Arbeit aus, d.h., das Rad der Geschichte soll zurückgedreht werden. Dieselben Leute, die die Belastung von im Kreis laufenden Ponys für unmenschlich und nicht artgerecht halten, haben keine Probleme damit, gewerbliche Radfahrer einer unnötigen und erniedrigenden Tätigkeit auszusetzen.

Ist an den Grünen oder wenigstens an Herrn Cramer bei der Erfindung des (Last-)Rades der nun schon jahrzehntelang bekannte und genutzte Stand der Industrialisierung und des technischen Fortschritts und die dadurch gelungene Humanisierung der Arbeitswelt vorbeigegangen? Rechtfertigen unbestritten drängende Umweltprobleme das Zurückkehren zu unproduktiven, archaischen Wirtschaftsweisen? Sollen die Äcker demnächst wieder von Hand gepflügt werden, und wenn ja, dürfen dafür überhaupt Zugtiere eingesetzt werden?

Cramer, der früher für die Alternative Liste im Berliner Abgeordnetenhaus Pullover strikte, plant nicht von ungefähr diese reaktionäre Variante von „Zurück zur Natur“ mittlerweile aus Brüssel. Er nutzt die Politik der Globalisierer, die immer mehr billige Arbeitskräfte zum Senken der Lohnkosten nach Deutschland importieren wollen, um hier zu kostengünstigen Zuständen des Rikschafahrens und Lastkarrenziehens zurückkehren zu können.

So stellt sich die angeblich humane Migrationspolitik der Grünen plötzlich in einem ganz anderen Licht dar. Eine solche Wiedergewinnung menschlicher Arbeitskraft durch sklaverei-ähnliche Beschäftigung wäre zutiefst menschenfeindlich. Es degradiert den Menschen des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu einer biologischen Maschine. Es steht für Ausbeutung, Selbstausbeutung und Verlust an Menschenwürde. Wirklich erschütternd aber ist, dass solche Vorschläge inzwischen im Sinne der neuen Ideologie ökologischer Selbstkasteiung derart dreist ohne Scham und Zweifel geäußert werden. Die Menschen mögen dem eine artgerecht unartige Antwort geben.

Kommentare:

  1. Lieber Konrad Kustos,

    da haben Sie aber ein schlimmes Schreckgespenst an die Wand gemalt!
    Und die Lustfeindlichkeit der christlichen Religion ohne aus meiner Sicht logische Überleitung – und damit vermutlich unzulässig – auf die Vorhaben der Grünen auszudehnen, ist doch wohl ein wenig weit hergeholt ...

    Wenn ich richtig verstehe, sollen ja nicht alle Güter unter 200 kg auf Lasträdern durch Berlin transportiert werden. Ich gehe davon aus, dass die Fahrrad-SpediteurInnen vernünftig genug sind, auch in dieser Hinsicht vernünftig zu handeln.

    Und Hand aufs Herz: Wenn es nichts Schlimmeres gäbe als dieses Projekt, ginge es Berlin, Deutschland, Europa und der Welt doch gar nicht so schlecht, oder?

    Das jedenfalls glaubt die aus dem sonnigen 7gebirge grüßende

    Annette S. aus K.

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    1. Liebe Annette S., die Gemeinsamkeit von Christen und Grünen bei der Forderung nach Verzicht auf Lebensqualität zugunsten hehrer Erlösungsgedanken wurde hier schon mehrfach thematisiert und, wie ich meine, hinreichend bewiesen, soweit man so etwas beweisen kann. Eigentlich muss man das angesichts der Offensichtlichkeit der Phänomene und der psychologischen Motivation der Anhänger auch nur für diejenigen beweisen, die, meinetwegen grüne, Tomaten auf den Augen haben. Oder anders gesagt: die Opfer einer der beiden Ideologien sind. Ich sehe aber, dass wir hier noch weiter streiten müssen. Im konkreten Fall ignorieren Sie einfach das gewaltige Lastaufkommen bei der Belieferung einer Großstadt. Stellen Sie sich nur einen Kaufland-Truck vor, das wäre schon das Äquivalent von Hunderten von Rikschafahrern. Und das dann malgenommen mit den Tausenden vor Trucks, die unterwegs sind.... Leider gehen Sie auch nicht auf die Folgerung einer so entstehenden neuen, grünen Sklavenhaltergesellschaft ein. Das war kein rhetorisches Sahnehäubchen, sondern solch bitterer Ernst, wie es destruktive Fortschrittsfeindlichkeit zulasten der Menschen erfordert.
      Trotz der harten Replik auch von mir entspannt-sonnige Grüße aus der noch gutversorgten Hauptstadt. KK

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    2. ...ach so, ich vergaß zum bessern quantitativen Verständnis der Cramer-Idee noch einmal herauszuheben: 50% (!!!) des Berliner Lastvolumens sollen per Muskelkraft gestemmt werden...

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    3. Lieber Herr Kustos,

      die eine Hälfte meiner Verwandtschaft waren KatholInnen, die andere FreikirchlerInnen. Ich weiß also durchaus, warum ich mich gegen diesen Vergleich wehre.

      Ich stimme Ihnen aber natürlich zu - die Grünen schießen immer mal wieder über ihr Ziel hinaus.
      Andererseits finde ich die Vorschläge der Grünen recht häufig recht interessant - ob und wie sie umgesetzt werden, das entscheidet dann letztlich ja immer noch ein intelligentes System.
      Hoffe ich doch :-)!

      Bis eine Idee Gesetz wird, passiert eine ganze Menge.
      Aus diesem Grunde sehe ich das Ganze nicht so drastisch wie Sie, lieber Herr Kustos. Zumindest noch nicht.
      Oder ist mir die Information entgangen, dass die ganze Angelegenheit quasi direkt vor der Umsetzung steht?

      Aber selbst wenn - ob sich dann auch noch gleich eine Sklavenhalter-gesellschaft herausbildet?

      Das wagt zu bezweifeln

      Annette S. aus K.

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    4. Ich stimme Ihnen diesmal vollkommen zu. So schnell lässt sich das Erreichte nicht aushebeln, erst recht, wenn es gegen das Verwertungsinteresse der Mächtigen ist. Aber, wie Sie wissen, geht es mir um Geisteshaltungen und was da alles schon denkbar ist. Und das ist (nicht nur) bei den Grünen schon ganz schön gruselig....

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    5. Was soll sich ändern, wenn niemand das Risiko eingeht, möglicherweise auch unbequeme Vorschläge zu machen?
      Wie gesagt, diese werden durch ein System relativiert und angepasst. Aber ohne neue Ideen läuft doch alles weiter wie bisher, oder?

      Im Übrigen: Die Gedanken sind frei - sie haben es in der Regel schwer genug, Realität zu werden.
      Ich finde vor allem die Geisteshaltung wichtig, dass es möglich ist, Gedanken erst mal auszusprechen, um sie dann zu verhandeln.
      Und ich wünsche mir den nötigen Respekt vor der Meinung anderer, sofern sie sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen.
      Die eigene Meinung kann dann in einer hoffentlich stattfindenden Diskussion gesagt werden - diesen demokratischen Prozess nennt man "gemeinsame Entwicklung".

      Ich wünsche ein schönes Restwochenende und grüße aus dem sonnigen 7gebirge

      Annette S. aus K.

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  2. "Alle Transporte, die weniger als 200 Kilo wiegen", damit ist doch sicher die gesamte Ladungsmenge bei Fahrtanttritt gemeint, oder? Nicht das einzelne Paket.

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    1. Ja, und? An der Notwendigkeit von Mehrfachfahrten und der dazukommenden immensen Logistikprobleme bei Sendern und Empfängern ändert sich dadurch qualitativ ja nichts. Und auch nicht am archaischen Prinzip, Maschinenkraft durch menschliche Arbeit zu ersetzen.

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    2. Diesen Einwand verstehe ich nicht. Wenn ein innerstädtischer motorisierter Transporter mit weniger als 200 Kilo vom Hof fährt, dann sind die Logistikprobleme und Mehrfachfahrten exakt dieselben, wie wenn ein Lastenrad mit diesen 200 Kilo vom Hof fährt.

      Aber egal. Ein Transportunternehmer, der sich einen Vorteil davon verspricht, auch Lastenräder in seinem Fuhrpark zu halten, wird sich so'n Ding anschaffen - auch ohne Fürsprache der Grünen und Gegenrede von Konrad Kustos :-) Ganz so, wie ja auch Fahrradkuriere ihre marktwirtschaftliche Lücke gefunden haben.

      Ich frage mich, worum es bei diesem grünen Vorschlag geht. Will man 'ne neue Subvention dafür springen lassen? Das fände ich allerdings Quark.

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    3. Ich glaube, das Hauptmissverständnis bei der Rezeption meines Textes liegt darin, dass sich keiner die Tragweite des Grünen-Vorschlags wirklich bewusst machen will. Es geht eben nicht um die Auslieferung von ein paar Päckchen, sondern bei 50% des gesamten Lastlieferverkehrs um die Belieferung von Lidl, Karstadt und beispielsweise Tankstellen. Der Laster eines beliebigen Lieferanten fährt bisher einmal los und kommt an den diversen Zielen vielleicht einmal in der Woche an. Sollte das mit Fahrrädern abgewickelt werden - ich denke da mal nur an Bananen, Butter und Blumenpaletten - ist es ein permanentes rein und raus auf dem riesigen Lieferhof (denn es kommen ja nicht nur Bananen, Butter und Blumen) mit entsprechenden Abrechnungs- und Einräumvorgängen. Vielleicht könnte man die Rikschakulis ja auch dazu verdonnern, nur in der Nacht zu liefern? Ach das geht ja auch nicht, denn die Geschäfte haben bis dahin schließlich auch 24 Stunden offen zu haben - auch hier auf Kosten der Werktätigen natürlich.

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    4. Hm. In dem Text steckt einmal die Aussage, dass sich fünfzig Prozent des gesamten Lastlieferverkehrs ersetzen lassen würden, und dann die Aussage, dass sich jeder Transport unter 200 Kilo auch per Lastenrad durchführen lässt.

      Daraus schließe ich, dass heutzutage jeder zweite Transporter mit unter 200 Kilo seine Lieferfahrt antritt. Das kann ich mir durchaus vorstellen; ich habe selbst schon oft genug solche Fast-Leerfahrten miterlebt, aber die eben immer für Ausnahmen gehalten.

      Und diesen Sachverhalt fände ich durchaus problematisch. Daher mein Nachfragen, lieber Konrad.

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    5. Da der Lastverkehr mit Sicherheit in transportiertem Gewicht, bestenfalls Volumen und nicht in Fahrten gerechnet wird (alles andere wäre Unsinn, aber wer weiß schon, wie die drauf sind), beruht Deine an sich kluge Folgerung wohl auf einer falschen Prämisse. Sollte die Studie, die ich ja nur aus der eingeschränkten Veröffentlichung von Herrn Cramer kenne, aber doch die Fahrten zugrundelegen, müsste sie das deutlich differenzieren (z.B. in einer Unterscheidung von Zahl und Länge der Fahrten) und käme niemals auf 50 Prozent des Berliner Liefervolumens.
      Unabhängig davon kommen bei mir sowieso die wenigsten Lieferungen an, sondern werden gleich wegen Überlastung selbst mit LKW (oder Faulheit) beim Copyshop abgekippt, wo ich sie mir nach Benachrichtigung zwei Tage später selber abholen muss - mit dem Auto oder dem Fahrrad, je nach Disposition. Siehe dazu: http://chaosmitsystem.blogspot.de/2013/10/post-post.html

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  3. Als Sozialdemokrat kann ich nicht die SPD wählen.
    Als Naturliebhaber kann ich nicht die Grünen wählen.
    Als Christ kann ich nicht die CDU/CSU wählen und Mitglied einer Staatskirche sein.
    Als Spediteur kann ich nicht mit dem Lastenrad liefern.

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  4. Ich warte auf den Tag an dem der Vorschlag kommt, Windräder bei Flaute mit Muskelkraft anzutreiben... oben in die Rotorenhäuschen werden 2 Paar Pedale eingebaut, an denen man obsolet gewordene Arbeitskräfte (z.B. Hartz4 Empfänger) einsetzen kann. 100% Verfügbarkeit der Windkraft ist dann keine Illusion mehr...

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    1. Schöne Idee - hätte auf jeden Fall auch Vorteile: Die Kosten für die Muckibude könnten gespart werden, Betätigung an frischer Luft und eine sinnvolle Beschäftigung inklusive - was wäre theoretisch und praktisch dagegen einzuwenden, wenn ein solcher Vorschlag tatsächlich sinnvoll, nachhaltig und effizient wäre?

      fragt Annette S. aus K.

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    2. So gesehen hatten die Galeerensklaven natürlich auch ihre Vorteile...

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    3. O ich vergaß bei meiner Aufzählung: sinnvoll, nachhaltig und effizient sowie natürlich: gewerkschaftlich reguliert, von der Gesundheitsbehörde beaufsichtigt und unter die Menschenwürde berücksichtigenden Arbeitsbedingungen.

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    4. Hmm... ich hoffe doch sehr, in Ihren Antworten schwingt Ironie mit... ;)

      Ich hätte da noch eine kleine aber feine Rechenaufgabe: 1 Mensch erbringt ca 80 Watt Dauerleistung, bei gutem Wind kommt eine Windmühle auf ca 4 Megawatt... wieviele Sklav... ähm... Menschen wären nötig um eine Windmühle auch nur auf die Hälfte der Leistung zu bringen? Achja, wo wir schon mal dabei sind, wie verhält sich der Wirkungsgrad? Der Mensch muß schließlich Energie aufnehmen um Energie abzugeben... kleiner Tipp, der Wirkungsgrad des Menschen liegt so ca bei 41%. Mhh... so langsam dämmerts mir, warum es heute keine Galeeren mehr gibt... die sind einfach zu ineffizient. ;)

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  5. Oh, da bin ich wohl Mitglied in einer die neue Sklaverei unterstützenden Organisation:
    http://lastenrad.vcd.org/startseite/
    Das war mir nicht bewusst. Ich trete sofort aus und in den ADAC ein, der hat ja auch moderne Konzepte zum Thema Abstimmungen und Demokratie.

    Ernsthaft: Muss man bei jedem kleinen praktischen Vorschlag eines Politikers gleich die große Verschwörung zur entgültigen Versklavung der Bürger wittern? Natürlich sind Lastenrad-Fahrer nicht gerade hochbezahlt, Lieferwagen-Fahrer allerdings auch nicht. Und wer (wie ich heute) den Teltower Damm in Zehlendorf Mitte lang fährt, merkt schnell, dass das Konzept, den innerstädtischen Lieferverkehr größtenteils mit Kraftfahrzeugen durchzuführen, ziemlich schnell in den Dauerstau führt.

    Ich glaube nicht, dass Michael Cramer das Lastenfahrrad als Lösung aller Verkehrsprobleme sieht. Aber die Logik, kleine Gegenstände mit kleinen Fahrzeugen zu bewegen, ist auch schon zur Deutschen Post durchgedrungen - sie verwendet inzwischen auf breiter Basis Elektro-Fahrräder, ohne dass die Welt untergegangen ist.

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  6. Sehr geehrter Herr Dr. Kustos,

    ich bin auf Ihren Artikel - und damit auf Ihre Seite - aufmerksam geworden, als ich den Vorschlag des MdEP Michael Cramer zu recherchieren versuchte, der in der aktuellen Ausgabe von Herrn Dr. Alfons Proebstl thematisiert wird. Verblüfft habe ich auffällige Parallelen in Struktur und Wortwahl festgestellt - habe ich in Ihnen also einen der Autoren für die wöchentlich mit österreichischer Färbung vorgebrachte Satire gefunden? Oder hat der als Dr. Proebstl auftretende Karoanzugträger schamlos bei Ihnen abgekupfert? Spannend...

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    1. Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe da mal bei Facebook/Proebstl eine Anfrage gestartet...

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  7. Wow - das ist bewundernswert: Hier hat sich jemand tatsächlich sachlich mit dem Vorschlag eines Grünen auseinandergesetzt! Ja, die Welt wird täglich ein bisschen grüner, toleranter, weltoffener, bunter .... Und ich finde es auch gut, dass die Psychopathen-Quote in der Politik (trotz absoluter Mehrheit) jetzt noch weiter ausgebaut werden soll!

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