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Samstag, 5. Juli 2014

Neues Lied-Leid

Dass Musik eine vernichtende Wirkung entfalten kann, versicherte uns schon das Alte Testament mit seiner Geschichte von den Posaunen von Jericho. Auch aus eigener Erfahrung kennen wir die schweren psychischen Störungen, die beispielsweise Heinos Interpretation von „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ oder Rapmusik in der Nachbarwohnung auslösen kann. Neu ist die Information, dass die britische Handelsmarine Musik von Britney Spears nutzt, um damit vor der Küste Somalias Piraten zu vertreiben. Im Nachhinein stellt sich nur die Frage, warum man da nicht eher drauf gekommen ist. Immer wieder wird Musik aber auch politisch instrumentalisiert. Erst kürzlich wurde hier auf die famose Performance von Conchita Wurst beim ESC hingewiesen, die einerseits unser Gehirn für neue Denkweisen öffnen konnte und andererseits zur antirussischen Propaganda genutzt wurde. Wie Musik bisweilen auch in den Mühlen der Political Correctness zermahlen werden kann, zeigte der Skandal um den verhinderten Echo-Auftritt der Tiroler Heimatband „Freiwild“. Schon am 25. September 2011 hatte ein ähnlicher Vorfall die Aufmerksamkeit von Konrad Kustos gefunden:


In der Niedergangsgesellschaft, in der kaum einer noch über Leistung zum Erfolg kommen kann (warum das so ist, steht in meinem Buch „Chaos mit System“ und muss hier aus Platzgründen ausgelassen werden), haben Karriereshows im Fernsehen absolute Konjunktur. Hier kann man noch heraustreten aus der Realität der grauen Masse, aus dem Räderwerk eines unüberschaubaren und zunehmend ungerechten Systems, und zum Star werden. Na ja, die meisten werden dann doch keine Top-Models, Pop-Stars oder Spitzen-Ballerinas – und auch die Krone des Dschungel-Königs, seien wir ehrlich, taugt nicht so recht für den Alltag. Was tatsächlich bleibt ist, dass einige wenige einen gehypten Wettbewerb gewinnen, während viele mitfiebern und dabei am eigenen Realitätsverlust arbeiten.

Realitätsverlust der höheren Ordnung bewiesen jedoch gerade die Macher des Österreichischen Rundfunks bei ihrer Castingshow „Die große Chance“. Da hatte doch ein Kandidat auf der Mundharmonika ein als Volkslied angekündigtes Stück gespielt, das einige Zuschauer an das Horst-Wessel-Lied erinnerte. Das müssen recht betagte Zuschauer gewesen sein, denn das Lieblingslied der Nationalsozialisten und ihrer SS ist seit 66 Jahren sowohl in Deutschland als auch in Österreich verboten und somit weitgehend unbekannt. Nicht nur der unsägliche Text, sondern tatsächlich auch die an sich unschuldige Melodie unterliegt diesem Verbot. 

Diese gesetzlich erwünschte Unkenntnis aller Nichtrentner störte weder die Empörung der aufrechten Altlinken noch den ORF. Der entfernte (in der Pressemeldung heißt es unschön: „eliminierte“) auf die Proteste hin kurzerhand den Song aus Wettbewerb und Internet. Man wolle auch die Rechtslage prüfen und entsprechende Schritte einleiten, hieß es.

Dummerweise ist bekannt, dass das Wessellied auf verschiedene deutsche, englische und französische Volkslieder und Opern zurückgeführt wird. Besonders das in den Anfangstakten identische Lied vom „Wildschütz Jennerwein“ wird als völlig unpolitischer Vorläufer genannt. Nun wäre vielleicht zu wünschen, dass dieses Volkslied wegen seiner ästhetischen Qualität verboten würde, doch politisch verfolgt wird es nicht. Die Wahrscheinlichkeit jedenfalls, dass da einer mit dem Jennerwein „Die große Chance“ witterte und nun politpopulistisch abgeschossen wurde, ist jedenfalls groß.

Leider haben wir nicht die Möglichkeit zu prüfen, ob bei den Österreichern in vorauseilender Korrektheit Unrecht getan wurde, denn weder das Nazi-Lied noch der Castingbeitrag steht unserem mündigen Menschenverstand aufgrund der beschriebenen rigorosen Auslesepolitik zur Verfügung. Es scheint ausgeschlossen, dass der Fernsehsender in der Kürze der Zeit eine tragfähige Analyse der beiden so ähnlichen Melodien beibringen konnte. Immerhin hatten in der Sendung weder die Verantwortlichen noch die üblicherweise überaus qualifizierte Jury bestehend aus einem Rapper, einem Zirkusdirektor, einer Sängerin und einer Primaballerina etwas zu beanstanden.

Und darum geht es: Zum Beweis der eigenen politischen Korrektheit und aus Angst vor einer öffentlichen Verurteilung in einem gesellschaftlichen Klima eingeschränkter Meinungsfreiheit wird nicht rechtsstaatlich gehandelt und die Sachlage geprüft, sondern Zensur ausgeübt.

Nach dem Orwellschen „Neusprech“ haben wir jetzt also auch ein „Neublas“. Und das ist kein Einzelfall. Immer noch und immer mehr verstecken sich gefährliche neue totalitäre Strukturen ausgerechnet hinter dem ideologischen Mäntelchen des Kampfes gegen längst überlebte totalitäre Strukturen. Die Unfreiheit braucht dann keinen politischen Machtapparat mehr, wenn sie das Denken in den Schaltstellen des öffentlichen Lebens längst besetzt hat. Nicht nur mit Verboten von Melodien wird auf die Freiheit gepfiffen. Die Schere im Kopf, das windschnittige Ausrichten an der neuen, selbstge-rechten Gesinnung der Political Correctness, ist aber leider genau das, was den Trotz der Entmündigten weckt und die alte rechte Gesinnung mit neuem Leben erfüllt.

Kommentare:

  1. Mein Mitleid mit dem Musiker hält sich in Grenzen. Aber es ist tatsächlich ein logisches Problem, dass ein gründliches Verbot eines Symbols es schwer macht, dieses Verbot zu kontrollieren. Aus China gibt es die Story, dass eine Oppositionelle es geschafft hat, in einer lokalen Zeitung eine Traueranzeige zum 4.Juni, dem Tag des Tiananmen-Massakers, erscheinen zu lassen. Der junge Anzeigenredakteur hatte zwar nachgefragt, aber wegen seines zensurbedingt fehlenden Geschichtswissens die Antwort akzeptiert, es ginge um ein Bergbauunglück oder ähnliches.

    China ist aber auch ein Beispiel dafür, dass diese Art von Zensur nur an der Oberfläche etwas bewirkt - die Chinesen sind bekannt dafür, für verfängliche Worte und Themen trickreiche Umschreibungen zu finden. Wenn es also bei dem österreichischen Lied um ein ernsthaftes Anliegen ginge und nicht um Nazi-Nostalgie, die keiner braucht, fände sich sicher ein anderer Weg, das auszudrücken.

    Ich verstehe immer noch nicht ganz, was die Gegner der "Political Correctness" eigentlich wollen. Die Forderung, sagen zu dürfen, was man denkt, ohne dabei zu beachten, was dies bei anderen bewirkt, klingt für mich eher alt-anarchistisch als konservativ - echte Konservative erkennt man normalerweise an ihrer höflichen und zurückhaltenden Ausdrucksweise. Leider gibt es genug Beispiele auch in der jüngeren Geschichte, wie ungefilterte Sprache, z.B. über Radio verbreitet, zu blutigsten Massakern geführt hat. In Ruanda und Südsudan ist das gut belegt, typisch dabei ist die Entmenschlichung der Anderen, und der Gruppeneffekt, der zu Selbstverstärkung in solchen Situationen führt.

    Ich wüsste dagegen keine konkreten Beispiele im relevanten Maßstab dafür, dass die Unterdrückung bestimmter Ausdrücke zu Fremdenfeindlichkeit oder was auch immer "aus Trotz" geführt hätte.

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  2. Diese Gegner der PoCo wollen einfach das Recht und die Möglichkeit, in einer freien, offenen Gesellschaft ihre Meinung sagen zu können, ohne diskriminiert zu werden oder Schlimmeres. Ich verstehe wirklich nicht, was daran nicht zu verstehen ist oder was daran alt-anarchistisch sein soll. Wenn ich Deinen Text richtig interpretiere, was diesmal nicht ganz einfach ist, forderst Du Unterdrückung im Dienst der "guten Sache". Das finde ich gruselig. Nebenbei: Du argumentierst mit Beispielen aus dem Südsudan. Die Unterschiede zwischen einer entwickelten Gesellschaft und einer archaischen sind Dir bekannt?

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    1. Wenn eine entwickelte Gesellschaft sich darüber definiert, dass ihre Bürger sich niemals gegen Minderheiten und Andersdenkende wenden würden, ist die Suche nach einer solchen auf diesem Planeten wohl aussichtslos. Ich wollte nur nicht die üblichen Beispiele für solche Massaker verwenden - das 20. und leider auch das 21. Jahrhundert bieten genug Beispiele für entwickelte Gesellschaften auf Abwegen. Ja, deshalb fordere ich in bestimmten Fällen (wenn es um Abwertung, Gewalt oder Bedrohung gegen Menschengruppen geht) "Unterdrückung" von Meinungen.

      Deiner Antwort nach verstehe ich die PoCo-Gegner also richtig, und bleibe bei meiner Aussage, dass die Forderung vollständiger Meinungs- bzw. Redefreiheit anarchistisch ist (das alt- ist zugegebenermaßen so überflüssig wie das Alt- bei Altlinken). Rein rechtlich stößt die Meinungsfreiheit an je nach Land unterschiedliche Grenzen, die meist recht weit gesetzt sind. Diese Grenzen komplett abzuschaffen zu wollen ist anarchistisches und definitiv kein konservatives Denken.

      Eine andere Sache ist die Frage der sozialen Ausgrenzung. Ein fiktives Beispiel: Sarrazin darf zwar gerne Bücher schreiben und verkaufen, aber er sollte sich nicht beschwerden, wenn er zum Jahresempfang des Bundespräsidenten nicht eingeladen wird. Umgekehrt beschwert sich eine Flüchtlingsinitiative ja auch nicht, wenn sie nicht zum Deutschen Burschentag eingeladen wird.

      Und was die Sprache angeht - der Gebrauch oder Nichtgebrauch von bestimmten Worten ist einfach ein Kennzeichen von sozialen Gruppen. Zu einem Motorrad kann man "Kraftrad", "Bike", "Krad" oder wer weiss was sagen, dadurch ordnet man sich der Gruppe der Polizisten, Biker oder Militärhistoriker zu. Beschweren sich die Biker darüber?

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    2. Ja, so wird es klarer. Ich konnte und wollte nur nicht glauben, dass Du eine Einschränkung der Meinungsfreiheit forderst. Hammer. In Deinem Sarrazin-Beispiel relativierst Du das aber weitgehend wieder. Was denn nun? Zugrunde liegt Deiner These die mehr als fragwürdige Annahme, dass eine geäußerte Meinung eher zu Mord und Totschlag als zum Ausgleich von Meinungsgegensätzen führt. Das Gegenteil ist der Fall: Weil es soziale oder ideologische Spannungen gibt, kommt es zu Konflikten, egal ob darüber geredet wird oder nicht. Freier Meinungsaustausch ist gerade die einzige Chance, solche Dinge in den Griff zu bekommen. Dass Meinungsfreiheit da ein Ende finden muss, wo es zu Beleidigung oder Aufruf zu Gewalt kommt, ist unstrittig und in einer freien Gesellschaft gelebtes Recht. Du und die PoCos fordern aber Rede- und Denkverbote im Interesse einer von ihnen willkürlich definierten "guten Sache". Das ist so beschränkt, als forderte man einen "guten Führer". Auf der Mikroebene (scheinbar) schlau, auf der Metaebene fatal. Am Ende endet erst die Freiheit der Meinung und dann die Freiheit, das (moralisch) Richtige zu tun. Wehret den Anfängen.

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    3. "Dass Meinungsfreiheit da ein Ende finden muss, wo es zu Beleidigung oder Aufruf zu Gewalt kommt, ist unstrittig und in einer freien Gesellschaft gelebtes Recht.". Exakt das ist mein Punkt. Du erkennst an, dass es gewisse moralische und/oder legale Grenzen der Meinungs- bzw. Redefreiheit geben muss. Ich fordere keine Rede- oder gar Denkverbote bei "schlechten Sachen" als Gegenstück zur "guten Sache", sondern nur diesen von Dir ebenfalls als selbstverständlich anerkannten Punkt. Zu definieren ist nur noch, was genau als Beleidigung anzusehen ist.

      Mein Verdacht ist aber, dass bei vielen "Helden des Anti-PoCo-Widerstands" genau dies der Knackpunkt ist. Es geht ihnen nicht darum, sagen zu dürfen "meiner Meinung nach sind junge Balanda häufiger kriminell als der Rest der Bevölkerung" (das ist erlaubt), sondern sie wollen unbedingt von "den kriminellen Blatschniks" reden (Schimpfwort für Balanda) und damit eine ganze Volksgruppe gleich doppelt beleidigen (aus naheliegenden Gründen verwende ich hier eine frei erfundene Volksgruppe).

      Das hat mit freiem Meinungsaustausch aber nichts zu tun, behindert ihn eher, weil es den Dialog mit der jeweiligen Gruppe blockiert. Ich wünsche mir nur, dass die Anti-PoCo-Propagandisten das endlich mal einsehen.

      Wenn wiederum die andere Seite "politisch korrekt" verbietet (ggf sogar per Gesetz), zu fragen, ob junge Balanda eventuell ein Kriminalitätsproblem haben, ist das tatsächlich inakzeptabel und führt mittelfristig (auf der Metaebene?) zur Verstärkung der Probleme.

      Ist es jetzt klarer geworden?

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  3. Lieber Herr Kustos,

    es ist schwierig, über einen Sachverhalt zu diskutieren, der nicht wirklich einer ist, weil er lediglich als Spekulation vorliegt.

    Sollten Ähnlichkeiten zum Wessel-Lied bestehen, geht es bei der Rücknahme nicht um eine Beschränkung der Meinungsfreiheit, sondern um die Durchsetzung eines sowohl in Deutschland als auch in Österreich aus gutem Grund bereits bestehenden Verbots.

    Und das muss nicht wirklich diskutiert werden, findet

    Annette S. aus K.

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    1. Wenn man über Zensur nicht mehr reden darf, nur weil der Gegenstand der Zensur nicht mehr greifbar ist, haben wir ein - weiteres - Problem. Ebenso, wenn wir Kulturgüter verbieten, nur weil sie von den Nazis missbraucht wurden. Oder sollte nun auch Nietzsche verboten und das Olympiastadion in Berlin abgerissen werden?

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    2. Lieber Herr Kustos,

      ich nehme an, dass Ihre Fragen rhetorischer Natur sind.
      Falls nicht, antworte ich gern darauf.

      Für die, die nicht wissen, wofür dieses Lied stand:
      Das Horst-Wessel-Lied ist das Kampflied der SA und die Parteihymne der NSDAP.
      Nach meiner Recherche ist es nicht erwiesen, wird also nur vermutet!!!, dass die dazugehörige Melodie volkstümlich ist (auch hierüber kann nur spekuliert werden (siehe meine erste eMail) ).
      Nicht nur aus meiner Sicht ist es unzulässig, Spekulationen als Tatsachen hinzustellen. Ich möchte Ihnen nicht Manipulation unterstellen, aber mir fällt kein anderer Beweggrund ein, weil zumindest Dummheit im Zusammenhang mit Ihrer Person schon mal unter den Tisch fällt.
      Das Wessel-Lied galt darüber hinaus übrigens auch als zweite deutsche Nationalhymne.

      Wer dieses Lied heutzutage wertneutral betrachten möchte, vergisst offensichtlich, dass es eine Geschichte hat, die die Würde der im Krieg verstümmelten, getöteten, vergasten, entrechteten und verwaisten Menschen mit Füßen tritt.
      Es steht also für das schlimmste Unrecht, das bisher an der Menschheit begangen wurde.

      Dafür stand und steht das Wessel-Lied ebenfalls.
      Und es eignete sich aufgrund seiner Struktur besonders gut zum Transport von Stimmungen.

      Lieder, Rhythmen und Melodien eignen sich generell hervorragend, um Emotionen und Assoziationen hervorzurufen sowie ein Gruppengefühl zu generieren und nach außen zu tragen.

      Das ist beim Lesen insbesondere schwieriger Texte und Zusammenhänge anders: Wer etwas bewusst und mit Verstand liest, denkt in der Regel über das Gelesene nach.
      Das heißt: Texte werden völlig anders rezipiert und verarbeitet.

      Und da sind wir dann auch schon bei Nietzsche – er mag dieses Unrechtssystem und seine VertreterInnen beeinflusst haben, aber er steht nicht stellvertretend für den Nationalsozialismus.
      Der Komponist Wagner übrigens auch nicht.
      Und das Olympia-Stadion erst recht nicht.

      Für mich ist das Verbot des Horst-Wessel-Lieds nachvollziehbar und plausibel. Und ich kann verstehen und finde es nur richtig, dass es nicht ungestraft „genutzt“ werden darf.

      Aber ich bin ja auch eine bekennende Gutmenschin.
      In diesem Zusammenhang frage ich mich allerdings zum wiederholten Male und jetzt auch die Forenmitglieder, was denn eigentlich ein Schlechtmensch ist und wie er sich definiert.
      Vielleicht gibt es ja schöne Ideen dazu ...

      Auf Erhellung freut sich

      Annette S. aus K.

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    3. Liebe Annette, das ist ja alles gut und schön, was Sie schreiben, aber es hat mit meinem Post nichts zu tun. Da geht es um die Diskriminierung und Unterdrückung einer möglicherweise durchaus zweifelhaften Kunstaufführung aus mindestens ebenso zweifelhaften politischen oder sogar persönlichen Motiven, ohne einen Nachweis für eine Berechtigung dafür antreten zu können. In diesem Zusammenhang Greueltaten der Nazis zu zitieren ist bloß moralisch und damit unter Ihrem Niveau. Totalitäre Maßnahmen aus angeblich gerechtem Impetus: Da hat jeder Faschismus o.ä. seine Wurzeln, weil Grenzen des demokratischen und freiheitlichen Miteinanders überschritten werden. So haben sich auch die Sender im genannten Fall widerrechtlich judikative Rechte angeeignet. Mit all dem ist das Gutmenschentum schon ganz gut umrissen, der Gegensatz wäre für mich übrigens der Normalmensch und nicht der Schlechtmensch, denn die Wahrheit liegt wie bekannt in der Mitte.

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    4. Lieber Herr Kustos,

      wie Sie richtig bemerken, kennen weder Sie noch Ihre LeserInnen weder das auf der Mundharmonika vorgetragene Stück noch das Wessel-Lied, weil das ja konsequenterweise wegen ethischer Gründe und folgerichtig aus dem Verkehr gezogen wurde.

      Wenn dieses Lied gleich mehrere ZuschauerInnen an das Wessel-Lied erinnerte, gehe ich bis auf Weiteres davon aus, dass es zumindest Anklänge daran hatte, und finde es in diesem Zusammenhang durchaus legitim, daran zu erinnern, wofür dieses Lied stand (siehe oben).

      Sie können natürlich Gutmenschentum und Faschismus daraus ableiten und sogar in einen Topf werfen, dafür leben wir ja in einem freien Land, aber damit können Sie natürlich nicht vom Wesentlichen ablenken, nämlich dass Sie einen Elefanten aus einer Spekulation basteln und die Tatsachen ein bisschen verdrehen (wollen).

      Dummerweise ist entgegen Ihrer Behauptung nicht bekannt, dass das Wessellied auf verschiedene deutsche, englische und französische Opern zurückgeführt wird. Es ist, wie gesagt, nach meiner Recherche nicht erwiesen und kann nur vermutet!!! werden, dass die Melodie volkstümlich ist.
      Lediglich die Anfangstakte des Liedes weisen Gemeinsamkeiten mit dem Wildschützen Jennerwein auf.
      Daraus zu schließen, dass der Jennerwein der völlig unpolitische Vorläufer des Wessel-Liedes ist, ist fatal und unzulässig und außerdem nicht korrekt recherchiert.
      Oder vielleicht doch, aber bewusst irreführend dargestellt?
      Hoffentlich nicht!

      Da Sie nicht schreiben, dass lediglich die Anfangstakte auf der Mundharmonika angespielt wurden, ist die Annahme zulässig, dass die gesamte Darbietung an das Wessel-Lied erinnerte und damit rechtswidrig ist.

      Ich begrüße deshalb das Vorgehen des in meinen Augen in diesem Falle keineswegs an Realitätsverlust der höheren Ordnung leidenden Macher des Österreichischen Rundfunks, die Angelegenheit rechtlich prüfen zu lassen.

      Da ich nicht den Eindruck hatte, dass mein vorheriger Post aufmerksam gelesen wurde, spare ich mir die Mühe, mich auf weitere Diskussionen zum Thema einzulassen und überlasse gern anderen das letzte Wort.

      Ich bin übrigens weiterhin gespannt auf Erhellungen zum Thema Gutmensch-Schlechtmensch, die mich überzeugen.

      Annette S. aus K.

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