Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 30. August 2014

Neue Laut-Maut

Die Welt verändert sich schneller, als wir denken können. Kein Wunder, dass so viele Dinge so wenig durchdacht sind. Vieles, was wir im Zeitalter des Niedergangs zu tun vermögen, bliebe deshalb besser ungetan. Beispielsweise forschen Daimler-Ingenieure an einem „intelligenten“ Gaspedal, das von Sensoren, Funkvernetzungen und dem Bordrechner mit Informationen zum Verkehrsaufkommen, zur Geländebeschaffenheit und natürlich der erlaubten Höchstgeschwindigkeit versorgt wird. Der Computer legt dann fest, ob die Piste zu buckelig oder die Fahrweise zu rasant ist, und leistet unserem Fußdruck zunehmend Widerstand. Als wenn der Blechkopf wissen könnte, ob ich mich auf einem Feldweg oder auf einer normalen Berliner Schlaglochstraße bewege. Es wird ihn auch nicht interessieren, dass ich mich nachts um drei vor der Schule nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkungen zum Schutz von Schulkindern halten will. Nein, dieses haptische Fahrpedal wird mich sogar durch Pulsieren zur Gaswegnahme nötigen. Reicht es nicht, wie häufig uns unser Navi in die Irre führt? Zu einer ganz anderen Bedrohung durch die neue Autowelt gab es hier schon am 2. Oktober 2011 Erstaunliches zu lesen:

Samstag, 23. August 2014

Neuer Verkehr verkehrt

Weniger umweltbelastende Energie zu verbrauchen, ohne auf persönlichen Komfort zu verzichten, ist die moderne Version der Quadratur des Kreises. Dennoch wird es uns sowohl von politischer - besonders EU-politischer - als auch von Produzentenseite immer wieder als machbar versichert. Einer der neuesten Marketingtricks ist dabei das europaweit gesetzlich installierte Energielabel, das ökologische Korrektheit suggerieren soll, dafür aber massive Leistungseinbußen nicht nur in Kauf nimmt, sondern auch vor dem Verbraucher bewusst verschleiert. Um beispielsweise Kühlschränke energieeffizienter zu machen, wird deren Dämmung kurzerhand auf Kosten der Größe des Kühlraums erhöht. Noch dreister geht es bei Waschmaschinen zu, wie die Stiftung Warentest enthüllte: Wenn man dort das Sparprogramm wählt, bleibt die Temperatur weit unter den versprochenen 60 Grad. Dafür muss die Kiste dann auch noch mehr als drei Stunden vorsichhinrumpeln - bei durchaus fragwürdigen Ergebnissen. Unberücksichtigt bleibt dabei noch der dafür betriebene und sicherlich nicht umweltneutrale konstruktive Aufwand und der psychologische Effekt des durch ein gutes Energielabel ausgestellten Persilscheins: Hemmungsloses Draufloswaschen wird so scheinbar legitimiert. Ein besonders sinnliches Beispiel, dass guter energiepolitischer Wille ordentlich auf die Nerven gehen kann, fand sich bei Konrad Kustos schon am 27. November 2011:

Samstag, 16. August 2014

Neue erträgliche Umwelt

Damit wir ihnen glauben, müssen Wissenschaftler nicht logisch sein, sondern nur so klingen. Die wissenschaftliche Seriosität bei einem hier interessierenden Programm zur Erforschung eines eben mal vorausgesetzten Klimawandels auf die Gebirgsvegetation erschließt sich schon daraus, dass die Studie ganze sieben Jahre währte, während es ein Grundsatz der Klimaforschung ist, Entwicklungen unterhalb eines 30-Jahre-Beobachtungszeitraumes dem Wetter oder der Witterung, niemals aber dem Klima zuzurechnen. Weil sich nun auch noch herausstellte, dass in den meisten Regionen die Artenvielfalt sogar zunahm, musste zur Erreichung des Klassenziels diese Beobachtung kurzerhand als „Übergangsstadium“ deklariert werden. Auf solcher Grundlage kann der Biologe und Klimafolgenforscher Harald Pauli dann seine so teure wie wertlose Erkenntnis gewinnen, nach der manche Pflanzenarten klimabedingt sehr schnell ausstürben, dem aber gleich folgen lassen, die beobachteten Pflanzen hätten einen langen Lebenszyklus und reagierten nicht leicht auf kurzfristige Einflüsse. Ein Statement mit Hohlspiegel-Qualitäten. Erst recht, wenn man weiß, dass für diese Erkenntnis ein Beobachtungsprogramm in mehr als 100 Untersuchungsgebieten auf sechs Kontinenten nötig war. So geht es in der Gefälligkeitswissenschaft landaus, landein, wie hier schon am 20. November 2011 bekundet wurde:

Dienstag, 12. August 2014

Nach-Gedacht: Kunst verhunzt


Vor wenigen Tagen ging es hier um die Geschäfte, die Künstler mit ihrer nihilistischen Aufgeregtheit machen können. 800.000 Euro sollte die Versicherung für eine verkalkte Plastikwanne zahlen, deren Kunstwerkhaftigkeit die Raumpfleger einer Ausstellung nicht erkennen konnten oder wollten. Die Mutter aller verkalkten Plastikwannen ist zweifellos die berüchtigte Fettecke, der 1986 Joseph Beuys 40.000 Mark Schadenersatz einbrachte, als ein Hausmeister sich nicht einmal fragte, „Ist das Kunst oder kann das weg“, sondern die ranzige Butter seinem der Ordnung verpflichteten Berufsbild entsprechend der Entsorgung zuführte. Doch leider oder zum Glück hatte der Gute damals geschlampt, vier Pfund der Fettreste zurückgelassen und damit ermöglicht, dass die Posse nun ganz aktuell in ungeahnte Höhen der Absurdität geführt werden konnte.

Samstag, 9. August 2014

Neue Kunst verhunzt

Manchmal sind die Dinge bekanntlich ganz anders als sie scheinen. Da musste ein Möbelhändler in Bielefeld erfahren, dass er wohl nicht alle Tassen im Schrank hatte, als er 5000 solcher Trinkgefäße mit dem Konterfei von Adolf Hitler orderte. Das gab natürlich Ärger, den er hätte vermeiden können, indem er sich die Tassen einmal angesehen hätte, bevor er sie im billigen China bestellte. Der dortige Designer konnte schließlich nicht wissen, wen er da als Motiv wählte, schließlich haben die Leute dort ausreichend eigene Usurpatoren zu ertragen gehabt. Ein Geschäft wird die Sache jedenfalls nicht mehr, erst recht nicht, weil der um seinen Ruf besorgte Unternehmer jede schon verkaufte Tasse im Verkaufswert von 1,99 Euro nun für 20 Euro zurückkaufen will. Dumm wäre, wer sich darauf einlässt, denn im einschlägigen Devotionalienhandel wird die Tasse bald ein Mehrfaches wert sein. Vielleicht hätte der Möbelmann kreativer an das Missgeschick herangehen und das Ganze als eine Kunstaktion deklarieren sollen. Ein paar wohlwollende Kunstkritiker vorausgesetzt hätte die Sache noch ein lukratives Geschäft werden können. Viel cleverer nutzte ein Künstler die unscharfe Linie zwischen Kunst und Wirklichkeit, über dessen wundersame Geldvermehrung hier schon am 13. November 2011 berichtet wurde:

Samstag, 2. August 2014

Neue Beobachtung 7


 „Social Freezing“ ist ein Thema, bei dem es uns selbst im heißesten Sommer kalt den Rücken herunterläuft. Er bezeichnet das Einfrieren weiblicher Eizellen aus „sozialen“ also nichtmedizinischen Gründen. Wofür das arme Wort ‚sozial’ so alles missbraucht werden kann. Mit dem Euphemismus vom „sozialen Einfrieren“ wird nämlich Tür und Tor geöffnet für massenhafte Schwangerschaften nach dem vierzigsten Lebensjahr. Medizinische Komplikationen, Kinder, deren Eltern früh sterben, und zusätzliche Belastungen für die Gemeinschaft sind der Tribut, der für jene Frauen zu entrichten ist, die erst noch ordentlich Spaß am Leben haben wollen, bevor sie ihrem genetischen Imperativ nachgehen und Kinder zu einem Zeitpunkt in die Welt setzen, den die Evolution aus gutem Grund ausschließen wollte. Da erwärmt uns geradezu eine eiskalte Beobachtung an jungen Frauen, über die hier am 10. November 2011 geschrieben wurde: