Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 27. September 2014

Flieh-Kräfte

Quelle: BerlinerKurier.de
In Berlin hält eine Handvoll sogenannter Flüchtlinge seit einigen Jahren die Stadt und die Politik in Atem und zum Narren. Parallel wurden dazu in Deutschland im September seit Jahresanfang mehr als 100.000 neue Asylbewerber begrüßt. Was ist nun an beiden Nachrichten das Gemeinsame? Ganz einfach: In Berlin hat es in illegalen Zeltquartieren angefangen, in Deutschland endet es in offiziellen Zelt-Notstandseinrichtungen. Was als Provokation des Sozialstaats begann, gerät nun zu einer Prüfung für das Gemeinwesen, die nur schwer zu stemmen ist.

Samstag, 20. September 2014

AL(le)S im Eimer

Wenn plötzlich Unmengen von Leuten Eis-Eimer ausschütten, liegt es nahe, einen weiteren heldenhaften und wie gewohnt zielführenden Beitrag gegen die Klimaerwärmung zu vermuten. Weit gefehlt: Die virtuelle Gesellschaft hat einen neuen Spielplatz gefunden und ergötzt sich medienwirksam in der „Ice Bucket Challenge“, an der eigenen Originalität und einer aufgesetzten Hilfsbereitschaft. Challenge heißt Herausforderung, aber was für eine Herausforderung ist das eigentlich, wenn man sich im Sommer/Herbst einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf gießt? Früher haben wir das eine kalte Dusche genannt, und man hat dafür im Sommerbad sogar angestanden. Doch im Gegensatz zu seinem Vorläufer, der „Cold Water Challenge", bei der sich meistens Feuerwehrleute, wahrscheinlich während der Dienstzeit, eine kollektive Erfrischung verschafften oder sich Kegelbrüder im  Versuch, witzig zu sein, schweres landwirtschaftliches Gerät auf den Kopf fallen ließen, wird hier auch Geld zu einem guten Zweck gesammelt, nämlich für die Unterstützung des Kampfes gegen die Muskelkrankheit ALS. Ende gut, alles gut? Mitnichten, denn die Aktion zeigt in all ihren Spielformen ein Erstarken von Niedergangsprozessen, bei denen es einem eiskalt wird.

Samstag, 13. September 2014

Verbotsmarathon

Bildquelle: www.silbenton.de
Am kommenden Donnerstag ab sechs Uhr wird zurückgeblitzt. Dann wird Bundesdeutschland unter einer vierundzwanzigstündigen Polizeioffensive erzittern, die auch schon vor einem Jahr Hunderttausende von unmündigen und vorsätzlichen Rasern erfolgreich kriminalisiert hat. Allein in Berlin wurden beim ersten „Blitzmarathon“ 90.000 Fahrzeuge an 254 Kontrollstellen kontrolliert. Wenn das kein Erfolg eines sich konstituierenden Polizeistaats ist… Im Berlin hatten die „Berlinerinnen und Berliner“, wie es im treudoofen politisch korrekten Zweiklassendeutsch beim Abdruck der Polizeimeldung in den Zeitungen heißt, diesmal auch noch die vorzügliche Möglichkeit, institutionelle Blockwartfunktion zu übernehmen und die Mitbürger vorauseilend pauschal zu denunzieren: Jeder Interessierte konnte der Polizei über ein Online-Formular Straßen nennen, in denen es zur Geschwindigkeitsüberwachung kommen soll. Wie beim ESC oder vielleicht auch nach Lust, Laune oder gar Sachverstand wurden dann die „Sieger“ ermittelt, und es kann nun auch auf Ihrer Strecke zur Arbeit mitgeblitzt werden.

Samstag, 6. September 2014

Der Feind in meinem Kopf

Quelle: toonpool.com, Jan Thomaschoff
Wusste der geneigte Leser schon, dass die Hippiebewegung in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Wirklichkeit eine CIA-Verschwörung war, um den politischen Widerstand gegen das System zu zerschlagen? Nein? Ich auch nicht. Was wir nun aber gemeinsam mit Sicherheit wissen, ist, dass keine Verschwörungstheorie dämlich genug ist, um nicht Zulauf zu finden. Natürlich ist die Welt oft feindselig und unverständlich, doch wenn wir sie feindselig und voller Unverstand in unserem Bewusstsein noch schlechter machen, als sie ist, kriegen wir den Niedergang erst recht nicht in den Griff. Deshalb ist es so erschreckend, dass sich derzeit im Internet, und nicht nur dort, ein neues Phänomen manifestiert, dass dem gerade aufkeimenden und sich vorsichtig organisierenden Widerstand gegen relevante Niedergangsprozesse eben mal locker den Boden unter den Füßen wegzuziehen droht.