Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 29. November 2014

Natur aus der Spur

Schaurig schön
Wenn sich in Berlin 2000 Menschen in Tierkostümen treffen, ist nach dem SNAFU-Prinzip (Situation Normal, All Fucked Up) im Sinne R.A. Wilsons alles in den üblichen Bahnen. Furries nennen sich die lustigen Gesellen, die ihr Problem mit der eigenen Identität hinter einer Ganzkörper-Maske verstecken, mit der sie teilweise psychisch verschmelzen. Die ähnlich dekonstruktive Alternative zu dieser Flucht vor dem eigenen Körper, welchen die Natur doch in der Regel ganz ordentlich zur Verfügung stellt, ist dessen Veränderung - egal, wie viel Entstellung dafür notwendig ist. Deshalb ist, besonders in den USA, das Aufspritzen des Gesäßes auf Hottentotten-Niveau derzeit stilbildend. Kim Kardashian und Beyoncé werden als Vorbilder bzw. prominente Nachahmer gefeiert. Beide Phänomene sind nur eklatante Beispiele für die rasch wachsende Erscheinung des Niedergangs, sich nicht mehr nur nicht in dieser Welt, sondern auch nicht mehr im eigenen Körper wohlzufühlen. Das Ergebnis ist ein weltweiter Denaturierungsprozess.

Samstag, 22. November 2014

Im Stich gelassen

Früher ging Mann gerne am Freitagabend „eine Braut aufreißen“, heute könnte das leicht mit Körperverletzung enden, denn ein erheblicher Anteil dieser Bräute ist gepierct. Doch vielleicht sollte der Brautschauende und ebenso die Bräutigamschauende sich ohnehin von Piercern beiderlei Geschlechts fernhalten, denn wer sich Metallteile ungezwungen durch den Körper jagen lässt und nicht Jesus Christus heißt, muss nicht nur am Ort des Eingriffs eine Schraube locker haben. Die Toleranzgesellschaft des Niedergangs hat damit scheinbar weniger Probleme als die Masse der vom Piercingwahn Befallenen selbst. Sie tut, was sie am besten kann, nämlich tolerieren - wer aber etwas anders denkt, hat keine Toleranz zu erwarten. Deshalb erträgt man dann doch unfreiwillig die freiwillig entstellten Menschen, die im Supermarkt kassieren oder im Restaurant servieren. Doch Piercing ist nicht das Endstadium: Willkommen im Horrorkabinett von Body-Suspension, Subinzision, Skarifizierung, Cutting, Branding und Play-Piercing.

Donnerstag, 20. November 2014

Nach-Gedacht: Von allem zu viel

Karl Wilhelm Georg August Gottfried von Einem ist, wie gerade erst hier zu lesen war, seine Straßenwürdigung zu Gunsten eines Vorkämpfers der Schwulenbewegung losgeworden, weil er ein Militarist war - letzteres für einen preußischen Offizier und Kriegsminister vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts allerdings keine große Überraschung. Für ihn persönlich spielt das sicher keine große Rolle mehr, wie auch nicht die jüngsten und dennoch tragischen Ent- und Verwicklungen für Günter Pfitzmann. Der vor elf Jahren verstorbene große Volksschauspieler (Praxis Bülowbogen) sollte nach Vorschlag der CDU-Fraktion im Berliner Bezirk Tiergarten geehrt werden, indem ein bei einer Parkneugestaltung entstandener Weg seinen Namen tragen sollte. Undenkbar war dies aber für die Vertreter der Grünen und ihrer Sekundanten von der SPD, denn erst sei - trotz der unbestrittenen Bedeutung Pfitzmanns - die 50-prozentige Frauenquote bei der Gesamtzahl der Straßennamen zu erfüllen.

Samstag, 15. November 2014

Von Einem zuviel

Wenn sich Absurditäten ballen, muss einem Text zur an sich völlig banalen Einemstraße sogar noch ein weiterer zur Seite gestellt werden. Am Ende des vergangenen Jahres hatte Gastkommentator Bernhard Kempen gnadenlos den politisch-korrekten Willkürakt bloßgestellt, der seine Wohnstraße mit einem neuen Namen bedachte. Aus der handlichen Einemstraße wurde nämlich damals das Vier-Wörter-Ungetüm „Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße“, das nur dank konsequenter Schmalschreibung überhaupt auf die Straßenschilder passt. Politisch war der Wechsel vom preußischen Militaristen zum Vorkämpfer der Schwulenbewegung durchaus nachvollziehbar, doch Kempen fand selbst als Angehöriger der in dieser Gegend ansässigen Berliner Schwulenszene sowohl den Aufwand als auch das Ergebnis lächerlich. Lächerlich gewiss, aber selbst das blieb nur die halbe Lachnummer: Weil sich die Bezirkspolitikfürsten in ihren eigenen Regeln zur Neuerfindung der Welt verhedderten, gibt es jetzt tatsächlich beide Straßennamen gleichzeitig.

Samstag, 8. November 2014

Rechts-Empfindung

Bei Demonstrationen umgekippte Polizeiautos haben in Deutschland eine lange Tradition. Zu diesen schamgebietenden Routinen gehören auch brennende Autos, verletzte Polizisten, Barrikaden, Sprengkörper und dergleichen. So etwas wurde aber bisher aus Gründen gewohnheitsmäßiger Übersättigung in den Nachrichten meist als Event irgendwo zwischen Vulkanausbruch und Lottozahlen gemeldet. Politisch ist diese Gewalt schon lange kein Thema mehr, denn sie ist fast immer links und deshalb in der Bundesrepublik seit der Studentenbewegung traditionell ein Kavaliersdelikt. Nun aber wurde in Köln ein weiteres Mal ein Bully umgekippt, und dieser eine Vorfall im Rahmen der sogenannten Hooligan-Demo musste in der medialen Endlosschleife immer und immer wieder dafür herhalten zu suggerieren, dass die rechte Machtergreifung kurz vor der Tür steht. Wäre in Köln wirklich relevant Schlimmes passiert, hätte man uns das sicher nicht vorenthalten, doch der Mainstream und sein willfähriger Journalismus nimmt, was er hat, um sein virtuelles Bild der Welt zu festigen. Er erkennt aber auch alarmiert, dass die Vorgänge in Köln, so harmlos sie auch gewesen sein mögen, für einen dramatischen Paradigmenwechsel in der Geschichte des Niedergangs stehen.

Samstag, 1. November 2014

Gute Grün(d)e?

Die Grünen haben es geschafft. In einem siebenseitigen Papier haben sie sich programmatisch vom Veggie-Day (Altmeister Trittin: „Es schärft das Bewusstsein und erweitert die Speisekarte, wenn wir in öffentlichen Kantinen einen Tag haben, an dem man sich fleischlos ernährt.“) losgesagt. Jedenfalls hat das die Führungsspitze getan, das Parteivolk darf demnächst abnicken. Sieben Seiten für ein absurdes Theaterspiel, das es überhaupt nur geben konnte, weil die Grünen zuletzt zu viele Absurditäten hatten Realität werden lassen wollen. Weil der Wähler der rechthaberischen Verbotspolitik die rote Karte gezeigt hatte, wird nun parteiamtlich zurückgerudert. Es wäre jedoch naiv, dies für einen Bewusstseinswandel statt einer neuen Wahlstrategie zu halten. Da opfert man lieber einen Veggie-Day als das stadtflächendeckende Tempo 30 oder die Nullpromillegrenze.