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Samstag, 30. April 2016

Weich ist auch hart

"Folgenreiche Integrationserfolge"
"Sanfte" Katastrophen durch Migration
Falschparker sind fein raus. Weil in Berlin die Politessen eingesetzt werden, um die Ordnungsämter im Flüchtlingswesen zu unterstützen, werden hier keine oder deutlich weniger Knöllchen geschrieben. Das geschieht natürlich auch zulasten gesetzestreuer Autofahrer und anderer Verkehrsteilnehmer, denn selbst Busspuren sind kein Tabu für motorisierte Krisenprofiteure mehr. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie die Überlastung des Systems durch die Flüchtlingsflut zur Aufkündigung bisher einigermaßen einvernehmlich geregelter alltäglicher Prozesse führt. Aber auch die Bekannte, die auf offener Straße von Nichtdeutschen angespuckt und als Hure beschimpft wurde, ist so ein „weiches“ Symptom, das in keiner Statistik über die direkten Folgen der neuen Wende auftauchen wird.


Der Übergang zu den „soften“ Härten ist fließend. Was bedeutet zum Beispiel die Überforderung des Systems für den Kranken, der sich die (für ihn) verfügbaren Ärzte nun mit Flüchtlingen teilen muss? Und was bedeutet es für seine Versicherungsprämie, wenn man sicher davon ausgehen kann, dass die Versicherungen die Leistungen für Flüchtlinge nicht aus ihrem Sparschwein bezahlen? Der Druck auf die Sozialsysteme und das Lohnniveau im Allgemeinen wurde schon in anderen Posts thematisiert und wird weiter thematisiert werden. Fakt ist, dass der Flüchtlingsstrom nach Angaben des Instituts für Weltwirtschaft bis 2017 den deutschen Arbeitsmarkt mit errechneten 376.000 zusätzlichen Arbeitslosen belasten wird. Nach Schätzungen des Instituts werden bis Ende 2017 insgesamt 2,7 Mio. Flüchtlinge Deutschland erreicht haben (1,1 Mio. in 2015, 1 Mio. in 2016, 0.6 Mio. in 2017).

Nicht von ungefähr schätzte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe schon im Oktober, dass bis 2018 gut 531 000 Menschen keine eigene Wohnung mehr haben werden; 2014 hielt man noch 314 000 für eine hohe Zahl. In München rechnet man derzeit mit einer Verdoppelung der Obdachlosenzahlen. Der Berliner Senat hat vorgesorgt und Wohnungslosen aus Gemeinschaftsunterkünften (also mit klarem Blick auf Flüchtlinge) eine gegenüber „normalen“ Hartz-IV-Empfängern unmoralische und unbegründbare 20-30% höhere Mietkostenübernahme verschafft.

Sind solche Faktoren noch relativ klar zu beschreiben, wird es diffuser, wenn es um den offiziellen Umgang mit der neuen Situation geht. Wir erinnern uns an die Fälschungen und Unterschlagungen von Polizei und Medien bei der Berichterstattung über die Vorfälle von Köln, und wir erinnern uns an die anschließende Absage diverser Faschingsumzüge, die mit einem heranziehenden Stürmchen unfreiwillig komisch begründet wurde. Täglich lesen wir über Gewalttaten, ohne von den selbstzensierten Medien über die Herkunft der Täter informiert zu werden. Nicht nur hier wird, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, die Lüge des staatlichen Funktionsapparats zu unserem täglichen Begleiter.

Hilflos, uninformiert und verunsichert bleibt der Bürger zurück. Der Fall der 13-jährigen Russlanddeutschen, die eine Vergewaltigung durch Flüchtlinge ziemlich ungeschickt vorgetäuscht hatte und doch in der Lage war, damit beinahe einen regionalen Aufstand auszulösen, zeigt, wie die Nerven blank liegen. Der auf Ausgleich bedachte gesunde Menschenverstand muss mangels Information im Dunkeln tappen. Entsprechend steigt der Verkauf von Abwehrmitteln vom Pfefferspray bis zum Elektroschocker rasant, vermutlich auch das Aggressionspotential.

Obwohl man nicht oft genug betonen kann, dass die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge ziemlich sicher ehrlicher und friedlicher Natur ist, erzeugt allein der soziale Auswahlprozess, den eine Migration bedeutet, auch eine relevante Zahl von negativen Ausnahmen. Und diese Ausnahmen sind Teil der neuen Realität und können gesellschaftliche Dynamik entwickeln.

Immer häufiger verschmilzt auch das Bild der Flüchtlinge kaum trennbar mit dem von Migranten aus der weitgehend gescheiterten Alt-Integration. Am Kottbusser Tor in Berlin trifft sich derzeit das Drogenmilieu mit den illegalen Geschäften einheimischer Familienclans, Bandenkriminalität aus Osteuropa und neu hinzugekommenen Gruppen aus Schwarzafrika. Mit 2100 meist bandenmäßig organisierten Diebstählen hat sich hier die Zahl entsprechender Vorfälle gegenüber dem Vorjahr verdoppelt, Gewaltdelikte stiegen um 30 und Raubtaten um 55%. Besonders erschreckend sei die steigende Gewaltbereitschaft der Täter, berichtet die Leiterin des zuständigen Polizeiabschnitts.

Immer seltener bleibt das Gewaltpotenzial auf besondere Orte beschränkt. In manchen Schulen stellen sich die Schüler inzwischen kollektiv gegen den Lehrkörper, eine Aufrechterhaltung der Ordnung wird selbst mit Polizeiunterstützung schwerer. Hunderte Schüler zogen kürzlich in Köln mit Drogen und Waffen durch die Stadt und beschädigten insgesamt sieben Gymnasien, zwei Schüler wurden schwerverletzt. Anscheinend handelte es sich um rivalisierende Schülergruppen, und da wir über die Herkunft dieser Schüler nichts erfahren durften, mag es sich in diesem speziellen Fall auch um eine allgemeine Dekadenzerscheinung des Niedergangs und nicht um migrationsgenerierte Gewalt gehandelt haben.

Eindeutiger sieht es bei der Mozart-Schule in Berlin-Hellersdorf aus, wo Schüler „mit Integrationshintergrund“ gefördert werden und alternative Konzepte wie jahrgangsübergreifender Unterricht hoch im Kurs stehen. Verzweifelte Eltern schrieben in einem Brandbrief von den täglichen Ängsten ihrer Kinder, überhaupt noch zur Schule zu gehen. Aufsehen erregte ein Zwischenfall, als Schüler mit Pistolenattrappen bewaffnet das Lehrerzimmer stürmten und die Erzieher zwangen, sich auf den Boden zu legen.

In subtileren Fällen, dafür aber allermeistens kommt die Veränderung unseres Alltags durch die Flüchtlingsbewegung sogar komplett ohne physische  Gewalt aus, doch umso mehr wird Gewalt mit freundlicher Unterstützung sowohl privater als auch institutionalisierter Gutmenschen ausgeübt  , die sich, so vorhanden, unter Aufgabe eigener Prinzipien dem Druck anderer Kulturen beugen. Also beispielsweise wenn ein Vater von der Krankenhausverwaltung gehindert wird, über Nacht bei seinem kranken Kind im Krankenhaus zu bleiben, wenn muslimische Frauen zugegen sind. Oder wenn Schuldirektoren neue „züchtige“ Kleidervorschriften erlassen.

Weit verbreitet ist es inzwischen, dass Schulen und Kitas bei der Schülerversorgung Schweinefleisch vom Speiseplan nehmen, angeblich, weil dieses ungesund ist, aber auch, weil der hohe Anteil muslimischer Schüler den Verbrauch von Schweinefleisch sinken lässt. „In den nächsten Jahren wird das Schweinefleisch immer weiter von den Speiseplänen in Kitas und Schulen verschwinden", freute sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die auch gesundheitsideologisch fordert, den Kindern überhaupt nur zweimal in der Woche Fleisch vorzusetzen. Die Schulcaterer haben sich jedenfalls vorauseilend gehorsam auf den neuen Trend eingestellt, und 80% der deutschen Kitas geben an, ausdrücklich auf muslimische Speisevorschriften zu achten.

Schon vor zehn Jahren hatte die Deutsche Oper in Berlin Mozarts „Idomeneo“ aus Furcht vor wütenden Muslimen abgesetzt, wobei allerdings zu vermuten ist, dass die „moderne, provokante“ Inszenierung sowieso nicht viel von Mozart übriggelassen hatte. Dieser die eigene Kultur leugnende vorauseilende Gehorsam ist beileibe kein deutsches Phänomen (auch wenn die Flüchtlingspolitik und die aus ihr zu erwartende Schwächung des Landes dessen internationales Ansehen nachhaltig beeinträchtigt).

Aus Respekt vor den religiösen Gefühlen des iranischen Präsidenten beim Staatsbesuch in Italien veranlasste der dortige Ministerpräsident, nackte Statuen im Kapitolinischen Museum in Rom mit Holzkästen zu verhüllen. Statuen, die rund 2000 Jahre alt sind und eigentlich als bedeutendes Kulturgut gelten, dürfen also Mitglieder einer archaischen Kultur nicht in ihren ideologisch-sensiblen Gefühlen verletzen. Vordergründig hat sich das Verhüllen im übrigen durchaus gelohnt, denn es wurden Verträge über 17 Milliarden Euro unterzeichnet. Da war es wohl auch zu verschmerzen, dass beim Dinner aus Rücksicht auf die Muslime kein Alkohol angeboten wurde. Nun, da traf das Kulturembargo wenigstens einmal die Richtigen.

Dem Ganzen die Krone auf setzte allerdings der Hamburger Informatik-Professor Thomas Strothotte, der kürzlich an der Uni-Regensburg nach einer einzigen Amtszeit wieder gegangen worden war. In der „Zeit" forderte er die Einführung von Arabisch als Schulsprache in Deutschland, wobei dies dann für alle Schüler bis zum Abitur verpflichtend zu sein habe. Dies würde Deutschland einen Zugang zur arabischen Welt ermöglichen. „Wir würden damit anerkennen, ein Einwanderungsland und eine mehrsprachige Gesellschaft zu sein", argumentierte der Reformer. Doch wenigstens diese Idee stieß (noch?) auf breite Ablehnung. „Ein Vorschlag aus dem Narrenhaus", nannte es sogar der Bildungsexperte der Bundestags-Grünen Özcan Mutlu - aber der ist ja auch türkischstämmig.

Die Liste der Beispiele durch einen freiwilligen migrationsgenerierten Kulturverlust könnte beliebig verlängert werden. Ein Beispiel noch: Für die vielen benötigten neuen Wohnungen für Flüchtlinge werden nun sogenannte Modularbauten in Containerbauweise errichtet und damit alle bisherigen Qualitätsstandards für den Wohnungsbau außer Kraft gesetzt. Die Qualität des Wohnens und des Stadtbildes, immerhin ein wichtiger Teil der Lebensqualität und Teil unserer kulturellen Errungenschaften wird damit von der Regel zum Zufall degradiert bzw. abhängig vom sozialen Status gemacht. Ganze Siedlungen sind in Berlin im Bau, die ausschließlich Sozialwohnungen enthalten, also offiziell Abschied von der „sozialen Mischung" zur Vermeidung von Gettos nehmen.

Selbst wenn der Migrations-Trek noch einmal gestoppt werden sollte, sind schon längst grundlegende Prozesse in Gang gesetzt, die unermesslichen Schaden an unserer Lebensweise bewirken - und zwar genau durch Faktoren, die Gutmenschen gerne als „kulturelle Bereicherung“ bezeichnen. Gegenläufige Prozesse sind kaum in Sicht, denn die Meinungsführer setzen unbeirrt auf Konfliktvermeidung und die Unterdrückung heimischer Werte. Aber erst wenn die Verteidigung unserer Werte (wieder) ein Teil unserer Alltagskultur wird, werden diese wenigstens in Teilen überleben können. Die jetzt noch ausgeblendeten Konflikte gibt es dann natürlich erst recht dazu - je länger wir mit dem Aufbegehren warten, desto schlimmer.

Und wenn wir gerade bei möglichen Folgen sind: Der Unabhängigkeitskrieg von Bangladesch kostete drei Millionen Bangladescher das Leben und ließ mehr als 20 Millionen Menschen nach Indien fliehen. Laut Wikipedia gilt die unermessliche Zahl an Flüchtlingen nach Nordostindien für viele als eigentlicher Grund des indischen Eingreifens in den Konflikt… Es kann eben immer noch schlimmer kommen.

Kommentare:

  1. Die kapitalistische Nation ist ein Widerspruch in sich. Sie betreibt ihre Selbstauflösung im globalisierten kapitalistischen Weltmarkt. Die kapitalistische Nation verzichtet auf ihre Schutzfunktion gegenüber dem Volke und liefert es ungerührt dem internationalen Kapital aus. Ungebremster Freihandel und unbegrenzte Einwanderungsfluten ausländischer Lohndrücker zerstören die Nation als sozialen Schutzraum des Volkes. Die kapitalistische Nation verkommt zum Investitionsstandort des Kapitals und zur Karawanserei einer neuen Völkerwanderung. Die kapitalistischen Nationen zerfleischen sich gegenseitig im ruinösen Wettbewerb um das Herbeilocken ausländischer Investoren durch Demontage ihrer sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Schutzmechanismen. Die kapitalistische Nation zerstört die eigene Nationalkultur durch Amerikanisierung („american way of life“), erniedrigt das eigene Volk zu „Humankapital“, kommerzialisiert das Vaterland zur verhökerfähigen Ware im Rahmen der internationalen Bodenspekulation, macht aus der Heimat die Müllkippe einer ökologiefeindlichen Profitwirtschaft und zerstört Werte und Traditionen im Zeichen eines kulturlosen Materialismus. Die Wirtschaftskrise ist eine internationale Krise. Sowohl faktisch-konkret, als auch ideologisch. Ihre Grundlage ist das entwurzelte Denken, welches Völker zu Arbeitssklaven stempelt, ihre Mischung zu identitätslosem Humankapital vorantreibt und „grenzenlose“ Wirtschaft fordert. Die Nation kann nie kapitalistisch sein, da sie damit den Wert des Geldes vor die Würde des Volkes stellt.

    Kapitalismus in des Wortes wahrer Bedeutung ist nicht, wie man Schwachköpfen einpaukt,die Ansammlung von Reichtum bei wenigen oder die Ausnutzung der Armen durch die Reichen oder die Trennung von Unternehmen und Arbeit. Das sind verwaschene Ideen,die aus dem Bauch kommen.Es gibt nur eine gültige Definition von Kapitalismus:

    Kapitalismus ist keine Wirtschafts- oder
    Gesellschaftsstruktur,Kapitalismus ist die Übernahme der Regierung durch die Hochfinanz.

    Er ist zugleich immer das Ende der reinen Politik.

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  2. Das Dumme an Ihren Kommentare ist, dass diese an denen, die sie besonders interessieren müssten, abperlen wie Regen auf einer Ölhaut. Die Erkenntnis- und Orientierungsfähigkeit der Massen scheint eng mit deren Leidensfähigkeit einherzugehen.

    Die Ausführungen könnte man sich rahmen und an die Wand hängen. Um die trüben Aussichten noch ein wenig trüber zu machen: der nächste Krieg hat schon lange seinen Anfang genommen. Denn wie wollte man die sich inzwischen im Inneren Aufbruch befindlichen Massen daran hindern, Europa zu überrollen? Mit innerer Zerrissenheit hinter Zäunen sicherlich nicht. So wird vermutlich der Druck von außen an welcher Stelle auch immer anschwellen bis die Dämme brechen. Und dann gute Nacht, wenn alle Netze wegen Überlastung zerreißen und es ums nackte Überleben geht.

    Da ein energischer Widerstand dagegen nirgendwo auszumachen ist (betrifft ja nicht nur Deutschland, etwa auch Schweden) werden die Dinge ihren dramatischen Lauf nehmen (müssen).

    Das wird - wie oben beschrieben - wohl nicht schleichend kontinuierlich sich weiter entwickeln, sondern durch Zusammenrottungen oder Schlüsselereignisse kippen. (Typisches Beispiel im Kleinen siehe Schulen.)

    Und hier kommt noch eines dazu: da kulturbedingt unsere Gesellschaft (im wesentlichen, auch arbeitsteilig) durch Einzelexistenzen gebildet wird wird sie gegen die gruppendynamischen Zuwanderer, wenn diese erst einmal ihre kritische Masse erreicht haben, keine Chancen haben.

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  3. Diesen Kommentar zu meinem Post fand ich auf "Freie Welt" und halte ihn auch hier für eine wichtige Stellungnahme: "Als Elternsprecher der Mozart-Schule möchte ich anmerken, dass wir kein Migrationsproblem haben. Die Gewaltvorfälle gehen von deutschen Schülern aus. Unsere Willkommensklassen laufen ruhig und zielführend!
    Der Integrationshintergrund bezieht sich auf Schüler mit Lernbehinderung und zielt auf die Inklusion." Wenn dem so ist, tut es mir leid. Ich hatte genau diese Frage ausführlich recherchiert und nirgends eindeutige Aussagen gefunden....

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  4. Nun, mit 5 zu 556 liegen Sie bei etwa 1 % und damit im Spitzenbereich nach Lebon. Das weniger tröstliche ist, dass aus dem Bereich zwar Impulse ausgehen aber eben auch die Erkenntnis, dass der Kurs der Titanic nicht durch Feingeister, sondern durch das Vertrauen in den Glauben der Kapitäne bestimmt wird.
    Wer nicht gefordert wird verharrt in der Beschränktheit seiner Gemütlichkeit. Wer denn würde das freiwillig aufgeben wollen? Kaum einer, siehe oben.
    Und wer denn würde das hören wollen, was - wenn nicht Wahrheit, welche ist das schon - dann zumindest Realität am Horizont wäre: tendenzielle Versklavung, oder auch die Ausweglosigkeit eines Vernichtungskriegs, Themen, deren Unappetitlichkeit man nicht einmal ansprechen könnte ohne sich selbst gleich ins Abseits zu stellen und dies, obwohl Hausverstand und Taschenrechner für die Ausgangslage völlig ausreichend wären. Aber wer glaubt kann auch über Wasser laufen hin auf ein selig Himmelreich.

    Vermutlich werden Sie ein Auskommen weder mit dem Blog noch mit dem Buch erreichen können. Das liegt in der Natur der Sache, präziser der des Menschen. Immerhin aber ist es für jene 1% tröstlich zu finden, dass ihr Denkapparat nicht völlig im Vakuum arbeitet. Manchmal denkt man ja, schräger kann es nicht mehr werden und stellt dann fest, doch, es kann.

    Etwa zur selben Zeit wie Sie bin ich aus dem bürgerlichen Dämmerschlaf gerissen worden um festzustellen, dass nichts so ist wie es scheint. Vom Aufwand her gibt es immer zwei Aspekte: dem des konkreten Nutzens und den des, sagen wir mal, hygienischen. Naturgemäß kommt der zweite bei der Fütterung im Schweinekoben ins Hintertreffen.

    Im Hakagure findet sich der Spruch: das Leben ist ein Traum im Traum. Bei den meisten wohl reicht er nicht weiter als bis zum gedeckten Tisch. Ein amüsanter Zeitvertreib der Film "wenn Hennen rennen". Hinlänglich aussagekräftig auch der Klassiker die sieben Samurai.

    Mit Klicks darf man das nicht messen, wohl aber im Hinblick auf den Aufwand. Diejenigen, die das System besetzt haben ignorieren einfach das, was nicht in den Kram passt. Alte Methode, sehr wirksam. Der Mensch ist nicht zu ändern, wenn, müsste man das System ändern und das will der Mensch nicht. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz, denn letzten Endes hat über alles die Natur das Physische gestellt (die Gewalt, lesen Sie mal bei den Chatham Inseln nach: das Völkchen dort hatte die perfekte soziale Organisation - bis es von den kriegerischen Maori überrollt und fast ausgelöscht wurde. Noch spannender Falconer's "Zorn der Meere").

    Fersengeld? Eine der Möglichkeiten. Aber bei den Lemmingen bleiben auch immer einige übrig, eben die, die sich der allgemeinen Hysterie nicht anschließen. Und bis dahin kann man wohl noch den einen oder anderen Cappuccino genießen. Ich möchte ja nun nicht auf "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" abstellen, und schon gar nicht, wenn man an Gruppendynamik denkt. Aber etwas scheint mir doch an dem Spruch auch dran zu sein.

    Je mehr ich lese um so mehr tritt in den Vordergrund, dass in allerlei Spielarten überall nur mit Wasser gekocht wird. Der Unterschied besteht nur darin, dass wir die anderen Rezepte und Methoden nicht kennen und damit für besser halten.

    Mit Ihrem Blog tragen Sie zur geistigen Hygiene bei, gern gelesen, aber in der Tat fehlt den Funken das zündfähige Gemisch. Wollte man die Welt verbessern müsste man mit Pispers verzweifeln: das übersteigt selbst die Möglichkeiten des Alkohols. Dann lieber noch einen Cappuccino, ein gemütliches Plätzchen und das amüsante Büchlein "Über die Dummheit - Ursachen und Wirkungen der intelektuellen Minderleistung des Menschen" (Geyer).

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    1. Damit dieser sehr erhellende Kommentar nicht untergeht: Er bezieht sich auf den Post der Folgewoche "Aufwand und Nutzen". Ich sehe mich technisch nicht in der Lage, ihn dorthin zu migrieren.

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