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Mittwoch, 18. Mai 2016

Politisch-korrekter Säugefisch

Die Fische im Bodensee werden mehr und mehr zum Opfer von strengen Umweltschutzmaßnahmen. Nach Zeitungsmeldungen ist das Gewässer so sauber und damit nährstoffarm geworden, dass die Fischpopulation seit 30 Jahren schrumpft. Für die Fischer bedeutet das von Jahr zu Jahr sinkende Erträge. Dumm gelaufen, könnte man achselzuckend meinen, wenn hinter diesem Fall nicht ein grundsätzlicher Mechanismus steckte. Politisch-korrekte Maßnahmen erheben sich oft über den gesunden Menschenverstand, dominieren anderslautende Erkenntnisse oder schießen einfach über das Ziel hinaus. ‚Gut gemeint heißt noch nicht gut gemacht‘ lautet schon eine alte Weisheit. Gastautor Jon Schnee hat dazu zwei Vorgänge aus Vergangenheit und Gegenwart untersucht und dabei festgestellt, dass nicht nur der Fisch am Kopf zu stinken beginnt.
Es heißt ja, aus der Vergangenheit könne man lernen, und ein ums andere Mal fragt man sich dann, wie es wohl wäre, könnte man zwischen den Zeiten reisen. Wie fühlten sich Menschen aus der Vergangenheit, wenn sie in unserer Gegenwart ihre Zukunft erlebten? Und wie würden wir dastehen, wenn wir denen erklären müssten, was wir aus deren Gegenwart /unserer Vergangenheit gemacht haben?

Im Jahre 1818 gab es einen Fall vor dem New Yorker Gericht. Verklagt wurde ein Kerzenmacher, der sich geweigert hatte, für drei Fässer Walöl die übliche Fischölsteuer zu entrichten. Sein Argument: Wale seien nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen keine Fische, sondern Säugetiere. Eine absurde Behauptung befand damals der zuständige Inspekteur Maurice und zerrte den Kerzenmacher Judd vor Gericht.

Hauptzeuge in dem Prozess war der renommierte amerikanische Naturforscher Samuel Latham Mitchill. Dieser lieferte stichhaltige Gründe dafür, warum Wale Säugetiere und keine Fische  seien. Dafür  wurde er allerdings heftig attackiert vom ebenfalls namhaften William Sampson, wohl dem talentiertesten Staatsanwalt des Landes seiner Zeit.

Der Mann der Staatsgewalt argumentierte, die Wissenschaft habe kein Recht, Gottes Geschöpfe nach Gutdünken in absurde Gruppen einzuteilen. Dass Menschen und Wale derselben Kategorie angehören sollten, erschien ihm grotesk. Mitchill und die Wissenschaft hatten in dem Verfahren keine Chance. Die Geschworenen zogen sich zur Beratung zurück, und schon nach einer Viertelstunde entschieden sie zugunsten des Klägers. Vor dem Gesetz des Staates New York waren fortan Wale weiterhin Fische und keine Säugetiere.

Unklar bleibt, ob der Erlös der Kerzen aus drei Fässern Walöl den ganzen Aufwand am Ende wert war und ob es für den Kerzenmacher nicht einfacher gewesen wäre, einfach die Steuern zu zahlen. Die Konstellation bleibt auf jeden Fall interessant. Hier habe ich mir mal die  Mühe gemacht, etwas tiefer zu recherchieren: Auf der einen Seite stand der Kerzenmacher mit Unterstützung des leutseligen, pedantischen, als „lebende Enzyklopädie“ oder „wandelnde Bibliothek“ bekannten Wissenschaftlers Mitchill. Auf der anderen agierte der Verwaltungsbeamte und sein staatlicher Beistand, der aus wohlhabenden Verhältnissen stammende Jurist und Literaturfreund Sampson mit eigenen Ambitionen im Schreiben politischer Satire, Gedichten und Liedern.

Die Beurteilung des Falls und der dabei Beteiligten scheint uns heute eigentlich offensichtlich. Mit Hilfe der eingangs angeführten Zeitreise würde ich dem Kerzenmacher Judd gerne persönlich gratulieren und sagen wollen „Wenn du wüsstest ...“. Leider hätte ich aber auch eine schlechte Nachricht für ihn. An den Strukturen hat sich nämlich nichts geändert, weswegen ich ihm schamerfüllt davon zu erzählen hätte, dass heutzutage in den USA ein Ex-Vizepräsident namens Al Gore und mehr als ein Dutzend Generalstaatsanwälte der Meinung sind, Meinungs- und Staatsmacht könnten und müssten das ‚richtige Denken‘ juristisch anordnen. Denen zufolge habe, wer einen menschgemachten Klimawandel leugne, das Recht auf freie Meinungsäußerung verwirkt und sei sogar strafrechtlich zu belangen.

 „Klimawandel ist real“, verkündete in dem Zusammenhang der Generalbundesanwalt des Staates New York, Eric Schneiderman. Die amerikanische Justizministerin Loretta Lynch (Nomen est omen), hatte schon zuvor angekündigt, zivilrechtlich gegen Klimaleugner vorgehen zu wollen. „Wir haben Informationen darüber an das FBI weitergeleitet, um herauszufinden, ob Kriterien vorliegen, die uns gestatten, Maßnahmen in die Wege leiten zu können oder nicht.“ Da wird selbst der Wal in der Pfanne verrückt.

Kommentare:

  1. Den Eindruck , daß wir am Abgrund stehen , muß man zwangsläufig bekommen. Jedoch stellt man als älterer Mensch fest , daß wir schon seit tausenden von Jahren am Abgrund stehen . Komisch , es ging immer irgendwie weiter. Das wird es auch in Zukunft .Ob nun mit uns oder ohne uns , ist der Natur egal .Wir nehmen uns zu wichtig .Wer naturwidrig lebt erhält immer die Quittung .Als stoffliche Substanz dient der Mensch dann eben einem anderen Organismus als Nahrung . Jedenfalls für eine Weile. Bis sich dieser Organismus auch an den vergifteten Überresten der Menschen überfressen hat. Die Atomisierung folgt irgendwann . Endlich !

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    1. In der Tat kommt es immer auf den Blickwinkel an. Deshalb empfehle ich schon lange, dass wir Menschen endlich anfangen, unsere Interessen gegenüber einer anonymen Natur selbstbewusst zu vertreten. Wir tun es ja schon mit jedem Stück Fleich und jeder Kartoffel, die wir verzehren. Das schließt natürlich auch die Rücksichtnahme auf die Natur ein, denn wir brauchen sie auch bei einer anthropozentrischen Weltsicht als Existenzgrundlage.

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  2. Die Sauerei geht ja noch weiter,
    die haben rund um den Schweriner See alle Dörfer bis
    200 Einwohner an eine zentrale Großkläranlage angeschlossen. Teilweise wird das ungeklärte Abwasser bis 50 km weit in dieses zentrale Klärwerk gepumpt.
    Dieser Wertstoff + das Wasser gehört in die Landschaft,
    statt dessen wird das geklärte Abwasser in die Flüsse
    geleitet ohne Rücksicht auf die noch vorhandenen Hormonrückstände und schnellstens in die Ostsee geleitet.
    Als Düngerersatz, weil das der organisch verwertbare
    Wertstoff des Abwassers nicht auf den Acker kommt wird
    mineralischer Dünger gestreut. Statt Phosphordünger erhielten die Bauern Kunstdünger mit Urananteil und streuten diesen falschen "Scheiß" für den echten Scheiß
    auf die Äcker.
    Jeder der sich gegen den Wahnsinn im ländlichen Bereich
    gegen die zentrale Abwasserbeseitigung aussprach wurde,
    selbst höchstpersönlich von einen damaligen Doktor der Chemie und Ministerpräsident von MV in die Schranken gewiesen.
    Grauenhaft, wie solche Typen durch die Parteilichen Machtstrukturen noch oben gespült wurden.

    Grauenhaft... die sich in Grauerhaftigkeit potenziert.
    Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.

    Einen Elekto-Ingenieur hat man zu Verbandsvorstands- vorsitzenden gewählt unter desser Führung wurde ein
    blickiger Geschäftsführer rausgemobt.....
    ... alle diese Sauerein gehören ins Geschichtsbuch,
    um den nachfolgenden Generationen aus den Fehlern lernen zu lassen.
    Für die Zeit nach den vollständigen Systemzusammenbruch,
    Rückbau schafft Fortschritt... Natur ist stärker und
    lügt nicht!
    Uwe E. Mertens Basisdemokrat NF SN

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    1. Leider wahr, empathieverarmte Rationalisten ohne Sinn fuer Empirie uebernehmen die Welt, wenn wir sie nicht kleinreden.
      Ihr Mittel ist das Dogmatische. Schliesslich steht es so in Gesetz (Statut) xyz und dann muss es auch so gemacht werden, egal, ob es ueberhaupt Sinn macht. Es ist Ausdruck des 'von oben nach unten steuerns'. Wir sollten schleunigst zurueck zum BGB finden und unsere vielen insgesamt vollkommen undurchschaubaren Gesetze auf anwendbare Grundregeln zurueckfahren.
      Die Religionsgemeinschaft 'Staat' macht mir, so wie sie ihre Blueten treibt, wirklich Angst.
      Was, wenn irgendwann mal in einem 'Gesetz' steht, dass Atemluft steuerpflichtig ist fuer den Buerger. Ephraim Kishon hat das in einer Satire wunderbar ausgearbeitet.

      Uebrigens:
      Ob organisch gebundener oder mineralischer Phosphor vorenthalten wird, ist beidermassen fuer das gesunde Pflanzenwachstum von Nachteil.
      Dass wegen des proklamierten Phosphorfoerdermangels die eklige Energiesparlampe nun abgeschafft wird, halte ich fuer schluessig. Nie im Leben wurde sie in der EU gebannt, weil sie ungesund ist und insgesamt mehr Energie verbraucht in Herstellung und Entsorgung.
      Sie brauchen den Phosphor fuer den Bombenbau, das hat Vorrang.

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  3. Dokumenation Giftiger Fisch (Uwe e. Mertens)
    – Die große Gesundheitslüge, ORF-Weltjournal vom 26.11.2014
    https://www.youtube.com/watch?v=8_Sl_wjiOyI

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    1. gerade angeschaut: "... die Käufer bevorzugen geschmacklosen Fisch ..." was soll man bei so viel Geschmacklosigkeit noch sagen; es ist so traurig

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    2. Die 'Reportage' wirkt auf mich wie ein Werbefilm.
      Da steckt mehr dahinter als auf den ersten Blick sichtbar ist.
      Wuesste zu gerne, in welches andere Konsummuster die Menschen ausweichen, die das sehen.

      Wird wieder mehr Rindfleisch konsumiert und mehr Schwein + Gefluegel? Ich vermute JA.

      Wird auf Gemuese umgestiegen? Ich schaetze NICHT.

      Wird einfach weniger konsumiert? Sehr wahrscheinlich NEIN.

      OMG sie schicken uns hin und her von einer (angeblichen) Giftpampe zur naechsten. BSE, Maul und Klauen-Seuche, EHEC und H5N1 reichen das Zepter von einem zum anderen.

      Vielleicht fangen wir ja mal damit an nicht die Haelfte und mehr aller Lebensmittel in den Muell zu feuern oder zu Verbrennen als Biokraftstoff.

      Vielleicht essen die zu Fetten einfach mal weniger.

      OMG, womoeglich wuerde dann auch nicht mehr alle Paar Sekunden ein Kind verhungern muessen.

      Die Lebensmittelproduktion sollte wieder deindustrialisiert werden und Lebensmittelspekulationen sind dann auch Geschichte. Dass mit sanktioniertem Getreide und Schlachtabfaellen Laender und ihre Bevoelkerung bewusst in den Ruin getrieben werden oder erpresst muss ausgeschlossen werden.

      Uebrigens, wer es noch nicht weiss, Afrika besitzt etwa 25% der landwirtschaftlich nutzbaren Flaeche weltweit und ist eher unterbesiedelt. Dass dort Lebensmittelspenden etc. notwendig zu sein scheinen, ist eine Schande.

      Tja, wirtschaftliche, kulturelle und tatsaechliche Bomben, die wir seit Jahrhunderten auf Afrika abwerfen haben ihre angedachte Wirkung nicht verfehlt.

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  4. Interessant: in den USA -angeblich das Land der Freiheit- werden Klimaskeptiker politisch verfolgt. Zumindest bemüht man sich darum.

    Wobei jeder weiß, daß das Klima immer schon wandel unterworfen war. Aber nun wird dieser Wandel politisch instumentalisiert. Klimaleugner wird wohl das nächste Totschlagargument nach der Wort Nazi. Politiker die sowas nötig haben, sollten nicht als Vertreter des Volkes agieren dürfen. Fachlich aufwendig ausgebildete Wetterfröschen steht ein umfangreicher Datenpool zur Verfügung, - und sie irren mitunter. Politiker ohne vergleichbare Ausbildung sind sich in längerfristigen Voraussagen (die keine Katastrophen wären!) allerdings ganz sicher. So sicher, daß man begründet Andersdenkende mit Maulkörben versehen muss!

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  5. Leider uebernehmen empathiebehinderte Rationalisten ohne Sinn fuer Empirie die Welt.
    Es steht halt im Gesetz (Statut) und dann muss das auch so gemacht werden. DIE wissen einfach besser, was fuer uns (=mich) gut ist.

    Leider sind die meisten Menschen nicht bereit oder faehig, ihr eigenes Denken und Handeln mit Zweifeln zu belegen, um fuer die Zukunft etwas an sich zu aendern.
    Das eigene Weltbild wird auf Teufel komm raus verteidigt, denn die Angst ist riesig, sich u.U. hinterher nicht mehr leiden zu koennen, nicht mehr der 'Gute' (was auch immer das sein mag) zu sein. Ausserdem gibt es Gruppenzwaenge, die in ihrer Auspraegung leider mehr als real sind, auch wenn sie auf einer sehr schwachen Grundlage stehen.

    Ein erfolgtes Experiment mit einer isolierten Affengruppe ist sehr aufschlussreich. Die 1. Generation wird kollektiv mit eiskalter Wasserdusche bestraft, wenn sich eines ihrer Mitglieder die Banane vom Baumgeruest holt. Der Gruppe neu hinzugefuegte Affen werden beim Versuch die Banane zu holen von den anderen
    massiv bedroht und bekaempft. Nach einer Weile, wenn alle Affen der 1. Generation ausgetauscht wurden, also keiner der anwesenden Affen je die kalte Dusche miterlebte, wird sichtbar, dass sich ein Glaube ausgebildet hat, der nicht mehr auf eigenen Erfahrungen beruht, denn es traut sich nach wie vor niemand die Banane zu holen. Dieser wird solange nicht aufgegeben, eh nicht erlebt wird (Beobachtung von aussenstehenden Artgenossen), dass es die Banane auch ohne Wasserdusche gibt.

    Wir sind auch wie diese Affen, haben aber ein hoeheres Mass an Abstraktionsfaehigkeit und Intellektualitaet, welches uns eher dazu befaehigt sich anderen Standpunkten zu oeffnen und das Experiment zu wagen, gegen das Statut zu handeln.

    Daher muss das kritische Denken schon im Elternhaus und Kindergarten gefoerdert werden, statt es zu ersticken.

    Unsere fuer NIEMANDEN durchschaubaren Gesetze (Statuten) beduerfen einer massiven Minimalisierung auf etwas, das unserem BGB aehnlich ist, und unser Bildungssystem gehoert auf den Muell.

    Wird nicht einfach und ich frage mich, ob wir aus dem Hamsterrad je wieder freikommen, welches wir uns gebaut haben, wir sind sehr viele Hamster. Einzelnen wird es nicht moeglich sein das Rad anzuhalten, um auszusteigen, sie koennen nur rausspringen und von aussen als gutes Beispiel auf die anderen wirken.

    Man bedenke, der Mensch tut nicht, was andere ihm sagen, er tut das, was die anderen (Idole) auch machen.

    Doch welche Charaktere werden zu Idolen stilisiert?
    Es sind die Bill Gates und Britney Spearses, an denen wir uns orientieren sollen. Na Dankeschoen.

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