Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Anschluss Ausschluss

Wenn Ihr Euch schon mal gefragt habt, warum es Euch dauernd passiert, dass Ihr in einer Telefonwarteschlange verhungert, dass Ihr die dringend erwartete Post nicht bekommt, weil der Absender nachhaltig die Adresse falsch schreibt, oder dass die Autowerkstatt nur die Sachen repariert, die schon vorher funktioniert haben (diese Aufzählung bitte beliebig ergänzen), dann habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht für Euch: 1) Ihr seid nicht allein. 2) Daran wird sich nichts ändern.
Was die meisten bisher wohl für persönliches Pech halten, ist ein zwangsläufiges Strukturelement der Niedergangsgesellschaft. Aus vielen Gründen, die ich in meinem Buch beschreibe, kommt Chaos ins System, wird systematisch Chaos erzeugt. Je weniger die Strukturen in der Lage sind, zivilisatorische Aufgaben zu erledigen, desto mehr müssen die Verantwortlichen behaupten, sie hätten alles im Griff. Sie hoffen sogar, mit diesen virtuellen Leistungs“beweisen“ die Düpierten überzeugen zu können, dass alles in bester Ordnung sei.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Beobachtungen 6

Immer wieder zu beobachten sind nicht zu beobachtende, weil nämlich fehlende Wörter in den Posts von Konrad Kustos. Das liegt nun nicht daran, dass dafür nicht genug Platz wäre oder der Autor mit dem Schreiben ganzer Sätze Probleme hätte (hat). Leider gibt es aber eine unheimliche Verweigerungshaltung des Blogspot-Systems hinsichtlich mancher Links. Wir bitten, das zu entschuldigen, und arbeiten unverdrossen gegen dieses Chaos mit System.

Radio Gaga

Konrad Kustos mag kein Radio, und wenn er hassen könnte, würde er dieses Medium wahrscheinlich sogar hassen. Einst als erstes elektrisches Massenmedium angetreten, die Welt zu informieren, kümmert es sich heute vornehmlich um das Deformieren im Zuge des Niedergangs. Während TV-Konsum voraussetzt, dass man sich für bestimmte Sendungen mehr oder weniger aufmerksam vor die Kiste setzt und welchen Inhalt auch immer konsumiert, ist das beim Radio gar nicht möglich. Es dient seinem Wesen nach der besinnungslosen Dauerberieselung, meist im Hintergrund und entsprechend tückisch.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Laut Maut

Die ganz Alten unter uns kennen noch die zahnschmerzenverursachende Fernsehquizsendung „Erkennen Sie die Melodie“ aus den 60er und 70er Jahren. Es galt dort Opern- und Operettenmelodien zu erraten, präsentiert von einem zum Sujet passenden Moderator Ernst Stankovski. Die gute Nachricht war: Niemand war gezwungen, das Geknödel einzuschalten.

Sonntag, 25. September 2011

Lied-Leid

In der Niedergangsgesellschaft, in der kaum einer noch über Leistung zum Erfolg kommen kann (warum das so ist, steht in meinem Buch „Chaos mit System“ und muss hier aus Platzgründen ausgelassen werden), haben Karriereshows im Fernsehen absolute Konjunktur. Hier kann man noch heraustreten aus der Realität der grauen Masse, aus dem Räderwerk eines unüberschaubaren und zunehmend ungerechten Systems, und zum Star werden. Na ja, die meisten werden dann doch keine Top-Models, Pop-Stars oder Spitzen-Ballerinas – und auch die Krone des Dschungel-Königs, seien wir ehrlich, taugt nicht so recht für den Alltag. Was tatsächlich bleibt ist, dass einige wenige einen gehypten Wettbewerb gewinnen, während viele mitfiebern und dabei am eigenen Realitätsverlust arbeiten.

Sonntag, 18. September 2011

Verschworen verloren

Vor einer Woche wurde weltweit des Anschlags auf das World Trade Center gedacht. Entgegen der zur Schau gestellten Betroffenheit in dem Land, das vor zehn Jahren zum Opfer menschlicher Willkür und fanatischen Handelns wurde, war das für viele Amerikaner anscheinend eine zweischneidige Sache. Wenn man den Umfragen trauen will, glauben nämlich 53% von ihnen, dass die eigene Regierung die Finger im Spiel hatte, und immerhin 28% sind sicher, dass sie offiziell belogen werden. Nur 15% sind überzeugt, dass sich der Anschlag wie berichtet zugetragen habe. Dieser paranoide Zweifel ist nun allerdings viel dümmer als alles, was man den Amerikanern sonst ohnehin zuzutrauen bereit war. Das erfordert ein Entsetzen, das sich mit dem Anschlag selber durchaus vergleichen lässt. Das ist ein mentales 9/11.

Mittwoch, 14. September 2011

Beobachtungen 5

Um mich herum sind viele Freunde schlecht drauf, ja teilweise deprimiert oder diffus aggressiv. Und das sind ausgerechnet die Klugen und Sanftmütigen. Zunehmend verzweifeln sie an der Irrationalität des politischen Handelns und des Verlustes von Kooperation im Alltag. Sie leiden konkret unter dem Niedergang. Doch solange wir nicht hungern oder in den Krieg ziehen müssen, bleibt das bei aller Berechtigung ein Klagen auf hohem Niveau. Ich gönne mir deshalb gerade lieber einen Extrastrahl der Spätsommersonne oder sehe die Kastanien wie Bernstein im Straßenstaub funkeln. Und wenn man den anderen Gebeutelten noch ein Lächeln schenken kann, bekommt man auch mal eines zurück. Die Welt ist immer noch schön - trotz Niedergang.