Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.
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Samstag, 3. Dezember 2016

Im Wahn liegt Wahrheit

"Brain-Billard"
Bildquelle: 
economist.com
Das neue Milieu tilgt die Realität
Wenn in Schwerin ein Politiker der Linken sich selber mit einem Messer Schnittverletzungen zufügt und dann behauptet, er sei von Rechtsradikalen überfallen worden, ist das nicht nur politisch ein Skandal, sondern auch ein Ausdruck dessen, dass Menschen unter bestimmten Umständen moralisch und kognitiv den Kontakt zur Realität verlieren können. Hier hatte der Politiker seinen Ängsten und Wahnvisionen eigenhändig den Sprung in die Realität ermöglicht, natürlich auch mit dem Hintergedanken, damit ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu treten.

Samstag, 19. November 2016

Buckeln und Treten

"Last-Rad"
Artwork: Uwe Möller
Willkür statt Wahlfreiheit
Wenn die Panzer der ideologischen Umgestaltung unserer Gesellschaft überall schon so schön am Rollen sind, macht man am besten keine halben Sachen. Und weil auch mit so scheinbar harmlosen Phänomenen wie dem Fahrradfahren wie vor kurzem hier gesehen weltanschauliche Dominanz bewiesen werden kann, nutzt man dies gleich noch dazu, um den demokratischen Überbau ein bisschen weiter plattzumachen. Wenn also demnächst Berlin per Volksentscheid für ein „Gesetz zur Förderung des Radverkehrs“ und den so generierten Dauerstau Milliarden bezahlen muss, bekommt es dazu gleich noch ein bisschen mehr stramm ausgerichtete Ordnungsmacht verordnet.

Samstag, 27. Juni 2015

Brutal egal

„Im sächsischen Geithain zerkratzten Neonazis das Auto der CDU-Bürgermeisterin. Aufschrei? Fehlanzeige!“ So beklagte Michael Kraske im Cicero die Teilnahmslosigkeit der Öffentlichkeit angesichts rechter Gewalt. Dabei wirft die immerhin Jahre zurückliegende Untat an einer Nahtstelle des Weltgeschehens seiner Ansicht nach ein bezeichnendes Licht auf die Teilnahmslosigkeit der Medien, die dann doch lieber über so etwas wie die Blockupy-Ausschreitungen in Frankfurt mit 150 verletzten Polizisten berichteten. Doch nicht nur Kraske hat damit ein Problem, denn in der Wahrnehmung von linker und rechter Gewalt und den daraus gezogenen Folgerungen und Forderungen ist sich der intellektuelle Überbau der Republik ziemlich einig: Die Linken meinen es im Grunde gut, deshalb schaut man dort besser weg, die Rechten sind menschenfeindlich und gehören an den Pranger, wenn sie auch nur ein Streichholz auf den Boden schmeißen. Prototypisch kam dieses Denken bei einem Zeit-online-Artikel zum Ausdruck: Linksextreme wollten ja nur die gesellschaftlichen Werte radikal umverteilen und das sei, solange es gewaltfrei geschehe, nichts Schlimmes. Wir merken uns die Stichwörter linksextrem, gewaltfrei und Umverteilung. Das passt zusammen wie amüsieren, schmerzfrei und Enthauptung.

Samstag, 7. März 2015

Geklebte Illusion

Wie weiland in der DDR, einem anderen System, das zum Untergang verurteilt war, eilen wir weiter virtuell von Erfolg zu Erfolg. Wie es sich globalisiert gehört, ist der Niedergang aber inzwischen weltweit umfassend. Das konnte uns in dieser Woche wieder bewusst werden, als wir unter dem Stichwort „Gelebte Inklusion“ hörten, dass Finnland beim nächsten Eurovision Song Contest mit einer Gruppe Mongoloider und Autisten antreten wird. (Achherrjeh, mongoloid darf man ja nicht mehr sagen, sondern es heißt jetzt politisch korrekt Down Syndrom. Na, nun ist es eben passiert.) 36% der Abstimmenden, also mehr als ein Drittel, votierten entsprechend. Der ESC war zwar schon immer die Speerspitze des schlechten Geschmacks, aber wenigstens gab er uns ABBA und 40 Jahre später eine knackige Wurst. Diesmal ist es die vierköpfige Punkband PKN, die exakt eine Minute und 27 Sekunden durchhalten muss, bevor ihre Sozialarbeiter aus dem Orchestergraben springen und weiter ihre Fäden ziehen. Die Musikrichtung ist gut gewählt, denn beim Punk kann man nichts falschmachen, Ort und Art des Auftritts ist allerdings Ausdruck der verkommenen Methoden des Showbusiness und der moralischen Verwirrung des Publikums.

Samstag, 27. Dezember 2014

Der Kater vor dem Fest

Die Katzenräuber gehen um. Überall sind sie aktiv. Sie klauen die armen Tiere der Katzenmami sozusagen unter der Milchflasche weg, nur um den praktisch unstillbaren Bedarf von Tierversuchs-Chemiekonzernen oder der international operierenden Katzendecken-Mafia zu befriedigen. Die Medien und das Internet sind voll von Beweisen für diese Untaten. Unser solidarisches Entsetzen wäre groß und berechtigt - fiele da nicht ein Schatten des Zweifels auf die Glaubwürdigkeit aller Berichte: Noch nie ist ein solcher Katzenfänger auch gefangen worden. Wie ist das möglich, wo doch unsere Polizei vom bayerischen Steuersünder bis zum rumänischen Taschendieb durchaus den einen oder anderen Missetäter erwischt?

Samstag, 7. Dezember 2013

Kompetenz und Dekadenz

Nach einer Studie der FU Berlin können viele Jugendliche nicht zwischen Demokratie und Diktatur unterscheiden. Rund 40% von ihnen sehen kaum Unterschiede zwischen Nationalsozialismus, der DDR oder der Bundesrepublik und sogar die Hälfte der Befragten hält die alte Bundesrepublik von vor der Wiedervereinigung für ein undemokratisches System. Das ist zwar offensichtlicher Blödsinn, aber blöderweise anscheinend Bestandteil des Volksbewusstseins. Als verantwortlich dafür muss dann bei Kritikern gerne die Schule herhalten, doch die ist nur ein Teil des Problems und selbst die Summe der Teile beschreibt nur mangelhaft das Ausmaß des Dramas.

Samstag, 23. November 2013

Schuld und Schule


Mit jedem Jahrgang verbessern sich die Noten unserer Schüler. Ein Durchschnitt mit einer 1 vor dem Komma ist inzwischen beim Abitur eher die Regel als die Ausnahme. In Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der Abiturienten mit Bestnote 1,0 von 2007-2011 von 455 auf 1000 mehr als verdoppelt. Die schlechteste Abitur-Durchschnittsnote unter den Berliner Gymnasien war zuletzt 2,4. Und da redet Konrad Kustos immer vom Niedergang, wo doch statistisch alles besser zu werden scheint. Demgegenüber stehen immer neue Meldungen und Erfahrungen von unglaublichen Unvermögen moderner Schüler. Ein beispielhafter Dialog: „Was ist eigentlich Infrarot?" „Das is doch das, wo man in den Arm reingucken kann mit!" Nein, liebe Schülerin, das wäre wohl Röntgen gewesen. Und wie man hört, sieht die Realität so aus, dass Handwerker selbst Abiturienten nur notgedrungen als Lehrlinge akzeptieren, weil weder deren Können noch ihre Kenntnisse für viele Jobs ausreichen. Trauen wir also eher unserer Wahrnehmung als den Zahlen, steht hinter diesen Wundernoten ein komplexes System der Selbst- und Fremdtäuschung, steht „Chaos mit System“.

Samstag, 29. Dezember 2012

Zensur bei Ben Hur

Spätestens nach dem Massaker in Connecticut festigte sich der Eindruck, dass das kommende Jahr nur noch ein besseres werden könnte. Doch positives Denken ersetzt nicht ebensolches Handeln, und das positive Handeln im Niedergang ist schwierig, wenn die Strukturen der Gesellschaft dem entgegenstehen. Man nehme nur mal ein paar der Maßnahmen, die nach Connecticut ergriffen wurden, um zu erkennen, dass derzeit eher Weltverbesserer als Weltverbesserung angesagt sind. Der Fernsehsender Fox beispielsweise strich unmotiviert zwei Folgen von „Family Guy" und „American Dad!" aus dem Programm. Doch kann Selbstzensur aus Anlass einer Katastrophe alltägliches verantwortliches Denken ersetzen?

Samstag, 27. Oktober 2012

Austreten statt Ausreden

Quelle: toonpool.com
Beginnen wir heute mit einem so schönen wie richtigen Zitat. „Für Millionen Menschen sind die Aussichten auf einen Arbeitsplatz noch immer zu schlecht, die Kluft zwischen Armen und Reichen ist noch immer viel zu groß.“ Und weil’s so schön ist, noch eins drauf: „Ohne größere Gerechtigkeit und Gleichheit ist das Wachstum nicht nachhaltig.“ Der Kamm in der Suppe ist nur, wer das gesagt hat, nämlich Christine Lagarde die Direktorin des Internationalen Währungsfonds und Jim Yong Kim, seines Zeichens Weltbankpräsident und gelernter Arzt, also die beiden mächtigsten Vertreter der beiden mächtigsten Finanz-Institutionen, die dafür sorgen, das die Finanz- und Wirtschaftstrukturen der Welt so bleiben, wie sie sind. Dafür können wir uns also ungefähr so viel kaufen, wie demnächst für den Euro, nämlich gar nichts.

Samstag, 23. Juni 2012

Frustball total

Aus der Europameisterschaft der schönsten Nebensache der Welt wird mehr und mehr die Europameisterschaft der unschönen Nebensächlichkeiten der Welt. Fußballfunktionäre und Medien lassen keine Gelegenheit aus, sich zu profilieren, während die Spieler vordringlich Ihren Egotrip optimieren. Währenddessen feiern die Zuschauer eine Party nach der anderen, ohne so richtig verstehen zu wollen, was da auf dem Platz passiert. Kein Wunder, dass die Spiele eher spannend als schön sind, und dass das Fußballspiel hier mal wieder als lebendiges Beispiel für den umfassenden Niedergang herhalten muss.

Sonntag, 13. November 2011

Kunst verhunzt

Es gibt eine neue Fettecke! Die alte war ja schon 1986 einer putzenden Kulturbolschewistin zum Opfer gefallen. 40.000 Mark musste damals, als ein gesunder Menschenverstand fünf Kilo zum Kunstwerk deklarierte ranzige Butter entsorgt hatte, das Land Nordrhein-Westfalen in zweiter Instanz an den geistigen Erben der deutschen Nachkriegskunstinstanz, Joseph Heinrich Beuys, bezahlen.
Weil Künstler bekanntlich kreativ sind, ist die neue Ecke nun keine Ecke mehr und auch nicht aus Fett, sondern eine verkalkte Plastikwanne.