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Samstag, 15. Juni 2013

Armes Deutschland

Die gute Nachricht ist: Nur 5% der Deutschen fühlen sich laut einer EU-Studie arm. Die schlechte Nachricht lautet: 20% sind es. Nun gibt es Armutsdefinitionen reichlich, doch nach den Kriterien der EU bedeutet es, dass in Deutschland bei rund 16 Millionen Menschen „erhebliche materielle Entbehrungen" oder eine „sehr geringe Erwerbsbeteiligung", also Geldmangel, vorliegen. In der Zahl enthalten sind von Armut Bedrohte, deren Einkommen unter 952 Euro monatlich liegt – das sind allein 15,8% der Bürger eines immernoch reichen Landes. Auffällig auch, dass es Jüngeren eher schlechter geht, was sowohl eine Aussage über einen nach unten gerichteten sozialen Vektor ist als auch eine über den Sinn der Geburtenbeförderungspolitik. Fakt ist, dass Armut nicht nur ein Problem für die Menschen mit Arschkarte ist, sondern durch ihre Auswirkungen und besonders durch die Umstände, die sie möglich gemacht haben, ein Alarmsignal für das ganze Gemeinwesen.

Sonntag, 22. April 2012

Abgaben-Angeber


Deutschland boomt. Nicht nur ein Wachstum der Bevölkerung, steigende Investitionen in Zukunftstechnologien, mehr Deutsche unter Beschäftigung als jemals zuvor und zwei Billionen Euro Staatsverschuldung stehen in den Statistiken, sondern jetzt auch eine durch den Boom verursachte steigende Abgabenlast. Das klingt nicht sozial gerecht, also soll es von den Verantwortlichen nach bewährter Methode wegretouschiert werden. Dummerweise fällt das diesmal schwer, denn durch die Inflation sind gleichzeitig auch noch die Nettoreallöhne gesunken.

Sonntag, 8. April 2012

Oster Poster

Zu Ostern wird uns wieder ein Ei ins Nest gelegt: Wir kriegen eine „Demografiestrategie“. Die Nestbeschmutzer, die das planen, sitzen in der Regierung und streiten sich gerade, ob das Unternehmen mit oder ohne Demografiesteuer für die gesamte arbeitende Bevölkerung ab 25 Jahren einhergehen soll. Sicher können wir schon jetzt sein, dass, egal wie das ausgeht, es auf unsere Kosten sein wird.

Sonntag, 19. Februar 2012

Sakramente vor der Rente


Die Welt wird immer komplizierter, und die Wissenschaftler sollen uns helfen, sie zu verstehen. Soweit die Theorie. Die Praxis ist, dass Spezialisten sich gerne solange auf die Antwort konzentrieren, bis sie die Frage aus den Augen verloren haben. Das ist so eine Art Peter-Prinzip für das intellektuelle Genre. Ganz aktuell hat das Max-Planck-Institut, dem wir immerhin so segensreiche Erfindungen wie den MP3-Player verdanken, herausgefunden, dass die Menschen immer älter werden. Gratulation dazu. Leider meinten die Gelehrten im selben Atemzug, der Welt und ihren Politikern die Anweisung mitgeben zu müssen, das Renteneintrittsalter baldmöglichst auf 72 Jahre anzuheben. Wie bitte? Demografen maßen sich die Kompetenz an, eine komplexe sozialpolitische Frage mit dem Rechenschieber zu beantworten? Das ist Hybris in einer völlig neuen Dimension. Die Frage drängt sich auf, wer bei dieser Studie wohl die Drittmittel bezahlt hat?