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Samstag, 15. Juni 2013

Armes Deutschland

Die gute Nachricht ist: Nur 5% der Deutschen fühlen sich laut einer EU-Studie arm. Die schlechte Nachricht lautet: 20% sind es. Nun gibt es Armutsdefinitionen reichlich, doch nach den Kriterien der EU bedeutet es, dass in Deutschland bei rund 16 Millionen Menschen „erhebliche materielle Entbehrungen" oder eine „sehr geringe Erwerbsbeteiligung", also Geldmangel, vorliegen. In der Zahl enthalten sind von Armut Bedrohte, deren Einkommen unter 952 Euro monatlich liegt – das sind allein 15,8% der Bürger eines immernoch reichen Landes. Auffällig auch, dass es Jüngeren eher schlechter geht, was sowohl eine Aussage über einen nach unten gerichteten sozialen Vektor ist als auch eine über den Sinn der Geburtenbeförderungspolitik. Fakt ist, dass Armut nicht nur ein Problem für die Menschen mit Arschkarte ist, sondern durch ihre Auswirkungen und besonders durch die Umstände, die sie möglich gemacht haben, ein Alarmsignal für das ganze Gemeinwesen.

Samstag, 11. Mai 2013

Arbeitende Arme - Arme Arbeitende

Die Grünen, die mit ihrem Kumpel Gerhard Schröder einst die Minijobs eingeführt haben, wollen diese nun auf 100 Euro im Monat begrenzen. Nach der Logik des Systems müssen dann demnächst wohl die „kurzfristig Beschäftigten“, wie sie offiziell heißen, für ein Viertel des bisherigen Stundenlohns arbeiten. Okay, das ist Sarkasmus, aber der ist auch angebracht, angesichts der Tatsache, dass mit den Minijobs ein zweiter Arbeitsmarkt entstanden ist, der keineswegs wie behauptet, die Brücke zur Vollbeschäftigung schließen hilft, sondern basierend auf wirtschaftlicher Not, ein Heer von rund sieben Millionen Menschen mit Minilöhnen und maximaler Verfügbarkeit ermöglicht hat.