Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.
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Samstag, 6. Dezember 2014

Nachdenken statt Nahdenken

Zeichnung: http://artsfwd.org
„Sieh, das Gute liegt so nah“, meinte einst der gute Goethe, wobei wir ihm halbherzig recht geben wollen. Halbherzig deshalb, weil ein guter Gedanke tatsächlich etwas Gutes ist, aber keineswegs naheliegt. Politiker und Experten wollen uns zwar gerne weismachen, dass ihr Denken in geistigen Abkürzungen schneller zum Ziel führt, doch ist das scheinbar Naheliegende eher die Abkürzung ins intellektuelle Nirwana. „Lieber einmal in der Woche freiwillig Spinat mit Ei als jahrelang unfreiwillige Überwachung durch die NSA“, folgerte beispielsweise einst die Spitzenkandidaten der Grünen in ihrem Wahlkampf und wollte damit irgendeinen verschwurbelten Zusammenhang zwischen Veggie-Day und Anti-Unterdrückungspolitik herstellen. „Frauen schonen die Umwelt“, ermittelte allen Ernstes die Universität Halle, weil diese weniger klimaschädliches Fleisch zu sich nähmen. Dass es zwischen Männern und Frauen Stoffwechselunterschiede und andere Besonderheiten (etwa Schwerstarbeit) geben könnte, fiel dabei nicht ins Kalkül. Die Crux unserer Zeit ist es, dass komplexe Zusammenhänge auf ein paar griffige Parolen reduziert werden, und das geschieht leider nicht nur bei den vorauseilenden Verlautbarungen, sondern auch in der täglichen Praxis.

Samstag, 13. September 2014

Verbotsmarathon

Bildquelle: www.silbenton.de
Am kommenden Donnerstag ab sechs Uhr wird zurückgeblitzt. Dann wird Bundesdeutschland unter einer vierundzwanzigstündigen Polizeioffensive erzittern, die auch schon vor einem Jahr Hunderttausende von unmündigen und vorsätzlichen Rasern erfolgreich kriminalisiert hat. Allein in Berlin wurden beim ersten „Blitzmarathon“ 90.000 Fahrzeuge an 254 Kontrollstellen kontrolliert. Wenn das kein Erfolg eines sich konstituierenden Polizeistaats ist… Im Berlin hatten die „Berlinerinnen und Berliner“, wie es im treudoofen politisch korrekten Zweiklassendeutsch beim Abdruck der Polizeimeldung in den Zeitungen heißt, diesmal auch noch die vorzügliche Möglichkeit, institutionelle Blockwartfunktion zu übernehmen und die Mitbürger vorauseilend pauschal zu denunzieren: Jeder Interessierte konnte der Polizei über ein Online-Formular Straßen nennen, in denen es zur Geschwindigkeitsüberwachung kommen soll. Wie beim ESC oder vielleicht auch nach Lust, Laune oder gar Sachverstand wurden dann die „Sieger“ ermittelt, und es kann nun auch auf Ihrer Strecke zur Arbeit mitgeblitzt werden.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Nach-Gedacht: Grüne Gründerzeit

Soeben faszinierte uns der grüne Europa-Abgeordnete Michael Cramer mit seinem Vorschlag, die Belieferung der Millionenstadt Berlin weitestgehend Rikschafahrern zu überlassen. Als Belohnung für diese intellektuelle Großtat hat Europas Elite ihn nun zum Vorsitzenden des Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments gewählt. Wenn das nicht ein neuer Beleg für das Paul-Prinzip ist, nach dem jeder in der Hierarchie nur steigen kann, wenn er seine Inkompetenz hinreichend nachgewiesen hat. Cramer schreibt bei Facebook: „Ich freue mich auf die neuen Aufgaben und Herausforderungen, die mich in Zukunft erwarten.“ Diese Freude ist ganz seinerseits. Doch dass die Grünen nicht nur einen Kasper haben, sondern ein ganzes Kasperletheater sind, zeigt zeitnah ein youtube-Spot grüner Europa-Abgeordneter, der jeden, der ihn gesehen hat, fassungslos zurücklässt. Besonders Terry (rechts) ist die Inkarnation des Fremdschämens. Schon als normaler Bürger wäre Terry ein Schlag ins Gesicht der gesamten Menschheit, aber solche Leute dürfen nun über unser Schicksal mitbestimmen. Tun wir also, was uns noch bleibt: Lachen wir! Dabei hilft vielleicht auch eine Version des Auftritts aus kabarettistischer Sicht.

Samstag, 7. Juni 2014

Grüne Gründerzeit

Wenn eine Eigenschaft das Christentum durch die Jahrhunderte seiner Existenz begleitet hat, dann ist es die Lustfeindlichkeit. Was Spaß macht, ist gottlos, es sei denn, es dient der Fortpflanzung. Aufbauend auf dieser kulturellen Prägung sind die Grünen nahtlos an die Stelle altmodisch gewordener Heilsversprechungen getreten. Autofahren, Süßigkeiten, Rauchen im Biergarten und Ponykarussells auf Jahrmärkten - es gibt kaum ein Verbot, das Grünenpolitikern nicht einfiele, um unser Leben im Interesse der von ihnen definierten „gerechten Sache“ zwar ärmer, aber dafür noch gerechter zu machen. Es soll allerdings nicht geleugnet werden, dass Konrad Kustos mit einigen dieser Verbotsbestrebungen durchaus sympathisiert, beispielsweise hinsichtlich verkaufsoffener Sonntage und der Umweltverschmutzung durch unentgeltlich ausgegebene Plastiktüten. Und manchmal versuchen sich die Grünen sogar an konstruktiven Vorschlägen - doch wie unsicher man auf dieser terra incognita agiert, zeigt das Beispiel des Europa-Grünen Michael Cramer, der die Güterversorgung von Großstädten jetzt auf Lasträder umstellen will. Oder ist alles genau so beabsichtigt...?

Samstag, 10. Mai 2014

Grün-der-Wahn

"Grüne Prokrustes-Couch"
Nach den Plänen eines grünen Bezirksstadtrats sollte im kommenden Jahr in Berlin ein ganzer Innenstadtteil zugunsten eines „Eco-Mobility-Festivals“ für einen ganzen Monat von jeglichem fahrenden oder stehenden Kraftfahrzeugverkehr befreit werden. Wenige Tage danach hat sein Bürgermeister im Einvernehmen mit anderen Stadträten aller Couleur die grüne Allmachtfantasie vorerst gestoppt. Doch das Szenario war beeindruckend: 20.000 Anwohner hätten dann täglich einen Weg von teilweise mehr als einem Kilometer bis zur U-Bahn, 3500 Autos dürften nicht nur nicht fahren, sondern müssten anderswo abgestellt werden. Das hier zum Glück noch zahlreich ansässige Gewerbe könnte nicht mehr beliefert werden, und Kunden blieben fern. Aber es wäre natürlich ein vernichtender Schlag gegen den weltweit dräuenden Klimawandel. Wundert es uns, dass dieses Vorhaben vor seinem schmählichen Ende in der Planung schon weit gediehen war und Unsummen verschlungen hatte, aber weder im Bezirk noch im Senat oder gar bei den Bürgern bekannt war? Das Ganze ist auch nicht nur ein Ausrutscher eines durchgeknallten Politikers, sondern ein vorerst gescheiterter Zwischenschritt auf dem Weg zur grünen Umgestaltung der Demokratie in ein weltfernes Bevormundungssystem.

Samstag, 18. Mai 2013

Schlau gedacht, Stau gemacht

Parkplätze werden verboten, Fahrspuren werden „rückgebaut“ und landesweit nicht nachvollziehbare Langsamfahrzonen werden geschaffen – der Autofahrer hat es nicht leicht. Nun mag ihn manches Unbill auch zu recht treffen, denn er ist nicht alleine auf der Welt, und Platz, auf dem Verkehr verkehren kann, nicht unbegrenzt vorhanden. Dennoch ist die Verkehrspolitik seit langem ein Schaufenster, in dem sich kaum gebremste ideologische Weltverbessererattitüde präsentiert. Es blieb aber der Hauptstadt des Landes Brandenburg vorbehalten, den Boden jeder nachvollziehbaren Sinnhaftigkeit zu verlassen: Potsdam also schaltet inzwischen an seinen Grenzen Ampeln auf kürzere Grünphasen und erzeugt bewusst kilometerlange Staus, um den Verkehr innerhalb der Landeshauptstadt selbst zu reduzieren. Das ist ungefähr so, als wenn sich jemand die Venen aufschneidet, um seinen Blutdruck zu senken.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Beobachtungen 11

Das Ampelmännchen gilt als Symbol für forsches Voranschreiten, jedenfalls das männliche, das grüne Exemplar. Dennoch kann eine Verkehrsampel ein prima Exempel für Immobilität sein. Oder auch für Paradoxien im Leben, etwa wenn Radfahrer mit derselben Verlässlichkeit über rote Ampeln sausen, wie es regnet, wenn man den Regenschirm vergessen hat - aber das nur nebenbei. Hier geht es um ein Erlebnis an der Kreuzung der Friedrichstraße mit der Mittelstraße in Berlin-Mitte, wo derzeit Studien zu treiben sind, wie Menschen ihre kostbare Individualität der Unterordnung unterordnen. Man lernt daraus, dass die Wahrheit auch im Bezirk Mitte nicht in den Extremen von Richtig und Falsch, sondern irgendwo in der Mitte liegt.

Sonntag, 15. April 2012

Statistik im Stau

Verkehrsminister Ramsauer macht sich gerne mit unmodernen Positionen unbeliebt, was ihn bei Konrad Kustos geradezu beliebt macht. Leute, die gegen den Mainstream-Verkehr fahren, sollten schon wegen dieser „bewusstseinserweiternden“ Funktion von uns Skeptikern ein paar Ampeln auf Grün geschaltet bekommen – selbst wenn sie bei ihrer Fahrt auch mal in Sackgassen landen können. Diesmal ist sein Versuch zu loben, der Verkehrssicherheit nicht weiter mit der populären Verbots- und Verregelungspraxis, sondern mit derzeit so unpopulären wie umso notwendigeren Themen, beispielsweise einem „Appell an Verstand und Verantwortungsbewusstsein“, zu dienen. Hintergrund des ganzen ist die diesjährige Zunahme von Verkehrsunfällen mit Personenschaden, die von Statistikern des Niedergangs zu Horrorszenarien aufgeblasen wurde und auf eine weitere Demontage von Freiheit zielt.

Sonntag, 1. April 2012

Verkehr(te)s Recht

Welcher Autofahrer unter Euch hat schon mal ein Temposchild übersehen und ist dann (nach Maßgabe dieses Schildes) deutlich zu schnell gefahren? Wen hat dabei sogar die Radarfalle geblitzt? Euch alle? Dann habt Ihr noch mal Glück gehabt, denn Ihr seid knapp an einem Gerichtsverfahren vorbeigeschrammt, Ihr seid auch nicht vorbestraft und schon gar nicht im Gefängnis. Das wird aber demnächst anders sein, wenn Ihr Prof. Dr. Gerrit Manssen und die ihn stützende proto-totalitäre Gutmenschen-Mentalität nicht stoppt, die aus den ehrenwertesten Gründen an die Substanz der freiheitlichen Gesellschaft geht. „Gefängnis für Raser“ ist sein Credo, und damit schüttet er das Kind mit dem Bade aus. Natürlich will nicht nur er nicht leichtfertig Tote und Verletzte im Straßenverkehr riskieren, aber seine Vorschläge sind so ehrenwert wie ein Ehrenmord.

Sonntag, 25. März 2012

Regeln in der Radarfalle

In den USA gibt es einen neuen Trend: das hektisch blinkende Stoppschild an unbedeutenden Kreuzungen. Diese visuelle Umweltverschmutzung beginnt bei jedem anfahrenden Auto sein nervendes Tun und das pro Auto gleich viermal (rechts, links, oben, unten). Das ist natürlich gut gemeint, aber es entspringt einem nicht nur in Amerika wuchernden, als Sicherheitsdenken getarnten Regelwahn. Kybernetisch gesehen bewirkt es das Gegenteil des Proklamierten, denn alle anderen, noch nicht blinkenden oder heulenden Stoppschilder werden dadurch in der Wahrnehmung der Autofahrer auto-matisch an Bedeutung verlieren. Auf der Metaebene schließlich bedeutet das umsichgreifende Regulieren um jeden Preis aber auch einen elementaren Verlust von Freiheit.