Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.
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Samstag, 8. November 2014

Rechts-Empfindung

Bei Demonstrationen umgekippte Polizeiautos haben in Deutschland eine lange Tradition. Zu diesen schamgebietenden Routinen gehören auch brennende Autos, verletzte Polizisten, Barrikaden, Sprengkörper und dergleichen. So etwas wurde aber bisher aus Gründen gewohnheitsmäßiger Übersättigung in den Nachrichten meist als Event irgendwo zwischen Vulkanausbruch und Lottozahlen gemeldet. Politisch ist diese Gewalt schon lange kein Thema mehr, denn sie ist fast immer links und deshalb in der Bundesrepublik seit der Studentenbewegung traditionell ein Kavaliersdelikt. Nun aber wurde in Köln ein weiteres Mal ein Bully umgekippt, und dieser eine Vorfall im Rahmen der sogenannten Hooligan-Demo musste in der medialen Endlosschleife immer und immer wieder dafür herhalten zu suggerieren, dass die rechte Machtergreifung kurz vor der Tür steht. Wäre in Köln wirklich relevant Schlimmes passiert, hätte man uns das sicher nicht vorenthalten, doch der Mainstream und sein willfähriger Journalismus nimmt, was er hat, um sein virtuelles Bild der Welt zu festigen. Er erkennt aber auch alarmiert, dass die Vorgänge in Köln, so harmlos sie auch gewesen sein mögen, für einen dramatischen Paradigmenwechsel in der Geschichte des Niedergangs stehen.

Sonntag, 1. Januar 2012

Alter-Ego

Die Kinder haben’s schwer, heißt es. In der Tat können sie sich körperlich gegen die Großen nicht durchsetzen. Das ist natürlich gemein, und deshalb wetteifert alle Welt, diese Ungerechtigkeit durch Bevorzugung an anderer Stelle auszugleichen. Deshalb gestehen wir den Kurzen auch manchmal Dinge zu, für die ein Erwachsener in Handschellen abgeführt werden könnte. So ist jemand, der sich im Restaurant dagegen verwahrt, dass fremde Kinder von seinem Teller essen, in der öffentlichen Wahrnehmung ein halber Faschist. Und weil in einer exzessiven Toleranzgesellschaft noch nicht freiheitsfähige Lebewesen mehr oder weniger alles dürfen und parallel dazu ‚Erziehung’ immer mehr ein Synonym für ‚Repressalie’ wird, entstehen daraus soviele Probleme, dass sich mit denen locker der Blog für die nächsten 52 Wochen füllen ließe. Ein andermal vielleicht, denn heute geht es ausgelassen zum Jahreswechsel mal in einer ganz und gar nicht ausgewogenen Polemik um das exakte Gegenteil: Wer schützt eigentlich die Alten, die mit dem Tempo nicht mehr mitkommen?