Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.
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Samstag, 26. November 2016

kurz-geklagt: Senklot Augstein


Wie der kleine Jakob den Faschismus versteht

Wie tief kann man sinken? Als Mensch, als Journalist? Wer dazu eine gewisse Vorstellung erworben hat, kann durch Jakob Augstein lernen, dass es immer noch ein Darunter gibt. Wie bei einem Senklot mit sehr langer Schnur geht es bei dem Freitag-Herausgeber, Spiegel-Autor und Namenserbe eines berühmten Nichtvaters in Tiefen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Nach Jahren antisemitischer Propaganda (Broder: „antisemitische Dreckschleuder“), Gerichtsverfahren gegen die eigene Belegschaft und regelmäßiger Hassbotschaften u.a. über seine Spiegel-online-Kolumne im Stürmer-Stil hat er nun mit einer so persönlichen wie katastrophalen Faschismus-Definition noch einen drauf gesetzt.

Samstag, 29. Oktober 2016

Kustos kopiert: Alle gegen Trump

Quelle:www.tomicek.de
Wir haben von den Medien ja schon so einiges erlebt: Pegida, AfD, Migrantismus, PoCo, Genderismus und artverwandte Wirklichkeitsfälschung, aber nirgends bekommt man die Verrohung des Journalismus derart in Reinkultur vorgeführt, wie bei der Demontage des Donald Trump. Ein Wettrennen um Verzerrungen und Geschmacklosigkeiten. Man denke nur an die Tomicek-Karikatur eines hässlichen Trump von vorne, der im Profil eine Klopapierrolle darstellt. Das ist es, was es ist: Fäkaljournalismus. Dabei erfährt der Leser so gut wie nie, was Trump wirklich sagt und was er will. Das Schlimmste an der Ignoranz der Medien ist deren Grundhaltung, sich lustvoll zügellosem Hass hinzugeben. Der Vordenker des Cicero, Alexander Kissler, hat sich kürzlich mit diesem Phänomen auseinandergesetzt und ist dabei zu erstaunlichen Erkenntnissen über eine gesteuerte Emotion zugunsten des persönlichen psychologischen Vorteils gekommen.

Samstag, 24. September 2016

Wahn-Alarm

Karikatur: www.tomicek.de 
Warum die AfD-Wahlsieger das Feindbild sind
Das ist nicht neu: Wie schön und einfach könnte die Welt ohne all ihre Irren sein. Eine Aussage, die weder durch den Fortschritt noch durch die Aufklärung an Bedeutung verloren hat. Immerhin, eine Welt ohne Irre wäre auch ziemlich unterbevölkert und ein bisschen langweilig - und die Menschen haben immerhin gelernt, das Beste daraus zu machen. Zum Glück fiel auch nur sehr selten die Welt oder einer ihrer Kulturkreise einem Wahn kollektiv anheim, wobei der Nationalsozialismus und die Kreuzzüge schreckliche Beispiele für eine solche kollektive Potenzierung des täglichen Irrsinns sind. Wir kommen nun nicht umhin zu konstatieren, dass die Welt erneut eine solche Zuspitzung erlebt. Während in den kulturell und ökonomisch eher minderbemittelten Regionen der Islam an niedere Instinkte appellierend zunehmend Konflikte schürt, verliert, wie hier kürzlich schon in anderem Zusammenhang ausgeführt, der sogenannte entwickelte Westen den Kontakt zur Realität. Wenn aber Kooperation, friedlicher Wettbewerb und freies Denken sich als Grundpfeiler der sozialen Evolution und eines erfolgreichen Miteinanders erwiesen haben, kann der Wahn als virtuelle Gegenposition nicht nur Konflikte säen und Hass predigen, sondern wird er auch den Niedergang forcieren. Wie unter einem Mikroskop hat in Deutschland der Umgang mit der AfD diesen aggressiven, kontraproduktiven Realitätsverlust nachgewiesen.

Samstag, 27. Februar 2016

Die Einfalt der Gewalt

Gegengewalt darf nicht die Falschen treffen

Gewalt an sich braucht keinen moralischen Vektor. Im Gegensatz zu Gut und Böse, rechts und links, fortschrittlich und konservativ, deutsch und nichtdeutsch, Freund und Feind bedarf es keiner Wertung, um in einer zivilisierten Gesellschaft Gewalt als negativ und unerwünscht einzuordnen. Schon anders sieht es mit der Gegengewalt aus, also der zur individuellen wie territorialen Verteidigung ausgeübten oder der, die dem Staat zur Aufrechterhaltung der Ordnung zusteht. Wäre unsere Gesellschaft wirklich zivilisiert, würde sich wohl auch diese Gegengewalt minimieren. Wie steht es nun aber mit einer Staatsführung, die durch ihre Flüchtlingspolitik mehr oder weniger formal legal Verhältnisse schafft, die zu zusätzlicher massiver Gewalt führen müssen? Sie übt eine negative institutionelle Gewalt aus - und diese Gewalt hat sehr wohl einen Vektor, und geht mit Sicherheit nicht mehr vom Volke aus. Auf dieser Meta-Ebene ist es dann auch völlig unerheblich, von wem dann die konkrete verbale, nonverbale und als „Ultima Ratio“ die physische Gewalt letztlich ausgeht. Flüchtlinge, Bürger oder radikale Wirrköpfe - sie alle sind dann Opfer einer katastrophalen politischen Weichenstellung. Die wahre Parole heißt dann: „Die schaffen uns.“

Samstag, 6. Februar 2016

Schießbefehl auf AfD

Bildquelle: Toonpool.com
Die AfD hat es getan. Sie hat darüber geredet, was passiert, wenn die deutsche Führung sich dazu entschließen könnte, die Grenzen gegen die Flüchtlingsflut dicht zu machen. Das geht natürlich gar nicht. „AfD löst bundesweit Empörung aus“ soll es in dicken Lettern der Titelseiten den Menschen beim Verstehen helfen, und man fragt sich: Bei wem eigentlich löst es das aus? Die Empörung ist groß bei den Parteien und bei den für sie schreibenden Journalisten. Sie ist vielleicht auch groß bei den vielen Menschen, denen fremde wohlstandsbegehrende Flüchtlinge näherstehen als die eigenen Nachbarn. Also beispielsweise bei gutmenschelnden Lehrern, die ihren unmündigen Schülern am liebsten noch vor dem Lesen und Schreiben beibringen, Plakate gegen die neue „Gefahr von Rechts“ zu malen. Es dürfte allerdings kein Schuss ins Blaue sein, wenn man vermutet, dass die „Empörung“ hauptsächlich, durch den aus Umfragen zu ersehenden permanenten Bedeutungsgewinn der AfD (jetzt: 12%) genährt wird. Nichtsdestotrotz: So richtig geschickt war die Strategie der einzigen Opposition wirklich nicht.

Samstag, 16. Januar 2016

Deutschland unter dem Schleier

"Lügenkorrektur im Affentempo"
© 2016 Junge Freiheit
Die Vertuschungspolitik der Machthaber
Die Entscheidung kam den populistischen Linken, egal ob bei der Antifa oder in Teilen der CDU zur rechten Zeit: „Gutmensch“ ist also das Unwort des Jahres. Ausgerechnet dieser wunderbar präzise Begriff, der die psychologische Seite der Hintergründe der gegenwärtigen Katastrophe so treffend und anschaulich beschreibt. Begrifflichkeiten sind aber wie die Kontrolle über die Information ein Teil der Macht, und da lässt das System nichts anbrennen. Wie in jeder ordentlichen Diktatur das Verschleiern der Wirklichkeit zur Kunstform gemacht wird, wird nun auch in unserer Übergangsgesellschaft der Schleier entrechteter Frauen bald zur Wirklichkeit gehören. Zu dieser Schleiertechnik haben wir nach den Vorfällen von Köln etliche Anschauungsbeispiele erhalten, von denen einige im Vergleich die Aktuelle Kamera des DDR-Regimes geradezu so wahrhaftig und unbestechlich wirken ließ wie eine Ziehung der Lottozahlen.

Samstag, 10. Oktober 2015

Mit Phrasen auf Flucht-Kurs

Grafik: C.Pontenagel
Hass ist ein Gefühl, das aus der Mischung eigener Hilflosigkeit und dem Bruch von Spielregeln durch andere entsteht. So sind die Verantwortlichen für Hass eigentlich die, die andere durch ihr Fehlverhalten in eine emotionale Situation bringen, in der sie Äußerstes fühlen. Wenn die Bundesregierung mit ihrer Flüchtlingspolitik entgegen jeder Vernunft soziale und ökonomische Verhältnisse herstellt, die für fast alle Beteiligten eine mittelfristig objektiv und oftmals dramatisch schlechtere Lebensqualität bedeuten, erwächst bei denen, die die Veränderungen im Lande am eigenen Leibe wahrnehmen oder diese antizipieren, zuerst die Sorge, dann die Angst und schließlich, in der Tat, Hass. Doch die Schuld liegt bei denen, die diese Situation erzeugen. Kein Wunder, dass sie keinen schmutzigen Trick auslassen, um ihre Taten im Licht der Moral und der Vernunft erscheinen zu lassen.

Samstag, 27. Juni 2015

Brutal egal

„Im sächsischen Geithain zerkratzten Neonazis das Auto der CDU-Bürgermeisterin. Aufschrei? Fehlanzeige!“ So beklagte Michael Kraske im Cicero die Teilnahmslosigkeit der Öffentlichkeit angesichts rechter Gewalt. Dabei wirft die immerhin Jahre zurückliegende Untat an einer Nahtstelle des Weltgeschehens seiner Ansicht nach ein bezeichnendes Licht auf die Teilnahmslosigkeit der Medien, die dann doch lieber über so etwas wie die Blockupy-Ausschreitungen in Frankfurt mit 150 verletzten Polizisten berichteten. Doch nicht nur Kraske hat damit ein Problem, denn in der Wahrnehmung von linker und rechter Gewalt und den daraus gezogenen Folgerungen und Forderungen ist sich der intellektuelle Überbau der Republik ziemlich einig: Die Linken meinen es im Grunde gut, deshalb schaut man dort besser weg, die Rechten sind menschenfeindlich und gehören an den Pranger, wenn sie auch nur ein Streichholz auf den Boden schmeißen. Prototypisch kam dieses Denken bei einem Zeit-online-Artikel zum Ausdruck: Linksextreme wollten ja nur die gesellschaftlichen Werte radikal umverteilen und das sei, solange es gewaltfrei geschehe, nichts Schlimmes. Wir merken uns die Stichwörter linksextrem, gewaltfrei und Umverteilung. Das passt zusammen wie amüsieren, schmerzfrei und Enthauptung.

Samstag, 23. Mai 2015

Baschar-Bashing

Quelle: www.talkhandak.com
Wie man’s macht ist falsch. Da mussten wir uns jahrelang in einer einseitigen Gräuelpropaganda der Konsens-Medien anhören, dass Syriens Staatspräsident Baschar al-Assad sein armes Volk, das doch nur nach Frieden, Freiheit und Frühling trachtete, dahinschlachte und sowieso an allem schuld sei. Zwischentöne, etwa dass er nicht gegen das Volk, sondern gegen Rebellen zweifelhafter Gesinnung kämpfte, waren so wenig gefragt wie Gegenpositionen. Ganz heimlich und unkommentiert verschwand dann das Baschar-Bashing in dem Maße, wie der IS seinen Siegeszug antrat. Nun aber, wo jener IS Palmyra, also ein Kulturerbe der Menschheit, eingenommen hat und dessen Vernichtung droht, wird Assad wieder gebraucht. Einerseits als militärisches Schutzschild, vor allem aber als Generalsschuldiger: Nicht eine Bewegung von mörderischem Wahn befallener Moslems, nicht die Destabilisierungspolitik des Westens, nein, der böse Kinderfresser Assad ist schuld. Jedenfalls wenn man dem (ewig-)gestrigen Leitartikel der Welt glaubt.

Samstag, 18. April 2015

Hintern-Horizont

Wie soll man diese Geschichte angesichts der vielen möglichen Blickwinkel erzählen? Die russische Staatlichkeit ist jedenfalls empört. Die deutschen Medien sind dadurch in ihrem pawlowschen Reflex noch viel empörter. Und Konrad Kustos meint, dieser ganze Empörungsmix ist nur der Ausdruck einer empörenden Normalität. Die Fakten: In einer russischen Tanzschule haben Mädchen einen sogenannten Bienentanz aufgeführt, bei dem sie dem Publikum während der Darbietung ihre Ärsche mehr oder weniger derb ins Gesicht geschoben haben. Die Staatsanwaltschaft und der Kinderschutzbeauftragte unterbanden dies wegen „obszöner Gesten“ und der Beteiligung Minderjähriger. Die Deutsche Presseagentur sah das als willkommene Gelegenheit, daraus eine neue Skandalgeschichte aus Putins dunklem Imperium zu schnitzen. Für Konrad Kustos, für den diese Mechanismen mittlerweile leidvoll zum Alltag gehören, ist der eigentliche Skandal die schmerzliche Dauer von geschlagenen sechs Minuten und 34 Sekunden einer peinlichen Nichtigkeit, die es im Internet innerhalb von zwei Tagen zu mehr als vier Millionen Klicks gebracht hat. (Wer den Link jetzt anklickt: Es passiert wirklich bis zum Schluss nichts neues, man kann ohne Verluste spätestens nach einer Minute die Pein wieder abstellen.)

Samstag, 7. März 2015

Geklebte Illusion

Wie weiland in der DDR, einem anderen System, das zum Untergang verurteilt war, eilen wir weiter virtuell von Erfolg zu Erfolg. Wie es sich globalisiert gehört, ist der Niedergang aber inzwischen weltweit umfassend. Das konnte uns in dieser Woche wieder bewusst werden, als wir unter dem Stichwort „Gelebte Inklusion“ hörten, dass Finnland beim nächsten Eurovision Song Contest mit einer Gruppe Mongoloider und Autisten antreten wird. (Achherrjeh, mongoloid darf man ja nicht mehr sagen, sondern es heißt jetzt politisch korrekt Down Syndrom. Na, nun ist es eben passiert.) 36% der Abstimmenden, also mehr als ein Drittel, votierten entsprechend. Der ESC war zwar schon immer die Speerspitze des schlechten Geschmacks, aber wenigstens gab er uns ABBA und 40 Jahre später eine knackige Wurst. Diesmal ist es die vierköpfige Punkband PKN, die exakt eine Minute und 27 Sekunden durchhalten muss, bevor ihre Sozialarbeiter aus dem Orchestergraben springen und weiter ihre Fäden ziehen. Die Musikrichtung ist gut gewählt, denn beim Punk kann man nichts falschmachen, Ort und Art des Auftritts ist allerdings Ausdruck der verkommenen Methoden des Showbusiness und der moralischen Verwirrung des Publikums.

Samstag, 7. Februar 2015

Von Mann-haften Wissenschaften

Alles Bio…
Quelle: wiedenroth.wordpress.com
Bisweilen scheint Wissenschaft sich zu dem zurückzuentwickeln, was sie einmal war, nämlich eine Unterdisziplin von Religion und Esoterik. Denken wir nur an die peinliche „wissenschaftliche“ Suche vom Astrophysiker und Mediendarling Stephen Hawking nach wahlweise Gott oder Außerirdischen. Oder an das Lesen im Quanten-Kaffeesatz der drei ersten Sekunden des Urknalls. Geschenkt. Jedem Tierchen sein Plaisierchen - selbst wenn es Steuergelder kostet - denn Fortschritt erwächst aus der Vielfalt der Möglichkeiten, also auch der absurden. Leider unternimmt es die Wissenschaft nun immer mehr selbst, Vielfalt einzuschränken, nämlich dort, wo sie sich in den Dienst des Dogmatismus stellt oder ihn gar vorantreibt. Man denke nur an das Phantom der menschgemachten Klimaerwärmung oder der angeblichen Notwendigkeit von Bevölkerungswachstum . Solche Wissenschaftler stehen entweder direkt oder indirekt auf der Lohnliste der globalen Ausbeutung oder sie sind Teil der gesellschaftlichen Desorientierung durch den Niedergang. Manchmal aber können sie auch nicht für das, was aus ihren Studien erwächst, weil diese bewusst missinterpretiert werden.

Samstag, 10. Januar 2015

Medien-Tragödien

Bildquelle: boilingfrogspost.com
Für die modernen Medien bedarf es keiner staatlichen Gleichschaltung mehr, wie es bei Hitler und allen andern undemokratischen Regimes traditionell üblich war. Im vorauseilenden Gehorsam wird heute die offizielle Meinung freiwillig zur öffentlichen Meinung virtualisiert. Der Berliner Tagesspiegel und sein Mann fürs Grobe, Albrecht Meier, erklären in der aktuellen Flüchtlingsfrage in einem Kommentar die Welt beispielsweise so:Rechtspopulisten prägen in Europa immer mehr die Agenda von Parteien der bürgerlichen Mitte. Sie schüren Angst vor Einwanderung - gerade angesichts der absehbaren Ankunft weiterer Flüchtlinge eine fatale Entwicklung…“ Diese Mitte lasse sich geradezu „die Agenda diktieren“. So etwas nennt man Realitätsverlust. Und den hat Herr Meier nicht exklusiv.

Samstag, 3. Januar 2015

Gutvernetzte Volksverhetze

Bildquelle: pravda-tv.com
Als allererstes steht hier ein locker zu leistender Kotau vor der veröffentlichten Meinung: Tatsächlich müssen wir alles Mögliche für jene Menschen tun, die in fremden Ländern akut und unverschuldet in eine existenzbedrohende Situation und deshalb zu uns gekommen sind, also für viele jener Flüchtlinge, die gerade Deutschland überschwemmen. Das ist trotz aller Vorbehalte ein Essential in der Argumentation, weil es gilt, einem moralischen und intellektuellen Anspruch zu genügen sowie wegen des kybernetischen Primats, eben in jeder Sache zu differenzieren. Ebenso darf der Kotau leider nicht fehlen, weil es notwendig geworden ist, sich gegenüber den Unterstellungen der Vereinfacher abzusichern, damit die Argumente nicht als unerhört verteufelt werden und dann ungehört verhallen. Dennoch bleibt es argumentativ eine leichte Übung, den Medien, welche in dieser Sache in punkto Einseitigkeit und Manipulation besonders hervortreten, mit Fakten und Wahrhaftigkeit die Stirn zu bieten, denn schließlich bedeutet der entschiedene Eingangssatz zugunsten von Flüchtlingen doch keineswegs, sich für selbstverschuldete oder nicht in ihrer Existenz bedrohte oder das hiesige Sozialsystem ausnutzenwollende Einwanderer einzusetzen. Und er impliziert vor allem, dass die zu gewährende Hilfe von der Gesellschaft auch zu verkraften sein muss.

Samstag, 20. September 2014

AL(le)S im Eimer

http://www.alsa.org
Wenn plötzlich Unmengen von Leuten Eis-Eimer ausschütten, liegt es nahe, einen weiteren heldenhaften und wie gewohnt zielführenden Beitrag gegen die Klimaerwärmung zu vermuten. Weit gefehlt: Die virtuelle Gesellschaft hat einen neuen Spielplatz gefunden und ergötzt sich medienwirksam in der „Ice Bucket Challenge“, an der eigenen Originalität und einer aufgesetzten Hilfsbereitschaft. Challenge heißt Herausforderung, aber was für eine Herausforderung ist das eigentlich, wenn man sich im Sommer/Herbst einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf gießt? Früher haben wir das eine kalte Dusche genannt, und man hat dafür im Sommerbad sogar angestanden. Doch im Gegensatz zu seinem Vorläufer, der „Cold Water Challenge", bei der sich meistens Feuerwehrleute, wahrscheinlich während der Dienstzeit, eine kollektive Erfrischung verschafften oder sich Kegelbrüder im  Versuch, witzig zu sein, schweres landwirtschaftliches Gerät auf den Kopf fallen ließen, wird hier auch Geld zu einem guten Zweck gesammelt, nämlich für die Unterstützung des Kampfes gegen die Muskelkrankheit ALS. Ende gut, alles gut? Mitnichten, denn die Aktion zeigt in all ihren Spielformen ein Erstarken von Niedergangsprozessen, bei denen es einem eiskalt wird.

Montag, 12. Mai 2014

kurz-geklagt: Die zwei Seiten der Wurst


Heute geht es um die Wurst, ach nein, den Wurst. Da hat ein „Travestiekünstler“ diesen unsäglichen, aber dank seichtspülender Medien populären ESC (Eurovision Song Contest) gewonnen. Normalerweise wäre das für den meist wertkonservativen Konrad Kustos ein Anlass gewesen, gegen die Dekadenz des Niedergangs zu wettern. Doch siehe da, es kommt ganz anders. Er hörte bei allem Getöse den Geist der Innovation durchklingen. Die Dekadenz lag dann eher bei der Begleitmusik und betraf die Jubelchöre, die Propaganda beim schlichteren Teil des Volkes initiieren kann. Schlussakkorde in Moll müssen befürchtet werden.

Samstag, 12. April 2014

Enorm konform

Wenn über Kanzlerin Merkel auf Seite eins einer angesehenen Zeitung berichtet wird, sie wolle einen Streit „versachlichen“, weil es in der eigenen Partei „immer schrillere Töne“ gebe, ist das keine politische Information, sondern ein Hinweis auf den Zustand unserer Medien. Ein Artikel, der in seiner Machart nicht als Einzelfall, sondern als Teil des Mainstreams schrill und unsachlich wertet, zeigt, dass der Wertekanon der Presse in eine Krise geraten ist. Unübersehbar dreist wird hier schon in der Wortwahl unverfroren parteigenommen - eigentlich eine Todsünde des Journalismus, jedenfalls dessen, der sich noch an Werte gebunden fühlte. Tatsächlich ging es hier um die Debatte zur Armutseinwanderung, bei der einige Mitglieder der ehemaligen Volkspartei CDU nicht mehr bedingungslos der Führung bei ihrer Einwanderungspolitik folgen wollten. Und deshalb sagt uns dieses Zitat auch noch ein zweites: Der Journalismus hat sich von einer korrigierenden Gegenkraft zur willfährigen Gefolgschaft der Mächtigen entwickelt.

Samstag, 22. März 2014

Wie die Medien sich erledigen

„In Kiew erschossen sich Menschen auf offener Straße“, schrieb kürzlich das bürgerliche Renommier-Magazin „Zeit“ (-online). Donnerwetter, das ist ja auch eine Meldung: Nicht nur dass die da Bürgerkrieg haben, sie scheinen auch massenhaft öffentlichen Selbstmord zu begehen. Doch keine Sorge, es handelt sich nur um die fehlende sprachliche Kompetenz des Autors Steffen Dobbert (von Beruf Sportreporter) und die Unfähigkeit einer medialen Instanz mit intellektuellem Führungsanspruch, selbst einfache Fehler vor der Drucklegung zu korrigieren. Da wundert es nicht, wenn eine andere Qualitätszeitung in der Überschrift schreibt: „Wir bleiben so lange hier, wie wir gebaucht werden“. So geht es täglich die Medien rauf und runter. Einfache Schreibfehler paaren sich mit inhaltlichen Mängeln und schlichter Schlamperei, was die Akzeptanz und das Vertrauen in unsere Informationsmedien grundlegend erschüttert. Die Fehltritte sind im Einzelnen zwar oft ziemlich komisch, aber in der Summe wirft es ein beängstigendes Bild auf das Können, die Sorgfalt und die Leistungsbereitschaft in unserer Gesellschaft.

Samstag, 1. Februar 2014

Der Lanz, der kann’s

Zufällig war ich in das Medienereignis des Jahres geraten, obwohl ich das da noch nicht wissen konnte. Markus Lanz machte in einer Talkshow die Linken-Ikone Sahra Wagenknecht fertig. Nach allen Regeln der schwarzen Schwatzkunst. Er zeigte, dass man den in diesem Blog viel beschriebenen Niedergang noch steigern kann: mit dem Begriff „Niedertracht“ nämlich. Nach sieben Minuten war mir vom Fremdschämen so übel, dass ich wegschalten musste, und dachte, damit wäre die Sache erledigt. Doch inzwischen hat sich gezeigt, dass es sich nicht um den einmaligen Fehltritt eines Wirrkopfes handelte, sondern um einen beispielhaften Exzess eines degenerierten Mediensystems. Nichtsdestotrotz: Es gibt Hoffnung.

Samstag, 2. November 2013

Mischen impossible


Vor dem Möbelgeschäft an der Ecke des bürgerlichen Wohnviertels hielt die Polizei. Der Laden mit arabischem Kitsch war eigentlich immer leer, also kam die Staatsgewalt vielleicht wegen Geldwäsche? Eine Nachfrage in der Apotheke nebenan schafft Klarheit: „Ach was, das waren die Roma mit einem Überfall, die kommen jetzt hier dauernd vorbei. Bei mir sind sie auch regelmäßig, versuchen mich abzulenken und Ware mitgehen zu lassen.“ Sagt es und zeigt ihr Pfefferspray, mit dem sie die ungewollte Kundschaft bisher noch loswird. Die Gegenseite ist aber nicht weniger unerfreulich: Hilflose Menschen werden familienweise in Zimmern zu Wucherpreisen zusammengezwängt. Ihre zivilisatorische Ferne zur deutschen Lebenswirklichkeit macht es ihnen bei besten Willen mehr als schwer, hier Fuß zu fassen. Also muss es nach zwei Texten zu politischen Begleiterscheinungen der Balkanmigration noch einmal abschließend um die „Endabnehmer“ einer verfehlten Politik gehen: um die betroffenen Menschen auf beiden Seiten. Aber wie es sich bei Konrad Kustos gehört, werden auch daraus grundsätzliche Strukturen und Prozesse des Niedergangs erkennbar werden.