Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.
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Samstag, 28. November 2015

Gender-Sex

Quelle: toonpool.com
Frauenlust auf Krankenschein

Vor einigen Monaten, als die wundersame Volksvermehrung noch nicht so richtig abzusehen war, hatte die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig nicht nur die übliche Schlagseite, sondern auch eine kleine Schlagzeile. Sie will die finanzielle Unterstützung für eine künstliche Befruchtung, die bislang nur Verheirateten vorbehalten ist, auch Paaren ohne Trauschein zukommen lassen. Sie selbst hat das ja nicht nötig, denn erstens ist sie verheiratet und zweitens gerade schwanger, aber, wie wir wissen, kümmern sich unsere Politiker und natürlich erst recht unsere Politikerinnen vorbildlich um all die Dinge, die die Wenigsten interessieren. Dass sich nach Verwirklichung ihrer Pläne auch Singles diese Förderung besorgen würden, hat sie entweder nicht bedacht oder es ist ihr egal oder eben sogar gewollt. Dabei wäre dieser Versuch, das Volk um neue billige Arbeitskräfte und teure Konsumenten aufzustocken, indem man Kinder in sozial instabile Beziehungen oder eben Nicht- Beziehungen hineingebären lässt, gar nicht nötig gewesen, denn die Pharma-Industrie erledigt das demnächst viel effektiver: Flibanserin ist auf dem  Markt, um die Lust der Frauen zu stärken. Das wird lustig.

Samstag, 20. September 2014

AL(le)S im Eimer

http://www.alsa.org
Wenn plötzlich Unmengen von Leuten Eis-Eimer ausschütten, liegt es nahe, einen weiteren heldenhaften und wie gewohnt zielführenden Beitrag gegen die Klimaerwärmung zu vermuten. Weit gefehlt: Die virtuelle Gesellschaft hat einen neuen Spielplatz gefunden und ergötzt sich medienwirksam in der „Ice Bucket Challenge“, an der eigenen Originalität und einer aufgesetzten Hilfsbereitschaft. Challenge heißt Herausforderung, aber was für eine Herausforderung ist das eigentlich, wenn man sich im Sommer/Herbst einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf gießt? Früher haben wir das eine kalte Dusche genannt, und man hat dafür im Sommerbad sogar angestanden. Doch im Gegensatz zu seinem Vorläufer, der „Cold Water Challenge", bei der sich meistens Feuerwehrleute, wahrscheinlich während der Dienstzeit, eine kollektive Erfrischung verschafften oder sich Kegelbrüder im  Versuch, witzig zu sein, schweres landwirtschaftliches Gerät auf den Kopf fallen ließen, wird hier auch Geld zu einem guten Zweck gesammelt, nämlich für die Unterstützung des Kampfes gegen die Muskelkrankheit ALS. Ende gut, alles gut? Mitnichten, denn die Aktion zeigt in all ihren Spielformen ein Erstarken von Niedergangsprozessen, bei denen es einem eiskalt wird.

Samstag, 3. Mai 2014

Scham-Lippenbekenntnisse

Quelle: howstuffworks.com
„Wer lang hat, lässt lang hängen“, hieß es einst, und jeder dachte sich dann sein Teil. Weil man sich heute weniger denkt und dafür mehr zeigt, ist nun die Hodensack-Straffung im Trend. Und nicht nur die: Im Intimbereich ist es inzwischen durchaus gängig, Teile an- oder aboperieren zu lassen, von denen man bis vor kurzem noch gar nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Schamlippenstraffen, Penis verlängern oder verdicken, Jungfernhäutchen zunähen, Fettabsaugen am Venushügel - alles ist drin und schon für wenige Tausend Euro zu haben. Letzteres pro OP versteht sich. Nachdem hier erst kürzlich über die fragwürdigen Motivationen bei „normalen“ Schönheitsoperationen, also denen im sichtbaren Bereich, nachgedacht wurde , stellt sich nun die Frage, was diese Schnippelei an der eigenen Existenz mit der damals vermuteten sozialen Konkurrenz und überzogenem Karrieredenken zu tun haben könnte. Eher gar nichts, denn da diese Konkurrenz in der Regel nicht beim monatlichen Saunabesuch, unter der Bettdecke oder beim Arzt stattfindet, steht ernsthaft zu vermuten, dass es sich bei diesen Trend um eine kollektive narzisstische Persönlichkeitsstörung handelt.

Samstag, 29. März 2014

Schönheit muss sch(n)eiden

Bildquelle: Jantoo.com
Die Zahl der medizinisch nicht notwendigen Schönheitsoperationen in Deutschland steigt so rasant, wie die der Menschen sinkt, die Politikerversprechungen noch glauben. 2011 begaben sich rund eine Million Deutsche der Schönheit zuliebe unters Messer. Manchmal hilft das, aber manchmal sehen die, die dem Schicksal nachhelfen wollten, hinterher nicht viel besser aus als Frankenstein persönlich. In jedem Falle handelt es sich dabei nicht bloß um ein gesellschaftliches Phänomen, sondern um ein gesellschaftliches Problem. Kein Thema sind jene Operationen, mit denen die Opfer von Brustkrebs oder Verbrennungen möglichst originalgetreu wiederhergestellt werden. Nicht einmal das Anlegen von Segelohren soll hier infrage gestellt werden. Doch beim näheren Betrachten des Geschäfts mit der künstlichen Schönheit offenbart sich, dass mit dem durch den Schönheits- und Jugendwahn induzierten Eingreifen in den Bauplan der Natur sowohl der Einzelne als auch die Gesamtgesellschaft verlieren müssen.

Samstag, 30. November 2013

Medizinisches Handaufhalten

Nachdem die Schulmedizin nachhaltig ihre Unfähigkeit bewiesen hat, Probleme, die sich gängiger medikamentöser oder operativer Methoden entziehen, auch nur einigermaßen hinreichend zu bewältigen, wächst und wächst ein Schattenreich der Pseudomedizin. Alle möglichen Präparate und Methoden von völlig unglaubwürdig bis nicht beweisbar, von Esoterik bis zu überstrapazierter Naturheilkunde machen Milliardenumsätze. Schlimmer noch: Unser guter alter Halbgott in Weiß, der moralisch unantastbare und scheinbar unfehlbare Arzt, wird mit seinem bunten Angebot nicht seriöserer individueller Gesundheitsleistungen immer mehr zum medizinischen Äquivalent des Staubsaugervertreters.