Kustos kommentiert nicht mehr -
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Samstag, 16. November 2013

Kopfloses Kopf-Rechnen

Das Jahr 2013 nähert sich dem Ende, und das ist in vielerlei Hinsicht gut so. Beispielsweise war es das „Wissenschaftsjahr zum demographischen Wandel“, eine Kopfgeburt, die viel über die Wissenschaft selbst, aber auch viel über ihre Auftraggeber aussagt. Deutschland stirbt nach deren Erkenntnissen aus. Die Frauen wollen, so heißt es, partout nicht so viele Kinder in die Welt setzen, wie es die Demographen als erforderlich ausgerechnet haben. Es drohten demnach Folgen für die Rente, die Arbeitskräfte der Unternehmen und natürlich, aber weniger offen formuliert, den Soldatennachwuchs. Schon bald wird das Land also leer sein wie die Antarktis. Im Jahr 2050 beispielsweise werden, so sagen es jedenfalls die bestenfalls nur überforderten Demographen, hier nur noch 70 Millionen Menschen leben. 70 Millionen Köpfe? Sollte das für ein kleines Land nicht genug sein? Und reicht nicht allein diese Zahl aus, das ganze Gerede vom schrumpfenden Deutschland als das zu erkennen, was es ist, nämlich Propaganda interessierter Kreise?

Samstag, 12. Mai 2012

Profitable Propheten

Der Club of Rome hat Maßstäbe gesetzt. Nicht in der vergangenen Woche, als er seine düstere Perspektive für das Jahr 2052 vorlegte, sondern 1972, als er seinen ersten Futurologischen Kongress veröffentlichte. Damals bewiesen die involvierten Wissenschaftler mit dem Selbstbewusstsein, das Wissenschaftlern nun mal eigen ist, dass es 1990 kein Erdöl mehr gebe, wenig später die halbe Menschheit verhungert sei und die Überlebenden unter einer menschgemachten Eiszeit erschauerten. Die genannten neuen Maßstäbe ergeben sich aber nicht aus der Realsatire solcher unprognostizierbaren Prognosen, sondern aus dem paradigmatischen Wandel, den die Studie „Grenzen des Wachstums“ trotzdem weltweit auslöste: Aus kritiklosem Zukunftsoptimismus wurde kritiklose Umwelthysterie, die inzwischen flächendeckend die Freiheit des Denkens und Handelns erodiert.

Sonntag, 22. Januar 2012

Stromabwärts

"Umweltfreundlich!"
Foto: Konrad Kustos
Alternative Energie tut not, aber welche? Die Windenergie spargelt schönste Landschaften bei niedriger Effizienz und hoher betriebsbedingter Anfälligkeit zu, die nachwachsenden Rohstoffe fressen Tropenwälder und wachsen mit Hilfe von Umweltgiften, Wasserkraft erzeugt Unterspülungen und Schlammlawinen, Geothermik verursacht Erdbeben - und alles zusammen leidet darunter, dass Energie immer noch nicht befriedigend gespeichert werden kann. Da sieht doch die Photovoltaik, die die Sonnenenergie nutzbar macht, wie der sichere Sieger aus. Hat ausgesehen, muss es nun aber heißen: Bei einer Solarfirma nach der anderen geht in Deutschland das Licht aus, weil jeder fromme Glaube an eine nicht so locker zu realisierende Sache irgendwann mit der Realität konfrontiert wird.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Beobachtungen 2

Nur kein Neid. Nein, die Rede ist diesmal (noch) nicht von der deutschen Frauenfußballnationalfrauschaft und ihrer Trainerin Silvia, sondern von reichen Leuten. Wer Leistung bringt soll dafür jedenfalls auch Geld bekommen, und auch wenn einer mit dem richtigen Dreh Milliarden machen kann, ist das doch eine feine Sache. Nur kein Neid eben. Heute aber meldet der „Weltreichtumsbericht", dass die Zahl der Reichen jedes Jahr, kaum irritiert von Wirtschaftskrisen, wächst und wächst.