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| Quelle: www.talkhandak.com |
Man dürfe nicht vergessen, so Frau Kogel in ihrem sich weitgehend auf
Agenturbehauptungen stützenden Kommentar, dass es „vor allem die perfide
Strategie des syrischen Regimes war, die den Dschihadisten in die Hände
gespielt hat.“ Diese Aussage wird sogar begründet, wenn auch nur mit
Behauptungen. Jahrelang habe das Regime alles dafür getan, die Islamisten
gewähren zu lassen. Diese These ist in ihrer Verkürzung so dreist, dass beim Schreiben der
Erwiderung die Tastatur verklemmt. Mit Geld, Waffenlieferungen,
Geheimdienstarbeit, militärischer Ausbildung und international
gleichgeschalteter Propaganda hat der Westen seit Jahren die angeblich freiheitliche
Opposition, die schon seit langem unter weitgehender Kontrolle von Islamisten unterschiedlicher
Provenienz stand, unterstützt und auch sonst nichts unversucht gelassen, die
rechtmäßige syrische Regierung am Kampf gegen die Islamisten zu hindern.
Für Eva Marie Kogel, die junge Absolventin der
Axel-Springer-Nachwuchsakademie und studierte Arabistikerin mit einer
Dissertation zu Korantexten, hat das alles nie stattgefunden. Die Wahrheit sei,
dass Assad verloren habe, weil er nicht habe gewinnen wollen. Und warum sollte
jemand freiwillig verlieren wollen, fragt sich der verstörte Leser? Weil es die
Strategie des perfiden Assad gewesen sei, die Welt vor die Wahl zu stellen, ob
man ihn oder die Islamisten wolle. Verlieren, um zu siegen - was für eine
verquere, an den Barthaaren des Propheten herbeigezogene Denkweise.
Nun wissen wir künftig, warum Fußballmannschaften verlieren,
nämlich weil so das Management dazu gebracht werden soll, in der nächsten
Saison die Mannschaft zu verstärken. Wir wissen, warum es so viele Baustellen
gibt, nämlich weil wir schnellere Autos kaufen sollen, um die Zeit wieder
einzuholen. Wir wissen, warum die Kinder mal wieder außer Rand und Band sind,
nämlich weil sie uns dazu bringen wollen, das gut zu finden.
Weil dieser Assad nun in der Kogel-Logik an allem schuld
ist, ist es für sie zwangsläufig auch gut und richtig gewesen, ihm keine
Unterstützung bei der Verteidigung der unersetzlichen Kulturwerte und zum
Schutz der dort lebenden Menschen zukommen zu lassen. „Wer den Vereinigten
Staaten mangelndes Engagement vorwirft und nach mehr militärischem Einsatz
ruft, der macht es sich zu einfach. Die USA hatten gute Gründe, nicht in den
Kampf um die Stadt einzugreifen. Dort hätten sie lediglich den Feind des
Feindes bekämpft.“
Da bescheinigt Kogel in diesem Zusammenhang tatsächlich Assad
Nihilismus, wo doch ihr ganzes Gedankengut und in der Tat auch das des Westens von
wirklichem Nihilismus erfüllt ist: Die Menschheit verlieren zu lassen, um mit
absurden Thesen recht zu behalten. Die US-Militärkoalition hält sich also zurück,
weil man nicht mit Assad kooperieren will. Assad muss alleine kämpfen - er hat in
Palmyra verloren, wird vielleicht noch viel mehr verlieren. Aber letztlich verlieren
wir alle, denn es geht nicht nur um antike Kulturschätze, sondern um Freiheit
und Zivilisation an sich.
Natürlich hat Assad weder die Freiheit noch die
Menschenrechte erfunden, natürlich ist Konrad Kustos im Grundsatz gegen
außerstaatliche Interventionen, doch vom IS werden letzte moralische Grenzen
gesprengt und Angriffskriege geführt wie einst von Adolf Hitler. Wenn es einen
Grund für die zivilisierte Welt geben könnte, gemeinsam gegen den Terror
vorzugehen, dann hier und zwar auf Seiten von Assad und damit der rechtmäßigen
syrischen Regierung. Und das nicht nur, weil der Westen mit seinem
unverantwortlichen Zündeln in der Region erst den Arabischen Herbst ausgelöst
hat.
Für den geschockten Leser der Welt bleibt vorerst nur die
Abarbeitung an der Frage, wie solche Kommentare in einer angesehenen Zeitung
möglich sind. Dabei geht es nicht nur um die zu verlautbarende Position,
sondern um die hanebüchenen logischen Konstruktionen darin. Vielleicht braucht
man solche Verdrehungen der Kausalität, um zu den Ergebnissen zu kommen, zu
denen man eben kommen will. Aber es ist mit Sicherheit auch ein Ergebnis der
Mitarbeiterphilosophie und - Auswahlkriterien des Springer-Verlags.
Wer an der Springerakademie aufgenommen wird, hat sich in
einem schwierigen Ausleseverfahren durchgesetzt. Er hat bewiesen, dass er die
Bundespräsidenten vorwärts und rückwärts aufsagen kann, dass er sich in der
Parteienpolitik bestens auskennt, dass er über angelerntes Standardwissen zu
Kultur und Geschichte verfügt. Er hat aber auch bewiesen, dass er nicht aus der
Reihe tanzt, dem Mainstream folgt und möglichst keine Kreativität an den Tag
legt, die gegenwärtigen Vorgesetzten bei ihrer Karriere gefährlich werden
könnten. Kurz und gut: Er (oder in diesem Falle eben sie) ist eine ziemliche
Pfeife.

Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, (Afrika) - und die Opfer der unilateralen Politik des sanften Hegemons USA gehen allein seit 1991 in die Millionen - warum? Wer hier noch etwas schönredet, wie z.B. die Systemmedien, hat jede moralische Perspektive schon lange verloren. (P.S. deutsche Angriffskriege ? Historisch ebenfalls sehr dünnes Eis)
AntwortenLöschendas bild neben der überschrift ist klasse!
AntwortenLöschenBeim Barte des Propheten ... ein verflucht guter Artikel!
AntwortenLöschenIst das nicht eine Art umgebautes Theaterstück, um für den Krieg gegen die ISIS zu motivieren?
AntwortenLöschenUnd ist die ISIS nicht Osama Zwei Punkt Null und von den USA erfunden?
Sind die Probleme nicht für das angestrebte Intermarium erschaffen worden?
Ist es nicht gerade eben gewollt, gegen die ISIS zu kämpfen, um das Pulverfass anzuzünden?
Kennen Sie George Friedman?
(M.D.)