Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.
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Samstag, 25. März 2017

Sei immer nett im Internet

Facebook und Vietnam:
Erst gelöscht, dann geschwärzt

Foto: Picture Alliance, Nick Ut/AP
Zensur im Netz: Was die Mächtigen nicht kontrollieren können, macht ihnen Angst
Anfang des Monats ging es einem der wichtigsten zeitgenössischen Künstler Australiens, Charles Blackman, an den Kragen: Der 88-Jährige wollte seine Werke in einer Galerie in Melbourne vorstellen, die wiederum mit einem Bild zweier nackter Frauen bei Facebook dafür warb, d.h. eigentlich war es auch nur eine entblößte Brust. Die Streichabteilung bei Facebook ahndete diesen ungeheuerlichen Vorgang mit einer Löschung des Beitrags, was der Galerist als Ausdruck „fehlgeleiteter politischer Korrektheit“ kommentierte. Er habe das Gefühl, dass Facebook noch in den 50ern lebe und nicht im 21. Jahrhundert angekommen sei. Mit Letzterem irrt der Mann allerdings, denn dieses Jahrhundert, in dem wir leben müssen, wird als Epoche der Zensur in die Geschichte eingehen (wenn es dann noch eine Geschichtsschreibung geben sollte). Der Galerist sollte froh sein, dass er nur Nackte im Internet präsentierte, hätte er eine Meinung rechts von Links vertreten, müsste er inzwischen mit der Polizei vor der Tür rechnen. Und bei einem weltweiten Phänomen der kollektiven Kontrolle sind die gründlichen Deutschen natürlich wieder ganz vorne mit dabei: Mit einem  vor wenigen Tagen vorgestellten entsprechenden Gesetzentwurf demontiert Zensurminister Maas weiter Recht und Freiheit.

Samstag, 11. März 2017

Zensur Struktur

Klassiker in neuem Gewand
Zeichnung: Eric Drooker
www.drooker.com
Der Mob schafft die Meinungsfreiheit ab
Wenn jemand glaubt, die gegenwärtige weltweite und besonders hiesige Demontage von Demokratie und Freiheit sei auf das Wirken von im Innern der Erde lebenden außerirdischen Reptilienmenschen zurückzuführen, dürfte er ziemlich einen an der Waffel haben. Wenn Tausende in Deutschland zu Vorträgen pilgern, die genau das behaupten, ist dies ein ernüchterndes Beispiel für den geistigen Zustand eines Großteils der Bevölkerung. Wenn aber nun eben diese Vorträge dadurch verhindert werden, dass große Saalvermieter ihm aufgrund der Denunziation und Repression durch Gutmeinmenschen die Verträge kündigen oder erst gar nicht ausstellen, ist das eine Katastrophe für die freie Meinungsäußerung und damit die für Demokratie in diesem Lande. Und die Geschichte des David Icke ist nur eine von vielen eines Horrorcocktails institutioneller und mobgesteuerter Zensur, der zeigt, dass das wachsende System der neuen Unfreiheit keineswegs auf staatliche Institutionen beschränkt ist.

Samstag, 3. Oktober 2015

Zensur mit Struktur


Frau Merkel hat kürzlich den Begriff der Toleranz neu definiert: „Es gibt keine Toleranz gegenüber denen, die nicht bereit sind, zu helfen.“ Aha! Helfen ist jetzt also nicht mehr wie bisher eine freiwillige gute Tat, sondern eine verordnete Staatsbürgerpflicht. Schlimmer noch: Wer sich dieser Pflicht nicht beugt, kann keine Toleranz erwarten - und das in einer Gesellschaft, die ansonsten, und nicht nur in der Flüchtlingsfrage, gerade an ihrer überbordenden Toleranz zugrundegeht. Was bedeutet es nun aber, wenn sie nicht etwa mangelndes Verständnis seitens der Gutmenschen anordnet, sondern ausdrücklich den Entzug der wichtigsten Reliquie der Niedergangsgesellschaft, der Toleranz? Es ist die Ankündigung, dass in diesem neuen Merkelland undemokratische Repression nicht nur auszuüben ist, sondern diese jetzt schon weltanschaulich abgesichert wird. In der Tat gibt es bereits fatale Zeichen dieser neuen Repression. Wie lange wird das Land dem noch widerstandslos, ja applaudierend, zuschauen?

Samstag, 29. Dezember 2012

Zensur bei Ben Hur

Spätestens nach dem Massaker in Connecticut festigte sich der Eindruck, dass das kommende Jahr nur noch ein besseres werden könnte. Doch positives Denken ersetzt nicht ebensolches Handeln, und das positive Handeln im Niedergang ist schwierig, wenn die Strukturen der Gesellschaft dem entgegenstehen. Man nehme nur mal ein paar der Maßnahmen, die nach Connecticut ergriffen wurden, um zu erkennen, dass derzeit eher Weltverbesserer als Weltverbesserung angesagt sind. Der Fernsehsender Fox beispielsweise strich unmotiviert zwei Folgen von „Family Guy" und „American Dad!" aus dem Programm. Doch kann Selbstzensur aus Anlass einer Katastrophe alltägliches verantwortliches Denken ersetzen?

Sonntag, 6. Mai 2012

Jubel Jubiläum

In der Ukraine geht es vielen Leuten nicht so gut. Ohne Freiheit macht das Leben keinen Spaß, vor allem aber ist es uneffektiv. Das merkt jetzt auch Frau Timoschenko - und wenn es weit genug weg ist, merken es auch die Freiheitskämpfer unserer Politiker-Garde. Dann sind sie ganz aufgeregt und kommen auf lustige Ideen, etwa die, eine Milliardenveranstaltung wie die Fußball-Europameisterschaft zu verlegen. Logistische, technische und finanzielle Probleme einer solchen Entscheidung wären unabsehbar und unlösbar, aber windschnittig fordern kann man ja mal im virtuellen Universum, in dem die leben. Übrigens wurden nichtmal die Olympischen Spiele von 1936 verlegt. Über solche Absurditäten der Entscheider in der Niedergangsgesellschaft hätte Konrad Kustos einiges zu posten, aber nicht heute, denn heute gibt es Wichtigeres.