Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.
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Samstag, 25. März 2017

Sei immer nett im Internet

Facebook und Vietnam:
Erst gelöscht, dann geschwärzt

Foto: Picture Alliance, Nick Ut/AP
Zensur im Netz: Was die Mächtigen nicht kontrollieren können, macht ihnen Angst
Anfang des Monats ging es einem der wichtigsten zeitgenössischen Künstler Australiens, Charles Blackman, an den Kragen: Der 88-Jährige wollte seine Werke in einer Galerie in Melbourne vorstellen, die wiederum mit einem Bild zweier nackter Frauen bei Facebook dafür warb, d.h. eigentlich war es auch nur eine entblößte Brust. Die Streichabteilung bei Facebook ahndete diesen ungeheuerlichen Vorgang mit einer Löschung des Beitrags, was der Galerist als Ausdruck „fehlgeleiteter politischer Korrektheit“ kommentierte. Er habe das Gefühl, dass Facebook noch in den 50ern lebe und nicht im 21. Jahrhundert angekommen sei. Mit Letzterem irrt der Mann allerdings, denn dieses Jahrhundert, in dem wir leben müssen, wird als Epoche der Zensur in die Geschichte eingehen (wenn es dann noch eine Geschichtsschreibung geben sollte). Der Galerist sollte froh sein, dass er nur Nackte im Internet präsentierte, hätte er eine Meinung rechts von Links vertreten, müsste er inzwischen mit der Polizei vor der Tür rechnen. Und bei einem weltweiten Phänomen der kollektiven Kontrolle sind die gründlichen Deutschen natürlich wieder ganz vorne mit dabei: Mit einem  vor wenigen Tagen vorgestellten entsprechenden Gesetzentwurf demontiert Zensurminister Maas weiter Recht und Freiheit.

Samstag, 22. September 2012

Klimakomp(s)ensation

In Berlin werden jetzt an einigen Bushaltestellen die Bänke beheizt. Das ist dann ein echter Hot Spot, denn hier gibt es auch noch einen Internetanschluss für alle dazu. Wenn aber Bänke im Winter den Leuten im Freien den Hintern heizen, müsste man aus Umweltgesichtspunkten den Verantwortlichen Feuer unter demselben machen. Doch statt dass hier ein Sturm der Entrüstung losbricht, muss sich pauschal das arme Internet als Umweltschänder brandmarken lassen. Jede Google-Suche verbrauche soviel Strom wie eine Stunde Energiesparlampe, sagen aufgeregt manche CO2-Strategen, andere sprechen von 66 Google-Suchen für solch ein erleuchtendes Ereignis. Warum aber muss sich die Propaganda der Klimaretter ausgerechnet gegen das Suchen von Information mittels weltumspannender Datennetze wenden? Immerhin liegt in diesen Netzwerken eine der wenigen Chancen, dem unbeherrschbar werdenden Informationswachstum beizukommen.