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| Facebook und Vietnam: Erst gelöscht, dann geschwärzt Foto: Picture Alliance, Nick Ut/AP |
Anfang des Monats ging es einem der wichtigsten
zeitgenössischen Künstler Australiens, Charles Blackman, an den Kragen: Der
88-Jährige wollte seine Werke in einer Galerie in Melbourne vorstellen, die
wiederum mit einem Bild zweier nackter Frauen bei Facebook dafür warb, d.h.
eigentlich war es auch nur eine entblößte Brust. Die Streichabteilung bei
Facebook ahndete diesen ungeheuerlichen Vorgang mit einer Löschung des
Beitrags, was der Galerist als Ausdruck „fehlgeleiteter politischer
Korrektheit“ kommentierte. Er habe das Gefühl, dass Facebook noch in den 50ern
lebe und nicht im 21. Jahrhundert angekommen sei. Mit Letzterem irrt der Mann
allerdings, denn dieses Jahrhundert, in dem wir leben müssen, wird als Epoche
der Zensur in die Geschichte eingehen (wenn es dann noch eine
Geschichtsschreibung geben sollte). Der Galerist sollte froh sein, dass er nur
Nackte im Internet präsentierte, hätte er eine Meinung rechts von Links
vertreten, müsste er inzwischen mit der Polizei vor der Tür rechnen. Und bei
einem weltweiten Phänomen der kollektiven Kontrolle sind die gründlichen Deutschen
natürlich wieder ganz vorne mit dabei: Mit einem vor wenigen Tagen
vorgestellten entsprechenden Gesetzentwurf demontiert Zensurminister
Maas weiter Recht und Freiheit.
