Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Sonntag, 11. März 2012

Die Banken danken


Schuldenschnitt für Griechenland, na gut, sollen sie doch ihre Akropolis behalten. Aber die kürzlich beschlossenen 530 Milliarden Euro frisch gedrucktes Geld als Bankenbonus sind ein anderes, grundsätzlicheres Kaliber. Lohnt es da überhaupt noch, EU und Euro beim Weg in den Abgrund weiter schreibend zu begleiten? Und wenn ja, wie lange soll das so gehen, wenn nun anscheinend alle paar Monate Milliarden in den Sand gesetzt werden? Keine Ahnung, dieser Blog hat schließlich keine Stabilitätskriterien. Die allerdings hat die EU, wenngleich sich bisher in der Geschichte dieser Umverteilungsorganisation noch niemand daran halten musste. 530 Milliarden Euro also sind es diesmal, die notleidenden Banken von der Europäischen Zentralbank (EZB) für ein paar Peanuts zur Verfügung gestellt werden. Besonders notleidend sind die Banken in Südeuropa, besonders viel bezahlen bekanntlich die Deutschen. Dafür nehmen sie normalerweise teure Kredite bei Banken auf, damit die Banken billige Kredite an Pleitebanken vergeben können. Klingt nicht nur irre, ist es auch. Doch diesmal ist alles ganz anders.

Sonntag, 4. März 2012

Demografen-Demagogie



Bevor uns eine mysteriöse Klimaerwärmung einen kalten Winter nach dem anderen bescherte, bevor uns baufällige Atommeiler einen Strahlenschauer nach dem anderen den Rücken runterjagten, und bevor wir ernsthaft fürchten mussten, dass rechtsradikale Horden demnächst die Macht in Deutschland übernehmen, hatten wir ganz andere Sorgen. Wir sorgten uns, dass die Überbevölkerung die Welt aus den Nähten platzen lassen könnte, dass sie die Lebensgrundlagen dieses einzigen verfügbaren Planeten zerstören könnte, dass sie zu einer unbeherrschbaren Lawine anschwellen könnte. Das ist vorbei: In Umfragen zu den dringendsten Problemen landet das Thema Überbevölkerung inzwischen zuverlässig unter ferner liefen. Vielleicht gehört es zur menschlichen Natur, sich bei den wirklich schlimmen Dingen die Bettdecke über die Ohren zu ziehen?

Dienstag, 28. Februar 2012

Beobachtungen 9

Wenn Konrad Kustos sich keine Gedanken mehr machen will, geht er ins Kino. Und wenn er zu sehr in Gedanken ist, schreibt er sich auch mal die falsche Kodenummer für die im Internet bestellten Karten auf. Das wäre ja kein Problem, hätte er vor der Kinokasse ein Smartphone dabei, um die entsprechende E-Mail aufzurufen, aber wer dauernd von neuen Informationskatastrophen und alten Werten schreibt, hat so ein Ding natürlich bisher erfolgreich verweigert.
Not macht erfinderisch. Kurzerhand drei Jugendliche angesprochen, die im benachbarten Einkaufszentrum rumlungern, wie es in "Chaos mit System" so ausführlich beklagt wurde. Die zücken höflich und freundlich das Smartphone, helfen bei der Bedienung und schauen bei der Pin-Eingabe so vorbildlich weg, wie eine ausgebildete Aldi-Verkäuferin.
Das heißt jetzt nicht, dass Konrad Kustos vom eigenen Glauben abfällt. Der Niedergang ist trotzdem überall - aber eben nicht überall. Gut zu wissen.

Sonntag, 26. Februar 2012

Kinder-Krieger


Da haben aber kürzlich die CDU/CSU-Nachwuchspolitiker für Aufsehen gesorgt. Eine geburtenfördernde Zusatzsteuer fordern sie, die jeder zahlen muss, der sich nicht durch Kinderkriegen einen Ablass besorgt. Ein Prozent vom Einkommen für alle über 25 ist angedacht. Mit diesem Versuch, den Klapperstorch zu bestechen, soll nicht nur dem von Demografen prognostizierten Aussterben der Deutschen begegnet, sondern auch dem angeblich aus demografischen Gründen notleidenden Sozialsystem auf die Sprünge geholfen werden. Sprünge macht allerdings nur diese Argumentation, denn kybernetisch betrachtet, erweist sich der Vorschlag als untaugliches und unberechtigtes Mittel, welches obendrein Freiheitsrechte ignoriert und die menschliche Würde mit Füßen tritt.

Sonntag, 19. Februar 2012

Sakramente vor der Rente


Die Welt wird immer komplizierter, und die Wissenschaftler sollen uns helfen, sie zu verstehen. Soweit die Theorie. Die Praxis ist, dass Spezialisten sich gerne solange auf die Antwort konzentrieren, bis sie die Frage aus den Augen verloren haben. Das ist so eine Art Peter-Prinzip für das intellektuelle Genre. Ganz aktuell hat das Max-Planck-Institut, dem wir immerhin so segensreiche Erfindungen wie den MP3-Player verdanken, herausgefunden, dass die Menschen immer älter werden. Gratulation dazu. Leider meinten die Gelehrten im selben Atemzug, der Welt und ihren Politikern die Anweisung mitgeben zu müssen, das Renteneintrittsalter baldmöglichst auf 72 Jahre anzuheben. Wie bitte? Demografen maßen sich die Kompetenz an, eine komplexe sozialpolitische Frage mit dem Rechenschieber zu beantworten? Das ist Hybris in einer völlig neuen Dimension. Die Frage drängt sich auf, wer bei dieser Studie wohl die Drittmittel bezahlt hat?

Sonntag, 12. Februar 2012

Kirchhof oder Friedhof


Bisher herrschte an kritischen Stimmen über die Zukunft des Euro in Deutschland, jedenfalls soweit es die Mächtigen und Einflussreichen betrifft, absolute Kirchhofsruhe. Ausgerechnet Ferdinand Kirchhof, seines Zeichens Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, blieb es vorbehalten, den ersten Stein zu werfen: Mehr direkte Demokratie in Euroland fordert er und meint damit Volksabstimmungen über sowohl den Euro selbst als auch über gewisse europäische Verträge. Wir werden sehen, ob das auf die Nachbeter der herrschenden Gesundbeter Eindruck machen wird. Ein Segen wäre es.

Sonntag, 5. Februar 2012

Eurokraten-Paten

Vor einer Woche ging es an dieser Stelle um ruinöse Drogeriewaren, und diesmal geht es um einen desaströsen Persil-Schein. Nicht nur einen für vergangene Missetaten, sondern praktischerweise einen, in den Versagen und Betrug für die Zukunft gleich eingebaut wird. Einen Weißwascher für ein Konstrukt, das unsere Zukunft mehr verändern wird, als es auf die ersten, ohnehin schon erschreckenden Blicke erkennbar ist. Die Rede ist vom ESM, dem „Stabilitätsmechanismus“ für die Eurozone, der nicht nur ein verzweifelter Versuch ist, die europäische Konkursverschleppung zu intensivieren, sondern auch ein Anschlag auf die Demokratie an sich. Ein Terrorakt von oben, der unsere politischen Denk- und Verhaltensweisen nachhaltig verändern wird.