Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 9. Juni 2012

Schuld und Sühne

Etwas kopflos sind uns unsere Großkopfeten schon immer vorgekommen. Nicht in den Kopf will Konrad Kustos aber der Umgang mit dem Fall Orhan S. Schließlich hat der junge Mann und Vater von acht Kindern in dieser Woche seine Frau, weil sie sich von ihm trennen wollte, nicht nur erstochen, sondern ihr anschließend auch noch den Kopf abgetrennt, und kommt nun vielleicht straffrei davon. Dass er dabei „Allah, Allah“ gerufen haben soll, tut hier ebenso wenig zur Sache wie der Umstand, dass auch noch ein Fuß dranglauben musste. Entscheidend ist ein Rechtssystem, das Unrecht nicht mehr zu einer angemessenen Rechenschaft zieht.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Nach-Gedacht: Fraglicher Frühling


Als Chefin der Grünen fühlt sich Claudia Roth berufen, weltweit für die Freiheit zu kämpfen (außer in Deutschland, wo das Regelwerk von ihr gern enger gezurrt wird). Nun war sie in Libyen und konnte sich persönlich vom Erfolg des Freiheitskampfes der Araber überzeugen: Eine Miliz besetzte mit einem Panzer den Airport Tripolis und verhinderte ihr planmäßiges Entschweben.

Samstag, 2. Juni 2012

Wild auf Bild

So erfolgreich der Marsch durch die Institutionen auch war, den die Studentenbewegung der 60er-Jahre nach ihrem politischen Scheitern als Ausweichziel ausgab, mindestens ein Sieg konnte noch nicht gefeiert werden: Die Bild-Zeitung erscheint immer noch. Dabei hatten doch schon damals die naseweisen Jungintellektuellen beschlossen, dass Springer und besonders sein Flaggschiff Bild grundböse und schnellstmöglich zu eliminieren sei. Zwar ist nun Axel Springer tatsächlich tot, doch Bild erfreut sich bester Vitalität. Was für eine Provokation, wenn der Springer-Verlag zum 60er-Jubiläum am 23. Juni nun auch noch 41 Millionen Gratisausgaben der Bild in alle deutschen Briefkästen zu befördern ankündigt. Da wurde es mal wieder Zeit, im Namen der guten Sache gegen die Meinungs- und Pressefreiheit anzugehen.

Samstag, 26. Mai 2012

Sarrazins Eurotik

Da haben sich zwei Parteien gefunden: Wenn Sarrazin sich räuspert, bricht Mainstream-Politikern der dekorative Hassschweiß aus. Also räuspert er sich eben gerne ebenso publikumswirksam. Diese Tragikkomödie des Niedergangs ist aber nicht nur peinlich, sondern symptomatisch für vieles, was falschläuft. Diesmal erzählt uns Sarrazin, der alte Zahlenhexer, in seinem neuen Buch „Europa braucht den Euro nicht“ allerhand Sachen, die wir schon eine ganze Weile wussten. Immerhin: Vielleicht lässt seine Popularität noch einige Euro-Gefolgsmenschen konvertieren - was aber auch nichts hilft, solange den Mächtigen die Anzahl ihrer Gegner völlig egal ist. So entlarvt die Reaktion auf Sarrazin viel mehr über das neue Friedensreich Europa als dessen Argumente.

Samstag, 19. Mai 2012

Experten Exkremente

Obwohl sie es nicht nur zum ersten weiblichen britischen Regierungschef gebracht hat, sondern auch soeben zu einer berührenden Verfilmung ihrer Lebensgeschichte, konnte Margaret Thatcher natürlich auch irren. Ein Recht, von dem sie ausführlich Gebrauch gemacht hat, nicht nur als sie 1974 sagte „Es wird noch viele Jahre dauern - und dies nicht zu meiner Lebenszeit - bevor eine Frau britischer Premierminister wird". Experten, Fachleute, Spezialisten, Verantwortliche – sie alle können irren, sollten es aber möglichst nicht. Schlimm wird es, wenn sie fahrlässig, böswillig oder in Überschätzung ihrer Fähigkeiten oder Möglichkeiten ihre Schlüsselposition missbrauchen.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Beobachtungen 10


Diesmal sind es gleich drei in kurzer Folge gemachte Beobachtungen, aber sie gehören alle zu einem Thema. Vordergründig geht es ums Radfahren und um Radfahrer, aber es geht diesmal nicht um überfahrene rote Ampeln oder das Fahren ohne Licht, sondern um ein Phänomen dahinter. Lest selbst:

Samstag, 12. Mai 2012

Profitable Propheten

Der Club of Rome hat Maßstäbe gesetzt. Nicht in der vergangenen Woche, als er seine düstere Perspektive für das Jahr 2052 vorlegte, sondern 1972, als er seinen ersten Futurologischen Kongress veröffentlichte. Damals bewiesen die involvierten Wissenschaftler mit dem Selbstbewusstsein, das Wissenschaftlern nun mal eigen ist, dass es 1990 kein Erdöl mehr gebe, wenig später die halbe Menschheit verhungert sei und die Überlebenden unter einer menschgemachten Eiszeit erschauerten. Die genannten neuen Maßstäbe ergeben sich aber nicht aus der Realsatire solcher unprognostizierbaren Prognosen, sondern aus dem paradigmatischen Wandel, den die Studie „Grenzen des Wachstums“ trotzdem weltweit auslöste: Aus kritiklosem Zukunftsoptimismus wurde kritiklose Umwelthysterie, die inzwischen flächendeckend die Freiheit des Denkens und Handelns erodiert.