Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 13. April 2013

Sanktionen, die sich lohnen

In einer Welt der steten Verwirrung hat es beinahe etwas Beruhigendes, wenn sich etwas kontinuierlich verhält. Neben wachsenden Lebenshaltungskosten fallen uns da spontan die Müllberge und die Dummheit ein. Eine weitere Konstante, die immerhin Millionen Menschen betrifft, wird von der Öffentlichkeit aber weitgehend ignoriert: Seit etlichen Jahren steigen die Sanktionen gegen erwerbsfähige Hartz-IV-Empfänger jährlich im zweistelligen Prozentbereich. Im vergangenen Jahr wurde nun die Millionengrenze geknackt und damit eine neue Rekordmarke gesetzt bei der Ausgrenzung eines erheblichen Teils unserer Gesellschaft. Ihr seid (noch) nicht betroffen und haltet das deshalb für unwichtig? Hoffentlich zumindest dann nicht mehr, wenn sich daran beispielhaft eine neue Facette der geistig-moralischen Verfassung Deutschlands zeigen lässt.

Samstag, 6. April 2013

Rosa-Zukunft

Angela Merkel hat sie nicht, denn sie muss in nächtelangen Sondersitzungen die Europäische, die Christlich-demokratische oder ihre persönliche Union retten. Günther Jauch hat sie nicht, denn er muss ununterbrochen die Intellektualität der Fernsehunterhaltung und nebenbei noch die Potsdamer Stadtlandschaft retten. Denis Scheck und Dieter Moor haben sie nicht, denn sie müssen die Kultur nach ihrem Gusto vor allen Missetätern retten. Konrad Kustos hat sie erst recht nicht, denn er muss wöchentlich die Welt ein bisschen vor dem Niedergang retten. Was mag dieses kostbare Gut sein, das uns allen fehlt? Es ist natürlich die Zeit, die umso flüchtiger wird, je mehr wir von ihr haben. Dass diese Knappheit an Zeit aber keineswegs eine Folge des Tuns notwendiger Dinge ist, sollte schon die anfängliche Aufzählung nachgewiesen haben, vielmehr handelt es sich um ein Strukturproblem der Niedergangsgesellschaft.

Samstag, 30. März 2013

Der Mangel in der Mangel

Jedes dritte deutsche Unternehmen sieht in fehlenden Fachkräften die größte Gefahr für die eigene wirtschaftliche Entwicklung - und zwar schon für die nächsten Monate. Diese Statistik ist so absurd, dass es dafür nur zwei mögliche Erklärungen gibt: Paranoia oder arglistige Täuschung. Weil es soviel Wahnsinn selbst in der Welt des Wahnsinns nicht geben kann, bleibt nur Variante B. Und so trommelt die Propaganda des Konzernkapitalismus ihre Mär von einem notwendigen Wachstum, das immer mehr Fachkräfte erfordert, unters Volk. Das wird gerne wissenschaftlich mit Zahlenkolonnen und bunten Kurven untermauert, doch komisch, dass sich rund um Konrad Kustos stattdessen die arbeitslosen Akademiker häufen. Vielleicht, weil sie sich sperren, fachfremde oder unterbezahlte Arbeit anzunehmen? Oder weil sie mit Mitte Vierzig schon zu alt sind? Was sagen uns dann aber die 2222 jungen Berliner, die im vergangenen Juni nach erfolgreichem Abschluss ihrer Berufsausbildung den Weg zum Arbeitsamt antreten mussten?

Samstag, 23. März 2013

Euro-Eulen

In einer Studie über das „Dreiländereck“ Baden-Schweiz-Elsass haben interkulturelle Wissenschaftler Erstaunliches herausgefunden: Deutsche Kinder sind eher fettleibig, weil sie morgens früher in die Schule müssen. Ihre kulturellen Kontrahenten in der Schweiz und Frankreich hätten nämlich vor der Schule mehr Zeit und könnten gesünder frühstücken. Wir lernen: Essen macht schlank, französisches Frühstück ist gesund und Wissenschaftler wissen, was sie sagen. Dass auch beim Letzteren eher das Gegenteil der Fall ist, haben studierte Experten besonders am Beispiel EU massenhaft bewiesen, nun aber ist das Maß voll. Das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut hat vorgerechnet, dass Europa nur zu retten ist, wenn Deutschland in den anderen EU-Ländern die Arbeitslosigkeit mitfinanziert und ein System der „Umverteilung“ nationalen Besitzes in jährlichen Milliardenbeträgen eingerichtet wird. Die ohnehin bereits indirekt stattfindende Enteignung Deutschlands soll so intensiviert und institutionalisiert werden.

Samstag, 16. März 2013

Arbeit macht krank

Bildkomp.: C.Pontenagel 
In keinem anderen hochentwickelten Land der Welt ist die Wahrscheinlichkeit, dass man seinen 50. Geburtstag nicht mehr erlebt, so groß wie in den USA. Die (amerikanischen) Wissenschaftler, die das jetzt herausgefunden haben, sagen, sie wüssten nicht warum. Weil aber das Phänomen nach dem „Gesetz der kulturellen Zeitreise“, demzufolge die Amis alle Unarten rund zehn Jahre vor uns durchleben, in Kürze auch uns ereilen wird, lohnt es sich, in diesem Post einmal Kausalitätsforschung zu betreiben. Natürlich gibt es viele Ursachen, die zusammenspielen, aber der Favorit von Konrad Kustos sind die Arbeitsbedingungen, die der Niedergang mit sich bringt.

Samstag, 9. März 2013

Freiwild gekillt

„Frei.Wild" sind Freiwild. Das ahnten die Musiker aus Südtirol schon, jetzt wissen sie’s. Ihre Nominierung für den deutschen Musikpreis Echo wurde auf Druck konkurrierender Musiker, darunter die Berliner Band „Mia“, zurückgezogen, Diese vorgeblichen Gutmenschen behaupteten, Frei.Wild verträten „rechtes Gedankengut“. Ein Nachweis wurde nicht angetreten, dennoch cancelte der veranstaltende Bundesverband Musikindustrie die Einladung der Südtiroler – ein einmaliger bzw. besser erstmaliger Vorgang. Nicht die Gesinnung von Musik wird hier zensiert, sondern die Behauptung einer Gesinnung reicht schon für solche Zensur. An solchen Beispielen zeigt sich die Niedergangsgesellschaft immer offener als ein proto-totalitäres System. Das ist makaber, denn das System verleumdet seine Gegner in allerbester Spiegeltechnik genau mit den Vorwürfen, die auf es selbst zutreffen.

Samstag, 2. März 2013

Leid-Zeit-Arbeit

Copyright: Alff-Cartoon
Unerhört! Da begnügt sich Amazon nicht damit, uns billige Artikel und bisweilen auch verbilligte Artikel nahezubringen, sondern beschäftigt selbst billige Arbeiter. Das konnte die Medienwelt nicht billigen und initiierte einen Aufschrei der Empörung. Nun fragt sich sicher nicht nur Konrad Kustos, warum dies ausgerechnet jetzt geschah, wo doch unterbezahlte Leiharbeit ein Strukturkriterium der Niedergangsgesellschaft ist, also überall und das schon seit längerem stattfindet. Die Antwort dürfte im Detail zu finden sein: Die betroffenen Menschen waren diesmal Polen und Spanier, und erst damit bekommt es eine politische Komponente außerhalb des blinden Flecks der täglich verschwiegenen Ausbeutung. Für deutsche Zeitarbeiter hätte es diese humanisitäre Betroffenheit nicht gegeben.