Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Schwiriche Wirrsicht

Kürzlich hat sich Udo Lindenberg politisch geäußert: Die Demonstrationen gegen die Banken begrüße er. Da war die Welt dankbar, dass sich hier ein Mann der komplexen Analysen und der vorbildlichen Lebensführung klar positioniert hatte. Er finde die neue deutsche Protestkultur „geil“, fügte er noch erklärend hinzu. Soweit, so na ja. Doch dann fügte er etwas hinzu, was nicht nur wegen des wirren Satzbaus den entschiedenen Protest dieses Blogs hervorrufen muss: „Deutschland ist auf einem guten Weg. … Jetzt müssen wir nur noch das Individuum heiligsprechen, dass jeder Mensch eine absolute Kostbarkeit ist.“ Wie bitte: In einer vom Individualismus zerfressenen Gesellschaft soll das Individuum jetzt auch noch heiliggesprochen werden?

Sonntag, 11. Dezember 2011

Lohn der Intervention

Eine virtuelle Gesellschaft erfindet immer wieder neue Wörter, um missliche Dinge schöner aussehen zu lassen als sie sind. Umsiedlung statt Vertreibung, Lohnangleichung statt Lohnsenkung und Entsorgungspark statt Mülldeponie. ‚Intervention’ ist auch so ein Wort, suggeriert es doch, dass kompetente Kräfte eingreifen, um das Schlimmste zu verhindern. Dabei liegt man mit dem deutschen Terminus ‚Einmischung’ viel näher dran: Leute, die sich einbilden, sie seien kompetent, oder die dies aus Eigeninteresse vorgeben, mischen sich mehr oder weniger ungefragt in die Angelegenheiten anderer Leute ein. Was dabei herauskommt, gehört meistens in den Entsorgungspark. In dieser Woche waren 1000 mehr oder weniger kompetente Leute in Bonn, um über die Folgen der Intervention in Afghanistan nachzudenken. Das konnte nur so erfolgreich enden wie die Rettung des Euro oder wie der Versuch, weggelutschte Bonbons wieder in die Tüte zu stecken.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Relativer Rassismus

Die Gruppen der Fußball-Europameisterschaft wurden dann doch tatsächlich ausgelost, obwohl die Sportart wieder einmal gegen alle Regeln des politisch korrekten Fair Play verstoßen hat. Das meinten jedenfalls voller Zorn und Häme die üblichen Sichaufreger von Politik und Medien (wo ist eigentlich noch der Unterschied?). Verursacher war diesmal der 75-jährige offizielle Anführer der Fußballgemeinschaft Sepp Blatter, seines Zeichens Präsident des Weltverbandes FIFA, der es wagte, einmal in seinem Leben die Wahrheit zu sagen. Was war sein „Verbrechen“? Er hat bestätigt, dass es auf dem Fußballplatz häufig und naturnotwendig zu Beleidigungen kommt. Was war sein Fehler? Er hat nicht bedacht, dass manche Wahrheiten wahrer sind als andere.

Sonntag, 27. November 2011

Verkehr verkehrt

Am vergangenen Sonntag ging es hier ziemlich allgemein um die Profiteure einer zu niederen Zielen instrumentalisierten Umwelthysterie. Dabei war die Rede vom großen ideellen und materiellen Schaden, der aus nur scheinbar gutem Willen erwächst. Die neueste, milliardenteure Chaostheorie der Konstrukteure des Niedergangs betrifft in diesem Zusammenhang das Elektro-Auto. Sparsam, umweltfreundlich, zukunftsweisend soll es sein. Da kann ja nichts mehr schiefgehen...

Sonntag, 20. November 2011

Erträgliche Umwelt

Leute, die durch die Gegend laufen, und sagen, dass sie am liebsten der Umwelt den Garaus machen würden, sind relativ selten. Die Welt zu erhalten, auf der wir leben, ist derart abstrakt gesehen ein Thema, über das es keine zwei Meinungen geben dürfte. Gerade deshalb ist es so erfolgversprechend, auf dem üppig sprießenden Feld der Umweltbesorger persönliche Ernten einzufahren. Aber nur für den, der es schafft, aus all den naturgegebenen Umweltfreunden wie Du und ich herauszuragen. Das ist nicht einfach, denn fantasielos, wie Karrieristen sind, fällt ihnen meist nur die Übertreibung des Problems und die Verkürzung der Zusammenhänge ein. So wird aus Umwelt-Engagement innerhalb dieser Strukturen schnell Umwelt-Fundamentalismus. Und wie wir wissen, kreiert Fundamentalismus am Ende nach dem Aktivistentum den Terrorismus.

Sonntag, 13. November 2011

Kunst verhunzt

Es gibt eine neue Fettecke! Die alte war ja schon 1986 einer putzenden Kulturbolschewistin zum Opfer gefallen. 40.000 Mark musste damals, als ein gesunder Menschenverstand fünf Kilo zum Kunstwerk deklarierte ranzige Butter entsorgt hatte, das Land Nordrhein-Westfalen in zweiter Instanz an den geistigen Erben der deutschen Nachkriegskunstinstanz, Joseph Heinrich Beuys, bezahlen.
Weil Künstler bekanntlich kreativ sind, ist die neue Ecke nun keine Ecke mehr und auch nicht aus Fett, sondern eine verkalkte Plastikwanne.

Donnerstag, 10. November 2011

Beobachtungen 7

Plötzlich drei Grad tagsüber und Lichtverhältnisse wie in Mordor. Na ja, irgendwann musste es ja so kommen. Wenigstens liegt das am wenigsten am Niedergang, sondern an der Jahreszeit. Erstaunlicherweise kriegt diesen ruppigen Wechsel manch einer nicht mit, oder besser manch eine. Junge Mädchen im Frühling des Lebens schaukeln scharenweise ihre Dekolletes unter knappen Hemdchen weiter durch die Gegend als gäbe es nicht schon seit Wochen Schokoladenweihnachtsmänner bei Aldi. Statt Schmunzeln oder Stirnrunzeln soll das Anlass sein, mal wieder über kybernetisches Denken nachzudenken.