Das Schicksal konnte diese Geschichte nicht besser schreiben: Ausgerechnet der französische Fußball-Nationaltrainer Laurent Blanc (dt.= Weiß) trat kürzlich einen "Rassismus-Skandal" los. Er und seine weißen Funktionärskollegen hatten leise darüber nachgedacht, wie man den Einfluss von (nichtweißen) Afrikanern und Arabern auf den französischen Spitzenfußball begrenzen könne. Eine 30%-Quote war ihnen eingefallen, mit der die Anzahl der "Übersee"-Franzosen in Sportschulen und Leistungszentren begrenzt werden sollte, um die Chancen der nichtmigrierten Franzosen zu verbessern. Trotz sechs Siegen der Equipe Tricolore in Folge wurde daraufhin von den auch in Frankreich (bei solchen Themen) hochsensiblen Medien Blancs Kopf gefordert.
Nun war das Überlegen, die französische Nationalmannschaft ein bisschen französischer aussehen zu lassen, sicherlich nachvollziehbar und angesichts des mit rund zehn Prozent Anteils der Migranten an der Gesamtbevölkerung weit unter der geforderten Kappungsgrenze von 30 Prozent und damit auch irgendwie begründbar. Doch letztlich war das Ansinnen bloß unverschämt und schwachsinnig. Schwachsinnig, weil es Frankreich vielleicht um begnadete Fußballer bringen könnte, und unverschämt, weil es Bürger, die eine Leistung bringen wollen und können, vom Erfolg ausschlösse.