Nun wissen wir es ganz genau: „Das sind keine Menschen, die sowas tun. Das sind Verbrecher.“ Die Einschätzung, dass Verbrecher keine Menschen sind, und wer alles einen Verbrecherstatus verdient, stammt vom sächsischen CDU-Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich und bezog sich auf die Vorfälle von Clausnitz. Eine aufgebrachte Gruppe von knapp 100 Menschen hatte dort laut skandierend einen Flüchtlingstransport verängstigt. Eine nicht hilfreiche und die Falschen treffende Aktion gewiss, doch anscheinend im gesetzlichen Rahmen, wenn selbst die Systemmedien erst den Tatbestand „Brüllangriff“ erfinden mussten. Was also treibt einen hohen Funktionär dieses Staates dazu, diese Menschen nicht nur als Verbrecher zu bezeichnen, sondern ihnen den Status des Menschseins abzusprechen? Hier offenbart sich ungescholten durch Medien und Kollegen eine nicht für möglich gehaltene Verrohung, ja Verwahrlosung des bundesdeutschen Diskurses. Es offenbart sich aber auch ein entsetzlicher Niedergang der persönlichen moralischen Kompetenz dieses bestimmten Menschen und vieler anderer Menschen an sich.
Wir sind wieder soweit, dass unliebsame Personen zu
Untermenschen erklärt werden können. Soweit so schlecht, doch man muss den Kopf
schütteln, bis er abfällt, wenn man diese präsidiale Hetze ins Verhältnis setzt
zu den tagtäglichen und zunehmenden Verbrechen des sich selbst so
bezeichnenden „antifaschistischen“ Kampfes. Bleiben wir einmal bei den im
politischen Alltag immer unschärfer werdenden Begriffen rechts und links, um
klar ausdrücken zu können, dass diese „linke“ Gewalt gegen meist Unbescholtene
auf immer größere Sympathie zu stoßen scheint, während unbewaffnete
demonstrierende Bürger ihren Menschenstatus verlieren.
Herr Tillich und seinesgleichen haben bei ihrer
willkürlichen und durch kein Gesetz gedeckten Unterscheidung in gute und böse
Gewalt natürlich Gründe, auf die zum Ende dieses Textes noch eingegangen werden
wird. Verharren wir vorerst bei diesem großen blinden Fleck des Systems. Wo
Politiker und Medien dicht am anaphylaktischen Schock sind, wenn ein
AfD-Politiker im Stehen pinkelt und wo ein EU-Kommissar sich allein bei der Vorstellung größerer Nähe zu einer
AfD-Politikerin das Leben zu nehmen droht, schweigt die ganze Mischpoke wenn die gute, wenn auch vielleicht nicht ganz so gute Gewalt wie im Februar in
Berlin Straßenzüge brennen lässt und bürgerlichen Widerstand mit
individuellem Terror bricht.
Inzwischen 10.000 Angriffe auf die AfD meldet die
systemkritische Zeitschrift Compact, und auch wenn diese Zahl übertrieben sein könnte,
wäre sie selbst bei der Hälfte noch eine unglaubliche Dimension. Auf einen
Plakatekleber der Partei, deren Wahlplakate, also selbstverständliche Teilhabe
am rechtsstaatlichen Procedere, sowieso grundsätzlich zerstört werden, wurde
sogar geschossen. Autos brennen und Büros werden verwüstet, während der Staatsschutz, wenn überhaupt, folgenlos ermittelt. Wundert es,
dass die entsprechende Meldung der Berliner Morgenpost zu den Anschlägen statt mit
Entrüstung auch noch mit der Dachzeile „Protest“ positiv besetzt wurde? Protest
und Verbrechen kann man durchaus verwechseln, wenn es um die Darstellung einer
„guten“ Gewalt gehen muss.
Ein eigentlich politisch unverdächtiges Lokal in Berlin
wurde weitgehend zerstört, indem es mit Bitumen ausgesprüht wurde. Das diese
Selbstjustiz nachsichziehende Verbrechen des Inhabers war, dass er
AfD-Mitglieder bedient hatte. Das Bekennerschreiben formulierte das so: „Wer
Strukturen für faschistische Organisationen stellt, muss mit Angriffen
rechnen". Und was faschistisch ist, definiert in einem Rechtsstaat in
Auflösung eben schon mal der Mob.
Definitionshilfe erhalten die Autonomen vom System, denn das
unterscheidet bei den verhassten Kritikern schon längst nicht mehr zwischen
gesetzestreu oder ungesetzlich, zwischen verfassungsgemäß oder verfassungsfeindlich.
Rechtskonservativ, rechtspopulistisch, rechtsradikal und eben faschistisch sind
austauschbare Begriffe geworden. So diffus wie die Begrifflichkeit ist auch das
dahinterstehende Denken, und das ist gewollt, denn würde man differenzieren,
funktionierte das eigene schlichte Weltbild nicht mehr und die Basis der Macht
käme schon im eigenen Bewusstsein ins Wanken.
Tatsächlich stehen die Autonomen nicht wirklich weit entfernt
von jenen Politikern und Stadtverwaltungen, die der legalen politischen
Konkurrenz AfD ebenso stolz, offen und illegal reihenweise Versammlungsmöglichkeiten
entziehen. Kein zu beklagendes Problem für diese moralischen Gralshüter war es,
dass am Rande einer Pegida-Demonstration gleich elf Fahrzeuge auswärtiger
Teilnehmer in Flammen aufgingen. Schon im Dezember hatte der „Guten Gewalt“ in
Leipzig der provokante Aufmarsch einiger weniger Neonazis genügt, um ihr
„Gegendemonstration“ genanntes Spaßprogramm durchzuziehen. Die Folge waren 69 verletzte Polizisten,
50 beschädigte Dienstfahrzeuge sowie brennende Müllcontainer und Kabelschächte
von Verkehrsbetreibern.
Die so verdroschene Polizei und die düpierte Stadtverwaltung
mussten sich dann noch von der linken Landtagsabgeordneten Juliane Nagel sagen
lassen, die Obrigkeit habe „Proteste in direkter Nähe des Neonaziaufmarsches
verhindert“ und demokratischer Protest sei so „an den Rand und aus dem
Blickfeld der Nazis gedrängt" worden. Auch dies habe dazu beigetragen, „dass
Menschen ihre Wut an anderen Stellen entladen".
Da wollte die „Grüne Jugend“ Berlins natürlich nicht
zurückstehen und bezeichnete die Linksextremisten, die gerade einen
Streifenpolizisten beim Knöllchenschreiben zusammengeschlagen hatten, weil er durch „ihre“ Straße
lief, als „engagierte Menschen, die sich gegen Nazis und Rassisten einsetzen“. Wo
bleibt der Protest des Establishments gegen solche zynischen Parolen zu einem real
existierenden Hass?
Als Kollateralschaden werden natürlich auch deren Tolerierer
und Nutznießer bisweilen Opfer der spontanen und doch systemischen Gewalt. Büros oder
Wohnhäuser besonders von SPD-Politikern und Grünen werden mit Farbe beschmiert
- mehr als 30 Mal pro Jahr allein in Berlin. In den erfassten Fällen wurden
mehr als doppelt so viele linke wie rechte Täter gezählt.
Nach den Berliner Brandanschlägen vom Februar stritten sich
gleich zwei linksradikale Kommandos um die zweifelhafte Ehre, deren Verursacher
zu sein. Auf der Internet-Plattform von „linksunten.indymedia" kündigten
sie an, jeder Angriff auf linke Projekte, werde jetzt mit einem Sachschaden von
einer Million Euro vergolten. Während Justizminister Maas seine Kohorten gegen „Hasskriminalität“
im Internet in Stellung bringt und unter anderem schon eine Anonymous-Zelle
sperren ließ, bleibt ein solches Hassportal selbsterklärter Antifaschisten
unbeanstandet. Dass nicht wenigstens anstandshalber, damit es nicht so
auffällt, auch einmal ein linkes Portal von staatswegen zur Rechenschaft gezogen
wird, zeigt, welche irrealen Automatismen inzwischen greifen.
Ein Staat, der auf einem Auge gegen Gewalt blind ist,
versagt zur Gänze. In einem Internet-Kommentar heißt es zu diesem staatlichen
Polarisationsfilter: „Für mich ist bereits alles damit gesagt, dass es in allen
Diskussionen, die ein Minister Maas oder eine Journalistin Reschke über ‚Hasskommentare‘
führen, immer nur um rechte Hasskommentare geht. Das Wort rechts spricht man aber
nicht aus, weil man damit verdeutlichen würde, dass man nach gesetzlichem
Eingreifen ruft, aber dabei Gesetze mit einer Einschränkung versehen will. Es
gibt nun mal in einer demokratischen Rechtsordnung aus gutem Grund keine
explizite Strafe für ‚rechte Mörder‘ oder ‚rechte Diebe‘.“
Weit gefehlt, liebe Kommentatorin. Schon seit Juli des
vergangenen Jahres ist in Deutschland Kriminalität nicht mehr gleich
Kriminalität. Im Eilverfahren hatte Justizminister Heiko Maas mit einer
Änderung des Strafgesetzes „reagiert“. Können nun einem Täter vor Gericht
höchstpräzise „rassistische, fremdenfeindliche oder sonstige
menschenverachtende" Motive nachgewiesen werden, soll das Strafmaß
entsprechend höher ausfallen. Rechtsferne Rechtsprechung bedarf solcher
schwammigen Begriffe, um ihren Zweck zu erfüllen. Schon vorher allerdings war
die Justiz angewiesen, die Gesinnung des Angeklagten zu prüfen. Und dass die
Justiz solch ein Gesetz nicht braucht,
um parteilich zu sein, ist ohnehin ein Erfahrungswert.
Für den engagierten SPD-Innenpolitiker Tom Schreiber wäre es
stattdessen notwendig, auch linke Täter konsequent zu ermitteln, um zu
verhindern, dass die zerstrittenen Linksextremisten durch aktionistische Polizeieinsätze
wieder zusammengeschweißt werden. Bislang sei bei den Sicherheitsbehörden aber „weder
eine repressive noch eine präventive Strategie zu erkennen“. Der CDU-Verfassungsschutzexperte
Stephan Lenz sieht es ähnlich: „Präventionsbemühungen für den Bereich
Linksextremismus fehlen." So die randständigen Rufer in der Wüste.
Dank des höchstamtlich ausgerufenen „Kampfes gegen Rechts“
hat die linksradikale Zerstörungslust nun sogar ein quasi legalisiertes
Spielfeld. Mehr noch: Der von altlinker Ideologie durchsetzte Staats- und
Medienapparat arbeitet mit der von ihm als nützlich befunden Gewalt Hand in
Hand oder zumindestens hat er nicht das Sensorium, individuelle Gewalt
konsequent als das zu behandeln, was sie ist: kriminell.
Und Verschärfungen des Ungleichgewichts sind in Arbeit. Der
sich eingangs schon als Nichtdemokrat entlarvende Tillich rief kürzlich unter
ausdrücklichem Bezug auf eine „rechte Gefahr“ aus: „Deutschland braucht einen
starken Staat.“ Bis in die Sprache hinein reicht inzwischen schon wieder der
alte Geist der Unfreiheit. Diktatorische Systeme finden immer neue Feindbilder,
mit denen sie die Dummen hinter sich bringen, doch auch wenn die Methoden sich
ändern, bleiben die Motive immer dieselben.
Denkt man die politische Polarität also
weg, sind wir möglicherweise bald da, wo wir nie wieder hinwollten. Und die
gewalttätige Linke ist in diesem Szenario letztlich nichts anderes als eine
neue SA einer neuen Staatsordnung. Deren Gewalt ist nicht erst mit den
Migranten über uns gekommen, aber es fügt sich in dieser höheren Logik alles bestens
zusammen. Wohl aber auch, weil Irrationales so gut harmoniert.

Und nicht zu vergessen. In Leipzig wurden auch Straßenbahnwartehäuschen demoliert. Ich habe kürzlich entsetzt festgestellt, dass eine Website Namen auflistet, die in deren Augen Rechts sind. Ich erinnere mich noch an den Aufschrei, als wirklich Rechte, schwarze Listen für Linke führten. Und jetzt? Man findet es richtig, die Mitglieder sogenannter rechter Netzwerke namentlich ins Internet zu stellen. Der Katzenbuchautor - man mag zu seinen Ansichten stehen wie man will - ist auch drunter und AfD-Mitglieder. Das ist Gesinnungsterror und erinnert mich ganz fatal an die DDR mit ihrer Stasi. Übrigens, Tillich war ja Ratsmitglied für Handel und Versorgung in einem Stadtrat. Wo habe ich vergessen, will auch nicht nachschlagen. Als Stadtrat für Handel und Versorgung hatte er der SED sehr nahe gestanden (trotz Blockpartei CDU) und hatte berufsmäßig auch mit der Stasi zu tun. Das gehörte einfach dazu. Er ist in diesem Milieu sozialisiert worden. Wem wundert's, die Nachwirkungen sind heute bei ihm zu hören.
AntwortenLöschenDie Liste der angeblichen Rechten wird von der millionenschweren Amadeu-Antonio-Stiftung geführt. Deren Kopf arbeitet eng mit Heiko Maas zusammen. Auf dieser Seite werden namhafte Personen zusammen mit Verbrechern und Straftätern genannt. Wer früher Linksextremer war mutiert als Macher der Webseite jetzt zum Forscher für Rechtsextremismus. Heiko Maas machts möglich.
AntwortenLöschenHeute wird uns Moral permanent von oben nach unten eingetrichtert. Sie ist der Nasenring, an dem man uns von unseren Interessen wegzerrt und zu einem Handeln verleitet, mit dem wir uns selbst schaden. Das andere Ende der Leine halten die modernen Talk-Schau-Helden in der Hand und reiben uns mit depressiv-verbiesterter Miene ein, was wir gerade noch denken dürfen. Das wird von Jahr zu Jahr weniger. Unsere Moralvorbeter leiten ihre Anmaßung, Betroffenheiten zu erzeugen, aus einer Humanitätsideologie ab, deren berufene Interpreten und Inquisitoren sie selbst sind. Heutige Sozialtechniker finden hier eine gewaltige Spielwiese vor, schon unseren Kindergartenkindern ihre Betroffenheitsneurosen aufzupfropfen. Wie Pilze schießen die Mahnmale einer Moral als Geßlerhüte aus dem Boden, vor denen wir uns pflichtschuldigst zu verneigen haben. Dagegen wandte sich Schopenhauer unverändert aktuell: »Einige deutsche Philosophaster dieses feilen Zeitalters möchten den Staat verdrehn zu einer Moralitäts-, Erziehungs- und Erbauungs-Anstalt: wobei im Hintergrunde der jesuitische Zweck lauert, die persönliche Freiheit und individuelle Entwicklung des Einzelnen aufzuheben, um ihn zum bloßen Rade einer Chinesischen Staats- und Religions-Maschine zu machen. .... Dies aber ist der Weg, auf welchem man weiland zu Inquisitionen, [Ketzerverbrennungen] und Religionskriegen gelangt ist.« (Arthur Schopenhauer, D , 1841, § 17, S. 242).“ (Klaus Kunze, Mut zur Freiheit - Ruf zur Ordnung, 1995, S. 131).
AntwortenLöschenNimmt denn NIEMAND zur Kenntnis:
AntwortenLöschenMERKEL ist,-Gescheitert !
Die EU-hat sich BEWÄHRT!- Hat hier,- eine Verrückte dann GESTOPPT !
Natürlich auch die CSU und rechte CDU`ler...! (u.a. BOSBACH)
Die Bewährung (!) für die AFD liegt doch darin, die assozialen Linken, kommunistischen Ursprungs) , - dann zu Begrenzen ! ---
"Straßen-Horden"- müssen eben mit besonderen Mitteln BEKÄMPFT werden ! --- Außerhalb der Polizei...!