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Samstag, 1. März 2014
Hollywoods Höllenfahrt
Den Golden Globe hat er schon, den Oscar will er am Sonntag noch: „12
years a slave“. Der Film verfügt über große Bilder, große Schauspielleistung,
große Tragik und erst recht einen großen Anspruch - und umso größer ist sein
Scheitern. In den Medien und der anderweitigen Öffentlichkeit wird das
allerdings nicht wahrgenommen. Hier adelt ihn seine eindeutige moralische
Position und seine Aufarbeitung eines schrecklichen Kapitels der amerikanischen
Geschichte. Doch reicht das aus? Die erzählte Geschichte verlässt sich in
dreistem Maße auf das gezeigte menschliche Elend und eine unglaubliche und
unnötige Zurschaustellung von Brutalität, mit der davon abgelenkt wird, dass
die Geschehnisse und die handelnden Personen undifferenziert geschildert werden
und damit unglaubwürdig und blass bleiben. So könnte man kalauern, es handele sich um eine
echte Schwarz-Weiß-Story. Das aber wiederum ist Absicht und der Grund, warum
dieser Film in der Herstellung wirklich ärgerlich ist und in der Rezeption ein verallgemeinerbares
Schlaglicht auf das Kulturverständnis des Niedergangs wirft.
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