Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 24. November 2012

Verführung zur Führung

Unter den Leuten, die freiwillig und unentgeltlich für Wikipedia arbeiten, sind weniger als 10% Frauen. Vorausgesetzt, man sieht wie Konrad Kustos diese größte, unabhängigste und fehlerärmste Enzyklopädie aller Zeiten als einen der wenigen Lichtblicke in der Welt des Niedergangs, so stellt sich die Frage: Wollen die Frauen nicht, oder können sie nicht? Wenn aber eine Gruppe so wenig Energie oder Kompetenz aufbringt, freiwillig am Aufbau konstruktiver Strukturen mitzuarbeiten, warum sollte diese Gruppe dann für sich in Anspruch nehmen können, dort gleichgestellt zu werden, wo es persönliche Vorteile zu holen gibt, also beispielsweise bei der Besetzung von Aufsichtsratsposten in Großunternehmen? Genau das soll laut EU-Beschluss jetzt passieren, und obwohl vor einer Woche dazu schon die vordergründigen Fakten gegeneinandergestellt wurden, fehlt noch eine polemische Breitseite gegen die politisch-korrekten Ladenhüter-Philosophien, die diesem dirigistischen Beschluss zugrundeliegen. Nun gut, hier ist sie: Männer und Frauen sehen die Welt anders, fühlen die Welt anders und haben völlig unterschiedliche Fähigkeiten, was diverse „Ungleichbehandlungen“ durchaus legitimiert.

Samstag, 17. November 2012

Aussicht auf Aufsicht

Quelle: toonpool.com
Frauenfreundlichkeit geht auch anders: Vor wenigen Jahrzehnten forderte die Verkehrserziehungssendung „Der 7. Sinn“ von männlichen Autofahrern Rücksichtnahme auf das weibliche Geschlecht, weil dies seine Fahrzeuge nicht wirklich unter Kontrolle habe und den Rückspiegel vornehmlich zum Schminken nutze. Heute wird Rücksichtnahme anders interpretiert: Weil es im Job für Frauen viele Ungleichbehandlungen und Vorbehalte gab und gibt, soll nun mit Gewalt statt mit Verstand Gerechtigkeit auf Erden geschaffen werden. EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat sich ihren Lebenstraum erfüllt und gegen massive Widerstände auch in der eigenen Organisation eine Frauenquote in Aufsichtsräten durchgesetzt. Wem sie damit letztlich nutzt, muss allerdings kybernetisch hinterfragt werden…

Samstag, 10. November 2012

Essen ist menschlich

"Die Formel für gesunde Ernährung"
Bild: Dario Sabljak
Je länger die Menschen leben, je sicherer dieser Leben wird, desto hysterischer wird ihre Angst, diese Qualität aufs Spiel zu setzen. Dafür nehmen Autofahrer dann Tempo-30-Zonen-Terror in Kauf, Eltern bringen die Kinder fast bis zum Abitur in die Schule und jede Erdbebenwarnung in Peru lässt hier den Adrenalinpegel in die Höhe schnellen. Die Besserwisser, die stattdessen lieber S-Bahn surfen oder Free-climben sind kein Gegenbeweis, sondern nur eine Bestätigung des Phänomens in seiner exzessiven Umkehrung. Und natürlich ist das Essen - als wohl unsere wichtigste Verhaltensweise - in den Focus dieser (Über-)Lebensparanoia gerückt. Wenn dabei alles so wäre, wie es scheint, dann wäre das Essen inzwischen ja geradezu lebensgefährlich.

Samstag, 3. November 2012

Dick ist doof


Der dickste Mann der Welt wog 570 Kilo, jetzt hat er 230 Kilo abgenommen. Beeindruckend. Würde Konrad Kustos versuchen 230 Kilo abzunehmen, wäre er schon nach einem Drittel der Distanz verschwunden. Die wenigsten kommen auf die Idee oder in die Lage, so viel abzunehmen. Nach Erhebungen des Robert-Koch-Instituts haben zwei von drei Männern in Deutschland Übergewicht und jede zweite Frau. Unabhängig von diesen individuellen Schicksalen kommt es auch für die Gemeinschaft dicke: Übergewichtige belasten das Gesundheitssystem laut einer Studie mit 17 000 000 000 Euro. Und auch hier stellt sich die übliche Frage: Wie konnte das passieren, und was machen wir nun?

Samstag, 27. Oktober 2012

Austreten statt Ausreden

Quelle: toonpool.com
Beginnen wir heute mit einem so schönen wie richtigen Zitat. „Für Millionen Menschen sind die Aussichten auf einen Arbeitsplatz noch immer zu schlecht, die Kluft zwischen Armen und Reichen ist noch immer viel zu groß.“ Und weil’s so schön ist, noch eins drauf: „Ohne größere Gerechtigkeit und Gleichheit ist das Wachstum nicht nachhaltig.“ Der Kamm in der Suppe ist nur, wer das gesagt hat, nämlich Christine Lagarde die Direktorin des Internationalen Währungsfonds und Jim Yong Kim, seines Zeichens Weltbankpräsident und gelernter Arzt, also die beiden mächtigsten Vertreter der beiden mächtigsten Finanz-Institutionen, die dafür sorgen, das die Finanz- und Wirtschaftstrukturen der Welt so bleiben, wie sie sind. Dafür können wir uns also ungefähr so viel kaufen, wie demnächst für den Euro, nämlich gar nichts.

Samstag, 20. Oktober 2012

Friede, Freude, Eurokuchen

In nur vier Monaten hat die rechtsradikale griechische Partei "Goldene Morgendämmerung" ihre Umfragewerte auf 14% verdoppelt. Die Linksradikalen sind schon bei 30%. Das Pulverfass Europa glimmt, wir werden weiter unten noch darauf zurückkommen. Währenddessen werkelt man gewohnt einvernehmlich auf höchsten europäischen Ebenen an neuen Methoden, die Augen vor der Realität zu verschließen. Immerhin haben sich Merkel und Hollande am Donnerstag auf ihrem soundsovielten Krisengipfel mal öffentlich gezankt, heraus kam aber wieder nur ein fauler Kompromiss, nach der die Bankenaufsicht zügig eingeführt werden soll, aber eben nicht völlig ohne Vorbereitung, wie es die zum Lager der Hasardeure übergelaufenen Franzosen wollten. Jetzt wird also erst mal ein „Rechtsrahmen“ erarbeitet, bevor das virtuelle europäische Geld des Rettungsschirms ESM direkt an die Pleitebanken durchgereicht wird, damit das Schuldenkonto der jeweiligen Länder nicht mehr belastet werden muss. Das klingt nur solange gut, wie man zu den Lügnern gehört oder zu denen, die belogen werden wollen.

Samstag, 13. Oktober 2012

Blind Date

Die Welt ist ungerecht, aber anstatt sie gerechter zu machen, wird mit allerhand Ungerechtigkeit dafür gesorgt, dass sie gerechter aussieht. In meinem Buch "Chaos mit System" nenne ich dieses Phänomen die Virtualisierung der Welt. Das hat leider noch nicht viel daran geändert, dass immer wieder politisch Korrekte ihre Stunde gekommen sehen, der Gesellschaft neuen und noch gerechteren Blödsinn unterzujubeln. Jetzt müssen wir auch noch lernen, dass man Diskriminierungen Jobsuchender am besten vermeidet, indem man nichts von ihnen weiß.