Als kürzlich das Statistische Bundesamt seine aktuellen Zahlen zur Migration vorlegte, jubelte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen dennoch und sprach von einem „Glücksfall". Es gehe nicht nur um die Zahl, sondern vor allem um die neue Qualität der Zuwanderung. „Das hilft unserem Land, macht es jünger, kreativer und internationaler, gibt frische Impulse und mehr Wettbewerbsfähigkeit." Die frommen Wünsche der Christdemokratin wollen wir ihr lassen, aber ausdrücklich schließt sie ja auch die Gesamtzahl der Migranten, also beispielsweise die alten oder unkreativen, in ihren Wohlfühlkatalog ein.
Welche Werte und welche Logik legt sie dem wohl zu Grunde?
Erst kürzlich hatte Konrad Kustos auf die Problematik krimineller Masseneinwanderung
hingewiesen. Natürlich ist nur der kleinste Teil der zu erwartenden Einwanderer
kriminell, doch ebenso sicher ist mit einer problematischen Klientel zu
rechnen, und das liegt in ihrer nationalen und vor allem sozialen Herkunft
begründet.
Von den Zuwanderern 2012 waren 966.000 Ausländer und 115.000
deutsche Rückkehrer. Zwei Drittel der Einwanderer kamen aus Ländern der
Europäischen Union. In absoluten Zahlen stammen die meisten Zuwanderer mit
knapp 180.000 aus Polen, gefolgt von Rumänien mit 116.000, Bulgarien mit 58.000
und Ungarn mit knapp 54.000. Kommen aus
diesen zumindest ökonomischen Krisenregionen die jungen, innovativen Kreativen der
von der Leyen, oder handelt es sich nicht vielmehr zu einem großen Teil um eine
Armutswanderung schlecht ausgebildeter, schlecht sozial integrierter und
weltanschaulich rückschrittlicher Menschen?
Wenn überhaupt, wäre eine relevante einigermaßen qualitätsvolle
Zuwanderung aus den kriselnden Alt-EU-Ländern Südeuropas zu erwarten.
Tatsächlich steigen hier die Kontingente erheblich, doch können selbst in der Addition
Griechen, Italiener und Spanier den balkanischen Einwanderern nicht das Wasser
reichen. Der von dort anhaltende und sich massiv verstärkende Zustrom ist unstrittig
auf die von interessierten Kreisen durchgepeitschte Osterweiterung der EU zurückzuführen und
treibt unterversorgte und ausgegrenzte Bevölkerungsteile in die alten
EU-Länder. Ein Aderlass von 10% der Gesamtbevölkerung wird von dort kolportiert.
Ursprünglich war das Ziel der neuen Völkerwanderung eher Südeuropa, doch aus
offensichtlichen Gründen zieht der Treck nun nach Deutschland weiter.
Bei all solchen Zahlenspielen muss man immer mit einer
erheblichen Dunkelziffer, also noch wesentlichen höheren Fluktuationen rechnen.
Allein bei den offiziell ermittelten unter den illegalen Einwanderern gab es
mit 21.000 schon 2011 ein Plus von 18%. Der rasante Zuzug führt hauptsächlich
in die großen Städte und dort zu hoher Arbeitslosigkeit (nicht nur) bei den Ankömmlingen.
Sind in Stuttgart und München noch vergleichsweise moderate 6% der Bulgaren und
Rumänen betroffen, so sind es in Berlin bereits 25 und in Duisburg sogar 27%.
Pietätvoll lässt die offizielle Statistik auch einen
wesentlichen Umstand aus: Zwar sind nicht alle Zuwanderer vom Balkan Roma, doch
ein relevanter Teil sehr wohl. Schon jetzt zeigen sich in großen Städten neue Elendsquartiere
dieser Leute, die man nicht mehr Zigeuner nennen darf, deren spezielles Sozialverhalten
sie aber schon in ihren Heimatländern zu Ausgegrenzten gemacht hat. Sie haben
sich dort als integrationsresistent erwiesen, lernten beispielsweise die Landessprache
nur rudimentär (wenn überhaupt), pflegten eine eigene Stammesgerichtsbarkeit,
und über die Methoden des Broterwerbs decken wir mangels genauerer Kenntnisse
den Mantel des Schweigens.
Fakt ist, dass die Roma in ihrer neuen Heimat unter aus
unserer Sicht menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen, wenngleich die
erzielten Stundenlöhne zwischen drei und vier Euro bis zu zehnfach über den
Einnahmen in einem der Roma-Ghettos Bukarests liegen. Sie werden von Schleusern
als Touristen mit Kleinbussen nach Deutschland transportiert und hier bei heimischen
Wucherern in Bruchbuden untergebracht. Allein in Berlin-Neukölln zählt das
Bezirksamt bereits 30 solcher Ghetto-Häuser.
Zur Finanzierung der Wuchermieten haben die Schleuser ihnen
noch einen Tipp oder sogar gleich ein ausgefülltes Formular mitgegeben: Im Ordnungsamt
des Wohnbezirks wird damit für 26 Euro ein selbständiges Gewerbe beantragt. Man
macht sich damit offiziell im Transportwesen oder als Abrissunternehmer
selbständig. Beliebt ist auch der „Public-Relations-Assistent“, wohinter sich
eine Tätigkeit als Werbezettelverteiler verbirgt. Und schon dem
frischgebackenen Selbstständigen im Sozialstaat Kindergeld zu. Für jedes Kind
bekommt eine Roma-Familie in Berlin mehr Geld als ein Lehrer in Rumänien Gehalt.
Die Zahl der rumänischen beziehungsweise bulgarischen
„Selbständigen“ hat sich alleine im vergangenen Jahr um fünfzig Prozent erhöht.
Berlinweit wurden im ersten Dreivierteljahr 2012 mehr als 4900 neue selbständig
Gewerbetreibende aus Rumänien und Bulgarien registriert.
In Deutschland dürfte es undenkbar und wahrscheinlich auch
unvereinbar mit der EU-Gerichtsbarkeit sein, die Gesetze dem Problem anzupassen
und damit Einwanderungsanreize zu minimieren. Bei den eingangs erwähnten Briten
wird allerdings durchaus erwogen, bulgarische und rumänische Migranten von der
Sozialhilfe auszuschließen oder sie wieder auszuweisen, wenn sie innerhalb von
drei Monaten keinen Job haben. Außenminister Duncan Smith wendete sich dann
auch strikt gegen Pläne der EU-Kommission, Einwanderern vom Tag ihrer Einreise
an staatliche Unterstützung zu gewähren.
In Deutschland bleiben die finanziellen Folgelasten
hauptsächlich an den Kommunen hängen - und die schreien Alarm. „Die EU kann
Rettungsschirme für Banken aufspannen. Wir brauchen jetzt dringend
Rettungsschirme für Menschen. Wenn man sich zutraut, den Finanzmarkt zu regeln,
dann sollte man sich auch zutrauen, soziale Probleme zu lösen", sagte dazu
Birgit Zoerner, die beim Deutschen Städtetag den Arbeitskreis „Zuwanderung von Menschen
aus Rumänien und Bulgarien" leitet. Zoerner geht sogar noch weiter und
schlägt für eine Sozialdemokratin ungewohnte Töne an. Die EU habe in den Beitrittsverhandlungen schwere
Fehler begangen und die soziale Situation mit ethnischer Diskriminierung und
Korruption in Bulgarien und Rumänien nicht berücksichtigt. Die Kommunen hätten
diese Versäumnisse nun auszubaden.
„Künftig muss die Lösung sozialer Probleme eine Vorbedingung
für den EU-Beitritt eines Landes sein", spricht Zoerner das
Unaussprechliche dann doch einmal aus und fügt hinzu: „Die EU muss sich mit der
Frage befassen, wie man Zuzug steuern und verteilen kann, so ähnlich wie es im
Asylbereich bereits möglich ist." Ein frommer Wunsch, denn Zoerner hat
ihre Rechnung aufgemacht, ohne die wahren Interessen (Globalisierung,
Lohndumping) hinter der EU-Erweiterung und die wahren Machtverhältnisse zu
berücksichtigen.
Schließlich ist es eine elementare Funktion der EU,
regionale Bedürfnisse und an der Basis gewonnene Vernunft zaristisch
wegzuregieren. Deswegen steht auch mit Beginn des kommenden Jahres eine
drastische Verschärfung der Problematik ins Haus. Dann wird der deutsche
Arbeitsmarkt für die „Unionsbürger“ aus Rumänien und Bulgarien geöffnet werden.
Damit gehen auch größere Berechtigungen im Bereich der Sozialleistungen einher. Zwischen 120.000 und 180.000 zusätzliche
(offiziell) Arbeitssuchende erwartet der Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen
Weise.
Ausgerechnet die Bulgaren haben nun am Donnerstag
ausgerechnet den Deutschen gezeigt, wie man in Notsituationen mit
problematischen Einwanderern umgehen kann: Sie wollen eine 30 Kilometer lange
Mauer an der Grenze zur Türkei bauen, um sich vor illegaler Zuwanderung aus
Syrien zu schützen. Der bulgarische Innenminister begründete das so: „Wenn wir
die Flüchtlingsströme nicht unter Kontrolle bekommen, werden wir eine
humanitäre Krise erleben, die unser ganzes Sozialsystem durcheinanderbringen
würde." Außerdem warnte der Politiker von einem Anstieg organisierter
Kriminalität und dem Eindringen von Terroristen zusammen mit den Flüchtlingen.
Wie sich die Bilder gleichen! Eine Mauer? Das hätte doch auch was für
Deutschland. Da kennen wir uns doch aus. Das Verständnis des EU-Bruderlands
Bulgarien können wir nun schonmal voraussetzen. Und dann holen wir uns junge,
kreative, bulgarische Mauerexperten ins Land, die uns beim Mauerbau helfen
können…

Das Thema begleitet uns in Berlin zunehmend. Fast täglich wächst die Anzahl der Autos mit den Nummerschildern RO und BG. Alte Laubenkolonien wachsen zu Slums. Ist denn die Politik wirklich so blind zu erkennen, dass es sich hier offenkundig wirklich um Wirtschaftsflüchtlinge und Betrügerbanden handelt, die es auf unser all zu soziales System abgesehen haben? Die Entwicklung macht Angst!
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