Migration kostet - Widerstand auch
Alles verursacht Kosten, aber nicht für jeden. Zum Beispiel
die Kreuzfahrt auf einem Luxusschiff wie der Ocean Gala: Im Februar
nichtüberraschte uns die Meldung, dass die schwedische Migrantenbehörde das
Boot für 100.000 Dollar am Tag zur Unterbringung von 1750 Migranten gemietet
hat. Ob sich das für den Vermieter wohl rechnet angesichts der anschließend
notwendigen Generalüberholung? Die deutschen Willkommensjubler und ihre Entourage
stören exorbitante Kosten sowieso nicht, denn sie glauben ja, ihr so erkauftes
gutes Gewissen nicht wirklich selbst bezahlen zu müssen. Doch auch sie sind
Teil dieser Volkswirtschaft für die solcherart Spaßvergnügen ein teures ist.
Von 50 bis 900 Milliarden Euro Fluchtfolgekosten in Deutschland reichen die
Schätzungen der Fachleute je nach Kompetenz und politischer Couleur. Der mit
eindeutiger politischer Absicht formulierte angebliche Nutzen der
unkontrollierten Einwanderung, der zu diesen Kosten einen Gegenwert bilden
könnte, erweist sich dagegen mehr und mehr als Propagandalüge. Und nun kommen
zu den Kosten der Einwanderung noch Kosten für die Vermeidung weiterer
Einwanderung und für leerlaufende Prozesse bei der derzeitigen zwischenzeitlich
gelungenen Reduzierung hinzu.
2300 „Asylexperten“, Übersetzer und Polizisten entsendet die
EU im Rahmen des Türkei-Deals nach Griechenland, mit Trennungszulage versteht
sich. Drei Milliarden Euro soll die Türkei dafür erhalten, die Flüchtlinge von
den Leuten fernzuhalten, die eben noch freudig erregt Teddys geworfen haben.
Und wenn die drei Milliarden aufgebraucht sind, gibt es die nächsten drei Milliarden
usw. 2,3 Milliarden Euro bewilligte Deutschland schon für die Krisenhilfe in
Syrien und Umgebung. Keine Kostenangaben sind möglich, wenn es um die
Belastungen durch die für den Juni angekündigte Entscheidung zur Aufhebung der
Visumspflicht für türkische Bürger geht.
So konkret wie möglich und wie es ihnen ihre Auftraggeber
vorgeben, haben Wirtschaftswissenschaftler die Kosten der Migration berechnet.Für das „arbeitgebernahe“ Institut der
deutschen Wirtschaft (IW) kosten Unterbringung, Verpflegung sowie Integrations-
und Sprachkurse für Flüchtlinge den Staat 2016 und 2017 knapp 50 Milliarden
Euro. Im laufenden Jahr (vermutlich meint die Quelle „Zeit“
bei der Veröffentlichung im Februar 2016 das Jahr 2015) seien für Unterbringung
und Verpflegung von rund 1,5 Millionen Asylbewerbern 17 Milliarden Euro
angefallen. Hinzu seien fünf Milliarden Euro für Sprach- und Integrationskurse
gekommen. Dies habe zur Folge, dass die Regierung spätestens 2017 neue Kredite
aufnehmen müsse.
Der ebenfalls wirtschaftsliberale aber anscheinend nicht so
offensichtlich auftragsgebundene Professor für Finanzwirtschaft, Bernd
Raffelhüschen, kommt bei Focus-Money zu ganz anderen Ergebnissen. Er rechnet mit 900 Milliarden Euro Kosten für den deutschen
Steuerzahler durch den Flüchtlingszustrom und spricht von einer negativen
fiskalischen Dividende, die entsteht, wenn bis zum Jahr 2018 insgesamt zwei Millionen Flüchtlinge nach Deutschland kommen
und eine Integration in den Arbeitsmarkt innerhalb eines Zeitraums von sechs
Jahren gelingt. Raffelhüschen spricht dabei allerdings von einem „unrealistisch
optimistischen Szenario“. Erschreckend dabei: Die Studie beruht nicht auf der
gesamten zu erwartenden Zuwanderung, sondern nur auf den 800.000 Personen, die
zum Zeitpunkt der Erstellung der Studie bekannt waren.
Nachvollziehbar argumentiert der Wissenschaftler, dass die
Altersversorgung der zu Integrierenden rein rechnerisch nicht gewährleistet
werden kann. „Wir haben es oft
erlebt, dass Flüchtlinge im Alter von 30 bis 35 Jahren nach Deutschland kamen
und dann natürlich noch einmal fünf bis zehn Jahre benötigten, um in den
Arbeitsmarkt integriert zu werden. Wie sollen diese Menschen 45 Jahre in die Rentenkasse
einzahlen? Das geht doch schlicht nicht.“ Der Flüchtlingsstrom diene also nicht
wie behauptet der Entlastung der Rentenkassen, sondern sei ein verstärkender
Teil des Problems.
Unbewertet bleiben ohnehin die versteckten Kosten und
Belastungen, über die unter anderem hier
schon geschrieben wurde. Derzeit explodieren die Preise für z.B. Container,
Baukosten, Mieten und die Fortbildung der Migranten. Die Versicherungsprämien
für Asylbewerberunterbringung, so dies überhaupt noch versichert wird, steigen
ins Unermessliche, liegen inzwischen auf dem Level von Böllerfabriken, wie es
ein Zyniker/Realist schon vor einem Jahr formulierte. Um dies abzufedern,
werden sich auch die normalen Versicherten auf Prämiensteigungen einstellen
dürfen. Überall ist zudem Korruption und Misswirtschaft
in unsicheren Zeiten Tür und Tor geöffnet.
In Berlin bezifferte ein Architekt allein die Schäden bei
zur Unterbringung genutzten Sporthallen auf derzeit rund 4,3 Millionen Euro.
Doch dieser Betrag war lediglich eine Zwischensumme im März. Das Geld für die erforderliche
Sanierung, das wurde schon verlautet, werde aus dem allgemeinen Sportanlagensanierungsprogramm
kommen. So wird es natürlich bei der notwendigen regulären Sanierung von
Sporthallen einen entsprechenden Rückstau geben.
Und was bleibt von der offiziell verkündeten Perspektive für
die „dringend benötigten Arbeitskräfte“ aus Krisengebieten? Für den Spiegel und
das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
ist schließlich eine „Jobmaschine“ angeworfen worden. Flüchtlinge würden
Deutschland recht bald ökonomisch mehr nutzen als schaden, im Normalfall
bereits ab 2020, wenn es schlecht läuft, erst ab 2025, heißt es. Angesichts der
bekannten Zahlen über die zurückgehende wirtschaftliche Dynamik und die völlig
unzureichende Qualifizierung der meisten Flüchtlinge ist das dreiste Propaganda,
auf die wir hier nicht mehr eingehen müssen.
Im Teilmarkt Berlin gehen die Unternehmensverbände jedenfalls
davon aus, dass pro Jahr 5000 Flüchtlinge in Arbeit oder Ausbildung zu bringen
sind, und der Senat ergänzt, dass in diesem Jahr 25 000 Flüchtlinge in die
Jobcenter drängen werden. Was für alle kostet, muss eben nicht allen nutzen. Es
bleiben die Vorteile für die direkten Flüchtlingsprofiteure – vom Wohnungsbauer
bis zum Therapeuten. Aber all das sind keine Wirtschaftsfaktoren, die unter dem
Strich der Gesellschaft nützlich sind. Sie wälzen lediglich Geld um, ohne einen
Mehrwert zu produzieren. Die Faustformel lautet beispielsweise, dass jedes Heim
mit ein paar Hundert Menschen etwa zehn Betreuer benötigt, plus dem je nach
Baulichkeit unterschiedlich umfangreichen Sicherheitsdienste. Für die Volkswirtschaft ist das dann bestenfalls ein Null-Summen-Spiel.
So, das waren wieder viele Fakten und Zahlen und Zitate,
fast alles vorschriftsmäßig belegt - und
deshalb ist es jetzt Zeit für eine klassische Kustos'sche Wendung. Es nervt!
Jeder kann mit Zitaten und Zahlen beweisen, was er will. Als ich vor exakt fünf
Jahren und 300 Posts mit diesem Blog begann, sollte alles anders sein. Mit
kybernetischen Feinabstimmungen sollte ein neuer Weg der geistigen
Auseinandersetzung beschrieben und beschritten werden. Mit intellektuellen
Nadelstichen sollte aufgeklärt und sollten feine Korrekturen an den
vielfältigen Prozessen des Niedergangs initiiert werden. Das hat mehr als drei
Jahre lang ganz gut funktioniert, bevor der finale Wahnsinn in die Politik des
Niedergangs Einzug hielt, der für moderate Abwägungen keinen Platz mehr lässt
und einen Widerstand mit vollen Breitseiten verlangt. Die Dummheit und
Massivität der Angriffe auf den gesunden Menschenverstand haben tatsächlich Dimensionen
erreicht, die nicht mehr mit dem Florett abgewehrt werden können.
Nun muss also auch Konrad Kustos die groben Muster stricken,
Partei ergreifen, die einfachsten Dinge erklären, die dann doch nicht
verstanden oder überhaupt gelesen werden. Das nervt. Der Mechanismus des Vereinfachens
gilt nämlich nicht nur für den PoCo-Mainstream, sondern auch für viele Leser
aus der oppositionellen Strömung. Viel zu viele glauben, streng im Geiste der
Aufklärung, man müsse nur den richtigen Hebel umlegen, und alles wäre wieder
schick. Ein paar Bilderberger beseitigen, Psychotherapien für die Herrschenden
einführen, beten, raus aufs Land, über Chemtrails lamentieren (über
CHEMTRAILS!) oder eben mal das Geldsystem abschaffen. Und bisweilen wirft man
mir dann auch noch vor, keine Lösungsvorschläge zu bieten.
Das nervt, weil es keine einfachen Lösungen gibt. Vermutlich
gibt es für die Kernfragen im Niedergang gar keine Lösung mehr. Das müssten die
Leser inzwischen verstanden haben, und, um zu wissen, warum das so ist,
möglichst mein Buch „Chaos mit System gelesen haben. Dort steht
schon seit fünf Jahren, ohne die Dynamik der jetzigen Geschehnisse so geahnt
haben zu können, ziemlich genau beschrieben, warum so viele schreckliche Dinge
in diesem Land und dieser Welt geschehen und dass wir dagegen höchstens
hinhaltenden Widerstand zu leisten in der Lage sind. In ein Fass ohne Boden
sollte man schließlich kein Wasser mehr schütten (und Wein schon gar nicht).
Stattdessen wird von vielen Lesern aber einfach weiter pawlowsch auf vordergründige Alarmmeldungen reagiert und
faktenreich nach einfachen Kausalitäten gesucht. Der Kopf steckt im Sand, das
Stroh steckt im Kopf.
Die angesichts der ungeheuerlichen Geschehnisse ohnehin viel
zu schwache Opposition unterliegt unentwegt „Kognitiven Verzerrungen“
, also fehlerhaften Einordnungen beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und
Urteilen. Das bleibt meist unbewusst und endet zwangsläufig in der Sackgasse.
Ein Beispiel: Unter den selbsternannten Fortschrittlichen versammeln sich
vorzugsweise Leute, die ihren Antisemitismus als „Israelkritik“ tarnen. Unter
den Konservativen finden sich viele, die ihren Antisemitismus als
Werteverteidigung tarnen. Mit der komplexen Situation dieses Staates und dieses
Volkes glaubt man sich so wenig auseinandersetzen zu müssen wie mit seinen
begrenzten Möglichkeiten. Oder: Angesichts der systemischen Lügen der
Lügenpresse brachte Oskar Lafontaine kürzlich ominöse Journalisten ins Spiel,
die „Befehle vom US-Geheimdienst“ erhalten. In solchen Kurzschlüssen ist wenig
Platz für eine unendlich komplizierte, vernetzte Welt(sicht).
Ich sehe also wenig Bereitschaft oder Fähigkeit, die Dinge,
die geschehen, als Ausdruck von Niedergangsstrukturen zu begreifen und die
Realität ernstzunehmen. Jeder sucht sich seinen privaten Schuldigen für die
Misere und bringt mit dieser Denkdämmung sein Weltbild scheinbar ins
Gleichgewicht. Das nervt. Auch sind nach fünf Jahren die 400.000 Klicks auf
meinem Blog ein Ausdruck dieses Unverständnisses und damit zur
Aufrechterhaltung meiner Motivation zu wenig. Noch immer gibt es das objektive
Missverhältnis von 556 Kommentaren für einen Zeit-Artikel und fünf zu einem
vergleichbaren Thema in meinem Blog. Nun gut, wenn man die Verbreitung der
Texte über Plattformen wie Geolitico, Freie Welt, Jouwatch und andere sieht,
sieht es schon besser aus. Aber gelingt es mir überhaupt, so lautet mein
derzeitiger Zweifel, irgendwo einen Erkenntnisprozess voranzutreiben?
Wenig erfreulich ist zudem, dass gegenwärtig die
weltanschaulich weitgehend verirrte Opposition jede nur denkbare wichtige
Verteidigungslinie an das System des Niedergangs verliert: Flüchtlinge,
EU/Globalisierung, Abschaffung des Sozialstaats, Klimaschwindel, gendernde
Sprachverbiegung, Gleichheitswahn…. Selbst das Umsteuern in der
Flüchtlingsfrage war nur auf einen Mentalitätswandel der Globalisierer
zurückzuführen.
Wie lange kann man da mit einem Protest weitermachen, ohne
blöd zu sein oder sich ins Schicksal zu ergeben? Von Kommentator Gustav habe
ich das Zitat: „Die Verwesung der modernen Welt nicht zu spüren, ist ein Indiz
der Ansteckung" von Nicolás Gómez Dávila. Ist es dann automatisch die
Aufgabe der „Gesunden“, Sozialarbeit im Seuchenheim zu leisten, oder nicht vielmehr
das Recht, Fersengeld zu geben? Und ganz nebenbei gefragt: Wie lange wird ein
Systemkritiker die feindliche Übelnahme, also den zunehmenden moralischen
rechtlichen und politischen Druck dieses Systems persönlich aushalten können?
Aber, umgekehrt gefragt, was soll ein Konrad Kustos denn
sonst machen? Wenn er doch die Wahrheit wahrzunehmen meint und den evolutionär
gegebenen Drang verspürt, zu kommunizieren und die Welt vielleicht doch ein
kleines bisschen zum Besseren zu korrigieren? Soll er nur die immer noch
vorhandene Schönheit der Welt genießen? In Ausschließlichkeit nervt auch das
irgendwann. Und schließlich gibt es auch eine Verantwortung zum Weitermachen
für die inzwischen vielen Leser, denen Konrad Kustos anscheinend doch etwas
geben kann.
Also lautet der Kompromiss: Wir machen weiter, aber weniger.
Von nun an erscheinen die vormals wöchentlichen Wahrheiten nur noch alle zwei
Wochen, aber weiter am Sonnabend. Aktuelle Wortmeldungen zwischendurch sind
natürlich immer drin. Und es gibt ja auch viel zu tun, angesichts der über die
Flüchtlingsfrage weit hinausreichenden fortschreitenden Kriegsgefahr, der
ökonomisch-politischen Umgestaltung der Welt und der damit einhergehenden
Einschränkung von Freiheit. Vielleicht hat ja auch schon diese kleine
Publikumsbeschimpfung ein bisschen aufgerüttelt...

Geschätzter Herr Kustos, mit großem Bedauern vernehme ich die Kunde, dass sie kürzer zu treten beabsichtigen; jedenfalls sich seltener zu Wort zu melden gedenken. Die Frustration, die dazu Anlass zu geben scheint, kann ich sehr gut nachempfinden. Seien Sie aber versichert, dass zahlreiche Leser Ihrer Beiträge hier und auf anderen Plattformen, auch wenn sie sich nicht regelmäßig in Leserkommentaren dazu äußern, ihre Stimme sehr wohl zu schätzen wissen und sich an der Treffsicherheit Ihrer sprachlich so angenehm formulierten Analysen erfreuen und/oder reiben.
AntwortenLöschenMich würde sehr freuen, blieben Sie nicht nur dem bisherigen Rhythmus treu, sondern meldeten Sie sich gerne noch häufiger zu Wort - es müssen ja nicht immer die ob ihrer Komplexität zwangsweise umfangreichen Beiträge sein, mit denen Sie ihre Leserschaft bislang beglückten (wenn angesichts der meist deprimierenden Themen und Erkenntnisse diese Vokabel zu verwenden erlaubt ist). Kürzere Stellungnahmen zu den zahlreichen Kuriositäten des Meldungsalltags unserer dahinsiechenden Kultur würden gewiss nicht nur mich erfreuen.
Ihre Beiträge werden gelesen und wertgeschätzt, lieber Herr Kustos - bitte machen Sie so weiter!
Ein dankbarer Stammleser
Lieber Stammleser, vielen Dank für den Mutmacher. In der Tat plane ich, je nach Zeit und Kraft, mich immer Mal wieder zwischendurch, auch kürzer, zu melden. Schaun wir mal. Ihr KK
LöschenErgänzend möchte ich hinzufügen, dass es in der Natur der Sache liegt, dass diejenigen, die auf Ihre Seite aufmerksam geworden sind, vermutlich genau dann häufiger oder regelmäßig hier vorbeischauen, wenn sie Ihre Analysen verstehen und weitgehend teilen, wohingegen diejenigen, die zu verstehen nicht bereit oder in der Lage sind und/oder die mit den Ergebnissen Ihrer Denkanstrengungen nicht einverstanden sind, sie also ablehnen, sich zum einen nicht erneut hierhin verirren werden, zum anderen aber - und das ist wohl entscheidend - Ihre Denkanstöße nicht aufnehmen werden und damit unbelehrt, vielleicht gar unbelehrbar in ihrem Denk- und Meinungstrott weitermachen werden. So verdrießlich das ist, so natürlich ist es.
AntwortenLöschenIch habe in der Vergangenheit schon mehrfach Ihren Blog beworben und möchte das auch gerne fortführen. Ob dadurch aber gerade diejenigen, die eine Erweiterung ihrer Denkschemata besonders bedürften, hierhin finden werden? Da habe auch ich meine Zweifel.
Ja, mein Vorsatz war es immer, als Anwalt des stummen Mainstreams zu dienen. Anscheinend ist der Mainstream aber kleiner als ich dachte. Dennoch: Wären die Massenmedien nicht so herrschaftsopportunistisch und inkompetent, könnte man über sie nicht nur den stummen, sondern auch den internetblinden Teil des Mainstreams erreichen. Dann wäre die Unterstützung vermutlich doch weitaus größer.
LöschenNun, mit 5 zu 556 liegen Sie bei etwa 1 % und damit im Spitzenbereich nach Lebon. Das weniger Tröstliche ist, dass aus dem Bereich zwar Impulse ausgehen aber eben auch die Erkenntnis, dass der Kurs der Titanic nicht durch Feingeister, sondern durch das Vertrauen in den Glauben der Kapitäne bestimmt wird.
AntwortenLöschenWer nicht gefordert wird verharrt in der Beschränktheit seiner Gemütlichkeit. Wer denn würde das freiwillig aufgeben wollen? Kaum einer, siehe oben.
Und wer denn würde das hören wollen, was - wenn nicht Wahrheit, welche ist das schon - dann zumindest Realität am Horizont wäre: tendenzielle Versklavung, oder auch die Ausweglosigkeit eines Vernichtungskriegs, Themen, deren Unappetitlichkeit man nicht einmal ansprechen könnte ohne sich selbst gleich ins Abseits zu stellen und dies, obwohl Hausverstand und Taschenrechner für die Ausgangslage völlig ausreichend wären. Aber wer glaubt kann auch über Wasser laufen hin auf ein selig Himmelreich.
Vermutlich werden Sie ein Auskommen weder mit dem Blog noch mit dem Buch erreichen können. Das liegt in der Natur der Sache, präziser der des Menschen. Immerhin aber ist es für jene 1% tröstlich zu finden, dass ihr Denkapparat nicht völlig im Vakuum arbeitet. Manchmal denkt man ja, schräger kann es nicht mehr werden und stellt dann fest, doch, es kann.
Etwa zur selben Zeit wie Sie bin ich aus dem bürgerlichen Dämmerschlaf gerissen worden um festzustellen, dass nichts so ist wie es scheint. Vom Aufwand her gibt es immer zwei Aspekte: dem des konkreten Nutzens und den des, sagen wir mal, hygienischen. Naturgemäß kommt der zweite bei der Fütterung im Schweinekoben ins Hintertreffen.
Im Hakagure findet sich der Spruch: das Leben ist ein Traum im Traum. Bei den meisten wohl reicht er nicht weiter als bis zum gedeckten Tisch. Ein amüsanter Zeitvertreib der Film "Wenn Hennen Rennen". Hinlänglich aussagekräftig auch der Klassiker "Die Sieben Samurai".
Mit Klicks darf man das nicht messen, wohl aber im Hinblick auf den Aufwand. Diejenigen, die das System besetzt haben ignorieren einfach das, was nicht in den Kram passt. Alte Methode, sehr wirksam. Der Mensch ist nicht zu ändern, wenn, müsste man das System ändern und das will der Mensch nicht. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz, denn letzten Endes hat über alles die Natur das Physische gestellt (die Gewalt, man lese bei den Chatham Inseln nach: das Völkchen dort hatte die perfekte soziale Organisation - bis es von den kriegerischen Maori überrollt, versklavt und fast ausgelöscht wurde. Noch spannender Falconer's "Zorn der Meere").
Fersengeld? Eine der Möglichkeiten. Aber bei den Lemmingen bleiben auch immer einige übrig, eben die, die sich der allgemeinen Hysterie nicht anschließen. Und bis dahin kann man wohl noch den einen oder anderen Cappuccino genießen. Ich möchte ja nun nicht auf "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" abstellen, und schon gar nicht, wenn man an Gruppendynamik denkt. Aber etwas scheint mir dann doch an dem Spruch auch dran zu sein.
Je mehr ich lese um so mehr tritt in den Vordergrund, dass in allerlei Spielarten überall nur mit Wasser gekocht wird. Der Unterschied besteht nur darin, dass wir die anderen Rezepte und Methoden nicht kennen und damit für besser halten.
Mit Ihrem Blog tragen Sie zur geistigen Hygiene bei, gern gelesen, aber in der Tat fehlt den Funken das zündfähige Gemisch. Wollte man die Welt verbessern müsste man mit Pispers verzweifeln: das übersteigt selbst die Möglichkeiten des Alkohols. Dann lieber noch einen Cappuccino, ein gemütliches Plätzchen und das amüsante Büchlein "Über die Dummheit - Ursachen und Wirkungen der intelektuellen Minderleistung des Menschen" (Geyer).
Ich lese hier gern und würde wollen, dass dieser Blog genauso fortgeführt wird wie immer. Ich bin immer befriedigt, dass es auch noch andere Meinungen, als die vorgegebenen gibt und fühle mich dann nicht mehr so einsam. Richtig, man ändert niemanden, der eine Mainstream-Meinung hat und nicht gewillt ist, nachzudenken. Aber manches Mal doch. Auch ich bin/war verschiedenen Lügen aufgesessen und ärgere mich noch jetzt darüber. Ohne kritische Zeitungen/Blogs im Internet, wäre es mir schwerer gefallen, die Lügenthesen zu überwinden. Man benötigt dazu Fakten und Anstöße, die ich u.a. auch hier erhalten habe.
AntwortenLöschenAuch wenn ich nie kommentiere, liebe ich ihre scharfen Analysen und hoffe, dass sie die Kraft haben weiterhin für ihre Überzeugungen zu kämpfen
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